Planetary Annihilation im Test: Ambitioniert, aber unfertig

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Test Andreas Bertits - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Die Schlachten in Planetary Annihilation laufen schnell ab. Etwas zu schnell, weil die Einheiten kaum Treffer aushalten.
Quelle: PC Games

Ambitionierte, interplanetare Echtzeit-Strategie mit Startschwierigkeiten. Planetary Annihilation entpuppt sich im Test als episches Strategiespiel, das aber immer wieder deutlich zeigt. dass es unfertig veröffentlicht wurde.

Schlachten um Planeten und komplette Sonnen­systeme bietet das neue Echtzeit-Strategiespiel Planetary Annihilation. Als Anführer einer Roboter-Armee macht ihr euch auf, eine Galaxis zu erobern und kämpft dabei um ganze Planeten. Wer die Nase voll davon hat, immer nur um einzelne Gebiete eines Planeten zu kämpfen, der bekommt mit Planetary Annihila­tion von Uber Entertainment die Möglichkeit, dies in einem etwas größeren Maßstab zu tun. Denn hier schickt Ihr eure Armeen in die Schlachten um Planeten, Sonnen­systeme und eine Galaxis.

Roboter auf dem Vormarsch

Wie in Star Wars kann man die mechanischen Planeten zu einer Superwaffe umbauen und damit ganze Welten auslöschen. Quelle: PC Games Wie in Star Wars kann man die mechanischen Planeten zu einer Superwaffe umbauen und damit ganze Welten auslöschen. Als wiedererwachter Roboterherr­scher aktiviert sich sogleich euer Programm, nach anderen intelli­genten Maschinen im All zu su­chen und diese auszulöschen. Von eurem Startplaneten aus macht ihr euch also auf, die große Gala­xis zu erkunden. Dazu reist ihr auf einer Sternenkarte von Sonnen­system zu Sonnensystem. Trefft ihr auf eine andere KI, dann kommt es zum Kampf. Ihr zoomt in das Son­nensystem und könnt hier auf ei­nem Planeten euren Commander absetzen. Diesen gilt es um jeden Preis zu beschützen, denn sobald der Commander vernichtet wird, seid ihr besiegt. Um die Schlach­ten vorzubereiten, baut ihr, typisch für ein Echtzeitstrategiespiel, Roh­stoffe ab und errichtet Bauwerke wie Fabriken oder Verteidigungs­ anlagen. Nun noch eine Armee aus Panzern, Schiffen und Flugzeugen zusammenstellen und es geht auf in den Kampf.

Sternengucker

Planetary Annihilation überzeugt nicht durch eine besonders kom­plexe Auswahl an Gebäuden oder Einheiten, sondern dadurch, dass ihr pro Schlacht einen – oder auch mehrere – Planeten erobern müsst. Die 3D-Ansicht erlaubt es euch, den gesamten Himmelskörper zu betrachten, herauszuzoomen und zu anderen Welten zu wechseln. Dadurch entsteht das epische Gefühl, eine komplette Galaxie er­obern zu können. Habt ihr eine Armee zusam­mengestellt und eure Basis gut gesichert, dann bewegt ihr eure Einheiten über den Planeten hin zu den Feinden oder transportiert sie mittels Schiffen oder Telepor­tern zur Welt, auf welcher sich der Gegner verschanzt hat. Das Stein-Schere-Papier-Prinzip zeigt euch, welche Trupps gegen welche Geg­ner am effektivsten sind. Ihr benö­tigt also beispielsweise Land-ge­gen-Land-, Land-gegen-Luft- und Land-gegen-Wasser-Einheiten. Da ihr um ganze Planeten kämpft, müsst ihr stets im Auge behalten, von wo aus die Feinde angreifen, was aufgrund der Steu­erung etwas chaotisch wirken kann. Einmal um den Himmels­körper rotieren führt dazu, dass sich auch die Himmelsrichtungen ändern und man sich erst neu ori­entieren muss.

