Warhammer Lizenzspiele: Es fehlt ein echter Hammer
Total War: Warhammer ist bei Weitem nicht das erste PC-Spiel, welches das Warhammer Fantasy-Universum als Staffelei für imposante Schlachtengemälde nutzt. Bislang war aber kein Hit dabei. Wir werfen einen Blick zurück auf die wichtigsten Vertreter.
Während die düstere Zukunftsvision Warhammer 40k mit der Dawn of War-Reihe gleich mehrere exzellente PC-Umsetzungen vorzuweisen hat, hinkt der Fantasy-Zweig des Tabletop-Spiels in Sachen Spieleumsetzungen seit jeher hinterher. Veteranen sind vor allem die Vorstöße ins Strategie-Genre in den 90er-Jahren wohlwollend in Erinnerung geblieben. Spiele wie Dark Omen ließen von Fans heiß und innig gebliebte Völker wie Elfen, Orks und Skaven erstmals über den Bildschirm marschieren. Danach herrschte jedoch - auch wegen des ausbleibenden Verkaufserfolgs - jahrelang Funkstille.
Es sollte bis nach dem Jahrtausendwechsel dauern, bevor Warhammer-Eigner Games Workshop erneut eine Zusammenarbeit mit den Spielestudios anstrebte. Das Ergebnis waren zwei der bis dato größten Warhammer-Projekte: Age of Reckoning, ein Online-Rollenspiel im Stil von World of Warcraft, und Mark of Chaos, ein Echtzeitstrategie-Spiel, das Elemente aus Warcraft 3 und der Total War-Serie borgte. Beide blieben hinter den Erwartungen zurück. 2015 und 2016 steht die nächste Welle Warhammer-Spiele an. Ob es diesmal klappt mit dem einen, alles in den Schatten stellenden Hit?
In diesem Artikel
1983 - Die Tabletop-Vorlage
Quelle: PC Games
Die Tabletop-Vorlage.
Am Anfang steht Warhammer Fantasy Battle. Der Name sagt schon alles: Es geht einzig und allein darum, Schlachten im Warhammer-Universum zu schlagen, in dem Fraktionen wie Elfen, Menschen, Zwerge, Orks und die Mächte des Chaos in endlosem Krieg um die Kontrolle über Ländereien streiten. Diese Gefechte werden mit 25 bis 250 Milimeter großen Figuren ausgetragen, die jeder Spieler zuvor individuell von Hand bemalt. Für Bewegungen, Aktionen und Angriffe der Truppen ist der Wurf eines Würfels nötig. Aktuell wird die achte Edition des Regelwerks verwendet. Unzählige Romane erzählen die Rahmengeschichte, in der Entwickler Games Workshop zuletzt mit dem Einläuten der sogenannten "End Times" einen apokalyptischen Krieg um das Schicksal der Welt begonnen hat.
1995 - Blood Bowl
Quelle: PC Games
Blood Bowl (1995)
Als Ende der 80er-Jahre die Begeisterung für Warhammer neue Höhen erreichte, veröffentlichte Games Workshop mehrere Ableger. 1987 startete so neben Warhammer 40k und der Pen&Paper-Variante von Warhammer Battle Fantasy auch Blood Bowl: ein Brettspiel für zwei Spieler, das als Mischung aus American Football und Rugby bekannte Sportarten auf den Arm nimmt. Als Manager eines Teams mit Spielern der typischen Warhammer-Rassen versucht ihr in brutalen Matches, das Spielgerät möglichst oft in die Endzone des Gegners zu tragen ("Touchdown"). Dabei sind anders als im realen Sport auch unfaire Mittel erlaubt und sogar gefordert: Wer die gegnerische Mannschaft durch Fouls dezimiert, hat bessere Chancen auf den Sieg. Die MS-DOS-Umsetzung lässt euch Saisons bestreiten und neue Spieler als Ersatz für getötete Team-Mitglieder rekrutieren, ist aber nur ein schwacher Aufguss des spaßigen Brettspiels.
