Blick hinter die Kulissen von Gog.com - Lizenzhürden, DRM-Freiheit und Fans in Deutschland
Gute und alte Spiele zu fairen Preisen? Wir haben die polnischen DRM-Abstinenzler kurz vor ihrem Deutschlandstart besucht. Wir sprachen in diesem Zusammenhang auch mit Marcin Iwiński. Der Mitgründer von CD Projekt Red verrät unter anderem, warum Gog.com nun auch in Deutschland startet.
Neue und alte Spiele zu anständigen Preisen, ohne lästigen Kopierschutz und obendrein mit Rückgaberecht sowie einem fairem Dollar-zu-Euro- Wechselkurs? Klingt nach einem Angebot, das fast zu schön ist, um wahr zu sein. Doch so etwas gibt es tatsächlich und dürfte auch den meisten PC-Spielern bereits bekannt sein: die Downloadplattform GOG.com. Wir haben der polnischen Firma einen Besuch abgestattet und bekamen so kurz vor ihrem Deutschlandstart einen Blick hinter die Kulissen der Spieleaufbereitungsschmiede.
Gute alte Spiele
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GOG.com gibt es bereits seit 2008, jedoch in den ersten Jahren nach der Gründung unter dem Namen Good Old Games. Damals konzertierte sich das von CD Projekt (The Witcher-Serie) ins Leben gerufene Unternehmen ausschließlich auf den digitalen Verkauf von DRM-freien Spieleklassikern der DOS und der frühen Windows-Ära, sprich vornehmlich Titeln aus den Jahren 1995 bis 2000. Nach einigen mehr oder minder erfolgreichen Marketingaktionen, wie etwa der Behauptung, dass die Seite in ihrer damaligen Form nicht weiterbestehen könne, kam 2011 mit The Witcher 2: Assassins of Kings der erste Vollpreistitel ohne Kopierschutz auf die Downloadplattform. 2012 wurde das Sortiment um weitere aktuelle Spiele wie Trine, The Whispered World und Legend of Grimrock erweitert und der Name des Dienstes auf das schlichte GOG.com umgetauft. Inzwischen sind fast 1.000 DRM-freie Spiele auf der Downloadplattform erhältlich, davon nach dem Deutschlandstart am 26. Februar rund 300 auf Deutsch.
Lizenzgewirr
Quelle: PC Games
Die Abteilung von Robert Przybylski ist für den Einkauf von Lizenzen zuständig.
Man könnte leicht auf die Idee kommen, dass die Verantwortlichen bei GOG.com es sich gut gehen lassen und alte Spielelizenzen en masse zu Schleuderpreisen kaufen, vielleicht noch kurz überprüfen, ob der Titel sich starten lässt, anschließend die Installationsdateien auf ihre Seite stellen und dafür dann fünf bis zehn Euro pro Spiel verlangen. Doch wie wir nun bei unserem Besuch erfuhren, steckt in der Restaurierung der alten Titel jede Menge Arbeit. So stellt bereits der Kauf von Lizenzen der Klassiker mitunter eine beinahe unüberwindbare Barriere dar. Damit GOG.com zum Beispiel die Star Wars-Spiele wie Tie Fighter oder Jedi Knight vertreiben darf, musste Firmengründer Marcin Iwinski insgesamt fünf Mal zu LucasArts nach San Francisco fliegen.
Der Grund: Bei dem Publisher wechselte das Management fast im Sekundentakt und so waren zuvor vereinbarte Rahmenverträge wegen der neuen Chefs nicht mehr gültig. Erst als Disney die Rechte an Star Wars erwarb, konnte Iwinski eine Lizenz für die Klassiker ergattern - sprich nach fünf Jahren seit den ersten Verhandlungen! Noch komplizierter wird es bei älteren Spielen, wie uns der Lizenz- Einkaufsleiter Robert Przybylski berichtet. In vielen Fällen existieren die damaligen Publisher nicht mehr und die Suche nach den verantwortlichen Entwicklern oder zuständigen Lizenzinhabern artet in regelrechte Detektivarbeit aus.
Quelle: PC Games
5-1/4-Zoll-Disketten sind heute eine echte Rarität und ebenso die entsprechenden Laufwerke.
Manchmal wissen große Hersteller nicht einmal, dass sie überhaupt die Rechte vor zig Jahren an einem Spiel erworben haben oder die Lizenz liegt nach einer Insolvenz bei einer Gesellschaft, die mit der Spieleindustrie nichts am Hut hat. Im Falle von System Shock 2 kam all das zusammen: Entwickler Looking Glass hatte vorsorglich nur das Trademark an Electronic Arts verkauft, behielt aber die Namensrechte, damit der Publisher die Serie nicht eigenständig fortführen kann. Dummerweise ging Looking Glass bereits ein Jahr nach dem Erscheinen des Sci-Fi-Klassikers pleite und die Namensrechte landeten in Folge der Insolvenz bei der Star Insurance Company. Przybylski konnte nach langer Recherche das Lizenzgewirr auseinanderklamüsern und ist zu Recht sehr Stolz darauf, dass System Shock 2 ganze 14 Jahre nach seinem Release auf GOG.com erhältlich ist.
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DRM-Frei? Was bedeutet das?
Mit dem sogennanten Digital Rights Management will die Spieleindustrie Raubkopierern das Leben schwer machen. Früher sorgten Kopierschutzmaßnahmen wie Securom für Unmut bei den Kunden, heute können wir dagegen Spiele kaum ohne eine Internetverbindung spielen. Schuld daran ist das Digital Rights Management, das in einem bestimmten Intervall überprüft, ob ihr ein Spiel legal erworben hat. Die Spieleindustrie möchte damit gegen Raubkopierer vorgehen, doch wie die Internettauschbörsen gezeigt haben, gibt es am Ende keinen Schutz, der nicht umgangen werden könnte. Die Kopierschutzmaßnahme hat für die Kunden neben der benötigten Internetleitung einen weiteren großen Nachteil: Die Überprüfung erfordert Performance, laut Marcin Iwinski von CD Projekt gar bis zu 30 Prozent im Falle von The Witcher 2.
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GOG.com geht hier einen anderen Weg: Alle Spiele auf Downloadplattform sind DRM-frei, wodurch ihr sie ohne Probleme von einem PC zum anderen übertragen könnt und garantiert ohne eine Internetverbindung überall spielen könnt - es sei denn, es handelt sich um einen Multiplayer-Titel. Im Gegensatz zu anderen Downloadplattformen kommt GOG.com deshalb ohne Clientsoftware aus. Nach dem Kauf eines Titels könnt ihr komfortabel über die Internetseite die Setup-Dateien (und falls erwünscht Handbücher sowie andere Extras) herunterladen und auf dem gewünschten Rechner installieren. Was jedoch noch nicht bei GOG.com möglich ist, ist das Verkaufen von erworbenen Spielen. Immerhin könnt ihr aber eure Spiele zurückgeben, falls sie nicht funktionieren sollten.
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Wie du darüber denkst spielt eigentlich keine große Rolle. Wichtig sind die AGBs die man zustimmt.
Wieder ist hier deine Meinung unwichtig :P
Klingt böse ist aber so. Es gab mal ne Zeit da habe ich über diese Nutzungsrechte auch lange überlegt aber ich habe mich damit schon längst abgefunden und konsumiere einfach nur alles was ich möchte.
Wenn es eine Änderung geben wird dann wirds eben eine geben - mir wayne. Ich habe nie das Gefühl gehabt dass mir die Spiele jederzeit weggenommen werden könnten etc.
Bei Cloudgaming & Always Online sind mir meine Rechte wiederrum nicht mehr egal weil dort die Gefahr viel extremer. Auch bei den ersten Origin-Spionage Skandalen und den entsprechenden AGB Klauseln
habe ich diese Platform nicht mal mit dem A*sch angeschaut. Uplay hats ebenfalls mit Always Online versucht und da sind mir meine Rechte nicht egal gewesen weil es einfach bei solchen dubiosen Methoden einfach 0 Mehrwert gibt.
Bei Accounts erkenne ich hier und da gewisse Vorteile sowas zu akzeptieren aber nicht bei den Dingen die EA und Ubisoft aufzwingen wollten.
Somit wären 2 Spiele im Umlauf obwohl nur eins davon existieren dürfte. Lieber gehen die Publisher auf eine Nummer sicher und sperren diese Möglichkeit als ein Risiko einzugehen dass jemand seine Spiele dupliziert.
Ein Hersteller wird dir nie den Zugang zu deinem Account verwehren wenn du dich an die Regeln hälst. Und wenn man damit nicht einverstanden ist dann spielt man einfach nicht mit und finanziert diese Branche nicht
mit seinem Geld. Du aber scheinst trotzdem alles kaufen / spielen zu wollen und gleichzeitig aber trotzdem alles in Frage zu stellen. Klar kannst du das so machen aber erreichen wirst du damit nix.
Wenn ich mit etwas nicht klarkomme dann höre ich damit auf. Wenn du Steam & Co. benutzt dann weißt du aber schon dass du weiterhin alles unterstützt oder?
Warten wir mal ab in welche Richtung sich GoG entwickeln wird.
Jede gute Alternative ist natürlich erwünscht
Dass man ohne einen "Zwang" es machen könnte steht außer Frage. Nur wäre das eigentlich illegal und würde gegen die Nutzungsrechte verstoßen.
Wer sagt denn dass du nicht vll eine sicherheitskopie erstellt hast und dannach erst das Spiel verkaufst? Somit wäre sogar ein Duplikat von dieser Software unterwegs und das würde nicht mehr unter einer Sicherheitskopie fallen.
Und wenn der Anbieter mir nicht vertraut, dass ich keine illegalen Kopien erstelle, warum sollte ich ihm dann trauen, dass er mir nicht den Zugang zu meinem Account verwährt, mit meinen Daten gewissenhaft umgeht usw.?
GoG vertraut mir, deshalb vertraue ich auch ihnen und deshalb kaufe ich dort ein.
Das digitale Zeitalter bringt nunmal neue Modelle mit sich und das lässt sich eben früher oder später nicht vermeiden.
Aber wer hat diese Modelle & Co. schön eingeführt und wer hat diese Modelle unterstützt? Valve hat es mit Steam aufjedenfall nicht getan.
In dieser Hinsicht ist der Konsolenmarkt nicht viel anders mit seinen DLCs.
Nicht Steam verlangt es sondern die Publisher die diesen Preis angesetzt haben.
Klar gibts auch einige Beispiele da kann ich selber nur noch mit dem Kopf schütteln wie z.b. Vampire Bloodlines. Bei solchen Spielen wartet man halt auf große Sales und schlägt für unter 5€ zu.
Auch Klassiker sind viel Geld wert.. Nur weil sie alt sind heißt es nicht automatisch dass sie nix mehr kosten dürfen.
Beide Märkte sind wichtig aber der digitale hat nunmal einige große Vorteile gegenüber dem langsamen Retailmarkt.
Ich glaube nicht, aber ehrlich gesagt weiß ich es nicht sicher. Mangels Interesse habe ich mich noch nie genauer informiert. Fest steht: wenn ich es wollte, könnte mich niemand daran hindern und das reicht mir.
Dass man ohne einen "Zwang" es machen könnte steht außer Frage. Nur wäre das eigentlich illegal und würde gegen die Nutzungsrechte verstoßen.
Wer sagt denn dass du nicht vll eine sicherheitskopie erstellt hast und dannach erst das Spiel verkaufst? Somit wäre sogar ein Duplikat von dieser Software unterwegs und das würde nicht mehr unter einer Sicherheitskopie fallen.
erfolg hat und nicht nur einige wenige ausgewählte.
"Die Möglichkeit des Weiterverkaufs ist dabei aber nur einer, und nicht mal der entscheidende Aspekt. Viel wichtiger ist im selben Zusammenhang, dass ich bei der fortgesetzten Nutzung des erworbenen Spiels nicht vom guten Willen und der Erreichbarkeit des Verkäufers abhängig sein möchte. Ich habe nichts dagegen, wenn er Server u.ä. für Mehrspielerpartien optional anbietet und diese nutze ich i.d.R. auch gerne, aber ich möchte nicht darauf angewiesen sein."
Das ist genau das, worum es geht. Gerade eben - und zwar durch reinen Zufall und nicht nach gezielter Suche - erst gelesen:
Steam-Gifts - Länderabhängige Aktivierungseinschränkungen - News - GameStar.de
http://www.golem.de/news/...
"... Eines von mehreren weiteren Problemen durch die neuen Regelungen ist, dass es Kunden von Steam bei Reisen in ein anderes Land passieren kann, dass sie ohne VPN unter Umständen während des Aufenthalts nicht auf ihre eigenen Spiele in ihrer Bibliothek zugreifen können. Es gibt Hinweise darauf, dass die neuen Regeln rückwirkend für alle seit Dezember 2014 gekauften Geschenke gelten. ..."
Und lästige Kleinigkeiten wie Kommunikation und Transparenz hat man bei Valve/Steam ja sowieso noch nie für irgendwie wichtig gehalten:
"... Wie genau die neuen Regeln gestaltet sind, ist derzeit nicht klar. Die Änderungen sind vor allem durch Berichte über Probleme auf Reddit.com herausgekommen. Valve hat sich bislang nur auf seiner Supportseite geäußert, aber dabei Unklarheiten gelassen - obwohl das Unternehmen erst vor ein paar Tagen angekündigt hatte, künftig offener und klarer mit der Community zu kommunizieren. ..."
Letztlich kann man bei Steam jederzeit ganz nach Belieben schalten und walten und muss dabei Maßnahmen jeglicher Art auch weder ankündigen oder begründen oder rechtfertigen noch bestätigen oder dementieren, wobei sich Änderungen der Geschäftspolitik oder der AGBs ja nicht nur auf zukünftige Spiele beziehen, sondern schlimmstenfalls auch auf all die, die Du schon seit Jahren in Deiner Bibliothek hast (wie zuletzt das Entfernen von Songs aus einem GTA-Titel per Patch, selbst bei vor etlichen Jahren gekauften Exemplaren). Die obigen Links sind ja nur ein aktuelles Beispiel für Gängelungen und Verkomplizierungen aller Art, die man mit Steam zwangsweise in Kauf nehmen muss. Wem all das egal ist, nur weil Steam einerseits von Valve und Valve nun mal grundsätzlich toll ist und weil einem andererseits ständig mit der SALE-Karotte vor der Nase herumgewedelt wird, der kann das ja gerne tun, sollte aber andere nicht durch ein kollektives "WIR" zwangsvereinnahmen.
ICH würde im Gegenzug auf jeglichen DRM-Verzicht (auch dann, wenn der Weiterverkauf, d.h. die Übertragung auf einen anderen Account, weiterhin nicht möglich sein sollte) auch sofort auf jegliche Sales verzichten und mich mit den ganz normalen Preissenkungen begnügen, wie sie früher üblich waren. ANDERE wären dazu vielleicht nicht bereit, aber ein WIR gibt es in diesem Zusammenhang nicht.