Planetary Annihilation im Video-Review

Schnell, schneller, vernichtet

Eine der Superwaffen ist eine Atomrakete, welche gleich einen ganzen Bereich mit feindlichen Einheiten ausradiert. Quelle: PC Games Eine der Superwaffen ist eine Atomrakete, welche gleich einen ganzen Bereich mit feindlichen Einheiten ausradiert. Die Kämpfe sind spannend, tak­tisch und schnell. Sogar etwas zu schnell, da sich eure Einheiten be­reits nach einem bis drei Treffern in Rauch auflösen. In größeren Schlachten, in denen man sehr vie­le Einheiten kommandieren muss, entsteht so schnell Chaos und es wird ungeheuer schwer, taktisch vorzugehen, weil die Einheiten viel schneller zerstört werden als man selbst darauf reagieren kann. Auch der Aufbau einer Basis und einer Armee geht flott von der Hand, vor allem, da die Rohstoffe in unend­lichen Mengen vorhanden sind. Interessant wird es, wenn mehre­re Planeten bei einem Kampf im Spiel sind. Dann müssen Einheiten zur anderen Welt transportiert wer­den oder man bringt im späteren Spielverlauf Düsen an einen Him­melskörper an, um diesen auf die feindliche Welt stürzen zu lassen. Besonders fesselnd ist es, eine Art Todesstern zu erschaffen, der mit seinem Laser einen Planeten kurzerhand pulverisiert. Dies zeigt, wie episch die Schlachten ausfal­len können und bringt eine völlig neue Dimension ins Spiel.

In der von uns bei Release ge­testeten Version von Planetary Annihilation kann man im Einzel­spieler-Modus nicht frei speichern. Wechselt ihr zu einem Planeten, speichert das Spiel automatisch. Da ihr eigentlich eine gesamte Galaxis erobern sollt und Kämp­fe mehrere Stunden dauern kön­nen, eine völlig unverständliche Entscheidung vonseiten der Ent­wickler. Zudem laufen Multi- und Single-Player online ab, was dazu führt, dass es selbst im Einzelspie­ler-Modus zu Lags und Verbin­dungsabbrüchen kommen kann. Offenbar sind die momentan ver­fügbaren Server auch der Menge an Spielern nicht gewachsen, denn häufige Zeitlupen-Effekte sollen die Synchronisierung der Server gewährleisten, doch diese kom­men aktuell etwas zu oft vor und hemmen den gesamten Spielfluss. Hinzu kommt, dass das Spiel nur auf Englisch spielbar ist. Glückli­cherweise müssen nicht viele Tex­te gelesen werden.

Fokus auf Mehrspieler

In einer sehr gut ausgebauten Basis warten die Truppen darauf, in die Schlacht geschickt zu werden. Quelle: PC Games In einer sehr gut ausgebauten Basis warten die Truppen darauf, in die Schlacht geschickt zu werden. Die Serverlags gehen natürlich auch im Multiplayer-Modus, in dem ihr gegen bis zu neun andere Spieler antretet, sehr auf die Ner­ven. Auch Bugs trüben den Ge­samteindruck momentan noch. So verschwinden hin und wieder die Menüs im Spiel, was einen dazu zwingt, neu zu starten; oder Trup­pen reagieren erst nach mehrmali­gem Klicken auf Befehle – tödlich für jeden Kampf. Ebenfalls einen etwas bitteren Geschmack hinter­lässt die Entscheidung der Ent­wickler, einige Features erst nach Release einzufügen, darunter bei­spielsweise die Möglichkeit, eigene Asteroidengürtel zu erschaffen.

