Life is Strange: Episode 2 durchgespielt: Begeisternder Mystery-Thriller mit Konsequenzen
Wenn nicht alles nach Plan verläuft, dann hat das Leben den nächsten Tiefschlag schon vorbereitet. Diese Erfahrung muss auch Max in der zweiten Episode von Life is Strange machen. Wir haben das neue Kapitel des stimmungsvollen Adventures bereits gespielt und berichten von unseren Eindrücken und Erlebnissen.
Nachdem mich die erste Episode von Life is Strange bereits enorm begeistert hat, war ich gespannt, ob die Entwickler von Dontnod Entertainment diese Niveau auch weiterhin halten können und wie sich die spannende Mystery-Geschichte um Max, ihre geheimnisvolle Fähigkeit und die Beziehung zu ihrer Freundin Chloe weiter entwickelt. Den Erwartungen, die der Auftakt gesetzt hat, ist "Out of Time" mehr als gerecht geworden. Zwar behält das Spiel seinen wunderschönen ruhigen Aufbau und die melancholische Stimmung auch weiterhin aufrecht, dennoch gelingt es den Entwicklern die Intensität und Spannung der Ereignisse zu steigern.
Ursache und Wirkung
Die Episode steht größtenteils im Fokus der neu gewonnenen Freundschaft zwischen Max und Chloe und wie die beiden sich wieder näher kommen. Aber auch dabei wird der Spieler erneut vor folgenschwere Entscheidungen gestellt, deren Konsequenzen nicht absehbar sind. Dabei ist auch die Fähigkeit die Zeit zurückdrehen zu können, nicht wirklich hilfreich, weil es in den meisten Fällen einfach keine richtigen Antworten gibt. Egal welchen Weg ich einschlage, ein Nachteil ist immer auf irgendeine Weise mit dabei.
Quelle: Square Enix
Entscheidungen aus der ersten Episode führen zu ersten Konsequenzen.
Das Spiel baut in dieser Folge jedoch nicht nur immer neue Entscheidungen auf, wie in Episode 1. Stattdessen beginnt der im ersten Kapitel eingeschlagene Weg bereits deutliche und unvorhergesehene Konsequenzen nach sich zu ziehen. Dabei belässt es Life is Strange nicht nur bei anders verlaufenden Dialogen, wie man es aus ähnlichen Spielen gewohnt ist. Als Spieler ist man in der entsprechenden Situation, die ich hier aus Spoiler-Gründen nicht näher erläutern möchte, auch einem Gefühl der Hilflosigkeit ausgesetzt, weil nicht nur die Aktionen in der betreffenden Szene, sondern auch die Entscheidungen aus Episode 1 ihre Finger im Spiel haben.
Insgesamt betrachtet das Spiel auf Basis eurer Entscheidungen im ersten Kapitel sechs verschiedene Ausgangslagen, die, in Verbindung mit einem Dialog gegen Ende der zweiten Episode, zu unterschiedlichsten Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Geschichte führen. Hier zeigt sich die Stärke der Erzählung von Life is Strange, die ein realistisches Bild des Lebens zeichnet. Das Leben ist hart, ungerecht und am Ende kommt meist eh alles anders, als man es geplant hatte. Mit all den Gedanken über den Verlauf der Geschichte, all diesen "Was wäre wenn"-Überlegungen, die man sich nach dem Spielen von Episode 2 unweigerlich macht, kommt die Betrachtung der restlichen Spielelemente beinahe zu kurz.
Gehirnjogging für Zeitreisende
Dabei setzt Life is Strange in Episode 2 das fort, was im ersten Kapitel bereits sehr gut begonnen wurde. Die Handlung findet an verschiedenen großzügigen Schauplätzen statt, an denen es wieder jede Menge zu entdecken gibt. Seien es die unzähligen Fotos, Plakate und Schilder an Wänden, die verschiedenen Personen, mit denen man kleine Gespräche führen kann, bis hin zu den Fotomotiven, die erneut in der Spielwelt versteckt sind. Der malerische Grafikstil gefällt mir weiterhin sehr gut und passt perfekt zum künstlerischen Ambiente des Gesamtszenarios. Abgerundet wird die hervorragende Atmosphäre erneut von einem tollen Soundtrack aus eigenen und lizenzierten Klängen.
Quelle: Square Enix
Max erkundet neue Schauplätze.
Erneut haben die Entwickler auf Basis der Zeitreise-Fähigkeit von Max das Spiel mit ein paar Rätseln aufgelockert. Dabei ist diesmal nicht nur die Kombination der richtigen Aktionen und des darauf abgestimmten Einsatzes der Spulfunktion gefragt, sondern auch eure grauen Zellen werden gefordert, wenn ihr euch haargenau Details einprägen müsst. Das ist eine Steigerung im Vergleich zur ersten Episode, ohne überfordernd zu wirken.
Neben dem eigentlichen Geschehen hält Max ihre Gedanken wieder in einem wahnsinnig hübsch gestalteten Tagebuch fest. So erfährt der Spieler zusätzliche Hintergrundinformationen zu Personen und Handlungen. Besonders aufgrund der dramatischen Ereignisse am Ende der Episode sowie deren komplexe Verwebung mit den Entscheidungen des ersten Kapitels, fällt das Urteil zu Life is Strange: Episode 2 noch positiver aus. Jetzt müssen die Entwickler dieses Niveau nur noch bis zum Ende durchhalten. Life is Strange bleibt auch nach der zweiten Episode ein ganz heißer Tipp für alle Fans von Adventures, Story-getriebenen Spielen und allen anderen, die ein Spiel mit Herzblut genießen wollen.

Chloe ist so langsam Schrödingers Katze 1x Tot/nicht tot in Episode 1 und zweimal tot/nicht tot in Episode 2
Da konnte wohl jemand Kate nicht retten? :D
Mach dir nix drauß, ich auch nicht.