Life is Strange im Test: Überzeugender Auftakt mit Episode 1 - Chrysalis

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Test Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Neben Max kommt vor allem ihrer ehemals besten Freundin Chloe eine tragende Rolle in der Handlung zu.
Quelle: PC Games

Es geht auch ohne Zombies: Das erste Kapitel von Life is Strange überzeugt durch die gute Atmosphäre und interessante Figuren. Weitere Eindrücke zum ersten Adventure der Remember Me-Macher von Dontnod Entertainment lest ihr hier in unserem Test zu Life is Strange.

Life is Strange im Test: Was, wenn man einfach die Zeit zurückdrehen könnte? Anders in bereits geführten Gesprächen reagieren, Missgeschicke und Unfälle verhindern, den Lauf der Geschichte so biegen, wie er einem gefällt? Nachdem die Entwickler von Dontnod Entertainment diese Frage bereits im Rahmen ihres Erstlingswerks Remember Me gestellt haben, kommt dieses Feature in ihrem neuen Projekt Life Is Strange erneut zum Tragen. Anders als in dem von Kritikern und Spielern nur mäßig wohlwollend aufgenommenen Action-Adventure, funktionieren die Zeit-Spielereien in Adventure-Form einen ganzen Zacken besser.

Willkommen zu Hause

Bezieht ihr gegenüber ihrem Stiefvater für Chloe Stellung oder rettet ihr eure eigene Haut? Quelle: PC Games Bezieht ihr gegenüber ihrem Stiefvater für Chloe Stellung oder rettet ihr eure eigene Haut? Life Is Strange versetzt den Spieler in die Rolle von Max Caulfield, ihres Zeichens Fotografie-Studentin und soeben junge 18 Jahre alt geworden. Fünf Jahre nachdem sie ihre Heimatstadt Arcadia Bay verlassen hat, um in der Großstadt erfolgreich zu sein, kehrt sie nun zum fortführenden Studium in die alte Heimat zurück. Kaum angekommen, muss sie sich auch schon mit etlichen neuen und alten Problemen auseinandersetzen: Ihre ehemals beste Freundin Chloe hat ihr die damalige Abkehr von Arcadia Bay nicht verziehen, sodass Max nun bemüht ist, die alten Bande wieder zu knüpfen.

Zudem wird Chloe von einem psychopathischen Verehrer verfolgt und muss sich mit dem Verschwinden ihrer neuen besten Freundin Rachel und ihrem aggressiven Stiefvater auseinandersetzen. Zu allem Unglück droht auch noch eine (an dieser Stelle bewusst nicht gespoilerte) Katastrophe, Arcadia Bay in seinen Grundfesten zu erschüttern. In den knapp zwei bis drei Stunden Spielzeit startet das Adventure somit jede Menge Handlungsstränge, die bisher allesamt spannend und gut durchdacht wirken. Ob sie zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führen, werden aber natürlich erst die zukünftigen vier Episoden zeigen.

Figuren mit Charaktertiefe

Zu einem großen Teil mitverantwortlich für den gelungenen Story-Einstieg sind die durch die Bank sehr gut geschriebenen Dialoge, welche die Figuren und Handlungsplätze sehr realistisch und lebendig wirken lassen. Ob Max, Chloe oder die zahlreichen Nebenfiguren, jede Person verfügt zumindest über ein Mindestmaß an Charakterzeichnung, sodass man sehr schnell mit den verschiedenen Schicksalen mitfiebert und wissen will, wie sich die Handlung weiter entfaltet.

Abseits der storyrelevanten Ereignisse könnt ihr die verschiedenen Schauplätze ausgiebig erkunden. Quelle: PC Games Abseits der storyrelevanten Ereignisse könnt ihr die verschiedenen Schauplätze ausgiebig erkunden. Viel dazu bei trägt zudem die Tatsache, dass die verschiedenen Areale wie das Schulgebäude, die Studenten-Schlafräume oder Chloes Haus nur so gespickt sind mit interaktiven Objekten. So kann man etwa Gitarre spielen, Bilder an den Wänden betrachten und Max' Kommentaren dazu lauschen oder mittels Dokumenten mehr über die Hintergründe von Arcadia Bay erfahren. Wie für ein Episodenspiel nicht anders zu erwarten, ist Life Is Strange eher kurz geraten: Wer durchrennt, hat's wohl in nicht einmal einer Stunde hinter sich. Wer sich auf die Welt einlässt und sie erkundet, darf aber gut und gerne bis zu drei Stunden einrechnen.

