GTA 5: "Ihr blöden Affen!" - Warum mich GTA Online auf die Palme bringt - Kolumne von Max Falkenstern
Max Falkenstern holt mit dem PC-Launch nun endlich GTA Online nach. Er lieferte sich Deathmatches, gewann Rennen und versuchte, in den Online-Heists Millionen virtuelle Rockstar Dollar zu ergaunern. Warum er bei all dem nur bedingt Spaß hatte, verrät er in der nachfolgenden Kolumne zu GTA 5.
Sollte ich mir Sorgen machen? GTA 5 ist jüngst für PC erschienen, zeitgleich ging GTA Online an den Start. Und entgegen aller Befürchtungen gingen die Server zum Launch nicht in die Knie, der Multiplayer von Grand Theft Auto 5 läuft weitgehend stabil. Dass der Online-Modus auf der PS3 und Xbox 360 vor knapp anderthalb Jahren mit Startproblemen zu kämpfen hatte, kam mir damals gelegen. Ich suchte nach Ausflüchten, das Monster erst einmal zu ignorieren. Lange stöbern musste ich nicht; nicht nur Verbindungsprobleme, Bugs, Glitches und Hacks lieferten mir Gründe, auch Erfahrungsberichte von Freunden und Reviews anderer Spiele-Journalisten klangen damals wenig euphorisch.
Einig waren sie sich in dem Punkt, dass GTA Online großes Potenzial hat. Nun hat sich in den vergangenen achtzehn Monaten viel getan. Rockstar Games behob mit massig Gratis-Updates (schaut euch allein die Changelogs an!) nicht nur technische Macken, optimierte die Benutzerführung und das Interface, das Studio erweiterte das Spielerlebnis auch noch zusätzlich um neue Fahrzeuge, Jobs und viele weitere Inhalte. Und all diese Verbesserungen sind bereits in die PC-Version eingeflossen. Die perfekte Ausgangslage also, um eine kriminelle Online-Karriere zu starten. Für mich bedeutete es: Keine weiteren Ausreden, jetzt spiele ich GTA Online. Zwanzig Stunden später ziehe ich für mich persönlich ein ernüchterndes Fazit. GTA Online will mir nur bedingt Spaß machen.
Quelle: Rockstar Games
Viele Jobs, wenig Kohle: Ich kann Grind-lastigen Spielkonzepten durchaus etwas abgewinnen. Aber dann muss ich bitte auch aktiv spielen können und nicht ewig in den Lobbys ausharren.
Und das macht mir Sorgen. Denn eigentlich möchte ich es lieben. Die Zutaten für viele unterhaltsame Stunden sind da: Eine riesige und detailreiche Spielwelt, in der man mit Gleichgesinnten Chaos und anderen Blödsinn anstellen kann. Dann die mehr als 500 verschiedenen Jobs und Aktivitäten. Hinzu kommen Online-Heists, aus mehreren Etappen bestehende Raubzüge für mehrere Ganoven. Nicht vergessen sollte man an dieser Stelle die scheinbar grenzenlose Möglichkeit, seinen Charakter mittels Klamotten, Frisuren und Bärten zu individualisieren. Doch wie im echten Leben gibt's Unterhaltung nicht kostenlos. Der pfeilschnelle Sportwagen, das lässige Hipster-Outfit, die geräumige Luxusimmobilie mit Terrasse und Pool kosten virtuelle Rockstar Dollar.
Die Kohle dafür verdient man in GTA Online unter anderem durch Jobs - und hier brachte mich das Spiel bereits auf die Palme. Der Fortschritt ist quälend langsam. In fünf bis 15 Minuten dauernden Deathmatches und Rennen springen vielleicht zwischen 5.000 bis 7.000 Rockstar Dollar heraus - und auch nur, wenn man eine gute Platzierung erreicht beziehungsweise viele Abschüsse vorzuweisen hat. Ansonsten fällt die Belohnung noch geringer aus. Nun bin ich weder Noob noch der größte Veteran. Ich war in der Regel im oberen Mittelfeld anzutreffen. Aber um die benötige Summe für das günstigste Luxusappartment (Voraussetzung für Online-Heists) zusammenzukratzen, beackerte ich die Jobs rund 15 Stunden lang. Wäre es reine Netto-Spielzeit gewesen, geschenkt.
Irgendwann begann ich allerdings, den Bildschirm anzubrüllen, bis ich schlussendlich meine gute Kinderstube vergaß und die Flüchtigen liebevoll als
Denn die meiste Zeit verbrachte ich gefühlt in Lobbys auf der Suche nach Mitspielern. Zwar kann man sich im Freien Modus von GTA Online Spieler für einen beliebigen Job zuweisen lassen, ein Großteil der Glücklichen blieb bei mir jedoch nur für eine Partie. Sobald der Bildschirm auftauchte, wo man über die nächste Aktivität abstimmen kann, kam eine regelrechte Lawine ins Rollen. Einer oder zwei stiegen aus, die anderen folgten wie Lemminge. Am Ende steht man als letzter verbliebener Spieler in einer völlig verwaisten Lobby. Beim ersten Mal grinste ich noch. Irgendwann begann ich allerdings, den Bildschirm anzubrüllen, bis ich schlussendlich meine gute Kinderstube vergaß und die Flüchtigen liebevoll als "Affen" beschimpfte.Affen
beschimpfte.