Mehr Spieler, mehr Spaß

Der Multiplayer-Modus stellt das eigentliche Highlight von Planetary Annihilation dar. Zwar kämpft ihr hier "nur" in einem von euch ausge­wählten System und nicht um eine komplette Galaxis, durch die Dyna­mik zwischen den Spielern entste­hen abwechslungsreiche und inte­ressante Situationen. Wer schließt sich mit wem zusammen? Habt ihr einen Partner, könnt ihr auch Megabasen bauen, um euch zu zu ei­ner Einheit zusammenzuschließen. Dabei ist es wichtig, vorher schon die Positionen der jeweiligen Stütz­punkte zu bestimmen, sodass man einerseits gut zueinander findet, andererseits aber auch gleich von Beginn an einen großen Teil des Planeten abdeckt und kontrolliert. Die grandiosen Überwaffen, wie Planeten als Rammböcke zur Kolli­sion zu nutzen, sind im Multiplayer schwer umzusetzen, da dies natür­lich jeder Spieler versucht und man die Gegenspieler davon abhalten will, diese Pläne umzusetzen. Tut ihr das aber nicht, verwandelt sich das Spiel in eine öde Abfolge von Superwaffen-Einsätzen. Wem die Auswahl an Systemen nicht genug ist, der bastelt sich über den Sys­temdesigner ein eigenes Sonnen­system, in dem er sich dann span­nende Gefechte liefern kann.

Noch nicht fertig

Der gegnerische Commander verglüht nach mehreren Treffern in einer gewaltigen Atomexplosion. Damit ist diese Partie gewonnen und der Feind besiegt! Quelle: PC Games Der gegnerische Commander verglüht nach mehreren Treffern in einer gewaltigen Atomexplosion. Damit ist diese Partie gewonnen und der Feind besiegt! Auch wenn Planetary Annihila­tion eine neue Dimension in das Echtzeit-Strategie-Genre bringt, sich sehr flott spielt und auch gra­fisch aufgrund des besonderen Stils einen stimmigen Eindruck hinterlässt, bemerkt man aktuell doch recht schnell, dass man mit bestimmten Strategien direkt weit kommt. Wer gleich von Beginn an eine Armada an Kampffliegern oder sogenannten Dox-Robotern erstellt, sichert sich sehr häufig den Sieg, wodurch viele Partien ähnlich ablaufen. Ein weiterer Wermutstropfen ist, dass auch das Terrain so gut wie keine taktische Rolle spielt – bedenkt man jedoch die dürftige Wegfindung, bei der Einheiten an jedem Felsen kleben bleiben, könnte man darüber aller­dings auch froh sein.

Schade auch, dass sich Einheiten nicht verbes­sern lassen. Bekommen die Entwickler zu­mindest die Serverprobleme und Bugs in den Griff und fügen schnell eine freie Speicherfunktion ein, kann man Planetary Annihilation trotz aller Mankos jedem Echtzeit-Strategiefan empfehlen. Denn die vielen Ideen und die Möglichkeit von interpla­netaren Kämpfen gab es bisher so noch nicht im Genre. Dies sollte man erlebt haben – und 28 Euro sind zu­dem ein fairer Preis.
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Wertung zu Planetary Annihilation (PC)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Galaktische KriegeInterplanetare KämpfeKomplette 3D-PlanetenSchneller BasisaufbauKaum LeerlaufFlotte KämpfeLeicht zu erlernende SteuerungSpektakuläre Planeten-vernichtende WaffenMultiplayer (Team)-Schlachten für bis zu 10 SpielerSystem-Editor
Aktuell noch ServerproblemeKeine Speicherfunktion im Single-Player-ModusKein Offline-ModusEinige BugsTaktiken schnell durchschaubarTerrain spielt kaum eine RolleEinheiten lassen sich nicht verbessernEtwas detailarme GrafikLagsSchlechte Wegfindung der EinheitenEinheiten werden zu schnell zerstörtÖdes Tutorial in Form von VideosBiedere Präsentation der Single-Player-Kampagne

Bildergalerie

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    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Riesenhummel Gelegenheitsspieler/in
        Der test dekt sich zu 100% mit meiner Spielerfahrung. Bin sehr entäuscht von planeary Anihilation :(
      • Von Riesenhummel Gelegenheitsspieler/in
        Der test dekt sich zu 100% mit meiner Spielerfahrung. Bin sehr entäuscht von planeary Anihilation :(
      • Von Wut-Gamer Spiele-Kenner/in
        Tja schade drum aber Betaversionen kaufe ich auch dann nicht, wenn sie von kleinen, sympatischen Indie Studios kommen. Zumal man "Planeten" in diesem Spiel ohnehin in Anführungszeichen setzen muss, das scheinen wohl eher winzige Asteroiden zu sein...
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