Homeworld Remastered in der Vorschau: Ein Zeichen gegen lieblose HD-Remakes
Alte Liebe rostet nicht - dank eines Ölwechsels der Shooter-Spezialisten von Gearbox. Wir konnten Homeworld Remastered bereits ausführlich anspielen und berichten in der Vorschau von unseren Eindrücken. Für einen Test war diese Version noch nicht freigegeben. Unseren Test mit Wertung findet ihr hier bei uns zum Release des Spiels.
Episch ist so ein überstrapaziertes Wort. Jeder zweite Kinofilm, jedes nächstbeste PC-Spiel wird mit diesem Adjektiv umschrieben. Aber die Raumschlachten aus Homeworld, die schienen im September 1999 wie gemacht für dieses Wort. Jägerstaffeln, die - einen farbigen Schweif hinter ihren Triebwerksdüsen herziehend - in Formation durch die samtene Schwärze des Alls gleiten und riesige Zerstörer umschwirren wie lästige Fliegenschwärme.
Ein massives Mutterschiff, das von Dutzenden Fregatten gepiesackt wird, deren Laserstrahlen in glitzernden Bögen aus Licht die Finsternis zerschneiden. Majestätisch dahin schwebende Flotten, deren Torpedos hungrig in Richtung Gegner rasen. Raumschiffe, die in Explosionen vergehen wie in einem Blütenmeer aus Feuer und Hitze, in Sekundenschnelle verschluckt von der Kälte des Vakuums. Und im Hintergrund dieser unvergessliche Soundtrack, mal chorale Gesänge aus der Kathedrale des Universums mit Adagio for Strings, mal sanftes Hintergrundrauschen, mal treibende Kriegstrommeln. Einfach episch, dieses Homeworld.
Quelle: PC Games
Die Schwarz-Weiß-Zwischensequenzen bekommt ihr in der Neuauflage erstmals ohne Kompression zu sehen.
Wer es damals verpasst hat, muss nicht verzweifeln, denn mit der Remastered Collection bringt Gearbox - ausgerechnet Gearbox, die Shooter-Experten hinter Borderlands - dieses grandiose Erlebnis zurück. Angepasst für moderne Betriebssysteme, aufpoliert mit einer Unzahl an grafischen Effekten und in Sachen Bedienung leicht angepasst. Nur der Kern der Science-Fiction-Oper ist unverändert geblieben: herausfordernde Echtzeitstrategie mit echter 3D-Navigation, taktisch anspruchsvoll und komplex. Ach ja: Hatten wir schon "episch" erwähnt?
Zweiteilige Weltraum-Oper
Wer bei der ausschließlich über Steam erhältlichen Homeworld Remastered Collection zum Preis von rund 30 Euro zuschlägt, der erhält an die 100 Stunden Einzelspielerspaß. So lange dauert es nämlich durchschnittlich, Homeworld und Homeworld 2 durchzuspielen. Die beiden Titel sind doppelt enthalten: einmal als Remaster und einmal in der auf Windows 7 & Co. lauffähigen, ansonsten aber unveränderten Klassikvariante. Aus lizenzrechtlichen Gründen fehlt übrigens das (sehr gute) Add-on Cataclysm, das nicht auf dem Mist von Homeworld-Erfinder Relic gewachsen ist, sondern bei Barking Dog Studios entstand.
Echte Dreidimensionalität
Von diesem kleinen Schönheitsfehler abgesehen, ist die Homeworld Remastered Collection für alle Fans der Serie das reinste Paradies. Der Zahn der Zeit mag an der ursprünglich mal als "spektakulär" beschriebenen, nunmehr an aktuelle Bedürfnisse angepassten Grafik genagt haben, aber das Spielprinzip ist auch ganz ohne Änderungen noch genauso faszinierend wie kurz vor der Jahrtausendwende.
Quelle: PC Games
Neben den dicksten Raumpötten wie diesem Trägerschiff sehen Jäger und Korvetten geradezu winzig aus.
