Was taugt Apple Music? Praxis-Test eines Spotify-Nutzers
Apple Music ist da und muss sich nun im Praxisbetrieb der Konkurrenz stellen. Insbesondere Spotify ist mit rund 75 Millionen Nutzern einer der größten Anbieter von Musik-Streaming, den auch pcgames.de-Chefredakteur Florian Stangl nutzt. Hier sein Ersteindruck von Apple Music aus Sicht eines Spotify-Fans.
Bei Musik ist es ähnlich wie bei Filmen: Es gibt viele Anbieter von Streaming-Diensten, die sich alle rühmen, das beste Angebot zu haben. Wenn dann aber eine Firma wie Apple mit Apple Music einen neuen Dienst startet und dabei - vermeintlich - mit der gesamten iTunes-Bibliothek im Rücken antritt – dann ist das zumindest einen genauen Blick wert. Denn so wie im Filmbereich weder Netflix noch Amazon Instant Video noch Maxdome alle spannenden Filme und Serien im Programm haben, so haben auch Spotify oder Deezer nicht alle Künstler im Sortiment. Kann Apple Music hier also punkten?
Doch bevor ich Apple Music ausprobieren kann, muss erst mal das Update auf iOS 8.4 auf mein iPhone. Schon um 16:54 Uhr am 30. Juni 2015 wird es mir angezeigt, und natürlich starte ich den Download sofort. Aus den zuerst angezeigten 3 Minuten Download-Zeit werden schnell 12 Minuten, dann 18 Minuten, dann 32 und schließlich 39 Minuten… vermutlich saugen gerade alle iOS-Anwender Apples Server leer… Eine knappe Stunde später beginnt die Installation, die reibungslos verläuft. Im Gegensatz zum nachfolgenden Versuch, Apple Music so zu benutzen, wie ich es von Spotify gewohnt bin.
Spotify benutze ich im Offline-Modus auf dem täglichen Arbeitsweg im Auto. Die App hat schon lange Autoradio und CD-Player ersetzt. Ich stelle mir Playlisten je nach Laune zusammen und synchronisiere sie ab und zu, damit ich im Auto nach Bedarf wechseln kann. Das klappt mittlerweile problemlos, und auch wenn die Spotify durch manche Updates auch mal verschlimmbessert wurde, läuft sie im Großen und Ganzen sehr rund und macht, was sie soll. Zweiter Anwendungsfall ist zuhause vorm PC, auf dem ich die Desktop-App zum Musikhören und Zusammenstellen der Playlists verwende. Außerdem sehr praktisch ist für mich die Entdecken-Funktion, durch die mir Spotify ständig neue Bands vorschlägt. Das klappt mittlerweile ebenfalls sehr gut. Und um es kurz zu machen: Das kann Apple Music derzeit nicht bieten, denn noch fehlt die neue iTunes-Variante, die Streaming unterstützt.
Also vergleiche ich, was die beiden Apps auf dem iPhone (und dem iPad) können und was der Musikkatalog zu bieten hat. Um es vorwegzunehmen: Mich interessieren Charts, Hip Hop, Jazz oder sowas nicht die Bohne. Wer mich kennt, der kennt auch meinen Musikgeschmack. Das hier ist schließlich kein objektiver Test, sondern ein persönlicher Erfahrungsbericht. Als Metal- und Hard Rock-Fan klappere ich also schnell meine Standards ab: Metallica, AC/DC, Kiss, Slayer, Iron Maiden, Judas Priest – alles da, was man braucht. Schnell tauchen die ersten Playlists aus, die bei Apple Music nicht von Algorithmen, sondern von "Musikexperten" zusammengestellt werden. Die Listen sind gut und interessant, aber der Spotify-Algorithmus ist das keineswegs schlechter, zumindest wenn es um meinen Geschmack geht. Vielleicht steigert sich Apple Music hier noch.
Beim weiteren Abgrasen von Musik, die mich interessiert, fallen aber echte Lücken auf: Von Gamma Ray gibt es keines der Alben aus den letzten Jahren, das kann Spotify besser. Auf die sympathischen Hanseaten verzichte ich nur höchst ungern… Aber so ist das nun mal im kleinteiligen Musikmarkt, nicht jedes Label unterstützt Streaming, und so kommt es vor, dass es von vielen Bands zwar das komplette Angebot im iTunes-Store zu kaufen gibt, aber bei Apple Music nur bestimmte Alben oder gar nichts zu finden ist. So wie etwa Die Toten Hosen und Böhsen Onkelz, die gar nichts streamen lassen.
