Styx: Master of Shadows im Test - Meisterdieb Garrett bekommt grünhäutige Konkurrenz - Video-Update
Meisterdieb Garrett hat mit Goblin Styx grünhäutige Konkurrenz bekommen. Nachdem wir nun die Kampagne abschließen und dabei mehrere Schwierigkeitsgrade ausprobieren konnten, verdient sich das Meuchel-Abenteuer das Prädikat "Gut". Ausführliche Eindrücke zum Schleichspiel liefern euch zudem unsere Videos zum Test.
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Goblin Styx ist ein richtig sympathischer kleiner Mistkerl! Sein Leben verbringt er damit, Meuchelmorde zu erledigen und sich als Dieb zu verdingen. In der düster gestalteten Fantasy-Welt in Master of Shadows dreht sich dabei alles um das Geheimnis des so genannten Weltenbaums. Bewacht von Elfen und Menschen, sorgt das Goldharz des Baumes für unbegrenzte Macht. Die Sache hat nur den Nachteil, dass Goldharzkonsumenten von dem Zeug abhängig werden. Das gilt auch für unseren kleinen Grünling Styx. Übrigens, den kleinen Wicht kennen manche von euch vielleicht noch von seinem Auftritt als zweiter Spiel-Charakter im storylastigen Action-RPG Of Orcs and Men.
UPDATE: Da wir die Kampagne inzwischen beenden konnten und verschiedene Schwierigkeitsgrade ausprobiert haben, folgt unser finaler Test zum Spiel.
Klonkrieger und Story-Konfusion
Styx: Master of Shadows - Typische Arbeitshaltung unseres Goblins: Wir lauern an einer Ecke und begutachten den vor uns liegenden Abschnitt.
Die in Rückblenden erzählte Geschichte in Styx ist in englischer Sprache vertont und mit deutschen Untertiteln versehen. Die teils kernigen Inhalte sorgen für manches Schmunzeln, was sicher auch am guten Sprecher der Hauptfigur liegt. Die übrigen Sprecher kommen da leider nicht so ganz mit, was ein bisschen an den ansonsten gut einzustufenden Dialogen kratzt. Gerade die Nebenfiguren bleiben über weite Strecken recht farblos.
Die Geschichte rund um die Droge Goldharz offenbart Intrigen und Korruption zwischen Menschen und Elfen des Atrium-Komplexes, was in einem Mix aus Zwischensequenzen und gezeichneten Standbildern erzählt wird. Ein unerwarteter Twist sorgt zudem für Spannung – doch leider verzettelt sich der anfangs noch gut nachvollziehbare Story-Faden in konfuse Fragmente. Dadurch fällt es uns am Ende schwer, nachzuvollziehen, worum es jetzt eigentlich geht. Wollte Goblin Styx uns zu Beginn doch eigentlich nur von seinem großen Raubzug berichten, sind wir mehr und mehr in einem Gewirr verstrickt, in dem es um Klone und verlorene Erinnerungen sowie um einen Krieg zwischen Menschen und Elfen geht. So richtig schlüssig und zusammenpassend wirkt das nicht, zumal die Nebenfiguren zu wenig charakterisiert werden. Trotzdem halten einen die einzelnen Story-Schnipsel bei Laune und sorgen dafür, dass man weiterspielen möchte.
Fantasy-Setting und Vertikal-Architektur
Quelle: PC Games
Styx: Master of Shadows - Welche Rolle der hier gezeigte Elfen-Botschafter im Spiel wohl hat ... nein, wir spoilern nix.
Die Spielwelt in Master of Shadows besteht aus einem riesigen, verschachtelten und in großzügige Levels unterteilten Stadtturm, dem Atrium von Akenash. So schleicht und turnt ihr unter anderem durch düstere Gewölbe, erkundet eine gigantische Verbrennungsanlage, infiltriert einen Gefängniskomplex oder durchsucht eine Bibliothek nach Dokumenten. Die Grafik fällt dabei ganz ordentlich aus, besonders die Lichtstimmung ist sehr gelungen. Texturen sollte man aber nicht zu genau und aus nächster Nähe betrachten, da sie meist unscharf und verwaschen daherkommen. Von einer Next-Gen-Grafik kann man da nicht gerade sprechen. Gelungen sind dagegen der Soundtrack und die Soundkulisse. Wenn wir uns mit Styx gerade mal wieder versteckt haben, lauschen wir gebannt, ob wir das Klappern der Rüstung eines sich nahenden Ritters oder das Knarzen der Lederkleidung eines Armbrustschützen vernehmen können. Auch Styx selbst verursacht, je nach Untergrund, unterschiedlich laute Geräusche – sobald er rennt, hört man das Patsch-Patsch-Patsch seiner nackten Füße, auf das Wachen schnell aufmerksam werden. Auf Teppich hingegen bewegen wir unseren Meuchelmörder flüsterleise. Möbel oder Objekte, die wir umstoßen, sorgen für Lärm, was gefährlich, aber auch nützlich sein kann. Durch die manipulierbare Umgebung lassen sich dank der Geräuschkulisse regelrechte Ablenkungen schaffen. Das Spiel sorgt so für eine schöne Stealth-Atmosphäre, in der das Gehör eine wichtige Rolle spielt.
Quelle: PC Games
Styx: Master of Shadows - Die Architektur des Atrium-Turms ist imposant und bietet reichlich Kletter-Potenzial.
Das Leveldesign in Styx bietet große spielerische Freiheit, da es sehr viele Wege gibt, wie ihr einen Abschnitt erkundet. Die Architektur der großvolumigen Levels bietet reichlich Kletter- und Schleich-Potenzial. Hier drängt sich der Vergleich mit Dishonored oder auch Assassin's Creed förmlich auf. Jeder Level lädt dazu ein, alle Ecken zu erkunden, um vielleicht einen besseren Weg zu entdecken, wie man den Wachen ein Schnippchen schlagen könnte. Da ihr jederzeit speichern könnt, ist man schnell dabei, verschiedene Varianten zu probieren, was einen Großteil des Spielspaßes in Styx ausmacht. In der zweiten Hälfte des Spiels recyclen die Entwickler einen Teil der Levels, man hat das Gefühl, dass man sich von einem gewissen Punkt im Atrium-Turm quasi zurückarbeitet. Das mag sich zwar negativ anhören, ist aber gar nicht mal so schlimm. Denn dank der reichhaltigen Bewegungsmöglichkeiten in den einzelnen Levels könnt ihr ganz neue Wege ausarbeiten. Obendrein ändert sich die Anzahl und Zusammensetzung der Gegner drastisch, sodass man keineswegs einen gemütlichen Spaziergang durch bekanntes Terrain befürchten muss. Trotzdem wäre vielleicht der ein oder andere frische Schauplatz wünschenswert gewesen.
Der Sprung in den Tod – Schwachpunkt Steuerung
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Speichern, laden, speichern, laden – das gehört zu den am meisten von uns getätigten Aktionen im Spiel. Gerade weil die teils Schwindel erregende Levelarchitektur uns dazu motiviert, mit unserem kleinen Wicht ausgiebig zu klettern und zu springen, bringt uns die dabei äußerst unpräzise arbeitende Steuerung öfter mal an den Rand des Wahnsinns. Egal ob mit Maus und Tastatur oder mit Gamepad – nur allzu oft verpasst Styx um Haaresbreite eine rettende Kante oder dreht sich ein Stück zu weit, so dass er mit einem gellenden "Fuck Yooouu…!" in die Tiefen des Atrium-Turms stürzt. Andererseits vollführt er wieder seltsam aussehende Manöver beim Sprung, was für ein etwa unrealistisches Kletter-Erlebnis sorgt. Generell sind die Animationen nicht die allerbesten und wirken hin und wieder ungelenk.
Viele Grüße und ein schönes Wochenende wünscht Stefan W.
Styx ist jedenfalls ein unterhaltsames Stealth-Game geworden - lediglich bei KI und Steuerung musst du dich mit Macken abfinden, aber das lässt sich, denke ich, verschmerzen, da Styx viele schöne Spielspaß-Momente bietet, wenn "der Hase mal so richtig läuft". ^^
Einen schönen Abend wünscht Stefan W.
Es handelt sich hierbei auch quasi um den Nachfolger von Of Orcs and Men. ;)