Infamous: First Light im Test: Gelungene Erweiterung des Universums
Glühen bei diesem DLC die Neonröhren oder bleibt alles finster? Unser Infamous: First Light Test beleuchtet die Erweiterung der Infamous-Welt und die Rolle von Fetch, die bisher nur Sidekick war und in diesem Stand-Alone-DLC nun die Hauptrolle spielt.
Hand aufs Herz! Welcher Infamous: Second Son-Spieler hat sich nicht schon mal gefragt, warum Fetch so wunderschön abgedreht ist, oder Hass gegenüber Drogendealern empfindet? Vielleicht habt ihr sogar anderweitig ein Auge auf die fesche Neon-Punkerin geworfen? Wie es auch sei, die Stand-Alone-Erweiterung Infamous: First Light behandelt den Werdegang des Mädchens mit den pinken Haaren und dem bürgerlichen Namen Abigail Walker in aller Ausführlichkeit. Wo kommt Abi her und was hat sie vor ihrer Begegnung mit Delsin Rowe, dem Haupthelden von Infamous: Second Son, gemacht? Das sind nur zwei der Fragen, die im DLC beantwortet werden. First Light lässt zunächst tief in die Psyche des Charakters blicken und verspricht eine interessante Story. Doch kann das Add-on den Spannungsbogen über die gesamte Spielzeit aufrechterhalten?
Geschwisterpärchen auf Drogen
Abigail und ihr Bruder Brent sind Straßenkids und leben im Drogensumpf von Seattle. Fetch wurde von ihren Eltern verstoßen und an die Conduit-Polizei (DUP) verraten, weil sie ihre übernatürlichen Neon- Kräfte nicht unter Kontrolle hat. So wurde Brent zu Abis einziger Bezugsperson und letztem Rückhalt. Außerdem spielt er eine entscheidende Rolle, wenn es dem impulsiven Mädchen zu viel wird. Nur er kann sie beruhigen und davor bewahren, in Ekstase zu verfallen und somit ihre Neon-Kräfte unkontrolliert freizusetzen. Nach einem harten Drogenentzug wollen die Geschwister aus dem Elend Seattles nach Kanada flüchten. Dazu müssen sie noch einen letzen Deal durchführen. Doch ausgerechnet in dieser verhägnisvollen Nacht gerät alles aus den Fugen und Brent wird von der osteuropäischen Akura- Gang entführt. Nun liegt es an Fetch, ihren Bruder aus den Fängen der mafiösen Organisation zu befreien.
Spul es zurück!
Die Story von First Light wird euch portionsweise in Flashbacks präsentiert. Fetch ist im Conduit-Gefängnis Curdun Cay gefangen und erzählt der Leiterin Brooke Augustine ihre Geschichte, die ihr nachspielen könnt. Zwischen den Story- Abschnitten werdet ihr nach harter DUP-Manier gedrillt und dürft eure Neon-Fähigkeiten in verschiedenen Prüfungen unter Beweis stellen. Leider verschenkt das Spiel im Laufe der anfänglich vielversprechenden Geschichte Potenzial. Abigail mutiert bereits kurze Zeit nach Brents Entführung zu einem seelen- und skrupellosen Killer. Erinnert ihr euch an Lara Crofts Wandlung in Tomb Raider? Fetch legt eine ähnliche Transformation in noch kürzerer Zeit hin. Viel zu oft hörten wir aus ihrem Munde die Phrase: "Ich mache es für meinen Bruder!"
Die zunächst löbliche Motivation verwandelt sich somit zu einem stupiden Vorwand, alles zu vernichten, was ihr im Weg steht. Das entreißt dem Charakter viel Authentizität. Ebenso wäre in Bezug auf die Story-Entwicklung mehr drin gewesen. Das Geschichtsgefüge verschiebt sich recht schnell zu einem uninspirierten und recht oberflächlichen Verrat-Rache-Brei, den wir schon oftmals gesehen haben. Immerhin wird die Geschichte mit guten Cutscenes in Ingame- Grafik und künstlerisch schönen Comic-Sequenzen vorangetrieben.
Seattle in Neon gehüllt
First Light entführt euch – wie das Hauptspiel – nach Seattle. Im Vergleich dürft ihr jedoch nur die obere der zwei Inseln der US-Metropole erforschen, dafür aber absolut uneingeschränkt. Eine Neuerung sind die Neon-Lumen, die nach dem Einsammeln als Kraftquelle dienen und neue Fähigkeiten freischalten. Analog zu Delsin kann Fetch so beispielsweise lernen, Neon-Raketen abzufeuern oder die Dauer ihres Ziel-Fokus zu verlängern. Überall in der Stadt platzierte Neongas-Wolken dienen zur schnelleren Fortbewegung: Jedes dieser Tore beschleunigt euch beim Hindurchlaufen. Auch neu: Durch das Drücken der L3-Taste aktiviert ihr eine Art Sonarortung, die euch Freunde und Feinde in der Umgebung selbst durch Wände hindurch aufzeigt. Fetch kann auch von Beginn des Abenteuers an so lange sprinten, wie ihre Neon- Kraft ausreicht. Delsin musste diese Fähigkeit zunächst freischalten und war anfänglich auf kurze Sprintdistanzen beschränkt.
