Oddworld: New 'n' Tasty im Test - Alter Charme in neuem Gewand
Abes fantastische Odyssee im neuen Grafikgewand: Kann das Remake des Klassikers überzeugen? Dieser und anderer Fragen gehen wir im Test der PC-Version von Oddworld: Abe's Odyssee - New 'n' Tasty nach.
Den älteren Semestern unter uns sagt der Name Lorne Lanning vielleicht noch etwas. Der talentierte US-Amerikaner gründete zusammen mit Sherry McKenna das Entwicklerstudio Oddworld Inhabitants und bezauberte mit der handgezeichneten Grafik von Titeln wie Abe's Exoddus die damalige Spielerschaft. Vor einem knappen halben Jahr brachte Lanning mit dem britischen Studio Just Add Water eine Neuauflage des Erstlingswerks Abe's Odyssee aus dem Jahr 1997 für die Playstation 4 heraus. Nun ist das grafisch komplett überarbeitete Remake in nahezu identischer Form endlich auch für uns PC-Spieler erhältlich.
Spargeltarzan
Quelle: PC Games
Zum Glück bietet Oddworld: New 'n' Tasty eine Quicksave-Funktion, denn einige Gameplay-Abschnitte sind schwer zu überwinden.
Bereits nach dem aufwendigen Vorspann kann man kaum anders, als den schlaksigen Helden grundsympathisch zu finden: Der arme Mudokon Abe schuftet in einer Konservenfabrik und findet zu seiner Bestürzung heraus, dass sein eigenes Volk demnächst als Zutat für eine neue Dosenfuttermarke dienen soll. Abe macht das einzig Logische und nimmt die Beine in die Hand. Sein Ziel ist von nun an, seine versklavten Genossen zu befreien und vor allem den gierigen Fabrikbesitzern gehörig die Leviten zu lesen.
Wie im preisgekrönten Original müssen wir dafür viele, mitunter absurd schwere Hüpfpassagen meistern und diverse knackige Schalterrätsel lösen. Leider haben die Entwickler jedoch "nur" die Präsentation und das Leveldesign überarbeitet, aber die schon für damalige Verhältnisse oft schwammige Steuerung fast beim Alten belassen. Wer die Wahl hat, sollte übrigens trotzdem zur Tastatursteuerung greifen, denn sie fällt im Vergleich zum Gamepad einen Ticken präziser aus.
So oder so sind im Remake Tausende nervige und oft unverschuldete Bildschirmtode an der Tagesordnung. Hier hätte Just Add Water den Spielspaß ziemlich einfach durch eine verbesserte Kollisionsabfrage erhöhen können. Immerhin kommt in New 'n' Tasty eine neue Schnellspeicherfunktion wie gerufen, was den unnötig hohen Nervfaktor etwas abmildert, aber auf den höheren Schwierigkeitsgraden nicht wirklich behebt.
Hübsches Remake
Quelle: PC Games
New 'n' Tasty ist in mehrere Kapitel unterteilt, die für optische und spielerische Abwechslung sorgen.
Wer sich aber die Mühe macht und das Trial-and-Error-Prinzip der beinharten Hüpfpassagen verinnerlicht – und zudem ein starkes Nervenkostüm sein Eigen nennt –, bekommt mit dem Remake ein grandioses Stück Videospielgeschichte in einer wunderhübschen Form serviert. Die Atmosphäre ist dank der handgezeichneten Grafik erstklassig, die Musikuntermalung stets passend und die melancholische, aber punktuell sehr lustige Handlung erinnerungswürdig.
Kleine Abzüge in der B-Note gibt es jedoch neben der Steuerung dafür, dass man im Remake nicht wie etwa in der überarbeiteten Version von The Secret of the Monkey Island per Tastendruck auf die Original-Grafik umschalten kann. Außerdem fällt der Mehrspielerpart mehr als dürftig aus. Ihr könnt lediglich nacheinander in einem Hotseat-Modus die Puzzles und Hüpfpassagen meistern, aber nie zeitgleich spielen. Immerhin gibt es aber globale Leaderboards, in denen ihr euch mit allen Oddworld-Spielern auf der Welt messen könnt.

Abe haben wir früher oft auf der guten alten Playstation gezockt.Aber heutzutage würd Ichs mir mit Sicherheit nicht mehr lang anschauen......
Wäre es möglich bei Tests schon oben in den Infos zum Spiel ( Platform, Datum usw) auch die Information anzugeben ob ein Spiel nur als Download z.B. Steam oder auch als Retailversion im Laden erhältlich sein wird?
Dies wird oft in Tests nicht erwähnt.