Panorama: Ein Bericht zur Lage der MMORPG-Nation
Titan ist tot. Blizzard hat den potenziellen Thronfolger von World of Warcraft eingestampft. Was bedeutet dies für das einst so mächtige Genre? Wir werfen einen Blick auf die aktuellen Genre-Vertreter und wagen einen Ausblick.
Dem oftmals sperrig mit "MMORPG" betitelten Online-Rollenspiel geht es nicht gut. Zumindest erweckt die aktuelle Berichterstattung der Fachpresse diesen Eindruck: sinkende Spielerzahlen, eingestellte Titel, Innovationslosigkeit - der Abwärtstrend scheint eindeutig. Prominentestes Beispiel ist Titan: Branchenriese Blizzard hat nach knapp sieben Jahren Entwicklungszeit das Aus des vielversprechenden Projekts verkündet. Ein Spiel, das nie offiziell angekündigt wurde, und dennoch ein Hoffnungsträger vieler World of Warcraft-Fans war, die nach zehn Jahren, die sie im Online-Universum Azeroth verbracht haben, endlich etwas Neues haben wollen - in der gewohnten Blizzard-Qualität. Erste Artworks zeigten eine Steampunk-Welt mit laufenden Robotern und 20er-Jahre-Flair.
Doch daraus wird nun nichts. Durch mehrmalige Abbrüche und Neustarts entkam Titan nie der Prototypen-Phase. Der jetzige Entwicklungsstopp bedeutet das endgültige Ende. In einem Interview mit der US-Webseite Polygon begründet Blizzard die Entscheidung unter anderem damit, dass die ambitionierten Ideen unterm Strich einfach keinen Spaß gemacht haben. CEO Mike Morhaime: "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass das nicht das Spiel ist, das wir machen wollen." Man wolle sich nun verstärkt auf den Ausbau von World of Warcraft (kurz: WoW) konzentrieren. Für Blizzard selbst reiht sich Titan damit "nur" in die Riege unveröffentlichter Titel wie Warcraft Adventures oder Starcraft Ghosts ein. Den Fans sendet das Studio damit jedoch indirekt ein negatives Signal zur aktuellen Lage des Genres. Denn die WoW-Spielerzahlen sinken seit einiger Zeit kontinuierlich. Allerdings tummeln sich aktuell immerhin wieder 7,4 Millionen Abonnenten in Azeroth, das sind 600.000 Spieler mehr als im Quartal davor.
Steckt das Genre in der Krise? Macht sich unter den Spielern MMORPG-Müdigkeit breit? Und wohin geht der Weg für Online-Rollenspiele in der Zukunft? Um diese Frage zu beantworten, nehmen wir im Folgenden den Markt genauer unter die Lupe und berichten anhand von zehn prominenten Vertretern über den Stand der Dinge. Zudem haben wir uns angesehen, welche Alternativen abseits der renommierten MMORPGs existieren, und klären anschließend, wie vital sich das Genre aktuell präsentiert und ob der Titan-Tod tatsächlich ein Indikator dafür ist, dass sich Online-Rollenspiele auf dem absteigenden Ast befinden.
Die Klassiker mit Abo-Modell
World of Warcraft
Quelle: PC Games
World of Warcraft: Am 13. November erschien mit Warlords of Draenor bereits die fünfte Erweiterung für das bislang erfolgreichste MMORPG.
WoW ist ein Phänomen. Auch wenn vorher schon andere Online-Rollenspiele existierten, machte erst WoW das Genre mit zugänglicher Bedienung und einer perfekten Suchtspirale aus Looten und Leveln massenmarkttauglich. Das Spielsystem hat Blizzard clever konzipiert: Es nimmt Neulinge behutsam an die Hand und überfordert sie nicht, bietet Core-Gamern und Gilden aber dennoch massig Beschäftigungsmöglichkeiten.
Speziell epische Raids sind ein Aushängeschild des Spiels. WoW spielt in Azeroth, der Welt der Strategiereihe Warcraft. Dort stellt ihr euch entweder auf die Seite der Horde oder der Allianz, die jeweils mehrere Rassen und Klassen vereinen, und wohnt dem Krieg der Parteien bei. Am Ende des vierten Add-ons Mists of Pandaria erreicht der Konflikt einen Höhepunkt, als der orcische Horde-Anführer Garrosh Höllschrei nach einer Schlacht gefangen und weggesperrt wird.
