AMD oder Intel zum Zocken - Das lohnt sich 2015

30
Special Antonio Funes - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Intel Core i5
Quelle: Intel

AMD oder Intel zum Zocken? Fürs Gaming zahlt sich eine ordentliche CPU aus, wobei es kein Prozessor für über 300 Euro sein muss. Wir geben euch Tipps rund um Prozessoren und haben auch einige CPUs als Kauftipps herausgesucht, und zwar für AMDs Sockel AM3+ sowie Intels Sockel 1150, 1151 und 2011-3.

Auch wenn bei modernen Spielen keine extrem starken Prozessoren nötig sind, da sich die Spielehersteller zumindest für niedrigere Detailstufen an der eher schwachen Hardware von Spielekonsolen orientieren, kann sich eine gute CPU durchaus auszahlen. Es muss aber auch kein Modell für über 300 Euro sein, um auf maximalen Detailstufen mithalten zu können. Wir geben euch allgemeine Tipps als Hilfe zur Kaufentscheidung rund um Prozessoren und werden auch CPUs zwischen 50 und 500 Euro nennen, die derzeit für ihren jeweiligen Preis eine Empfehlung sind.

Sockeltyp beachten

Die CPU-Hersteller arbeiten natürlich ständig an neuen Prozessoren, so dass in der Regel alle zwei bis drei Jahre eine größere Weiterentwicklung veröffentlicht wird. Dies bringt oft auch einen neuen Sockel-Typ mit sich. Beim Sockel handelt es sich vereinfacht gesagt um den Steckplatz des Prozessors. Dieser hat bei einer komplett neuen CPU-Generation andere Pins als die vorigen Sockel, was die Anzahl und Anordnung der Pins angeht. Auch die Grundmaße können sich ändern.

Ein Sockel (hier Sockel 1150) ohne Prozessor und mit geöffneter CPU-Haltevorrichtung Quelle: Archiv Ein Sockel (hier Sockel 1150) ohne Prozessor und mit geöffneter CPU-Haltevorrichtung Der Sockel befindet sich auf dem Mainboard, welches auch dafür sorgt, dass Betriebssystem und Programme, aber auch die weiteren Bauteile eines PC wie Festplatte, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Soundchip, Netzwerkanschluss und so weiter mit der CPU kommunizieren können. Aus diesem Grunde ist für einen Prozessor stets ein Mainboard nötig, das den passenden Sockel bietet. Das heißt: kommt ein komplett neuer CPU-Sockel auf den Markt, dann erscheinen dazu passend auch neue Mainboards. Die Mainboards verfügen wiederum über so genannte Chipsätze, die bestimmte Eigenschaften des Mainboards bestimmen. Unter anderem kann beispielsweise der Chipsatz dafür sorgen, dass man einen Prozessor gut übertakten kann, oder er gibt vor, wie viele SATA-Ports vom Chipsatz ohne Zusatztreiber unterstützt werden. Wenn ein neuer Sockel erscheint, sind meist auch neue Chipsätze verfügbar. Das Wichtigste, was man beim CPU-Kauf neben der Leistung beachten sollte, ist also der Sockel. In unserem Special legen wir den Schwerpunkt auf vier für starke Spiele-PCs geeignete Sockel: den AMD Sockel AM3+ sowie die Intel Sockel 1150, 1151 und 2011-3. Um euch eine erste Übersicht zu geben, haben wir für die vier eben genannten Sockel sowie auch noch AMDs Sockel AM3, FM2 und FM2+ eine kleine Tabelle erstellt, denn allein die CPU-Namen geben euch Hinweise auf den passenden Sockel. Vor allem bei den neueren Intel-CPUs ist an der ersten Ziffer im Modellnamen der Sockel eindeutig bestimmbar. Ausnahme: es gibt für den Sockel 1150 inzwischen die zwei stromsparenden Modelle Core i5-5675C und Core i7-5775C mit Broadwell-Kern, die genau wie die 2011-3-Prozessoren 5000er-Namen besitzen. Hier gilt also: Augen auf!

Sockel-Name CPU-Familie Beispiele
Intel Sockel 1155 Core i 2000er Core i5-2500, Core i7-2600k
Intel Sockel 1155 Pentium 2000er Pentium G2020
Intel Sockel 1155 Core i 3000er Core i5-3470, Core i7-3770k
Intel Sockel 1155 Xeon E3, E3-v2 Xeon E3-1220, Xeon E3-1230 v2
Intel Sockel 1150 Core i 4000er Core i5-4460, Core i7-4790K
Intel Sockel 1150 Pentium 3000er Pentium G3250
Intel Sockel 1150 Xeon E3-v3 Xeon E3-1230 v3
Intel Sockel 1151 Pentium 4000er Pentium G4400
Intel Sockel 1151 Core i 6000er Core i5-6400, Core i7-6700K
Intel Sockel 2011-3 Core i7 5000er Core i7-5930K
AMD AM3+ FX-4000er FX-4300
AMD AM3+ FX-6000er FX-6100
AMD AM3+ FX-8/9000er FX-8350, FX-9590
AMD AM3 Phenom II X2 560, X4 965
AMD FM2+ A-7000er A8-7650K, A10-7800
AMD FM2 A-5/6000er A10-5700, A10-6700

Takt und Prozessorkerne

Wer sich nicht näher mit Prozessoren beschäftigt könnte denken: je mehr CPU-Kerne und je höher der Takt, desto schneller muss die CPU auch sein. Doch so einfach ist es nicht. Nur wenn es sich um die gleiche CPU-Familie und dabei dann gleichzeitig um einen Vergleich zweier CPUs mit gleich vielen Prozessorkernen handelt, kann man in der Tat grob sagen: das Taktplus kann sich dementsprechend auch in einem Leistungsplus niederschlagen.