1995 - Im Schatten der gehörnten Ratte
Quelle: PC Games
Im Schatten der gehörnten Ratte.
Der erste Versuch, Warhammer-Schlachten als Strategiespiel auf dem PC zu adaptieren, machte vor allem durch seinen hohen Schwierigkeitsgrad von sich reden. Als Söldneranführer Morgan Bernhardt müsst ihr mit einer festgelegten Anzahl an Truppen eine Reihe von Taktik-Gefechten überstehen. Verlorene Einheiten sind dauerhaft weg, mit verdientem Gold erwerbt ihr zwischen den Missionen in beschränktem Maße Ersatz. Verwundete Soldaten müssen derweil im nächsten Kampf aussetzen. Wer sich durchbeißt, freut sich über die Möglichkeit, regelmäßig zwischen mehreren Missionen entscheiden zu dürfen, was einem Zugriff auf unterschiedliche Truppentypen gewährt.
1998 - Dark Omen
Morgan Bernhardt und seine Söldnertruppe kehren drei Jahre nach Im Schatten der gehörnten Ratte zurück auf die PC-Bildschirme. Erneut dürft ihr hauptsächlich menschliche Truppen kommandieren – zuweilen schließen sich euch jedoch verbündete Elfen und Zwerge an. Dafür zeigt sich Dark Omen in anderer Hinsicht innovativ: Das Echtzeitstrategie-Spiel setzt als eines der ersten auf eine frei dreh- und zoombare 3D-Engine. Dadurch besitzt das Terrain Höhenstufen. Genau wie später in Shogun: Total War bestehen die Einheiten jedoch nur aus 2D-Sprites. Das schont die Rechenleistung der frühen 3D-Beschleuniger wie der Voodoo-Karten von 3dfx.
Quelle: PC Games
Dark Omen
Auch spielerisch ähnelt Dark Omen in vielerlei Hinsicht der Total War-Serie – ob sich da Creative Assembly so einiges beim Warhammer-Spiel abgeguckt hat? Hier wie dort besitzen Einheiten etwa eine Moralanzeige. Sinkt die gen null, fliehen eigene Soldaten ebenso wie Feinde. Mit jedem Gefecht sammeln Kämpfer Erfahrungspunkte. Flankenangriffe und Formationen sind wichtig; vor Schlachtbeginn dürft ihr bis zu zehn eurer maximal 32 Mann zählenden Kompanien nach Belieben auf dem Schlachtfeld arrangieren. Neben Infanterie und Kavallerie kommen auch Geschütze zum Einsatz. Darüber hinaus schart Morgan Bernhardt eine Reihe von Helden um sich, die über Spezialkräfte wie Zaubersprüche verfügen.
Im Vergleich zum Vorgänger entschärft Entwickler Mindscape den Schwierigkeitsgrad; mit ein Grund, warum Dark Omen bis heute das weitaus populärere Spiel ist. Dezimierte Kompanien lassen sich zwischen Einsätzen mit frischen Soldaten auffüllen, solange mindestens ein Kämpfer überlebt hat. Im Mehrspielermodus treten zwei Generäle auf einer Karte gegeneinander an, zuvor dürfe sie sich ihre Wunschtruppe zusammenstellen. Ein weiteres Konzept, das die Total War-Reihe später adaptieren sollte.

Ansonsten ein guter Artikel. :)
Klassisches RTS wie DoW I mit der möglichkeit Elitetrupps auszurüsten und Champs aufzuwerten wie in DoW II. Und dann (von miraus auch mit add-ons) ALLE Völker mal in ein Game bringen.
In DoW I fehlen mir einfach die Tyraniden und naja DoW II halt die meisten anderen...
Klassisches RTS wie DoW I mit der möglichkeit Elitetrupps auszurüsten und Champs aufzuwerten wie in DoW II. Und dann (von miraus auch mit add-ons) ALLE Völker mal in ein Game bringen.
In DoW I fehlen mir einfach die Tyraniden und naja DoW II halt die meisten anderen...