Total War: Attila im Test - Die Hunnen geben sich keine Blöße
Die Mischung aus Echtzeit- und Rundenstrategie geht in die neunte Runde. Ob die Mixtur dieses Mal ohne Bugs erscheint, verrät unser Test. Wir haben Total War: Attila auf Herz und Nieren geprüft und klären, ob die neuen Features und das frische Szenario wieder für Aufwind sorgen.
Für viele eingefleischte Kenner und Fans der grandiosen Strategiereihe handelte es sich bei Total War: Rome 2 um ein Buch mit sieben Siegeln. Zu sperrig, zu ambitioniert, schlichtweg zu groß und vor allem technisch mit lauter unschönen Fehlern behaftet, musste man fast schon Nerven aus Stahl haben, um die durchaus vorhandenen Vorzüge in Total War: Attilas Vorgänger zu erkennen. Vor allem störten in der ersten Fassung die mitunter miserable KI und die grausigen sowie auch unerklärlichen Performance-Probleme die Feldzüge vieler Hobby-Generäle. Doch nach etlichen Updates mauserte sich Rome 2 zu dem, was die Entwickler im Sinn hatten: einem würdigen und noch größeren Ableger der renommierten Serie. Für einige Fans kamen die Patches aber leider zu spät. Etliche hatten der Reihe – vielleicht auch zu Recht – abgeschworen.
Quelle: PC Games
Praktisch: Auf der Strategiekarte könnt ihr weiter herauszoomen als noch im Vorgänger.
Mit Total War: Attila möchte Entwickler Creative Assembly die passionierten Strategen wieder mit ins Boot holen und gleich zu Beginn eine möglichst fehlerfreie und ebenso leicht zugängliche, aber zugleich herausfordernde Version abliefern. Ob die Mammutaufgabe den Briten gelungen ist, wollen wir in unserem Test klären.
Die Geißel Gottes kommt!
Total War: Attila ist zeitlich rund 600 Jahre nach Rome 2 angesiedelt und damit in der Epoche der großen Völkerwanderungen. Das römische Imperium hat seinen Zenit längst überschritten und wird nach der sogenannten Reichsteilung von 395 von zwei schwachen Kaisern regiert. Die beste Gelegenheit für den Hunnenkönig Attila, um mit seinem Eroberungsfeldzug loszulegen. Im Spiel können wir uns der eher für Serienveteranen angedachten Aufgabe stellen, die von den Ausmaßen her riesigen Imperien der Römer vor den militärisch übermächtigen Invasoren zu retten oder zu versuchen, aufseiten der marodierenden Stämme das einstige Imperium zu erobern.
Quelle: PC Games
Bei den größeren Schlachten treffen mehr als 8.000 Soldaten aufeinander. Damit die Gefechte einigermaßen ruckelfrei laufen, sind ein starker Prozessor und eine schnelle Grafikkarte vonnöten.
Die Kampagne als Römer kann unserer Meinung nach mitunter ziemlich demotivierend sein, da man zum einen über ein riesiges, aber einem auch vollkommen unbekanntes Reich herrscht und zum anderen stets das Gefühl hat, dass man sowieso kaum eine Chance gegen die zahlreichen Feinde hat. Wer die Herausforderungen trotzdem meistert, kann sich jedoch mit Fug und Recht als einen echten Total War-Experten bezeichnen.
Wer dagegen von Anfang an kleine Erfolge feiern möchte, greift zu den anderen Fraktionen wie etwa den Sachsen oder Franken. Hier müssen wir uns zwar auch gegen mächtige Nachbarn behaupten, können unser Reich aber wie in den Vorgängern Stück für Stück selbst aufbauen. Das fördert die Motivation und außerdem lernt man so die Eigenheiten der einzelnen Provinzen und Siedlungen besser kennen.
Verbrannte Erde
Quelle: PC Games
Der Technologiebaum ist in Attila in nur zwei Teile aufgeteilt. Dafür gibt es aber viele Verzweigungen innerhalb des militärischen und zivlen Bereichs.
Die Ausgangslagen der insgesamt zehn spielbaren Fraktionen könnten kaum unterschiedlicher sein, was dem Wiederspielwert von Attila sehr zugutekommt. So stehen uns etwa aufseiten der beiden römischen Reiche mehrere gut ausgebaute Provinzen zur Verfügung, aber es mangelt an bitter benötigten schlagkräftigen Armeen. Das hat für die ersten Runden drastische Konsequenzen, da uns schlicht und einfach die Truppen fehlen, um den zahlreichen Horden der Goten beziehungsweise Vandalen Paroli zu bieten. Deshalb bleibt uns nichts anderes übrig, als die Strategie der verbrannten Erde anzuwenden und weite Teile unseres Imperiums selbst zu verwüsten. Diese neue Option vermittelt gut die Aussichtslosigkeit der Römer zur Zeit der Völkerwanderungen und stellt zugleich eine interessante spielerische Neuerung auf der Strategiekarte dar.
In diesem Artikel
Das Verlassen unserer Siedlungen bringt uns zwar nur eine relativ wenig Geld ein, schadet dafür aber den Invasoren in doppelter Hinsicht: Ihre Armeen erleiden aufgrund von Nahrungsmittelknappheit erhebliche Verluste und um die Städte wieder aufzubauen, benötigen die ungebeten Gäste immense finanzielle Mittel. Der Nachteil für uns als Römer ist aber auch offensichtlich: Sobald die Feinde zurückgeschlagen sind, ist man für die nächsten Jahre nur mit dem Wiederaufbau der Provinzen beschäftigt und entsprechend arm wie eine Kirchenmaus. Falls einer der Nachbarn auf die Idee kommt, Krieg gegen uns zu führen, fehlt uns das Geld, um neue Truppen anzuwerben – geschweige denn, deren hohe Unterhaltskosten dauerhaft zu tragen. Ergo: Wir sind so sicher wie das Amen in der Kirche dem Untergang geweiht.

Das ist nicht wirklich neu. Diese Möglichkeit gab es bereits zu Total War Medieval II Zeiten.
Es gibt im Artikel noch den ein oder anderen Punkt, der mich als Total War Fan leicht geärgert hat, aber das ist eher die Fanbrille, nehme ich an :) Im Großen und Ganzen jedoch ein recht guter Test. Danke dafür
Das ist nicht wirklich neu. Diese Möglichkeit gab es bereits zu Total War Medieval II Zeiten.
Es gibt im Artikel noch den ein oder anderen Punkt, der mich als Total War Fan leicht geärgert hat, aber das ist eher die Fanbrille, nehme ich an :) Im Großen und Ganzen jedoch ein recht guter Test. Danke dafür
naja werds sowieso schon bald selbst ausprobieren können :D