In einer solchen Situation kann man sich an die Hoffnung klammern, dass das Matchmaking in GTA Online die Partie in den nächsten Minuten füllt oder man ergreift die Initiative, verlässt die Lobby, muss beim Wechseln in den Freien Modus aber eine Ladezeit in Kauf nehmen. Letzteres unternahm ich häufig. Sehr häufig, weil mir diese Methode schneller erschien. Oder weil ich daran glauben wollte, das Spiel überlistet zu haben. Wie oben bereits angemerkt, ich möchte GTA Online lieben. Doch dann folgen weitere Tiefpunkte, kaum schaltete ich die Online-Heists frei. Während der Vorbereitung auf den ersten Coup glitchen mein Partner und ich versehentlich durch ein Garagentor. Einen Ausweg gibt's nicht. Er verlässt die Partie, der ganze Heist wird für gescheitert erklärt. Beim nächsten Versuch mit einem neuen Mitspieler verließ dieser das Spiel sogar ohne erkennbaren Anlass. Einfach so. Wieder vertane Zeit. Ich könnte an dieser Stelle noch mehr Beispiele von der Sorte aufzählen.
Quelle: PC Games
Online-Heists mit Fremden sind Glückssache. Einige Spieler handeln egoistisch oder verlassen Partien vorzeitig, was für die Rest der Crew Konsequenzen hat.
Das mag man Pech nennen, ich glaubte in dem Moment allerdings, dass mir GTA Online etwas mitteilen wollte. "Probier das Ganze doch mal mit Freunden aus", flüsterte mir eine Stimme zu. "Wie denn, wenn alle meine Bekannten GTA Online - falls überhaupt - ausschließlich auf PS3 oder PlayStation 4 zocken?", fragte ich zurück. Stille. In gewisser Weise gibt's Parallelen zu Destiny. In Bungies First-Person-Shooter sind die besonders unterhaltsamen und spaßigen Raids Gruppen vorbehalten. Matchmaking gibt's für Raids nicht. Wer nicht das Glück hat, sechs Freunde in der Liste zu haben, die Destiny aktiv spielen, muss Fremde anquatschen - und das kostet Überwindung und führt nicht immer zum Erfolg. Nun gibt's ein Matchmaking für die Online-Heists in GTA 5, aber das macht die Situation nicht besser. Ohne feste Crew oder äußerst viel Glück bei der automatischen Spielersuche bleibt einem das volle Unterhaltungspotenzial von Grand Theft Auto Online verborgen. Ich habe mir ungeachtet aller Niederschläge vorgenommen, vorerst nicht zu kapitulieren, sondern weiterzuspielen. Vielleicht klappt's dann endlich mit Freunden. Und mit der Liebe zu GTA Online!
Eure Meinung?
Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit GTA Online macht oder gehe ich den Multiplayer in Grand Theft Auto 5 einfach falsch an? Meinungen, Anregungen und Rockstar-Accounts (zwecks Freundesanfragen) bitte in die Kommentare.

Ich war weiter enttäuscht, da ich fast nur noch im Privatmodus unterwegs war, da es sich einige zum Sport gemacht haben einen ständig abzuknallen. Das Geld war so schwer zu verdienen, das meine Lust nach etwa 20 Stunden Game Play im Online Modus dahin war, deinstalliert. PS: ich habe es nicht für den Single Player gekauft. Der Interessiert mich nicht.
Selbst Anno 2207 hat bei mir kürzere Ladezeiten (welche selbst die Redaktion beim Wechseln der "Map" mehr als nur bemängelte).
Aber daran habe ich mich zumindest gewöhnt. Wenn ich Heists spiele, dann mit Geduld anfangen, schließlich wird meist nach Missions-Anfang erst einmal ein bissle rum gefahren bis die eigentliche Mission los geht.
Wenn dann auch noch was schief geht (zu viele Leute sterben, jemand befolgt nicht die Regeln und alarmiert die Bullen, ...) und man einen Neustart nachdem anderen hinter sich bringt kann es gut und gerne passieren, dass ich 2h gespielt habe ohne eine Mission abgeschlossen zu haben.
Das kann schon ziemlich nerven bzw. "Neueinsteigern" den Spaß verderben.
Ich halte mir dabei vor Augen, dass es auch das Gegenteil gibt: 2 komplete Heists (12-14 Missionen) in 2 Stunden.
Deshalb gilt, wenn man einen "guten" Mitspieler gefunden hat, mach Ihn zum virtuellen Freund.
Nach einer Weile und dutzenden Freunden ist es nicht mehr so schlimm ;)
Selbst ich habe ein programm schon und aktiviere es um mich zu schützen wenn ein hacker sein unwesen treibt . Sonst im großen und ganzen, kommen immer wieder tolle sachen via update rein.