Space Hulk Ascension im Test: Deutlich besser als sein Vorgänger

7
Test Sascha Lohmüller - Redaktionsleiter Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Missionen, in denen ihr alle Gegner besiegen müsst, geht ihr am besten defensiv an - die Genestealer kommen eh zu eurem Squad gerannt.
Quelle: PC Games

Space Hulk war im August 2013 ein kleiner Steam-Überraschungshit. Dennoch gab es genug Kritik, die sich die Entwickler für den Nachfolger Ascension anscheinend zu Herzen nahmen. Wir haben Space Hulk: Ascension für euch im Test.

Als vor etwas mehr als einem Jahr, im Spätsommer 2013, das Taktikspiel Space Hulk (PC-Games-Wertung im Test: 60%) des dänischen Entwicklers Full Control erschien, bemängelten wir vor allem das fehlende Drumherum. Space Hulk schaffte es zwar, die Brettspiel-Vorlage recht akkurat einzufangen, scheiterte aber daran, den Spieler durch eine Story oder missionsübergreifende RPG-Elemente bei der Stange zu halten. In der Zwischenzeit vermurksten die Entwickler zudem ihren Jagged-Alliance-Ableger Flashback. Keine guten Vorzeichen für die Ascension-Edition von Space Hulk also? Mitnichten!

All eure Terminatoren sammeln nun Erfahrungspunkte und lassen sich optisch anpassen, upgraden und mit Waffen, Fähigkeiten und Gegenständen ausstatten. Quelle: PC Games All eure Terminatoren sammeln nun Erfahrungspunkte und lassen sich optisch anpassen, upgraden und mit Waffen, Fähigkeiten und Gegenständen ausstatten. Denn neben einigen Gameplay-Verbesserungen, zu denen wir später kommen, feilten die Entwickler vor allem an den Elementen abseits der einzelnen Gefechte. Die mehr als 100 Missionen etwa sind in drei zusammenhängende Kampagnen aufgeteilt, die zwar keine herausragend spannende Geschichte erzählen, aber immerhin nicht mehr so beliebig rüberkommen wie die Einzelmissionen im Vorgänger. Und als wäre das nicht genug, könnt ihr all diese Missionen mit drei unterschiedlichen Space-Marine-Gruppierungen angehen. Die Ultramarines sind auf Fernkampf spezialisiert und verfügen als einzige Fraktion über Cyclone Missiles, dafür aber über einen Nahkampf-Malus. Die Space Wolves sind das genaue Gegenteil: Trefferchance-Bonus auf Nahkampfangriffe, Nachteile beim Fernkampf, schicke Frostwaffen als Bonus. Die goldene Mitte bilden die Blood Angels, die weder über Vor- noch Nachteile hinsichtlich einer Waffengattung verfügen und auch keine Extrawaffen in die Schlacht führen. Als Ausgleich dafür wurden ihnen fünf Bonus-Fokuspunkte spendiert.

Und auch hinsichtlich eurer Terminatoren (Elite-Space-Marines) hat sich einiges geändert. Ihr führt zwar immer noch ein bis zwei Fünfer-Squads ins Feld, die individuellen Charaktere sammeln nun aber im Gegensatz zum Vorgänger Erfahrung und schalten dadurch Skills, Stat-Boni sowie neue Waffen frei und lassen sich optisch anpassen. Die Konsequenz: Es ist deutlich ärgerlicher, wenn ein Terminator das Zeitliche segnet - zumindest falls ihr auf einem der beiden höheren Schwierigkeitsgrade spielt. Dann nämlich werden gefallene Squadmitglieder nach der Mission durch Stufe-1-Rookies ersetzt. Auf dem zweitniedrigsten Schwierigkeitsgrad (der durchaus fordernd ausfällt) erhaltet ihr immerhin einen Ersatz auf derselben Stufe. Dezent albern hingegen ist der leichteste Schwierigkeitsgrad, auf dem Terminatoren unsterblich sind - das führt die ganze Taktiererei ad absurdum.

Missionen, in denen ihr alle Gegner besiegen müsst, geht ihr am besten defensiv an - die Genestealer kommen eh zu eurem Squad gerannt. Quelle: PC Games Missionen, in denen ihr alle Gegner besiegen müsst, geht ihr am besten defensiv an - die Genestealer kommen eh zu eurem Squad gerannt. Das Spielgeschehen selbst hat sich hingegen kaum geändert. Nach wie vor versteht sich Space Hulk als möglichst regelgetreue Umsetzung des gleichnamigen Brettspiels. Zu Beginn einer jeden Mission erfahrt ihr in der Taktik-Übersicht, welche Aufgabe euch erwartet. Hier präsentiert sich Space Hulk erfreulich abwechslungsreich: Mal sollt ihr eure Terminatoren evakuieren, mal einen Gegenstand bergen und hin und wieder auch einfach nur alle Feinde vernichten. Dazu platziert ihr eure Spielfiguren in einer festgelegten Landezone und bewegt diese dann rundenbasiert durch die dunklen Raumschiffgänge. Jede Aktion, ganz gleich ob Angriff, Türöffnen, Bewegung oder schlichte Drehung, kostet Aktionspunkte. Von denen verfügt jeder Terminator über eine feste (upgradebare) Anzahl. Zudem lassen sich squadübergreifend Fokuspunkte einsetzen, um einzelnen Charakteren mehr Möglichkeiten zu eröffnen.

