Ryse: Test: Für PC optisch noch besser, aber spielerisch weiterhin bescheiden

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Test Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 8,99 €
Ryse: Son of Rome (PC) im Test
Quelle: Crytek

Ryse: Son of Rome im Test für PC: Mit einem Jahr Verspätung erscheint Cryteks Römerspektakel doch noch für den Heimrechner. Dank verbesserter Technik und guter Performance ist Crytek ein sauberer Port gelungen, der sich locker zu den schönsten Titeln des Jahres zählen darf. Spielerisch bleibt die blutige Antiken-Action jedoch so seicht wie auf der Xbox One.

Ohne Fleiß kein Ryse - ein Motto, das sich Crytek offenbar zu Herzen genommen hat. Denn für die PC-Umsetzung ihres Sandalenspektalels haben sich die Frankfurter viel Mühe gegeben und nochmal ordentlich an der Technik gefeilt. Als ehemaliger Xbox-One-Exklusivtitel sollte Ryse ursprünglich zeigen, wozu die Microsoft-Konsole imstande ist - doch nun will Crytek endlich auch auf modernen PCs die Cryengine-Grafikmuskeln spielen lassen. Wie gut das gelingt, klären wir in unserem Ryse-Test für PC.

Gelungene PC-Umsetzung

Der PC-Port ist schärfer, schneller und einen Tick detailreicher als das Original von der Xbox One. Wer über leistungsstarke Hardware verfügt, kann das Spiel sogar in astronomischer 4K-Auflösung erleben. Wem jedoch schon eine ganz normale 1920x1080-Auflösung genügt, darf auch schon auf guter Mittelklasse-Hardware loslegen, denn Ryse läuft bei aller Grafikpracht erfreulich flüssig. Unsere Kollegen von PC Games Hardware empfehlen beispielsweise einen AMD FX-8350 oder Intel Core i5-4570, 8 GB RAM und eine Geforce GTX 670 (30 Fps) oder Radeon R9 270X (40 Fps). Das sollte ausreichen, um alle Details raufzudrehen - einzig Super Sampling sollte man dann deaktivieren, denn das frisst deutlich mehr Leistung.

Ryse: Son of Rome (PC) Quelle: PC Games Ryse: Son of Rome (PC) Einziger Patzer der PC-Umsetzung: Die Tastenbelegung lässt sich nicht ändern. Das sollte heutzutage Standard sein! Wenigstens ist die voreingestellte Tastenbelegung aber so durchdacht, dass sich Ryse trotzdem bequem mit Maus und Tastatur spielen lässt. Alternativ kann man natürlich auch ein Gamepad verwenden.

Blutiger Rachefeldzug durch die Antike

Inhaltlich ändert sich nix: Als römischer Zenturio Marius Titus erleben wir ein toll inszeniertes, aber spielerisch simples Sandalenepos, das den Helden vom prächtigen Rom bis ins antike Brittanien führt, während er versucht, den Mord an seiner Familie zu rächen. Das unverbrauchte Setting verpackt Crytek leider nur in lineare, eng abgesteckte Levelschläuche, in denen Marius die meiste Zeit damit verbringt, zahllose Barbaren mit seinem Gladius bekannt zu machen.

Ryse: Son of Rome (PC) Quelle: PC Games Ryse: Son of Rome (PC) Ryse ist voll und ganz auf seine brutalen Kämpfe zugeschnitten: Mit der linken Maustaste werden Schwerthiebe ausgeteilt, die rechte ist für Schildattacken zuständig. Letztere richten zwar weniger Schaden an, bringen aber gepanzerte und flinke Gegner ins Straucheln und sind daher unverzichtbar. Feindliche Hiebe blocken wir mit der Leertaste ab und schweren Angriffen weicht Marius mit einer Seitwärtsrolle aus. Das alles spielt sich gut und vermittelt ein befriedigendes Gefühl von Wucht, allerdings fällt das Kampfsystem so anspruchslos aus, dass es schnell an Reiz verliert.

Lieber schauen als hauen

Schließlich geht's in jedem Gefecht darum, die Feinde so lange zu verdreschen, bis ein Schädelsymbol über ihnen erscheint. Dann muss man nur noch die E-Taste drücken und Marius führt einen fantastisch inszenierten, deftigen Finishing Move aus. Diese brutalen Tötungsszenen laufen automatisch ab und gehen daher nicht als richtige Quicktime-Sequenzen durch - wenn wir im richtigen Moment die entsprechenden Maustasten drücken, erhalten wir dafür mehr Lebenspunkte, Erfahrung oder andere Boni. Welche Belohnungen wir für unsere Finishing Moves bekommen, bestimmen wir blitzschnell per Mausrad, selbst mitten im Gefecht. Für verdiente Erfahrungspunkte kann Marius zusätzliche Finishing Moves und kleinere Statusboni freischalten, was in der Praxis aber kaum motiviert - dafür fühlen sich die Upgrades einfach zu unbedeutend an.