Als Anführer einer stetig wachsenden Weltraumflotte befindet ihr euch auf einem Exodus: Das Volk der Kushan hat seinen Heimatplaneten verloren und sucht nach einem neuen Zuhause. Dabei müsst ihr euer verletzliches Mutterschiff mit den Überlebenden der Katastrophe gegen Räuber und das Imperium der Taiidan verteidigen und im Laufe Dutzender Einsätze abwechslungsreiche Missionsziele erfüllen. Einmal gebaute Raumschiffe werden genau wie euer Fortschritt im Technologiebaum in den nächsten Auftrag übernommen.
Mittels einer frei dreh- und zoombaren Kamera behaltet ihr den Überblick über eure Flotte und haltet Ausschau nach Asteroiden, die wertvolle Rohstoffe liefern. Früher oder später ist eine Konfrontation mit euren Widersachern unvermeidbar, weshalb ihr Jäger, Bomber und größere Schlachtschiffe in Auftrag gebt und gen Feind sendet. Dabei kommt die größte Besonderheit von Homeworld zum Vorschein.
Quelle: PC Games
Mit der Kamera könnt ihr einzelnen Pötten oder Geschwaden folgen. Wer mehr Übersicht benötigt, darf extrem weit herauszoomen.
Anders als in den meisten Weltraum-Strategiespielen fußt die virtuelle Galaxis hier nicht auf einer zweidimensionalen Ebene. Eure Schiffe bereisen ein echtes 3D-Universum! Das erlaubt Angriffe von oben oder unten und katapultiert den Taktikaspekt des Spiels in eine ganz eigene Liga, in der sich bis heute kein Konkurrenzprodukt durchsetzen konnte. Die Schlachten erlangen durch spezifische Stärken und Schwächen jedes Schifftyps sowie unterschiedlich dicke Panzerung an Bug, Heck, Ober- und Unterseite weitere Komplexität. Homeworld ist so auch in der Neuauflage ein Fest für Tüftler und garantiert kein Zuckerschlecken.
In diesem Artikel
Die toll designten Missionen überraschen zum einen immer wieder mit unvorhergesehenen Wendungen, erfordern zum anderen aber aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrades einige Neustarts. Einen Easy-Mode gibt es nämlich auch 16 Jahre nach dem ersten Teil nicht. Pechvögel kommen aufgrund zu hoher Verluste zuweilen gar in die Verlegenheit, den vorherigen Einsatz wiederholen zu müssen, um eine Chance in der nächsten Mission zu haben. Das gibt besonders beim knackigen Homeworld 2 wie damals Abzüge in der B-Note, zumal das Spiel fortgeschrittene Kriegslisten wie das rigorose Entern von Feindschiffen von Anfang an voraussetzt, um im späteren Spielverlauf eine Chance zu haben.

Wenn man taktische Spiele liebt kommt man dran nicht vorbei.
Es wurde früher schon immer nach Innovationen im Spieldesign geschrien. Homeworld brachte sie...und
dann kamen die Spieler nicht mehr mit die am lautesten geschrien haben, :) Schlachten schlagen im dreidimensionalen Raum? Da waren sie dann überfordert.
Heute braucht ein Spiel nur einem Multiplayer zu haben und schon ist alles bestens. Traurig.
Aber wahr.
Leider fand ich bereits damals sowohl das Setting als auch die Demo zu Homeworld als recht langweilig. In Zeiten von Command & Conquer war ich von der spartanischen Erzählmethode (Texte statt Videos) zudem abgeschreckt. Von daher: Eigentlich hinsichtlich des Aufwands unterstützenswert, aber das eigentliche Interesse am Spiel tendiert bei mir stark gegen 0.
Leider fand ich bereits damals sowohl das Setting als auch die Demo zu Homeworld als recht langweilig. In Zeiten von Command & Conquer war ich von der spartanischen Erzählmethode (Texte statt Videos) zudem abgeschreckt. Von daher: Eigentlich hinsichtlich des Aufwands unterstützenswert, aber das eigentliche Interesse am Spiel tendiert bei mir stark gegen 0.
21/9 geh nicht und das Spiel ist Jahrgang 2015 !