Wie erwähnt, nutze ich die Spotify-App vor allem im Auto, und da natürlich im Offline-Modus, um Traffic zu sparen. Apple Music bietet diesen Service auch – allerdings erst mal mit Hürden. Denn um einen Song oder ein Album offline verfügbar zu machen, muss die iCloud Musikmediathek aktiviert sein. Darauf weist die Music-App auch brav hin, allerdings weigert sich die Musikmediathek in den iPhone-Einstellungen hartnäckig, sich aktivieren zu lassen. Das Problem betrifft viele Nutzer, wie eine Google-Recherche ergibt. Mutmaßlich hängt das mit überlasteten Servern oder Diensten bei Apple zusammen, denn am späten Abend bessert sich die Situation und schließlich nimmt auch bei mir die iCloud Musikmediathek die Arbeit auf. Der Download der Lieder geht erfreulich schnell, so dass nach kurzem mein iPhone gut gefüllt ist. Im Direktvergleich im Auto fällt auf, dass Spotify alles etwas lauter abspielt als die Apple Music-App. Ob das an der niedrigeren Bitrate liegt oder anderen Gründen, ist mir ebenso unbekannt wie egal – der Unterschied ist nicht so gravierend, dass er wirklich stören würde.
Zeit für ein kleines Fazit: Apple Music kann nicht mal so eben Spotify ersetzen. Perfekt ist keiner der beiden Dienste, beide sind sehr ähnlich und ergänzen sich. Allerdings bin ich nicht bereit, zwei Mal rund 10 Euro im Monat abzudrücken, zumal ich mir immer noch viele Alben kaufe, wenn sie mir gefallen. Darum werde ich Apple Music während der kostenlosen Probezeit eine Chance geben und spätestens am 30. September 2015 entscheiden, welche der beiden Apps auf meinem Smartphone bleibt.

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von Kraftwerk will ich erst gar nicht reden...also ich renne jeden Monat auf 2-4 Konzerte, den Künstlern geht es wirklich nicht schlecht, selbst ne Hinterhofband wie Russkaja ruft 30€ auf! Ich habe keinen Plan wie du darauf kommst.
b) Findest du nicht, daß 30 € deutlich billiger sind als "heute im Schnitt meist jenseits Beträger 65€"? Sind ja nur schlappe 50%! :-O
Sie hatte Recht damit das es dämlich ist in den ersten drei Monaten keine Abgaben von Apple zubekommen.. obwohl es hier auch ne andere seit gibt, umso mehr Kunden Apple durch diese Aktion binden kann, umso mehr Geld bekommen die Künstler
Und Soweit konnte es ja mit der Überzeugung von Fr. Swift auch nicht her sein :P
Einstürzende Neubauten:
Tempodrom - Berlin 1996 -> 25DM
Postbahnhof - Berlin 2005 zum 25 jährigen Jubi: 45€
Prodigy:
Columbiahalle ende der 90er: 50 DM
Columbiahalle 2005: 68€
Nothern Lite:
Maria 2003: 10€
Astra 2015: 32€
von Kraftwerk will ich erst gar nicht reden...also ich renne jeden Monat auf 2-4 Konzerte, den Künstlern geht es wirklich nicht schlecht, selbst ne Hinterhofband wie Russkaja ruft 30€ auf! Ich habe keinen Plan wie du darauf kommst.