Bekannte Adventure-Kost

Durch die sehr eigene Atmosphäre gelingt es Life Is Strange somit, sich von Genre-Konkurrenten wie den Telltale-Adventures abzugrenzen – und das ist auch notwendig, denn spielerisch schreitet der Titel auf sehr bekannten Pfaden. Das Spiel aus simplen Umgebungsrätseln und Multiple-Choice-Dialogen kennt man so schon zur Genüge. Die von Max zu Beginn erwähnte und schon früh im Spiel entdeckte Fähigkeit, die Zeit zurückzudrehen, ist zwar unterhaltsam und sorgt für einige interessante Aha-Momente und kreative (wenn auch sehr einfache) Umgebungsrätsel, erweist sich in der Praxis aber eher als eine kleine Abweichung von der Norm denn als eine vollkommen neue Spielidee: Anstatt die Episode direkt ein zweites Mal zu starten und andere Entscheidungen zu treffen, guckt man sich die verschiedenen Auswirkungen hier eben direkt an.

Gut, dass Max dank ihrer Zeitspul-Fähigkeit solche Ereignisse kurzerhand ungeschehen machen kann. Quelle: PC Games Gut, dass Max dank ihrer Zeitspul-Fähigkeit solche Ereignisse kurzerhand ungeschehen machen kann. Die Entwickler versprechen zwar weitreichende und nicht vorhersehbare Konsequenzen in späteren Episoden aufgrund der getroffenen Entscheidungen, das ist bei den Adventure-Mitbewerbern aber ebenso der Fall. Das soll jetzt keineswegs heißen, dass das Feature keinen Spaß macht, es ist nur bei Weitem nicht so vordergründig wie vermutet. Stattdessen zeichnet sich Life Is Strange primär durch die sehr gute Atmosphäre aus und macht Lust auf mehr – mehr kann man sich nicht wünschen.

Meinung

Wertung zu Life is Strange (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Interessant umgesetztes Zeitzurückspul-Feature …Sehr gelungene Atmosphäre, die einen in ihren Bann ziehtSympathische FigurenAnsprechende Aquarell-GrafikSehr gut geschriebene DialogeViele verschiedene Entscheidungsmöglichkeiten
… jedoch mit nur geringfügigen spielerischen AuswirkungenWirkt „nur“ wie ein Appetizer für kommende EpisodenUnschöne Gesichtsanimationen und gelegentliche RucklerKeine deutsche SprachausgabeNur englische Untertitel

Bildergalerie

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    • Kommentare (26)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Desotho Spiele-Enthusiast/in
        Hat mir sehr gut gefallen. Ich glaube bei Telltale machen da einige Leute große Kulleraugen. Aber natürlich muss man da noch die restlichen Episoden abwarten.
        Dass es nur auf englisch ist, hat mich nicht im geringsten gestört. Für die Leute die nur mit Deutsch klar kommen natürlich schade.
      • Von Desotho Spiele-Enthusiast/in
        Hat mir sehr gut gefallen. Ich glaube bei Telltale machen da einige Leute große Kulleraugen. Aber natürlich muss man da noch die restlichen Episoden abwarten.
        Dass es nur auf englisch ist, hat mich nicht im geringsten gestört. Für die Leute die nur mit Deutsch klar kommen natürlich schade.
      • Von Matthias Dammes Redakteur
        Zitat von schmoki
        Ging mir auch so :D
        Dachte ich hätte alles gesehen nach 2,9stunden, aber als ich mir im Anschluss die möglichen Wahlmöglichkeiten angeschaut habe, fehlte doch hier und da eine :o
        Ich habe vor allem drei der Fotos verpasst.
        Dabei dachte ich, ich hätte überall interagiert.
      • Von sauerlandboy79 Mitglied
        Die zwei Stunden hab ich jetzt einfach mal aus eurem Test entnommen.
      • Von schmoki Hobby-Spieler/in
        Zitat von MatthiasDammes
        Also ich habe drei Stunden für die erste Episode gebraucht und leider trotzdem Dinge übersehen. ;)
        Ging mir auch so :D
        Dachte ich hätte alles gesehen nach 2,9stunden, aber als ich mir im Anschluss die möglichen Wahlmöglichkeiten angeschaut habe, fehlte doch hier und da eine :o
      • Von Matthias Dammes Redakteur
        Zitat von sauerlandboy79
        Man kann auch in gerade mal zwei Spielstunden ein bisschen zuviel erlangen..
        Also ich habe drei Stunden für die erste Episode gebraucht und leider trotzdem Dinge übersehen. ;)

        Ich hab es zwar im "Was spielt ihr gerade"-Thread schon gepostet, aber ihr könnt mein Fazit der ersten Episode gerne hier nachlesen:
        http://www.suraya-gaming....
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