Kholat im Test: Hübsch und stimmig, aber auch langweilig

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Test Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Atmosphärische Highlights wie dieser Ausflug in eine verfallene Kirche wechseln sich ab mit purer Tristesse.
Quelle: PC Games

Basierend auf einer wahren Geschichte streifen wir in Kholat durchs Gebirge und suchen nach dem Spielspaß. Wir erklären im Test, warum das Adventure zwar hübsch und stimmig ist, aber spielerisch nicht wirklich überzeugen kann.

Kholat im Test: Kaum etwas regt die menschliche Fantasie mehr an als unerklärliche, reale Zwischenfälle. Film- und Spiele-Hersteller machen sich diesen Umstand seit Anbeginn der Unterhaltungsmedien zunutze und beleuchten die Hintergründe ebensolcher Ereignisse, oft angereichert um eine übernatürliche Komponente. Auch Kholat basiert auf einer wahren Begebenheit: Am 2. Februar 1959 starben neun Ski-Wanderer unter mysteriösen Umständen an den Hängen des Berges Cholat Sjachi im russischen Uralgebirge. Als es mehrere Wochen nach der Expedition keine Lebenszeichen der Vermissten gab, rückten Suchtrupps aus. Sie stießen auf ein halb im Schnee vergrabenes und von innen aufgeschnittenes Zelt.

Die wahren Hintergründe rund um einen mysteriösen Vorfall von 1959 werden im Intro erörtert. Die wahren Hintergründe rund um einen mysteriösen Vorfall von 1959 werden im Intro erörtert. Die neun Leichen wurden im Umkreis von mehreren Hundert Metern rund um ihr Lager gefunden, fast alle ohne Schuhe und kaum bekleidet. Die meisten von ihnen waren äußerlich unversehrt, jedoch wurden bei späteren Untersuchungen teils massive innere Verletzungen und Knochenbrüche festgestellt. Inzwischen gilt es als relativ sicher, dass den unglücklichen Wanderern ein schwerer Schneesturm zum Verhängnis wurde, bewiesen wurde auch diese Theorie aber niemals. In Kholat nun machen wir uns als nicht näher vorgestellter und namenloser Protagonist auf, um dem mysteriösen Vorfall auf die Spur zu gehen. Und weil ein schlichter Unfall natürlich wenig spektakulär klingt, stecken deutlich größere Kräfte hinter dem Schicksal der verstorbenen Wanderer.

Bergwanderung mit toller Aussicht

Leider ist die Geschichte, die sich aus dieser wahnsinnig spannenden Prämisse entwickelt, wesentlich weniger mitreißend, was nicht zuletzt daran liegt, dass sie zu vielen Meistern auf einmal zu dienen versucht. Übernatürliche Begebenheiten, militärische Experimente, schlichte Unachtsamkeiten und mehr – so ziemlich alle Theorien der letzten 56 Jahre werden verwoben. Richtige Antworten hingegen erhält man nicht, und nach dem abrupten Ende der Geschichte wird man mit einem relativ unbefriedigenden Gefühl zurückgelassen. Erzählt wird die Handlung übrigens mittels zahlreicher Dokumente, welche man über die Spielwelt verstreut aufsammelt. Die meisten davon sind optional, nur neun müssen wir auf jeden Fall entdecken – und damit fangen die mannigfaltigen Probleme von Kholat an.

Gegner töten uns mit einem Schlag. Aufgrund der miesen KI sorgen sie statt für Spannung aber für Frust. Gegner töten uns mit einem Schlag. Aufgrund der miesen KI sorgen sie statt für Spannung aber für Frust. Unsere Aufgabe ist es nämlich, auf der frei begehbaren Weltkarte zu neun Orten mit ebendiesen Dokumenten zu gelangen. Zur Orientierung besitzen wir eine statische Karte sowie einen Kompass und bekommen die Koordinaten unserer Ziele verraten. Das war's dann aber auch schon mit der Hilfe. Was sich simpel anhört, offenbart sich an einigen Stellen jedoch als relativ frustrierend, da die verzweigte Spielwelt dafür sorgt, dass man sich regelmäßig verläuft. Zudem zeigt die Map wirklich nur die allernötigsten Informationen an und unterschlägt zum Beispiel auch so manche Weggabelung. Es ist zwar offensichtlich, dass die Entwickler diese Design-Entscheidungen bewusst trafen, um das Gefühl der Verlorenheit im verschneiten Gebirge zu unterstreichen. Das ändert aber nichts daran, dass das Herumgeirre nur bedingt Spaß macht.

