Spiele: "Vergesst Vorbestellerboni und Season-Pässe!" - DLC-Meinungen aus der Redaktion
Publisher greifen Spielern immer öfter ins Portemonnaie - mit Vorbesteller-DLCs, Season-Pässen und frechen Mikrotransaktionen. Dabei bleiben Mod-Unterstützung und Spielspaß stellenweise auf der Strecke. PC Games-Redakteure Stefan Weiß und Wolfgang Fischer sagen euch im Kommentar, was sie davon halten.
D L C.
Drei Buchstaben, die für Angst und Schrecken sorgen. Für Zorn und Ärger. Für Frustation. Bei Videospielern. Und manchmal auch in der Redaktion.
Denn: Üverzogene Preise für Download-Erweiterungen, weit im Voraus beworbene Vorbesteller-Boni, vollmundig vor Release enthüllte Season-Pass-Pläne sowie zugunsten von DLC zurückgefahrene Mod-Unterstützung regen auch uns auf. Im Zuge unseres DLC-Reports über die fragwürdigen Praktiken der Spiele-Publisher haben sich unsere Redakteure Wolfgang Fischer und Stefan Weiß einmal kritisch mit dem Thema auseinander gesetzt.
Wolfgang meint
"Sichere dir jetzt Erweiterung XY für dein kommendes Lieblingsspiel und spare dabei noch Geld" oder "Bestelle Titel AB und du bekommst einen tollen DLC kostenlos" – das klingt nach einem guten Deal, oder? Ja, aber nur solange man nicht darüber nachdenkt, was einem die Hersteller da eigentlich verkaufen wollen. Ich soll ein Spiel also Monate vor der Veröffentlichung kaufen – ohne ausreichende Informationen zum betreffenden Titel wohlgemerkt –, weil ich möglicherweise ein paar Euro spare und einen DLC bekomme, über den ich noch weniger weiß? Sich von einem derartigen Lockvogelangebot ködern zu lassen, grenzt im Lichte zahlreicher enttäuschender Spiele-Releases in den letzten Jahren schon an Dummheit.
Quelle: CD Projekt
Die angekündigten DLCs zu The Witcher 3 nennt CD Projekt wohlweislich "Expansions" - der Season Pass heißt "Expansion Pass". Reine Augenwischerei?
Aber selbst wenn man wirklich überzeugt davon ist, dass ein Spiel toll werden wird, zum Beispiel The Witcher 3, sehe ich keinen Grund, mir jetzt schon einen Expansion Pass mit zwei Story-DLCs zuzulegen, von denen einer erst in etwa einem Jahr erscheint. Ist ja nicht so, als ob der irgendwann vergriffen wäre oder zum Release-Zeitpunkt nicht vielleicht sogar noch günstiger zu haben ist. Hallo CD Projekt! Bitte erklärt mir doch mal, warum ich heute einen DLC zu einem Spiel, das ich noch nicht besitze, vorbestellen sollte. Vor allem, wenn dieser DLC erst in einem Jahr erscheint?
Von Season-Pässen und Vorbestellungen profitieren in der Regel die Hersteller und nur in seltenen Fällen die Spieler. Daher kann ich nur raten: Finger weg, egal wie toll das Angebot auf den ersten Blick wirkt. Sonst wird sich an dieser schädlichen Politik so schnell nichts ändern!
Quelle: PC Games
Stefan Weiß ist Redakteur bei PC Games und warnt Publisher vor der kurzsichtigen Entscheidung, DLCs den Vorzug vor Mods zu geben.
Stefan meint
Quelle: PC Games
Die Skyrim-Mod Enderal kann es in Sachen Umfang locker mit professionell entwickelten Rollenspielen aufnehmen - wird aber gratis verfügbar sein.
Ich kann ja die kürzlich von GTA 5-Gameplay-Designer John MacPherson getroffene Äußerung verstehen: "Wir werden keine Mods dulden, die Spielern unfaire Vorteile verschaffen könnten!" Allerdings nennt man so etwas cheaten und nicht modden, Herr M. Im Gegenteil, Modder besitzen in der Regel eine ganz andere Motivation. In erster Linie geht es ihnen darum, Spiele, die sie mögen, mit zusätzlichen Inhalten zu bereichern und die Community davon profitieren zu lassen. Dass dabei äußerst spannende und schon regelrecht professionelle Projekte entstehen, zeigen verschiedenste Beispiele. Wie schade wäre es, wenn etwa kein Nehrim für Oblivion hätte entstehen können oder Enderal für Skyrim – beides wahre Mod-Perlen von Sure AI.
Publisher oder Entwickler, die grundsätzlich Angst davor haben, dass Mods eine DLC-Vermarktung negativ beeinflussen könnten, kann ich nicht verstehen, da es sich zahlenmäßig überhaupt nicht belegen lässt. Vielleicht sollten die kritischen Geister auf Herstellerseite lieber mal die Augen öffnen und sich bewusst machen, dass die Mod-Community dafür sorgt, dass Spiele viel länger angesagt und im Gespräch bleiben. Immer wieder lese ich von Spielern in Foren, die sich aufgrund von tollen Mods extra einen schon älteren Titel gekauft haben. Mods können dadurch sogar eher zur Kundenbindung an ein Produkt oder an eine Produktreihe beitragen, anstatt sie zu torpedieren.
Quelle: PC Games
Cities: Skylines erfreut sich dank Mod-Support enormer Popularität und wird zusätzlich mit kostenpflichtigen DLCs erweitert. Stefan meint: So muss es sein!
Außerdem sollte die Industrie nicht vergessen, dass die Mod-Szene in der Vergangenheit immer wieder ungeahntes Potenzial bot, das den Erfolg für bestimmte PC-Spiele deutlich mit prägte. Ich denke da etwa an die Mod Desert Combat für Battlefield 1942. Also liebe Hersteller, traut euren Kunden doch bitte etwas mehr Verstand zu. Anstatt auf den letzten Zusatz-Euro für einen verkauften DLC zu hoffen, solltet ihr die Kreativität der Spieler nutzen, wenn sie tolle Mods für eure Spiele erstellen. Ist das nicht ein eindeutiges Zeichen dafür, dass sie euren Spielen Anerkennung zollen und sie auch kaufen?
Was meint ihr?
Wie immer freuen wir uns über eure Meinung zum Thema. Wie haltet ihr es mit den DLCs? Was wolltet ihr den Herstellern frecher Abzock-Erweiterung schon immer mal sagen? Können Mods und DLCs in euren Augen nebeneinander existieren? Schreibt es uns in den Kommentaren!

Und wenn mir der gebotene Inhalt zu wenig war oder gar nicht gefiel? Dann habe ich es damals genauso gemacht, wie ich es auch heute mache: Ich kaufe es gar nicht oder dann, wenn es günstiger geworden ist.
Von daher kann ich die Aufregung über DLCs schon mal nicht nachvollziehen. Wer es nicht will, der muss es nicht kaufen.
Bei Vorbesteller-Inhalten ärgere ich mich nur dann, wenn im Nachhinein Charakter X oder Level Y nicht noch zusätzlich für einen kleinen Beitrag erwerbbar ist. Denn zum "Katze-Im-Sack"-Kauf lasse ich mich in der Tat auch nicht zwingen. Und da überlege ich mir dann durchaus auch mal, ein komplettes Spiel links liegen zu lassen, wenn bereits klar ist, dass ein Vorbesteller-Inhalt auch exklusiv bleibt.
Aber auch da ist es letztlich einzig und allein die Entscheidung des Käufers. Wem es nicht passt, der muss/soll es nicht kaufen. Natürlich ist man da dann letztlich einer evtl. zahlenden Mehrheit der Spieler ausgeliefert.
Auf Season-Pässe verzichte ich vor allem schon, weil da oft viel Müll dabei ist. Ich persönlich empfinde irgendwelche Multiplayer DLCs bei einem Spiel wie z.B. Mass Effect oder Dragon Age schlicht als Müll.
Ein schöner Story DLC wie z.B. bei Mass Effect Citadel ist aber super.
Bestelle Spiel X vor und du erhälst einen Pre Order Bonus oder bestelle das Spiel in der Digital Deluxe Edition vor und du bekommst dazu auch gleich noch Zugang zu einer Waffe oder etwas anderem das du dir in einer Stunde freispielen kannst. Und kaufe dir dann noch den Season Pass, darin sind nochmal alle Preoder Boni enthalten + in Monaten erscheinender DLC, den du eh nicht brauchst, da du das Spiel dann schon lange durch hast und es sowieso nicht mehr spielst.
Aber bitte gib uns 69€ für die Digital Deluxe und nochmal 29€ für den Seasonpass und das am besten gleich alles auf einmal, damit du auch alles doppelt und dreifach hast und es sowieso nicht nutzt.
Und damit wir den DLC den eh keiner mehr spielt (ausser vielleicht bei Titeln wie BF oder COD), schneiden wir auch noch den Modsupport raus, damit du das Spiel nach nem halben Jahr auch ja nicht mehr anfasst...