Blackguards 2 im Test: In vielen Punkten verbessertes Taktik-Rollenspiel - Release heute
Mit Blackguards 2 nimmt sich Entwickler Daedalic Entertainment vieler Probleme des ersten Teils an, hält aber am frustrierend hohen Schwierigkeitsgrad fest. Was genau Teil 2 des Taktik-Rollenspiels besser macht, verraten wir euch im Test zum neuen Das Schwarze Auge-Spiel.
Halbes Spiel, halber Preis: Das in gerade mal zwölf Monaten zusammengestrickte Blackguards 2 ist mit etwa 20 Stunden nur noch halb so umfangreich wie sein Vorgänger, kostet aber auch nur noch 20 statt 40 Euro. Zumindest das ist fair an diesem Mix aus Taktikspiel und RPG, das sich ansonsten einen Spaß daraus macht, seine Spieler zu quälen.
Bekanntes neu verpackt
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Nicht nur in dieser Hinsicht ähnelt der zweite Teil stark dem Vorgänger, auch die grundsätzliche Spielmechanik hat sich kaum verändert. Noch immer schlagt ihr rundenbasierte Hexfeld-Gefechte, bei denen Heldengruppe und Widersacher entsprechend ihres Initiativewerts reihum zum Zug kommen. Noch immer stört die Kamera, die sich nicht drehen lässt und somit stellenweise Feinde und interaktive Objekte (etwa Kronleuchter, die man auf Feinde fallen lassen kann) verdeckt. Und auch der Computergegner verfällt in alte Muster und grillt mit Feuerbällen schon mal eigene Verbündete oder tapst blind in Fallen.
Quelle: PC Games
Neu und super praktisch für Fernkämpfer: Per X-Taste gibt's eine Vorschau der Sichtlinien sowie die erwartete Trefferchance.
Die Rückkehr alter Bekannter verstärkt bei uns den Eindruck, ein Add-on vor uns zu haben: Zauberer Zurbaran, Speerkämpfer Takate und Zwergenkrieger Naurim schließen sich der neuen Protagonistin Cassia an. Die Dame befindet sich auf einem Rachefeldzug gegen Ehemann und Diktator Marwan. Statt aber einfach nur seine Golfausrüstung auf Ebay zu verscherbeln, jagt sie ihm in über 20 mehrteiligen Missionen eine Stadt nach der anderen ab, bevor sie an die Palasttore des Göttergatten klopft. Die grundsätzlich simple Geschichte funktioniert, weil Cassia ein ungemein interessanter Charakter ist.
Starke Anti-Heldin
Gezeichnet von den Auswirkungen eines tödlichen Spinnengifts und nach jahrelanger Isolation halb wahnsinnig, steht Cassia am Scheideweg. Der Spieler entscheidet im Rahmen von Dialogen mit Cassias austauschbaren Weggefährten, wohin die Reise geht: Verfällt Cassia dem Wahnsinn, strebt nach Macht und richtet Gefangene rücksichtslos hin? Oder bemüht sie sich um das Seelenheil ihrer Begleiter, knüpft neue Bande zu ihrer Schwester und versucht sich als milde Herrscherin?
Quelle: PC Games
Cassia punktet als starke Hauptfigur, deren Persönlichkeit und Talente ihr frei formen dürft. Auch böse sein ist erlaubt!
Die allgegenwärtigen Entscheidungen haben im Gegensatz zum Vorgänger drastische Auswirkungen, die in einer rührenden Szene am Schluss gipfeln. Klasse: Eure Wahl hat auch Gameplay-Folgen. Wer Gefangene verhört, erfährt etwa nützliche Details zu einem folgenden Kampf. Bringt ihr die Zivilbevölkerung gegen euch auf, stellen sich euch zusätzliche Gegner in den Weg. Manipuliert ihr Cassias Gefährten, erhöht ihr deren Kampfstärke, besiegelt aber zugleich das Schicksal einiger Figuren. Am grundsätzlichen Story-Verlauf ändert sich zwar nichts, dennoch machen einem die vielen Entscheidungsmöglichkeiten einen zweiten Versuch schmackhaft, um beide Seiten der Geschichte zu erleben.
Weniger ist mehr
Im Gegenzug für dieses Plus an Wahlfreiheit hat Entwickler Daedalic Blackguards 2 anderswo verschlankt, überwiegend zum Besseren. So gibt es keine (im Vorgänger belanglosen) Nebenaufträge mehr und das stupide Abklappern der starren Stadtbildschirme wurde massiv reduziert. Schleichpassagen, aufgesetzte Zeitlimits, spielerisch sinnlose Rückblenden: alles raus. Im Gegenzug verläuft die Kampagne jedoch ein Stück linearer. Auf der Übersichtskarte (siehe Kasten Seite 50) wählt ihr allenfalls zwischen zwei, drei Zielen zugleich.
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Auch das zugrunde liegende Das Schwarze Auge-Regelwerk hat das Jahr nicht unbeschadet überstanden. So gibt's keine Attribute mehr, die ihr mit gewonnenen Abenteuerpunkte erhöht, sondern nur noch Zauber, Waffenfertigkeiten, Fähigkeiten wie Fallenkunde und Körperbeherrschung sowie Spezialtalente. Gerade Letztere wirken deutlich transparenter als das Charaktersystem im Vorgänger, denn damit lassen sich passive Boni freischalten, etwa mehr Lebenspunkte, höhere Zauberenergie oder zusätzliche Ausdauer. Der dritte Wert ist übrigens neu und wird für die Spezialangriffe von Nah- und Fernkämpfern benötigt. Im Vorgänger waren die noch gratis, was die Balance zulasten der Zauberkundigen verschob. All das mag den harten Kern der DSA-Fanbasis vielleicht auf den ersten Blick abschrecken; im Test sorgten diese durchdachten Änderungen aber für ein runderes Spielerlebnis als im Vorgänger.

Natürlich ist Blackguard 1+2 potenziell schwer, aber in 1 habe ich vielleicht 6-7 Neu versuche bei Kämpfen gebraucht. In BG 2 ist es nach 9 Missionen 2 Missionen die erst im zweiten Anlauf geklappt haben (beides auf normal).
Was mich wirkklich stört das es unendliche gegnerhorden gibt.
Da verschanzt man sich schau und tötet 89! Wachen (ich wollte halt mal wissen wie weit ich komme) und es tauchen einfach immer neue auf.
Das muss ein wirklich groooßes gefängnis sein