Intel Core i5 Quelle: Intel Intel Core i5 Nehmen wir als Beispiel zwei Core i5-CPUs für den Sockel 1150, der eine mit 3,0, der andere mit 3,3 Gigahertz. Letztere CPU hat also 10 Prozent mehr Takt - man kann also in der Tat bis zu 10 Prozent mehr Leistung erwarten. Wichtig ist aber dabei auch die Betonung: bis zu! Denn bei Spielen ist beispielsweise die Grafikkarte meist wichtiger, so dass sich vielleicht nur fünf Prozent oder weniger Leistungsplus ergeben. Ein konkretes Beispiel ist der Intel Core i7-4790K, der in Spielen im Durchschnitt etwas weniger als fünf Prozent Mehrleistung schafft im Vergleich zu einem Core i7-4770, obwohl er mit beinahe 15 Prozent mehr Takt arbeitet. Außerhalb der gleichen Prozessorfamilien ist man erst Recht auf Vergleichstests angewiesen, wenn man die Leistung einer CPU einordnen will. Dabei wird man feststellen, dass die aktuellen AMD-CPUs technisch nicht mehr modernen Maßstäben entsprechen. Denn ein AMD FX-8350 mit acht Kernen ist einem modernen Core i5 von Intel mit weniger Takt und nur vier Kernen unterlegen. Nur in wenigen Anwendungen kann AMDs Prozessor sich doch an die Spitze setzen. Genauere Kauftipps folgen später in unserem Special auf Seite 2.

Kernanzahl und Hyperthreading

Aktuell sind vier Kerne bei einem modernen Intel-Prozessor mit dem Sockel 1150 oder 1151 noch völlig ausreichend, wenn es um Spiele geht. Auch ähnlich bestückte Prozessoren für den älteren Sockel 1155 sind noch gut im Geschäft. Bei AMD sind sechs oder acht Kerne zu empfehlen - nicht unbedingt, weil die reine Kernanzahl bereits von Spielen gut genutzt wird, sondern eher, da die zusätzlichen Kerne ein wenig den technologischen Nachteil zu den neueren Intel-CPUs wett machen. Wer es sich leisten kann, sollte bei einem Neukauf aber eher einen Intel-Prozessor mit Hyperthreading und mindestens vier Kernen wählen. Bei Intels Sockeln 1150, 1151 und 2011-3 sind dies die Core i7-Prozessoren sowie einige Xeon-Modelle. Durch Hyperthreading kann jeder Kern zwei Threads bearbeiten - vereinfacht gesagt verdoppelt sich die Kern-Anzahl damit quasi. Eine Vierkern-CPU mit Hyperthreading kann also als eine Art Achtkern-CPU genutzt werden.

Intel Xeon E3-1230 v3, Vorgänger vom E3-1231 v3. Quelle: Antonio Funes Intel Xeon E3-1230 v3, Vorgänger vom E3-1231 v3. Derzeit sind Spiele zwar nicht oder nur sehr mäßig auf mehr als vier Kerne optimiert, aber für die Zukunft kann dies ein Vorteil sein. Denn moderne Spielekonsolen basieren auf CPUs mit acht Kernen, so dass sicher in den nächsten Jahren einige Spiele auf den Markt kommen werden, bei denen ein Prozessor mit acht Threads oder Kernen nennenswert mehr Leistung herausholt als ein Prozessor mit vier Kernen beziehungsweise Threads.

Intel Xeon-CPUs

Schon für den Sockel 1155 wurden einige Xeon-Modelle empfohlen, wenn es um die Wahl einer Intel-CPU ging. Bei den Xeon-Prozessoren handelt es sich um CPUs, die als speziell als Prozessoren für Server-PCs vermarktet werden. Früher waren solche Prozessoren meist teurer als die Mainstream-Prozessoren und erforderten zudem meist auch teure spezielle Mainboards - nur für Firmen oder wahre Hardware-Freaks war dies interessant. Doch für die beliebten neueren Intel-Sockel passen die Xeon-CPUs auch auf Standardmainboards, sind zudem auch preislich attraktiv. Die modernen Xeon-Modelle sind dabei technisch gesehen so gut wie identisch zu Core i5- und i7-CPUs mit winzigen technischen Unterschieden, beispielsweise ein Turbo-Takt, der nicht ganz so hoch ist wie beim verwandten Core i-Modell, oder bei eine im Gegensatz zur Core i7-Version fehlende eigene interne Grafikeinheit. Wenn dann zudem noch der Preis stimmt, sind die Xeon-Prozessoren ein kleiner Geheimtipp, was auch die auf der nächsten Seite beginnende Kaufberatung bestätigen wird.

