Stronghold Crusader 2 im Test: Sandbox-Modus rettet vor dem Burgeinsturz
Stronghold Crusaders 2 im Test: Burgen errichten und verteidigen und mit Armeen feindliche Festungen einnehmen - das ist das Markenzeichen der langlebigen Stronghold-Serie und steht auch im neuesten Teil wieder auf der Tagesordnung. Warum die Burgenbau-Sandbox trotz biederer Inszenierung und altbackener Grafik Spaß macht, verraten wir euch im nachfolgenden Testbericht.
Die Katapulte der Gegner kommen langsam in Sicht. Flankiert von Bogenschützen und Fußsoldaten rumpeln die Belagerungswaffen auf die Burg zu. Die Armbrustschützen nehmen ihre Stellung auf den Zinnen ein. Die Kriegskunde in ihren Käfigen vor den Mauern beginnen, zu bellen. Da reißt ein Geschoss eines Katapults ein klaffendes Loch in die Seite einer Mauer der Festung. Und schon pfeifen die Pfeile durch die Luft.
Stronghold Crusader 2 versetzt euch in die Zeit um das Jahr 1189 nach Christus. Richard Löwenherz befindet sich auf einem Kreuzzug im Heiligen Land und muss sich dem Widerstand von Sultan Saladin stellen. Eure Aufgabe lautet, Burgen zu errichten, Armeen aufzustellen und die Festungen der Feinde in Schutt und Asche zu legen.
Klassisch
Quelle: PC Games
Der Bergfried ist das wichtigste Gebäude in der Burg. Fällt er, dann ist die Mission verloren.
Zwölf Jahre mussten Fans von Stronghold Crusader auf einen würdigen Nachfolger warten. Zwar erschienen mit Strongold 2 und Stronghold 3 zwischenzeitlich ebenfalls Titel in der Serie, diese konnten die Erwartungen der Fans aber nicht erfüllen. Mit Stronghold Crusader 2 möchten die Firefly Studios nun wieder zu alter Tugend zurückfinden, was auch gelingt – allerdings anders, als man das vielleicht erwarten würde.
Grundsätzlich spielt sich Stronghold Crusader 2 wie der Vorgänger von 2002. Das heißt allerdings auch, dass man ein Strategiespiel vor sich hat, das sich anfühlt, als wäre es zwölf Jahre alt. Grafisch kann der Titel mit kantigen und detailarmen 3D-Modelle sowie wenigen und mauen Effekte nicht überzeugen. Verglichen mit aktuellen Genre-Vertreten präsentieren sich auch die Missionen zu bieder, zu wenig passiert zwischendurch. Die Inszenierung der Geschichte ist nicht besonders spannend und lädt kaum dazu ein, erfahren zu wollen, was als nächstes passiert. Im ersten Durchgang machen die Aufgaben dennoch Spaß. Man analysiert die Situation und entscheidet, welche Einheiten man bei einer Eroberung wann einsetzt. Außerdem kommt Spannung beim Aufbau einer Burg auf, wenn man schnell die Mauern errichten muss, bevor der Feind attackiert.
Doch die Strategien, welche die Computergegner anwenden, sind zu schnell durchschaubar. Man weiß nach wenigen Minuten, wie, wann und wo die Feinde attackieren. Zudem bleiben Einheiten auch gerne mal an der Landschaft hängen. Das sorgt nicht für Abwechslung und führt dazu, dass die sehr kurze Kampagne mit elf Missionen und auch die Einzelspieler-Szenarios schnell vergessen sind.
Mehr Spieler, mehr Spaß?
Quelle: PC Games
Der Schuss eines feindlichen Katapults reißt ein klaffendes Loch in unsere Mauer. So kann der Feind eindringen.
Dafür sticht Stronghold Crusader 2 im Sandbox-Modus heraus. Es macht einfach Spaß, entspannt die Burg der Träume aufzubauen und hin und wieder auf ein unvorhergesehenes Ereignis wie einen Tornado oder Heuschreckenangriffe zu reagieren. Die Stronghold-Serie lebte schon immer davon, Burgen zu errichten, diese auszubauen und zu verteidigen. Auch, den Wirtschaftskreislauf mit einzubinden fügt sich sehr gut ins Spiel ein. Einen Steinbruch zu errichten und zuzuschauen, wie die Arbeiter die Steine ins Lager bringen oder wie Bauern den Weizen vom Feld zu Mühle schaffen, wo das Korn dann zur Bäckerei gebracht wird, um zu Brot verarbeitet zu werden, lässt etwas die Atmosphäre eines Siedler-Titels aufkommen.
Da Stronghold Crusader 2 erst am 23. September erscheint, war es uns nicht möglich, den Multiplayer-Part auszuprobieren. Ist das Onlinespiel Stronghold Kingdoms allerdings ein Indiz auf den Mehrspielerpart, dann könnte dieser das Highlight des Titels werden. Gegen menschliche Mitspieler funktioniert das Prinzip nämlich heute noch gut, weil es Spaß macht, eine Burg zu bauen und gegen unvorhergesehene Taktiken verteidigen zu müssen. Gegen eine nicht besonders intelligent agierende KI in Szenarios anzutreten, die einfach allein von der Präsentation her nicht mehr mit aktuellen Strategiespielen mithalten können, verwehrt Stronghold Crusader 2 allerdings höhere Wertungen.

Zu dritt wurden wir jedoch von 3 KI relativ locker vermöbelt.. shame on us.
Anno sagt mir wegen dem Wirtschaftskreislauf und noch ein paar Spielmechaniken nicht zu und Siedler wird bei jedem Teil ein völlig anderes Spiel. Gibt es sonst noch Aufbaustrategie mit einem mehr oder weniger umfangreichen Warenkreislauf?
Ich habe mir jetzt Banished zugelegt aber das ist halt leider nur ein Singleplayertitel.