Über die Jahre ist Azeroth immer größer geworden: Aus den zwei Anfangskontinenten sind durch vier Erweiterungen fünf geworden. Außerhalb der Spielwelt hinterlässt WoW ebenfalls seine Spuren, vor allem in der Popkultur. Zum Beispiel widmeten Serien wie Die Simpsons oder South Park dem Titel eigene Folgen.
Wie gut wird das Spiel von den Entwicklern gepflegt?
Sehr gut. In knapp zehn Jahren WoW veröffentlichte Blizzard bis heute über 30 Patches. Jedes kostenlose Update bringt neue Quests, Gegenstände oder sonstige Neuerungen mit sich, etwa die Einführung von Schlachtfeldern im PvP oder frische 5-Spieler-Dungeons und Raid-Instanzen. Darüber hinaus veröffentlicht Blizzard in Zweijahresabständen kostenpflichtige Add-ons, die die Welt erweitern, die Charakterhöchststufe anheben, neue Rassen, Talente oder Quests einführen und an Gameplay und Balancing schrauben.
Was ist für die Zukunft geplant?
An zukünftigen Inhalten wird es World of Warcraft nicht mangeln. Mit Warlords of Draenor steht die fünfte Erweiterung mit zahlreichen neuen PvE- und PvP-Herausforderungen und dem schon lange von vielen Spielern geforderten Housing (hier in Form von Garnisonen) zur Vefügung. Die Rahmenhandlung des Add-ons schickt euch in eine neue Zeitlinie mit einer noch nicht zerteilten Scherbenwelt. 2016 soll WoW sogar den Sprung auf die Kinoleinwand schaffen.
Fakten
Wann in Deutschland gestartet?
WoW ist ein Dauerbrenner: Bereits seit dem 11. Februar 2005 läuft das bis dato erfolgreichste MMORPG.
Wie hoch ist die Monatsgebühr?
Ein Abo kostet monatlich 12,99 Euro. Wer eines für drei Monate abschließt, zahlt 11,99 Euro, ab sechs Monaten nur noch 10,99 Euro.
Wie viele Abonnenten?
Bei der letzten Quartalszählung vergnügten sich laut Blizzard rund 7,4 Millionen Abenteurer in Azeroth.
The Elder Scrolls Online
Quelle: PC Games
Macht auch allein Spaß: The Elder Scrolls Online fühlt sich teilweise weniger wie ein MMORPG, sondern eher wie ein klassisches Solo-Rollenspiel à la Skyrim an.
TESO spielt zeitlich knapp 800 Jahre vor Skyrim. Auf dem Kontinent Tamriel reist ihr zwar (noch?) nicht über das komplette Eiland, die Welt besitzt dennoch enorme Ausmaße. Die Gebiete sind den drei vorherrschenden Fraktionen untergeordnet. Die Aufgabe des Spielers in der Hauptquest-Reihe ist es, gegen Molag Bal zu kämpfen. Der ist als Fürst der Daedra ein Dämonenwesen gottesähnlichen Ausmaßes. Dafür schließt ihr euch einer Wunschfraktion an und erledigt etliche Quests in und außerhalb von Instanzen.
TESO setzt auf ein atmosphärisches Fantasy-Szenario, ähnelt spielerisch wie optisch seinem Offline-Vorgänger Skyrim und bietet zahlreiche abwechslungsreiche Aufträge, die über simple Sammeljobs hinausgehen. Außerdem sind wie in Star Wars: The Old Republic nahezu alle NPCs vertont. MMORPG-untypisch präsentiert sich das Interface - die Entwickler haben die Anzeigen auf ein Minimum reduziert. Obwohl der Titel noch sehr jung ist, bringt er es schon auf vier große Updates. Dennoch bemängeln nicht wenige Spieler speziell die fehlenden PvE- Herausforderungen im Endgame.
Wie gut wird das Spiel von den Entwicklern gepflegt?
Gut. Mit vier größeren Updates, die unter anderem neue Quests und Gebiete liefern, und einigen kleineren Patches stimmt die Unterstützung seitens Bethesda bislang. Update 4.0 öffnete mit dem Oberen Kargstein eine komplett neue Region und führte die Prüfung Sanctum Ophidia sowie die Drachenstern-Arena ein, in der ihr in einer Vierergruppe feindliche Kreaturen in zehn verschiedenen Abschnitten besiegen müsst.
Was ist für die Zukunft geplant?
Ob Add-ons erscheinen, steht zwar noch in den Sternen, sicher sind aber weitere Updates. Die sollen in absehbarer Zeit unter anderem die Diebesgilde und die Dunkle Bruderschaft implementieren. Zudem wird es in Zukunft möglich sein, NPCs dauerhaft zu töten. Über neue Klassen oder Rassen schweigt sich Bethesda bislang aus.
Fakten
Wann in Deutschland gestartet?
TESO ist noch vergleichsweise jung: Der Ableger der populären Einzelspieler-Rollenspielserie erblickte am 4. April 2014 das Licht der Online-Welt.
In diesem Artikel
- Seite 1 Lage der MMORPG-Nation - Teil 1
- Seite 2 Lage der MMORPG-Nation - Teil 2
- Seite 3 Lage der MMORPG-Nation - Teil 3
- Seite 4 Lage der MMORPG-Nation - Teil 4
- Seite 5 Lage der MMORPG-Nation - Teil 5
- Seite 6 Lage mit MMORPG-Nation - Teil 6
- Seite 7 Lage der MMORPG-Nation - Teil 7
- Seite 8 Bildergalerie
Wie hoch ist die Monatsgebühr?
Ein Abo kostet monatlich 12,99 Euro. Beim Kauf des rund 20 Euro teuren Hauptspiels ist ein Freimonat inklusive. Entscheidet ihr euch direkt für drei Monate, zahlt ihr 11,99 Euro. Ab sechs Monaten sind nur noch 10,99 Euro fällig.
Wie viele Abonnenten?
Laut einem Bericht der Marktforschungs-Plattform SuperData vom Juli 2014 beträgt die Abonnentenzahl knapp 772.000.

Also heißt es letztendlich, daß wir das fressen müssen, was uns der Entwickler serviert. Ob wir nun daran Spaß und Gefallen finden, ist eine andere Frage...
Blizzard hat doch durch WoW genug Geldreserven, wieso bringen sie das einfach nicht raus und sollen die Jahre der Entwicklung dieses Spiels für die Katz gewesen sein?
... also umsonst Gehälter und Löhne bezahlt...
Allein durch diese Einstellung mag ich Blizzard nicht, denn ein anderes Entwicklerstudio hätte sich dies nicht leisten können.
das möchte ich Dir auch nicht abstreiten und ich habe schon meine Gründe genannt, weil ich WoW nicht spiele; aber ich maße mir nicht an, schlecht über das Spiel zu reden, wie andere das mit anderen Spielen tun.
Aber ich finde es auf gut deutsch gesagt beschissen, daß wir alle praktisch einen Einheitsbrei zocken sollen und der Entwickler ist es, der uns das vorsetzt und glaubt zu wissen, daß wir dies wollen.
Bestes Beispiel ist doch die Battlefield-Serie, die aufgrund der Cod-Manie von EA vor die Hunde geht. Mir liegt so ein actionreiches und belohnendes Spiel gar nicht, aber das kapieren die Entwickler auch nicht.
Im RL eine Niete, aber im Spiel der Held...
Auch hier kann man sich wieder streiten. Nur ich bin der Meinung, dass Spiele oder ganze Genres erfolgreich werden, eben weil die Spieler es wollen. Wieder mal CoD als Beispiel: Von PR-Verblendung kann - schon allein aufgrund der sinkenden Verkaufszahlen - nunmal gar nicht mehr die Rede sein. Die Serie hat ihren Zenit einfach überschritten. Aber die Spieler wissen, was sie erwarten und kaufen sich CoD, weil sie es wollen. Letztlich reagieren Entwickler nur auf die Nachfrage. Und die allgemeine Nachfrage ist nunmal die nach einfachen Titeln, in denen man sich selbst als Ein-Mann-Armee zum Helden aufschwingt, indem man größtenteils strutzdumme Gegner umhaut. ^^ Actionreich, mehr oder weniger simpel. Zumindest, was AAA-Titel angeht. Es gibt ja trotzdem noch viele Perlen, die Ansprüche an kognitive und motorische Fähigkeiten stellen.
Ob DU selbst das jetzt gut findest oder nicht, sei mal dahin gestellt. Ich mag den aktuellen Trend auch nicht besonders, gerade was Shooter und MMOs angeht. Aber so ist es mMn nunmal.
Also heißt es letztendlich, daß wir das fressen müssen, was uns der Entwickler serviert. Ob wir nun daran Spaß und Gefallen finden, ist eine andere Frage...
Blizzard hat doch durch WoW genug Geldreserven, wieso bringen sie das einfach nicht raus und sollen die Jahre der Entwicklung dieses Spiels für die Katz gewesen sein?
... also umsonst Gehälter und Löhne bezahlt...
Allein durch diese Einstellung mag ich Blizzard nicht, denn ein anderes Entwicklerstudio hätte sich dies nicht leisten können.
@Red:
das möchte ich Dir auch nicht abstreiten und ich habe schon meine Gründe genannt, weil ich WoW nicht spiele; aber ich maße mir nicht an, schlecht über das Spiel zu reden, wie andere das mit anderen Spielen tun.
Aber ich finde es auf gut deutsch gesagt beschissen, daß wir alle praktisch einen Einheitsbrei zocken sollen und der Entwickler ist es, der uns das vorsetzt und glaubt zu wissen, daß wir dies wollen.
Bestes Beispiel ist doch die Battlefield-Serie, die aufgrund der Cod-Manie von EA vor die Hunde geht. Mir liegt so ein actionreiches und belohnendes Spiel gar nicht, aber das kapieren die Entwickler auch nicht.
Im RL eine Niete, aber im Spiel der Held...
Dann werden Spiele, die viele Jahre in der Entwicklung waren, einfach eingestellt und bei Nokia hat man so ein Geschiß gemacht, weil die aus Deutschland raus sind.
Mir scheint, daß alles lieblos auf die Schnelle dahingeklatscht worden ist, weil es keine gescheiten Quests mehr gibt. Alles ist nur noch auf den Hauptgquest reduziert worden und statt der vielen Nebenquests gibt es stattdessen nur noch Klopperquests, bei denen ich jeweils 25 Monster der selben Einheit mit dem grünen Ausrufezeichen kloppen muß. Habe ich diesen erfüllt und kloppe ein Monster wieder nieder, welches mir zu nah auf die Pelle gerückt ist, habe ich den selben Quest nochmals an der Backe. Für mich ist dies zu langweilig und zu langatmig. Ich jedenfalls komme kaum vorwärts und innerhalb von sieben Tagen habe ich nur drei kleine Gebiete geschafft, echt der Wahnsinn!
Über die Grafiik in diesen MMOs möchte ich nicht sprechen, denn diese sieht einfach altbacken aus.
Merkwürdig aber, daß in den Onlineshootern diese toppaktuell ist. Ein MMO ist ja im Grunde genommen nichts anderes, nur mit dem Unterschied, daß es keine privaten Server gibt.
In TESO ist die Grafik zeitlos und diese sieht obendrein noch schick aus, dennoch wird das Spiel von vielen verteufelt. Ich versteh`s nicht.
Was ich jedoch von der WoW-Spielerschaft nicht verstehe, daß diese sich trotz Abo wie eine Weihanachtsganz ausnehmen läßt. Mir ist schon zu Ohren gekommen, daß ein virtuelles Reittier in WoW 20,00 US-Dollars gekosted haben soll und warum sind die Erweiterungen denn kostenpflichtig, obwohl ich ein Abo habe?
Dann werden Spiele, die viele Jahre in der Entwicklung waren, einfach eingestellt und bei Nokia hat man so ein Geschiß gemacht, weil die aus Deutschland raus sind.