Immerhin, der Cholat Sjachi ist wirklich grandios gestaltet und wirkt – passend zum historischen Hintergrund – wie ein realer Ort. Verschneite Hänge wechseln sich ab mit düsteren Wäldern, gefluteten Höhlen, eingefrorenen Felsformationen und mehr – grafisch und künstlerisch ist's eine Pracht. Die ab und an eingestreute Narration beim Aufsammeln von Schriftstücken sowie durch eine omnipräsente Entität wurde zudem gut umgesetzt. Niemand anderer als Schauspieler Sean Bean spricht übrigens an Schlüsselszenen die Texte, etwa dann, wenn wir an einem der neun Zielpunkte angekommen sind.

Ich seh dich, ich seh dich nicht

Diese neun Orte stellen auch die atmosphärischen Highlights des Abenteuers dar und schicken uns etwa in einen feurig lodernden Wald, lassen uns eine unterirdische Basis erforschen oder einen gruseligen Altar untersuchen. Dazwischen liegen jedoch lange Laufwege, während denen überhaupt nichts passiert. Tatsächlich verfügt unser Held über keinerlei Aktionsmöglichkeiten denn zu laufen. Nicht einmal ein Sprungknopf wurde integriert, was angesichts der Tatsache, dass sich dadurch so manch halbmeterhohe Vorsprung als unüberbrückbares Hindernis erweist, ziemlich lächerlich daherkommt.

Grafisch kann sich Kholat dank der tollen Lichteffekte und der gelungenen Weltgestaltung sehen lassen. Grafisch kann sich Kholat dank der tollen Lichteffekte und der gelungenen Weltgestaltung sehen lassen. Theoretisch Abwechslung in das Geschehen bringen die zufällig in die Welt gesetzten Monster. Doch nicht nur, dass es gerade einmal eine Variante von ihnen gibt – aus einer Art Energie bestehende Humanoide –, entpuppen sie sich nach den ersten zwei, drei Jump Scares schnell als lediglich ungemein nervig. Einerseits verfügen sie über die unerklärliche Gabe, immer direkt in unsere Richtung zu wandern und uns dadurch etwa in Sackgassen einzukesseln, andererseits bekommen sie es oftmals nicht mit, wenn wir einen halben Meter neben ihnen vorbeilaufen. Wenn sie einen erwischen, reicht übrigens ein Schlag für den Gameover-Screen, was angesichts des dümmlichen Checkpoint-Systems erneut für Frust sorgt. Gespeichert wird nämlich immer dann, wenn man ein neues Dokument aufgesammelt hat oder an sehr seltenen Zelten.

Heißt im Klartext: Wenn wir gerade einen langen Marsch durch ein Gebiet hinter uns haben, in dem wir bereits alle Notizen aufgesammelt haben und uns ein Feind wieder einmal unfairerweise ohne Ausweg einkesselt, müssen wir oftmals noch einmal gefühlt ewige Minuten durch den Schnee laufen. In Verbindung mit der Tatsache, dass man aufgrund der verwinkelten Struktur der Welt manchmal gar nicht mehr auf Anhieb zur ursprünglichen Route zurückfindet, geht einem schnell auch die schönste Berglandschaft auf die Nerven. Hinzu kommen andere wenig durchdachte Elemente wie fies versteckte Bodenfallen und einige nur scheinbar passierbare Abgründe, die ebenfalls oftmals einen Neustart erfordern.

Dann lieber Strandurlaub

Trotz dieses Umstands ist man nach höchstens fünf Stunden mit dem Spiel fertig, hat dabei auch die meisten optionalen Dokumente entdeckt und langweilt sich angesichts des aufs Minimum reduzierten Gameplays. Nicht jeder kann Exploration-Adventures nun einmal so gut wie die Macher von Gone Home, und Kholat versagt trotz einiger guter Ideen und der tollen Atmosphäre aufgrund zu vieler markanter Mängel.

Meinung

Wertung zu Kholat (PC)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
Spannende Handlungsprämisse …Grafisch sehr hübschStimmige AtmosphäreGut umgesetzte Bergwelt
... die ihr Potenzial verschenktAbruptes, unbefriedigendes EndeKaum vorhandenes GameplayNervige Gegner-KIUnsinniges Checkpoint-SystemProbleme bei der WegfindungSpielfigur kann nicht springenWird ziemlich schnell eintönig

Bildergalerie

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  1. Seite 1 Kholat im Test
  2. Seite 2 Timeline des Vorfalls am Choat Sjachi
    • Kommentare (1)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von SphinxBased Mitglied
        langweilig is noch human ausgedrückt.........diese spiel hat absolut gar nichts zu bieten.
        eindeutiger fehlkauf meinerseits...........
      • Von SphinxBased Mitglied
        langweilig is noch human ausgedrückt.........diese spiel hat absolut gar nichts zu bieten.
        eindeutiger fehlkauf meinerseits...........
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