30
  1. Seite 1 CPU-Kauftipps: allgemeine Tipps zum CPU-Kauf
  2. Seite 2 CPU-Kauftipps: Hinweise und Kauftipps zu vier Sockeln
    • Kommentare (30)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Buttonsmasher Mitglied
        Ich bin mit meinem I5 6600K sehr zufrieden. Der Hat genug Leistung sogar für Star Citizen für auf Very High.
        Übertaktet hab ich ihn noch nicht. Aber meine auslastung saght mir 75 % Maximum. Da der noch locker auf 4,6 Ghz laufen kann mit meinem Arctic Freeze Kühler. Hab ich mehr als genug Leistung für mitte 2017.
      • Von Buttonsmasher Mitglied
        Ich bin mit meinem I5 6600K sehr zufrieden. Der Hat genug Leistung sogar für Star Citizen für auf Very High.
        Übertaktet hab ich ihn noch nicht. Aber meine auslastung saght mir 75 % Maximum. Da der noch locker auf 4,6 Ghz laufen kann mit meinem Arctic Freeze Kühler. Hab ich mehr als genug Leistung für mitte 2017.
      • Von Spassbremse Spiele-Professor/in
        Zitat von svd
        Da möchte ich am liebsten eine Backpfeife austeilen. Und gleich noch eine hinterher (weil ich, was Symmetrie betrifft, ein wenig zwanghaft bin.)
        Hey, ich bin auch so ein Symmetrie-Freak! :-D
      • Von svd Mitglied
        Ja, ist halt so, das von SandyBridge auf IvyBridge und IvyBridge auf Haswell, bei gleichem Takt, jeweils ca. 10% Leistung hinzukommen.
        Sei es durch den Die Shrink oder anderweitige Optimierungen.

        Theoretisch, ist so der Sprung von SandyBridge auf Haswell (oder Skylake) durchaus groß genug, um einen Wechsel zu gerechtfertigen.
        Praktisch, bewegen sich die Core Prozessoren der älteren Generationen noch immer in so hohen FPS Bereichen, dass es für den Normalogamer keine Rolle spielt.

        Aber am besten finde ich immer die Leute, die nicht mal ansatzweise eine der aktuell stärksten Grafikkarten, geschweige denn, ein Multi-GPU Konfiguration, verbaut haben
        und trotzdem aufrüsten möchten.
        So à la: "Ich habe einen i5-2500K und eine GTX570, aber das ist mir zu langsam. Ist ein i7-4790K oder doch ein i7-5280K besser?"

        Da möchte ich am liebsten eine Backpfeife austeilen. Und gleich noch eine hinterher (weil ich, was Symmetrie betrifft, ein wenig zwanghaft bin.)
      • Von Herbboy Mitglied
        Zitat von Triplezer0
        Ich bin mir da nicht so sicher. Sag Bescheid wenn du mal einen Benchmark Test zwischen einem 2500k und einem 4690k die beide auf sagen wir 4,6 GhZ übertaktet wurden ;-)
        Du siehst doch im schon geposteten Link Core i7-5820K und 5960X im Test (Seite 5) - ComputerBase , dass zB auch der i5-4690K bei Standardtakt in Anwendungen 20% mehr leistet als der 2500k im Standardtakt. An sich ist das dann logisch, dass der Abstand bleibt, wenn du beide CPUs um zB 25% übertaktest. In SPIELEN, wie erklärt, kann das anders aussehen, weil da wie schon gesagt die CPU eben gar nicht so viel bringt, sobald sie ein bestimmtes Nivau erreicht. Auch das OC des 2500k vs. Standardtakt bringt vlt. dann nicht mehr viel - das zeigt ja eben auch zb der 4790K, der im Vergleich zum 4770 oder Xeon 1231 v3 kaum einen Vorteil rausholt in Games trotz 15% mehr Takt. In Anwendungen wiederum hat er dann eben doch die 13-15% mehr Leistung - das zeigt eben, dass bei Games eine bestimmte CPU-Power reicht und "mehr Power" kaum Leistungsplus bringt, obwohl die CPU an sich sehr wohl ein gutes Stück stärker ist. Diese Anwendungstests zeigen eben, dass sich da technisch sehr wohl was getan hat. Und bei Games bei niedriger Auflösung in dem gleichen Test, wo der Faktor Grafikkarte stark rausgenommen wird, hat der 4690k auch 13% Vorteil zum i5-2500k.
      • Von Triplezer0 Hobby-Spieler/in
        Zitat von Herbboy
        Aber ein OC-4690K zB wäre eben sehr wohl noch schneller.
        Ich bin mir da nicht so sicher. Sag Bescheid wenn du mal einen Benchmark Test zwischen einem 2500k und einem 4690k die beide auf sagen wir 4,6 GhZ übertaktet wurden ;-)
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk