Half-Life 2: Die Dramen bei Valve - Ein Blick hinter die Kulissen
Während die Welt auf Half-Life 2 wartete, ahnten wenige, welche Dramen sich bei Valve abspielten. Ein Blick hinter die Kulissen. Der nachfolgende Bericht stammt aus der PC Games 02/05. Anlässlich des zehnjährigen Jubliläums von Half-Life 2 hat sich die Redaktion für eine Neuveröffentlichung des Artikels in der ursprünglichen Originalfassung entschieden.
Bevor er dieses Versprechen gibt, muss er tief Luft holen. Er zieht sich einen Stuhl heran, lässt sich darauf nieder und fährt sich mit seinen kurzen Fingern durchs rotbraune Haar. Die Konferenzteilnehmer im zehnten Stock des Valve-Gebäudes in Bellevue, Washington, warten. "Okay", sagt Valve-Boss Gabe Newell dann. "Ich freue mich, heute den Erscheinungstermin von Half-Life 2 bekannt geben zu können." Er sagt das mit einer Selbstsicherheit, die einen glauben lässt, dass er den Termin bis auf die Sekunde genau weiß. Bevor er weiterspricht, nimmt er die Brille ab und reibt sich die Augen.
Die Sekunden verstreichen. Dann erklärt er: "Wir werden Half-Life 2 auf der E3 präsentieren und es am 30. September verfügbar machen." Am 30. September? Die Fans wären auch mit September zufrieden gewesen oder mit Herbst. Selbst ein "When it's done" hätte es getan. Doch Gabe ist ein Mann der klaren Aussage. Half-Life 2 erscheint nicht hoffentlich am 30. September und auch nicht vielleicht. Es erscheint am 30. September. Als Gabe Newell am 21. März 2003 dieses Versprechen gibt, klingt er selbstbewusst. Nur der Himmel ist bewölkt.
September 2004: Im Jahr geirrt
In diesem Artikel
- Seite 1 Die Akte Half-Life 2 - Ein Blick hinter die Kulissen
- Seite 2 Die Akte Half-Life 2 - Juni, August 1999
- Seite 3 Die Akte Half-Life 2 - Mai, August 2001
- Seite 4 Die Akte Half-Life 2 - März, Juli, September 2002
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- Seite 11 Die Akte Half-Life 2 - Leserkommentare
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Es ist der 30. September 2004. Gabe Newell hat den Blick in denselben Himmel gerichtet. "Okay, was jetzt?", scheint er Gott zu fragen. Die Gedanken, die durch seinen Kopf gehen, müssen vielfältig sein. Vielleicht vermutet er einen Meteor, der aufs Valve-Gebäude kracht. Oder einen Donnerschlag, der ihn niederstreckt. Ein Computervirus könnte das Netzwerk infizieren. Alles klingt wahrscheinlicher als der Satz, den er dann sagt: "Der Tag war richtig, nur das Jahr nicht." Klaro, Gabe. Half-Life 2 ist fertig. Wer's glaubt. Sein Grinsen wird breit, als er sich umdreht und auf ein Objekt deutet, das von der Decke hängt. Es ist ein Scanner, ein mechanisches Auge aus Half-Life 2, das Fotos von Gordon Freeman schießt. Und es ist aus Pappmaché. "Wir haben den Scanner heute Morgen aufgehängt", sagt Newell mit von Stolz geschwellter Brust.
Der Plan lautet, den Scanner mit der Brechstange zu schlagen, sobald Half-Life 2 ins Presswerk geht. Genau wie damals, als er eine Headcrab zertrümmerte, nachdem die Entwicklung von Half-Life abgeschlossen war. Eine alte Tradition sozusagen. Vielleicht ist diese fünf Jahre andauernde Odyssee wirklich bald zu Ende; vielleicht steht Valve tatsächlich kurz vor der Vollendung von Half-Life 2, das während der Produktion 40 Millionen US-Dollar verschlang. Die Beweise verdichten sich: Newell trommelt das Team zum 4-Uhr-Meeting zusammen. Das hat es in den vergangenen Jahren mehr als zweitausend Mal gegeben. Jetzt findet es vielleicht zum letzten Mal statt. Das Thema heißt Club Zero. Die Mitglieder des Club Zero sind auf einer Liste eingetragen. Viele Programmierer stehen bereits darauf, aber einige Namen fehlen noch. "Zero" steht für die Anzahl an Bugs.
Jeder Programmierer, dessen Arbeitsabschnitt clean ist, darf in den Club. Tauchen neue Bugs auf, wird einem die Mitgliedschaft wieder aberkannt. So lauten die Regeln. Die Geschwindigkeit, mit der die Programmierer in den Club Zero einsteigen, lässt Newell denken, dass Half-Life 2 sehr bald fertig wird. Sogleich plagt ihn die Frage: Wird das Spiel in absehbarer Zeit auch wirklich an die Käufer ausgeliefert? Der Grund seiner Beunruhigung ist Publisher Vivendi Universal Games. "Die wollen mit uns nicht über den Veröffentlichungstermin reden", sagt er. Zwischen Valve und Vivendi tobt seit zwei Jahren ein Krieg vor Gericht. Es geht um den Verkauf und die Distribution der Spiele von Valve. Newell weiß nicht, ob Vivendi Half-Life 2 veröffentlichen wird, sobald es fertig ist, oder ob die Herausgabe bis zu sechs Monate zurückgehalten wird. Die beiden Parteien mögen sich nicht besonders. "Es war schon schwer genug, das Spiel zu entwickeln", gibt Newell zu, "aber dieses Gerichtsverfahren ist mir ein bisschen zu viel."
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Ob das allerdings ausreichend wäre daß das FBI einen deutschen Staatsbürger verhaftet ist eine zweite Frage. Aber ich fände das nur gerecht.
Den Leipziger Sprayern in Singapur drohen ja auch Stockschläge und Schadenersatz. Das wegen Sachbeschädigung. Täter werden in Deutschland noch zu oft nur mit Samthandschuhen angefaßt. Da wäre bei einigen ein rauheres Klima/Umgang gar nicht so schlecht.
das wär ein fall für die diplomaten geworden. ich bezweifele, dass das fbi sich das wegen einer solchen letztendlich lappalie angetan hätte.
Doch die Realität sieht natürlich anders aus.
Ich frag mich was er heute macht?
Was das "altern" betrifft so betrifft das eigentlich von der Grafik gesehen fast alle Games der damaligen Zeit. Man holte damals das raus, was machbar und auf vielen PC umsetzbar war. Da limitierten sowohl die Fähigkeiten der Grafikengines wie auch die Hardware die Möglichkeiten. Die heutigen grafischen Highend-Games sehen auch in 10 Jahren noch relativ gut aus, weil sie grafisch realitätsnäher sind. Aber auch diese werden trotzdem spielerisch wie auch grafisch Staub ansetzen. Die Entwicklung geht halt immer weiter.