Lara Croft and the Temple of Osiris im Test: Launiges Koop-Chaos für vier Spieler
Im Test zu Lara Croft an the Temple of Osiris fluchen wir fast so oft wie wir lachen: Der neue Koop-Modus für vier Spieler sorgt für herrlich chaotische Szenen, macht so manche Geschicklichkeits- und Rätselpassage aber auch zum Geduldsspiel. Zum Glück lässt sich das Action-Adventure aber auch genauso wie den Vorgänger Guardian of Light bestreiten - im Zweispielermodus macht's einfach wieder am meisten Spaß.
Vor vier Jahren hätten es viele nicht für möglich gehalten: Ohne "Tomb Raider" im Titel wagte sich Crystal Dynamics damals an einen Serien-Spin-Off rund um Lara Croft - und landete einen echten Überraschungshit! Lara Croft an the Guardian of Light überzeugte mit ungewohnter Iso-Ansicht, ausgelassener Action und einem fröhlichen Koop-Modus für zwei Spieler, alles verschnürt zu einem unschlagbar günstigen Gesamtpaket. Trotz guter Verkaufszahlen und glücklichen Fans, die sich einen Nachfolger wünschten, beharrte Square Enix jedoch darauf, sich danach lieber dem düsteren Marken-Reboot Tomb Raider (2013) zu widmen.
Als mit Lara Croft and the Temple of Osiris schließlich doch noch ein zweiter Serienableger angekündigt wurde, staunten die Fans nicht schlecht - damit hatte kaum jemand gerechnet! Im Test zu Lara Croft and the Temple of Osiris zeigt sich: Der Nachfolger setzt auf die bewährte Qualität des beliebten Erstlings, verzichtet aber auf frische Impulse - einzig ein neuer Vier-Spieler-Modus hebt das Action-Adventure von seinem Vorgänger ab.
Das alte Grabräuber-Problem
Quelle: PC Games
Lara Croft and the Temple of Osiris im PC-Test
Das Aztekenszenario von Guardian of Light hat ebenso ausgedient wie ihr alter Begleiter Totec: Diesmal treibt sich Lara gemeinsam mit dem Abenteuerer Carter Bell in Ägypten herum, wo sie bei einem gemeinsamen Beutezug den finsteren Gott Seth zum Leben erwecken. Nun gilt es natürlich, den bösen Buben fachgerecht ins Wüstengrab zurückzuschicken - dazu erhalten die beiden unerwartete Unterstützung von den Göttern Isis und Horus. Gemeinsam müssen sich die Vier durch verschiedenste Tempel und Gräber ballern, dabei Rätsel lösen, Geschicklichkeitseinlagen meistern und unentwegt haarsträubend trashige Sprüche von sich geben. Angesichts der öden deutschen Sprachausabe ist es immerhin ein Trost, dass an ihr ohnehin keine spannende Handlung verloren geht: Der hauchdünne Plot mit seinen einfältigen Dialogen und platten Figuren ist ähnlich nebensächlich wie im Vorgänger Guardian of Light. Macht aber nix, denn dafür steht das grundsolide Gameplay wieder im Vordergrund, das fast unverändert aus dem ersten Teil übernommen wurde.
Lara Croft and the Temple of Osiris im Video-Review
Vier gewinnt: Mehr Spaß im Koop
Genau wie im ersten Teil legen wir entweder alleine mit Frau Croft los oder bestreiten das Spiel in einem kräftig aufgestockten Koop-Modus: Durften wir uns früher nur mit einem Begleiter zusammentun, sind diesmal sogar Dreier- und Viererteams möglich! Mitspieler finden wir entweder online (was wir noch nicht testen konnten) oder wir versammeln einfach ein paar Freunde vor dem heimischen Bildschirm - auch der lokale Koop unterstützt bis zu vier Spieler gleichzeitig. Dazu schließen wir einfach mehrere Gamepads an, was zum Beispiel beim Xbox-360-Pad am PC reibungslos funktioniert.
Trotz der vier Helden gibt es im Grunde wieder nur zwei Sorten von Spielfiguren, nämlich die Archäologen und die Ägypter. Erstere bestehen natürlich aus Lara und Carter, die jeweils einen Wurfhaken plus Seil verwenden, um andere Spieler zu sich heraufzuziehen oder Brücken zu improvisieren. Die Ägypter Isis und Horus verfügen daggen über magische Stäbe, mit denen sie Strahlen verschießen und bestimmte Objekte zerstören können, außerdem lassen sich damit türkis schimmernde Objekte in der Spielwelt beeinflussen. Sobald Isis beispielweise ihren Stab hoch über sich hält, heben sich dadurch bestimmte Plattformen in der Umgebung oder den Zeitzünder bestimmter Bombentypen wird verlangsamt.
Quelle: PC Games
Lara Croft and the Temple of Osiris im PC-Test
Im Solo-Modus sind wir auf Lara als Spielfigur festgelegt, sie trägt den magischen Stab dann einfach bei sich, um die Rätsel im Alleingang zu lösen. Sind wir aber mit zwei oder mehr Spielern unterwegs, bekommen wir leicht angepasste Puzzles vorgesetzt, die sich nur in der Gruppe knacken lassen. Das sorgt nicht nur für Wiederspielwert, sondern macht auch schlichtweg mehr Spaß als alleine: Besonders im Zweierteam kommen die fairen, spaßigen Knobeleien und Sprungpassagen voll zur Geltung. Ab drei Spielern wird das Geschehen schon recht unübersichtlich und zu viert ist koordiniertes Vorgehen kaum noch möglich. Bei uns im Büro entstanden da herrlich chaotische Szenen, als vier wild plappernde Redakteure verzweifelt versuchten, gemeinsam ein Schalterrätsel zu lösen: Während ein ahnungsloser Redakteur immer wieder unbeabsichtigt einen Hebel umlegte, der andere vor lauter Aufregung in den Abgrund sprang und der dritte Kollege dabei lautstark nach Gehör verlangte, sah sich Redakteur Schütz der Verzweiflung nahe - selten wollte er seinen Kollegen so gerne eine feuern wie an diesem Tag.
In diesem Artikel
Daraus lernen wir: Wer sich gut abspricht und die Sache nicht allzu zu ernst nimmt, wird im Vier-Spieler-Koop einen Mordsspaß haben. Wer aber zügig weiterkommen und eine hohe Punktzahl erreichen will, der sucht sich besser einen einzelnen, vertrauenswürdigen Mitspieler - das Spiel funktioniert im Zwei-Spieler-Modus einfach am besten.

Bloß schade, dass ich mit Koop-Spielen nix anfangen kann. ( im Freundeskreis spielen alle eher am Smartphone und sich richtig für einen Abend zu verabreden hat fast nie geklappt )
Bloß schade, dass ich mit Koop-Spielen nix anfangen kann. ( im Freundeskreis spielen alle eher am Smartphone und sich richtig für einen Abend zu verabreden hat fast nie geklappt )
Naja...noch ärgerlicher ist aber, dass die Spin-Off-Reihe mehr Tomb Raider-Gefühl hat als "Gears of Lara" von 2013.
Tja Square, das habt ihr jetzt davon. :P