GTA 5 für PC, The Witcher 3, Project Cars - Alles Schiebung!
Kurz vor der Veröffentlichung ein namhaftes Spiel zu verschieben, scheint ein neuer Trend zu werden. GTA 5 für PC, The Witcher 3 und Project Cars sind drei aktuelle Beispiele. Chefredakteur Florian Stangl versucht, der Situation dennoch etwas Gutes abzugewinnen.
Meine erste Reaktion ist Ärger: Kurz vor der Veröffentlichung verschiebt Rockstar die PC-Version von GTA 5 für PC um rund 2 Monate. Erst war Vorfreude, dann eben Ärger. Gleiches bei The Witcher 3, als der Titel auf Mai 2015 verschoben wurde. Und jetzt Project Cars, das erst von 2014 auf März 2015 wanderte und nun noch mal zwei Wochen nach hinten rutschte, auf 2. April 2015. Ärgerlich! Von wegen Vorfreude ist die schönste Freude! Project Cars spiele ich als Backer seit Februar 2012, habe alle möglichen Entwicklungsschlenker und Physikexperimente miterlebt und die Details der einzelnen Builds ausprobiert. Das war oft nervig, weswegen ich natürlich endlich das vollständige und fehlerfreie Spiel zocken will!
Bemerkenswert ist, dass die Entwickler in diesen drei Fällen die Verschiebungen beschlossen haben. Nicht die Publisher. Die hätten ihre Umsatzbringer sicher lieber früher als später in den Regalen und Download-Stores gesehen. Ubisoft hatte ja erst jüngst angekündigt, Release-Termine nicht mehr verschieben zu wollen. Da bin ich mal gespannt, ob sie das schaffen und wie es dann um die Qualität der Spiele bestellt ist. Schaffen wollen sie es durch bessere Planung und Kommunikation mit den Studios - eigentlich sollten das die Grundlagen sein, nach denen jeder Publisher und Entwickler arbeitet. Aber gut, vielleicht hat Ubisoft hier ja konkreten Nachholbedarf entdeckt. Wünschenswert wäre es. Nach den Problemen mit ihren Veröffentlichungen Ende 2014 (Beispiel: Assassin's Creed Unity) bin ich aber nur dezent optimistisch.
Natürlich kann sich nicht jeder Entwickler eine Verschiebung leisten, denn dadurch kann das Budget schnell gesprengt werden. Wer es sich leisten könnte, wird es sicher nicht automatisch tun - längere Entwicklung bedeutet höhere Kosten, was den möglichen Gewinn schmälert. Auch Entwickler müssen wirtschaftlich arbeiten, nicht allein die Publisher.
Zurück zum Ärger: Nach ein bisschen Nachdenken verfliegt der bei mir immer recht schnell, so auch diesmal. Denn ich bin geneigt, den Entwicklern zu vertrauen, dass sie schon wissen, was für ihr Spiel am besten ist. Vorausgesetzt natürlich, dass in diesen Fällen wirklich die Entwickler über den Release-Termin entschieden haben. Wenn dem so ist, dann tut es GTA 5 PC, The Witcher 3 und Project Cars sicher gut. Dann traue ich mich auch, jetzt wieder Vorfreude aufkommen zu lassen. Und ich applaudiere den Entscheidern bei den Studios, sich die Zeit für fertige, ausgereifte Spiele zu nehmen, auch wenn dadurch die Kosten steigen.
Und ich hoffe, dass ich nicht in ein paar Wochen eine neue Kolumne schreiben muss, über "leere Versprechungen". Oder weitere Verschiebungen…

Und klar ist mir wie wohl jedem ein fertiges Produkt am liebsten. Ich habe auch keinen Bock auf zig Gigabyte große Day-1-Patches. Nur ist eine Verschiebung eben keine Garantie dafür, dass das Spiel wirklich fertig auf den Markt kommt. Da kann man nur hoffen und auf die bisherigen Erlebnisse mit dem Entwickler bauen.
Im Laufe der Zeit dürfte dann der Anteil der Daten auf dem Datenträger ohnehin veraltet sein, ich wette von den ganzen Daten auf meiner Battlefield 4 DVD ist der Anteil der Dateien die unverändert sind mittlerweile
bestimmt eher in der Minderzahl, es wurde ja so ziemlich alles angefasst und geändert (und wird es jetzt auch immer noch).
Insofern ist die "Archivierung" eines Datenträgers bei Spielern und Sammlern heute eigentlich Selbstbetrug, der Datenträger gibt höchstens das Spiel wieder wie es bei Release mal war (und nicht mal, dank Day 1 - Patches, wie
es WIRKLICH von der Mehrzahl der Spieler erlebt worden ist), aber es kann im Laufe seines Lebenszyklusses sich doch deutlich anders gespielt haben.
Und durch Kopplung an DRM Maßnahmen oder anderweitige Sachen wäre er eh nicht mehr einsetzbar sobald serverseitig was abgeschaltet wird.
Microsoft wollte es bei der One eigentlich anders machen, nach einmaliger Installation hätte man die DVD eigentlich vernichten können, analog zu Steam.. war aber im Konsolen-
Sektor nicht durchsetzbar. Jetzt haben wir es wie früher und müssen jedesmal die DVD wechseln im Laufwerk wenn wir das entsprechende Spiel - sofern DVD basiert - spielen
wollen, selbst wenn überhaupt keine Daten mehr im Spiel davon gelesen werden da ja mittlerweile bei der aktuellen Generation ohnehin alles auf die Festplatte geschaufelt wird.
Die
Für alle anderen ist das aber wohl eher egal, da zockt man dann einfach irgendwas anderes so lange.