Dann Marktregulierung:
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]Natürlich regulieren Verbraucher den Markt, wenn keiner mehr VHS Kasseten kauft, werden keine mehr hergestellt... ganz einfache Sache. Wenn keiner für n pfund Hack mehr als fünf Euro ausgeben will, passt sich der Markt soweit an das er Müll produziert und das Hack für 1.80€ beim Markt deiner Wahl verschleudert...etc
Dann Taylor Swift:
Sie hatte Recht damit das es dämlich ist in den ersten drei Monaten keine Abgaben von Apple zubekommen.. obwohl es hier auch ne andere seit gibt, umso mehr Kunden Apple durch diese Aktion binden kann, umso mehr Geld bekommen die Künstler und wenn ein Unternehmen auf dieser Welt zahlungskräftige bzw willige Kunden hat, dann ist es nunmal Apple... sieht man auch ganz gut um Vergleich Apple vs. Play Store, aber anderes Thema. Ich finde es schade das Apple erst eingelenkt hat nach dem offenem Brief, aber wenigstens mal ein Unternehmen das einlenkt ohne Apple verherrlichen zu wollen.
Und Soweit konnte es ja mit der Überzeugung von Fr. Swift auch nicht her sein :P
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
"Marktregulierung oder Markteingriff bezeichnet direkte staatliche Eingriffe in die Wirtschaftsprozesse"
lassen. Jaja, viele werden von Ihren Labels erpresst, aber nicht alle...
I’m sure you are aware that Apple Music will be offering a free 3 month trial to anyone who signs up for the service. I’m not sure you know that Apple Music will not be paying writers, producers, or artists for those three months. I find it to be shocking, disappointing, and completely unlike this historically progressive and generous company.
Marktregulierung wäre, wenn das Stück von sich aus bei Sony nicht gekauft worden wäre. Solange "Rummotzen" und -hacken, bis Sony das Stück wieder aus dem Angebot entfernt, ist Protest bis Erpressung, aber keine "Marktregulierung".
Was ist daran "Schwachsinn", wenn Bands jetzt weniger Geld bekommen als früher™?
Laut dieser Seite bekommt der Künstler 7% des Verkaufspreises - das wäre bei der 15 Euro CD 1,05 Euro.
Wenn ich mir jetzt das selbe Album bei einem Streaming Portal anhöre, bekommt der Künstler dann etwa auch 1,05 Euro von den üblichen 9,95 Euro/Monat?
Also ich finde schon, daß ein Cover im LP Format mehr hermacht als ein klein aufgelöstes MP3 Bildchen in der Datei. Zudem gibt es bei physischen Datenträgern die Möglichkeit, Texte, Hintergrundgeschichten, Poster, Aufnäher, Aufkleber etc beizulegen.
Doch, das Konsumieren von Musik hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert.
einer ganzen Industrie beschworen wurde und letzlich nichts passierte. Den ganzen kram gibt es noch heute, sogar noch viel mehr davon. Musste früher Fachmagazine kaufen um sich über seine Band zu informieren, lese ich heute Blogs
des Leader der Band im Internet und bin ihm wesentlich näher. Möchte ich es auf die Spitze treiben, folge ich ihm auf einem sozialen Netzwerk und kann ihm wenn ich möchte beim Essen beobachten... Sticker, Poster, Aufnäher und Shirts
gibt es nach wie vor, in den 90ern hat man die bei EMP aus dem gedruckten Katalog bestellt, jetzt mache ich es auf der Handelplattform meiner Wahl... Also wirklich ich verstehe deine Argumentation, aber sie ist sehr einseitig! Noch nie
wurde so viel Musik konsumiert und dafür bezahlt wie heute!
Schlecht gehen kann es den Künstler auch nicht, bezahlte ich früher im Schnitt für ne Konzerkarte 30-40 DM, auch mal 60 DM, zahle ich heute im Schnitt meist jenseits Beträger 65€ und auch hier reguliertsich der Markt, der Konsument
sagt nicht etwa, daß ist mir zu teuer, nein..er bezahlt dein Preis für seinen Künstler.
Natürlich ist UR ein klassischer Fall von Regulierung des Marktes, volkswirtschaftlich gesehen entschied der Verbraucher. In dem Fall hat der Verbraucher entschieden und es ging zugunsten des Künstlers. Der Hack trug übrigens nicht dazu
bei, sondern das die Mailserver lahmgelegt wurden durch die Empörung der Leute.
Wäre Streaming so böse und würde diese Küstler so ausbluten lassen wie du vermutest, würden zumindet die Künstler die davon Leben müssen und ne eingeschworene Fanbase haben, ihre Songs / Alben nicht auf diesen Plattformen anbieten
lassen. Jaja, viele werden von Ihren Labels erpresst, aber nicht alle...