Wichtig ist bei alledem die Sichtlinie eurer Spielfiguren: Nur Gegner, die sich direkt vor euren Terminatoren befinden, sind sicht- und somit angreifbar. Alle anderen Gegner werden durch sogenannte Blips dargestellt - rote Punkte, die nicht verraten, was sich darunter verbirgt. Mit Glück ist es ein einzelner Genestealer, mit Pech aber auch eine Gruppe oder sogar ein Broodlord. Hier gibt es im Vergleich zum Vorgänger übrigens etwas mehr Varianz an Gegnertypen, wenngleich die Feinde gefühlt alle gleich aussehen. Ihr platziert daher eure Terminatoren möglichst geschickt an Engstellen und versetzt sie in den Overwatch-Modus, damit sie sofort auf Feinde schießen, die sich in ihr Blickfeld bewegen. Dass eure Charaktere zudem nicht durch andere Spielfiguren laufen können, macht die Platzierung umso wichtiger.

Dieses schon im Vorgänger gut umgesetzte Brettspielprinzip fängt auch Ascension wieder wirklich gut ein, inszeniert es aber etwas flotter: Die Figuren laufen etwas schneller. Ihr könnt schon neue Befehle erteilen, während andere noch ausgeführt werden, oder gar die Runde beenden, während die Terminatoren sich noch bewegen - schön! Wirklich einsteigerfreundlich oder gar zu sehr auf Massenmarkt getrimmt wird das Spiel dadurch aber trotzdem noch nicht, was Fans der Vorlage sicherlich freut. Einziger Wermutstropfen: Der Hot-Seat-Mehrspielermodus aus dem Vorgänger wurde ersatzlos gestrichen. Wer also mit Freunden Space Hulk spielen möchte, muss notgedrungen das Brettspiel hervorkramen.

Meinung

Wertung zu Space Hulk: Ascension Edition (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Gut umgesetztes Regelwerk der BrettspielvorlageLevel- und Upgrade-System für TerminatorenAuf den höheren Schwierigkeitsgraden sehr anspruchsvollViel Umfang mit drei Fraktionen und über 100 MissionenKomfortabler und flüssiger als der Vorgänger, …
… aber immer noch recht langatmigTechnisch nur DurchschnittNiedrigster Schwierigkeitsgrad witzlosMehrspielermodus gestrichen
Fazit

Konsequente Weiterentwicklung des Vorgängers, die vor allem in Sachen Umfang und Langzeitmotivation überzeugt.

Bildergalerie

7
    • Kommentare (7)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Sascha Lohmueller Redaktionsleiter Print
        Zitat von Wut-Gamer
        Das ist natürlich... sehr schade.
        Kann man denn wenigstens auch auf Seiten der Symbionten spielen? Müssen Züge wie beim Brettspiel unter Zeitdruck ausgeführt werden?
        Nein, in allen drei Kampagnen spielst du nur die Space Marines. Finde ich auch schade, aber wenigstens ist das nun deutlich spannender und umfangreicher als im Vorgänger. Und Zeitdruck bei den Zügen gibt es nicht, auch ein Mitgrund, warum es immer noch ein wenig langatmig ist ;)
      • Von Sascha Lohmueller Redaktionsleiter Print
        Zitat von Wut-Gamer
        Das ist natürlich... sehr schade.
        Kann man denn wenigstens auch auf Seiten der Symbionten spielen? Müssen Züge wie beim Brettspiel unter Zeitdruck ausgeführt werden?
        Nein, in allen drei Kampagnen spielst du nur die Space Marines. Finde ich auch schade, aber wenigstens ist das nun deutlich spannender und umfangreicher als im Vorgänger. Und Zeitdruck bei den Zügen gibt es nicht, auch ein Mitgrund, warum es immer noch ein wenig langatmig ist ;)
      • Von Wut-Gamer Spiele-Kenner/in
        Zitat
        Der Hot-Seat-Mehrspielermodus aus dem Vorgänger wurde ersatzlos gestrichen
        Das ist natürlich... sehr schade.
        Kann man denn wenigstens auch auf Seiten der Symbionten spielen? Müssen Züge wie beim Brettspiel unter Zeitdruck ausgeführt werden?
      • Von Felix Schuetz Redakteur
        Zitat von Exar-K
        Ah, danke. Dann kann ich mich ruhigen Gewissens an den ersten Teil machen.
        Kannst du, ich würde aber gleich den neuen Teil spielen. Deutlich besser.
      • Von Exar-K Mitglied
        Zitat von FelixSchuetz
        Ist ein Nachfolger, keine Neuauflage des ersten Teils.
        Ah, danke. Dann kann ich mich ruhigen Gewissens an den ersten Teil machen.
      • Von Felix Schuetz Redakteur
        Zitat von Exar-K
        Ist das ein vollwertiger 2. Teil, oder eine "Gold Edition" des Erstlings?
        So ganz kann ich das noch nicht einordnen.
        Ist ein Nachfolger, keine Neuauflage des ersten Teils.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk