Risen 3: Test mit Videospecial: Piranha Bytes setzt Kurs auf Gothic

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Test Stefan Weiß - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 13,50 €
Test mit Videospecial: Piranha Bytes setzt Kurs auf Gothic (1)
Quelle: Deep Silver

Die Rückkehr zu den Wurzeln soll Fans der Gothic-Spiele und des ersten Risen-Teils wieder an Bord holen. Mit mehr Magie und Mittelalter-Thematik, dafür weniger Piraten-Karibik. Nachdem wir Risen 3 komplett durchgespielt und alle drei Fraktionen intensiv ausprobiert haben, stellen wir fest, dass man die Rückbesinnung spürt und merkt. Jedoch nicht in letzter Konsequenz - das Piraten-Thema und einige Design-Altlasten sind noch vorhanden.

Piranha Bytes schlägt eine Brücke: Die Entwickler kombinieren in Risen 3: Titan Lords das klassische Gothic-Risen-Fantasy-Szenario mit dem karibischen Piraten-Voodoo-Musketen-Setting aus Risen 2: Dark Waters. Das Ergebnis führt euch in eine Spielwelt, die aus neun unterschiedlich designten Gebieten besteht, die recht frei zugänglich sind. Sie bietet Platz für drei Fraktionen, die allesamt ihre eigene Magie-komponente besitzen. Ob und wie gut das zusammenpasst und ob es die Piraten- und die Fantasy-Fans der Reihe vereinen kann, klärt unser Test.

Neuer Held und neue Geschichte

Einen Namen benötigte die Hauptfigur in Rollenspielen von Piranha Bytes noch nie und das bleibt auch in Titan Lords so. Ebenfalls geblieben ist eine Hintergrundgeschichte, die zunächst erst mal wenig von der Rückkehr zu den Wurzeln in der Spielreihe zeigt. Unser Held wird zu Beginn des Spiels von üblen Albträumen geplagt, in denen es um Seegefechte mit Untoten und Piraten geht. Im erzählerisch eigentlich ordentlichen Prolog, der zugleich als Tutorial dient, nimmt uns Piranha Bytes fest an die Hand. Während des voll im Gang befindlichen Enterkampfs mit den Untoten friert das Spiel immer wieder das Gameplay kurz ein, um uns die Steuerung plakativ einzublenden, Quicktime-Events inklusive. Das kostet gleich zu Beginn Atmosphäre, da man nur die vorgegebenen Manöver absolvieren kann. Nach dem Tutorial geht es in Kapitel 1 linear weiter. An der Krabbenküste, dem ersten Spielgebiet, das Karibikflair pur bietet, werden wir Zeuge einer ganz neuen Gefahr in der Südseewelt, in der die Titanen immer noch ihr Unwesen treiben: Finstere Schattenlords und deren dämonische Schergen dringen in die Spielwelt ein. Zu allem Übel beraubt man unseren Helden auch noch seiner Seele, was sich im Laufe des Spiels an verschiedenen Stellen bemerkbar macht.

Die Hauptstory lässt oft Charaktere des Vorgängers auftreten. Piratenbraut Patty, deren Bruder unseren namenlosen Held verkörpert, Kapitän Stahlbart selbst und Geisterpirat Crow sind mit von der Partie, ebenso einige der aus dem Vorgänger bekannten Inseln. Weiterhin sind Musketenwaffen und Entersäbel enthalten. Bogen, Schilde oder Zweihänder - die dürfen Gothic-Fans nicht erwarten.

Risen 3: Schusswaffen sind sehr mächtig im Spiel und erleichtern die Kämpfe gegen viele Monster erheblich. Risen 3: Schusswaffen sind sehr mächtig im Spiel und erleichtern die Kämpfe gegen viele Monster erheblich. Der Story-Hintergrund ist sicher keine Neuerfindung im Genre, trotzdem sind wir angenehm überrascht, wie spannend sich die Geschichte im Verlauf unserer rund 45 Spielstunden entwickelt, unvorhersehbare Twists inklusive. Im Rahmen des Hauptplots gilt es nicht nur, uns um unsere Seele zu kümmern, gleichwohl müssen wir Allianzen mit verschiedenen Fraktionen schmieden, eine Schiffsflotte auf die Beine stellen, Titanen besiegen, die Welt von den Schattenlords befreien - mächtig viel Holz für Rollenspielhelden.

Dazu gesellen sich zig Nebenaufträge, viele davon enthalten klassische Bring-, Hol-und Töte-Aufgaben, aber es gibt auch reichlich humorige und spannende Geschichten wie die Aufklärung eines mysteriösen Mordes oder das Verkuppeln zweier NPCs. Die Questdichte in Titan Lords ist die bisher höchste in der Spielereihe. Allerdings sorgt die schiere Fülle an Aufgaben auch schon mal dafür, dass wir aufgrund der Verschachtelung im Questlog schnell den Überblick verlieren, was nun als Nächstes zu tun oder welche Nebenquest wie mit der Hauptgeschichte verknüpft ist.

Risen 3 im Test: Die Story im Video-Special

Inselvielfalt: Die Spielwelt in Risen 3

Die Rückkehr zu einer großen, zusammenhängenden Welt wie im ersten Risen hat nicht stattgefunden. Entwickler Piranha Bytes bleibt dabei, den Spieler durch ein Insel- und Küstenszenario zu führen, das aber deutlich mehr Abwechslung bietet als im Vorgänger. So umfasst die First Edition von Titan Lords insgesamt neun Spiel-Areale. Die beiden Gebiete" Insel der Diebe" und "Nebelinsel" sind DLCs, welche als Bonus in der Boxed-Version der First Edition schon enthalten sind. Auch Vorbesteller der Steam-Version bekommen die beiden Inseln sofort mitgeliefert. Wer nicht vorbestellt hat, kann sich die Zusatzinseln nachkaufen. Die Schauplätze Takarigua, Antigua und die Insel der Diebe kennen wir schon aus dem Vorgänger. Allerdings hat sich auf den Inseln einiges verändert. Alte Schauplätze neu aufzugreifen ist nicht verkehrt, das praktizierte Piranha Bytes schon früher. So durften wir in Gothic 2 erneut das komplette Minental aus Teil 1 bereisen, was der Atmosphäre gut tat.

Die neuen Gebiete in Titan Lords wie insbesondere Taranis und Calador sind klasse gestaltet, sodass es neben den schon bekannten Karibik-Inseln auch wundervoll abwechslungsreiche Areale gibt, die teilweise an Skyrim oder auch Mittelerde erinnern, gut so! Praktisch in jeder Ecke gibt es was zu entdecken, was für eine hohe Motivation sorgt, sich alles anzuschauen und zu erkunden. So gibt es endlich auch wieder ausgiebige Höhlen- und Minen-Systeme, düstere Wald-Areale, von schroffen Felsen geprägte Lava-Gebiete, keine Frage - die liebevoll von Hand inszenierten Gebiete sind das Highlight in Risen 3 und tragen viel zum Spielerlebnis bei. An einigen Stellen hat es Piranha Bytes allerdings etwas übertrieben, wie etwa im Spinnen-Labyrinth des Orakels auf Kila, in dem man sich hoffnungslos verläuft. Auch in den für spätere Spielabschnitte vorgesehenen Gebieten hetzt man euch hunderte von Monstern entgegen, wodurch Risen 3 sich unnötig in die Länge gestreckt anfühlt.

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  1. Seite 1 Risen 3 im Test: Der Held und die Story
  2. Seite 2 Risen 3 im Test: Gesinnung und Kämpfe
  3. Seite 3 Risen 3 im Test: Meinung und Wertung
    • Kommentare (89)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von DarkKnight1993 Mitglied
        Das ist es meiner Meinung nach auf jeden Fall wert. Tolles Leveldesign und das Piratenzeug hat stark nachgelassen :)
      • Von DarkKnight1993 Mitglied
        Das ist es meiner Meinung nach auf jeden Fall wert. Tolles Leveldesign und das Piratenzeug hat stark nachgelassen :)
      • Von Gast1697404202 Mitglied
        Das Spiel gibts für 7,50€ im heutigen Sale - kaufen ?
      • Von Herbboy Mitglied
        Gibt es von euch nen kurzen Rat, welche Fraktion man wählen soll? Wie genau funktioniert das überhaupt? Also: bei der Magie muss man sich AFAIK entscheiden, aber bekommt man auch je nach Fraktion eine andere "Kämpferklasse" fest zugeteilt? Oder werden die Kampf-Skills ausschließlich durch bezahltes Lernen bei Lehrmeistern erlernt? Oder weigern sich später zB die Piraten-Lehrmeister, mich zu schulen, wenn ich mich für die Wächter entschieden habe?

        An sich würde ich gern in Sachen Magie die Kristallmagier/Wächter nehmen, aber die sind mir bisher extrem unsympathisch :D war aber auch erst ne halbe Stunde im Magierlager.

        Ach ja: ich schiesse immer wieder per Taste E (Schnellschuss beim Nahkampf) statt auf einen Gegner auf einen Freund, also nicht auf meinen direkten Begleiter, aber wenn zB bei einem Kampf noch einer vom Lager dazukommt und mitmischt - ist das ein Bug, oder muss man da einfach nur besser zielen? Bei dem Fokus-Kamerarumschwenken ist das halt nicht grad leicht...
      • Von knarfe1000 Spiele-Kenner/in
        Zitat von springenderBusch
        Der absolute Großteil der Spieler, inklusive mir, dürfte die gleiche Erfahrung wie Rabowke gemacht haben : Es gab voll auf die Fresse ! :-D
        Voll auf´s Maul bitte.
      • Von MisterSmith Spiele-Kenner/in
        Zitat von PeterBathge
        Ich fand es nur so absurd, dass diese Videos als Beleg für die taktische Tiefe des Kampfsystems hochgehalten werden, wenn alles, was sie zeigen, einfach nur saudumme KI ist.
        Zum einen ist das ein Ork und zum anderen ist die KI alles andere als Dumm. Wenn man den Schlag mit den Schritten nach vorne nicht vorher antizipiert, hat man kaum eine Chance noch rechtzeitig auszuweichen. Deshalb ist der Kampf auch schwer, wer etwas anderes behauptet hat einfach keine Ahnung, sorry. ;-)

        Aber es gab in Gothic 2 menschliche Gegner die noch schwerer waren wie gegen die Anführerin der Diebesgilde die mit einem Degen bewaffnet war zu kämpfen, natürlich nicht wenn man bereits hoch gelevelt war.

        Und ich kann KI nicht leiden in denen über die Steuerung gecheatet wird und der Gegner eine Reaktionszeit von 1 Millisekunde besitzt, weil bereits die Bewegung über die Tastaturabfrage mitberechnet wird. Gut, bei einem Roboter als Gegner wäre es wiederum realistisch. :-D
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