So toll die Action also auch aussehen mag, so ganz ohne Bonuswaffen, bedeutsame Upgrades oder raffinierte Kombos sind die Kämpfe einfach zu flach geraten. Die Gegnertypen wiederholen sich außerdem schnell und auch die Kamera nervt hin und wieder, wenn sie wieder mal selbstständig einen dramatischen Winkel wählen will, dabei aber prompt unsere Angreifer aus dem Blick verliert.

Ryse für PC im Video-Review

Flaches Gameplay

Abseits der Schwertkämpfe hat Ryse leider nur wenig zu bieten. Erkundungsabschnitte, Story-Entscheidungen, Umgebungsrätsel - das alles sucht man ebenso vergeblich wie zum Beispiel dramatische Reitszenen. Hin und wieder müssen wir nur mal an einem Pfeile verschießenden Geschütz Platz nehmen und damit Wellen von Angreifern bekämpfen - das spielt sich nicht nur simpel, sondern fühlt sich schlichtweg deplaziert an.

Ryse: Son of Rome (PC) Quelle: PC Games Ryse: Son of Rome (PC) Obwohl Marius den Status eines römischen Zenturios hat, darf er nur an sehr wenigen, vorgegebenen Stellen Befehle erteilen - per Tastendruck kommen ihm dann vielleicht mal ein paar befreundete Bogenschützen zu Hilfe, doch mehr Taktik ist nie gefragt. An wenigen Stellen muss Marius mit mehreren Legionären eine Schildformation bilden und damit gegen die feindlichen Stellungen vorrücken. In der Praxis tut man dabei nicht mehr, also abwechselnd zwei Tasten zu drücken und zuzugucken, wie die Legionäre selbstständig die Gegner anvisieren und mit Speeren bewerfen. So banal, dass Crytek daraus ebenso gut eine Zwischensequenz hätte machen können.

Aufwendige Cutscenes

Überhaupt hat man oft den Eindruck, Ryse möchte mit seiner filmartigen Inszenierung lieber ein cineastisches Erlebnis als ein richtiges, forderndes Videospiel sein. Und wer mit dieser Erwartung an das Spiel rangeht, bekommt auch tatsächlich einiges geboten. Die Story trieft zwar vor Klischees und Pathos, ist aber auch mit langen, toll gemachten Zwischensequenzen garniert, für die Crytek enormen Aufwand betrieben hat. Professionelle Schauspieler wurden mit moderner Performance-Capture-Technik erfasst, dadurch kommen ihre Darstellungen hervorragend zur Geltung: Von den exzellenten Sprecherleistungen über die detailierten Gesichtszüge bis hin zum stimmungsvollen Sound hinterlassen die meisten Charaktere einen tollen Eindruck. Einzige Ausname: Die Barbarentochter Boudica, deren Gesichtszüge eher hölzern und unnatürlich wirken.

Rein handwerklich sind die Videos also klasse gemacht. Leider lassen sich die Autoren aber dazu hinreißen, ihre eigentlich bodenständige Heldengeschichte mit unnötigen Fantasy-Elementen zu vermischen. Das zieht die Stimmung deutlich runter. Nach einem gelungenen Einstieg wird die Geschichte außerdem so sprunghaft und unzusammenhängend erzählt, dass Marius' Entwicklung vom treuen Soldaten zum von Rache getriebenen Einzelkämpfer zunehmend unglaubwürdiger wird. Am Ende bleibt Ryse daher trotz starker Inszenierung und coolem Römer-Setting nur ein spielbarer B-Movie, der viel Potenzial seiner Geschichte verstreichen lässt.

Spielzeit und Multiplayer

Ryse: Son of Rome (PC) Quelle: PC Games Ryse: Son of Rome (PC) Rom wurde zwar nicht an einem Tag erbaut, zum Durchspielen von Ryse reicht's aber locker - etwa sechs Stunden lang ist man mit der Einzelspieler-Kampagne beschäftigt. Wer danach noch Lust auf mehr hat, kann sich in den kooperativen Mehrspielremodus stürzen. Als Gladiator bestreiten wir hier gemeinsam mit einem Online-Mitspieler kurzweilige Arena-Gefechte. PvP-Kämpfe sind allerdings nicht möglich, der Mehrspielerpart bietet nur Kämpfe gegen immergleiche Gegnerwellen an. Das spielt sich auf Dauer ähnlich simpel wie der Singleplayermodus und spannende Aufgaben hat man hier auch nicht zu erledigen, doch für ein paar Runden am Abend geht das schon in Ordnung.

Für gewonnene Koop-Partien verdienen wir Ingame-Währung, die wir in Booster Packs investieren - diese enthalten dann frische Ausrüstung, mit der wir unseren Gladiator nach und nach verbessern. Anders als in der Konsolenfassung enthält die PC-Version hierbei keinerlei Microtransactions, man kann also keine Boster Packs für echtes Geld kaufen und sich dadurch einen Vorteil verschaffen. Stattdessen muss man sich alle Fortschritte selbst erspielen. Cryteks hauseigener Online-Dienst GFACE kommt übrigens nicht zum Einsatz, der Multiplayer von Ryse läuft über Steam. Die DLC-Pakete der Konsolenfassungen sind außerdem schon enthalten - PC-Spieler bekommen alle zusätzlichen Arenen und Skins der Konsolenfassung gleich mitgeliefert.

Ryse: Son of Rome ist ab 10. Oktober für PC erhältlich, kostet 40 Euro und muss über Steam aktiviert werden.

Meinung

Wertung zu Ryse (PC)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Fantastische InszenierungUnverbrauchtes SettingWuchtiges KampfgefühlErstklassig umgesetzte CharaktereSchicke ZwischensequenzenAufwendiger Sound, stimmungsvolle MusikGute PC-UmsetzungSehr gute Sprecher, deutsch wie englischAbwechslungsreiche UmgebungenAlle DLCs der Xbox-One-Version enthalten
Anspruchloses KampfsystemVon Anfang bis Ende gleiche BewaffnungLineare Levels, eintöniger SpielablaufUninteressantes UpgradesystemKeine coolen Kombos, Konter oder SpezialattackenSprunghafte Erzählweise schadet der SpannungUnnötige Fantasy-Elemente in der StoryArg simple Minispiele (z.B. Geschützsequenzen)Tastenbelegung lässt sich nicht ändernKurze Spieldauer der Kampagne (ca. 6 Stunden)

Bildergalerie

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    • Kommentare (41)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Kirk1701abcde Gelegenheitsspieler/in
        Sonic Boom läuft mit Cryengine
      • Von Kirk1701abcde Gelegenheitsspieler/in
        Sonic Boom läuft mit Cryengine
      • Von zittrig Stille/r Leser/in
        Habe das Game gerade beendet.

        Starke Grafik, Atmosphäre auch da. Story, naja, Crytek halt. Gameplay passt. Schlauchlevel und Waffenmonotonie ....naja. Hat trotzdem Spaß gemacht.

        Nervt:
        - 2 Bugs gehabt, wo ich keine Speere aufsammeln konnte obwohl Markierung vorhanden war, musst dann den letzten Speicherpunkt neu laden.
        - Aktives Vsync produziert, zumindest bei mir aufm PC, genau so wie bei COD: Ghosts, knarzende Videosequenzen.

        Darf beides gerne behoben werden.
      • Von Wener80 Anwärter/in
        Sechs Stunden gute Unterhaltung.
        Gut?
        So gut, wie ein Videospiel es halt machen kann.
        Es gibt viele Titel, die mit Preisen überhäuft werden, aber dennoch nichts dahinter haben.
        Zu einfache Spielmechanik? - Dann nennt mir die Herausforderung bei COD.
        Gleiche Gegnermodelle? Wieviele zählt ihr bei Shootern? Dort beschwert sich auch niemand.
        Das Setting ist frisch.
        Die Optik und der Sound sind sehr beeindruckend.
        Die Story ist für ein Videospiel, nach meiner Meinung, sehr gut.

        Irgendwie erinnert mich Ryse sehr an Gears of War 2.
        Linear, simpel, brutal, gutaussehend und gut erzählt.
        Mehr brauche ich nicht.
      • Von LOX-TT Mitglied
        Zitat von SphinxBased
        spiel is geil und ende!!!!!!!!
        Geschmäcker/Meinungen sind auch verschieden und ende! (ein Ausrufezeichen reicht %) )
      • Von SphinxBased Mitglied
        immer das gegäcker wegen dem linearen spielablauf............kann,s nicht mehr hören!!!!!!!!!
        hört doch mal auf auf solchen sachen rumzureiten und beurteilt den gesamteindruck des
        spieles.schließlich is das empfinden immer subjektiv und bewertet jeder anders.
        spiel is geil und ende!!!!!!!!
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