Verschlimmbesserung de luxe
Das Karma-System, das bisher ein Markenzeichen aller Infamous-Titel war und euch ermöglichte, die Spielfigur zu einem Rowdy oder leuchtenden Helden zu formen, wird in First Light über Bord geworfen. Das kann sowohl positiv als auch negativ ausgelegt werden. Zwar müsst ihr euch nun nicht mehr mit Gewissensfragen plagen, indem ihr permanent eure Handlungen überdenkt, genau dies war aber eine der Schlüsselkomponenten der Infamous-Serie. Ähnlich wie ihr Kumpane Delsin ist auch Fetch Nichtschwimmerin. Zahlreiche Aufträge in der Nähe des Wassers werden so zur reinen Geduldsprobe. Die Missionsgestaltung von First Light hingegen lässt sich nicht lumpen. Das Repertoire umfasst unter anderem Rettungsaufträge, Scharfschützeneinsätze und Suchmissionen. Selbst das Surfen auf dem Dach eines fahrenden Transporters, den es zu beschützen gilt, ist ein Beispiel aus dem Fundus der vielfältigen Aufgaben. Langeweile und Eintönigkeit kamen bei uns nie auf. Ebenso empfinden wir das Tempo, mit dem sich Fetch bewegt und kämpft, um einiges schneller als das von Delsin.
Die stellenweise trostlose und unbelebte Kulisse wurde hingegen nicht aufgebessert. Teils wirkt Seattle dadurch etwas steril und wäre durch beispielsweise mehr Locations, an denen ihr etwas Außergewöhnliches entdecken könnt, besser bedient. Solltet ihr mal keine Lust haben, der Hauptstory zu folgen, könnt ihr jederzeit eine Arena betreten und euch durch Wellen von KI-Gegnern kämpfen. Dadurch sammelt ihr Lumen, mit denen ihr wiederum eure Fähigkeiten erweitern könnt. Nach dem Durchspielen des Titels schaltet ihr weitere Kräfte frei. Eine Minispielserie aus Rennen, bei denen ihr Lumen sammeln müsst, rundet das Erlebnis ab. Ein besonderer Clou des Spiels: Verfügt ihr über Spielstände von Second Son, könnt ihr im Arena- Modus in die Haut von Delsin schlüpfen und ordentlich Hiebe an DUP-Gegner austeilen.

ich hatte die 3 bis 4 Stunden, die ich zum durchspielen brauchte, jedenfalls Spaß
Diese Erweiterung hätte sich Sucker Punch einfach sparen sollen. Fetch ist, ausgehend von ihrem Hintergrund und ihrem Äußeren, ein unheimlich interessanter Charakter. Aber der wird durch eine schlecht geschriebene und noch schlechter inszenierte Kampagne fast völlig gegen die Wand gefahren. Der junge Conduit macht eine unglaubwürdige Wandlung durch, hat wenig zu sagen und ist völlig eindimensional. Auch die Inszenierung der Arena-Gefechte, der gleichförmigen Missionen und nicht zuletzt der flachen Bösewichte ist schwach. Trotzdem sieht First Light genauso gut aus wie Second Son und bietet explosive Gefechte. Fetchs Fähigkeiten sind gut balanciert und das Kloppen und Rennen macht zwischendurch Laune. Dennoch: Die Erweiterung ist inhaltlich meilenweit von der Qualität des Hauptspiels entfernt.
Ob das Ding jetzt wirklich was taugt weiss ich grad echt nicht^^ Ich kauf das Ding wohl erst, wenn ichs hinterher geschmissen kriege.
1. Man bekommt die Geschichte schon im Hauptspiel erzählt. Man fragt sich also NICHT was sie davor gemacht haben.
2. Man kann schon im Hauptspiel die Neonkräfte spielen. Genauso wie Video, etc.
3. Das "Tempo" ist bei Delson natürlich je nach Kraft unterschiedlich.
Also ich fand es komisch den Test zu lesen. War echt als ob jemand, der das Hauptspiel nicht kennt, mir erzählen will, wie sich das Addon dazu verhällt?
Naja.
aber da es ja die Map aus dem Hauptspiel ist und auch die Kräfte, Charaktere und Technik, wären ein paar wenige GB Update schöner als ein komplett neues Spiel...
egal. werds mir wohl eh nicht kaufen...
trotzdem danke für die Antwort
was solls denn kosten? und es ist nur als Standalone erhältlich, nicht als Update?
der Titel kostet im PSN 14,99 Euro. Ab dem 15. September wird es auch eine Boxed-Version geben. Die liegt dann im Preisbereich um die 25,- Euro. Was meinst du mit Update? First Light ist ist ein Stand-Alone-Addon, was heißt, dass du nicht das Hauptspiel (Infamous: Second Son) benötigst, um es zu spielen.
Ich hoffe, dass ich dir weiterhelfen konnte.
Viele Grüße,
Bobo