Sacred 3 im Test mit Video: Der Tiefpunkt der Reihe
Sacred 3 im Test: Für Fans ist es die wichtigste Frage: Ist das noch Sacred? Die Antwort muss lauten: nein. Das neue Entwicklerteam Keen Games macht aus dem einstigen Action-RPG eine bunte, arcadige Koop-Klopperei. Motivierendes Beutesystem, offene Welt oder wenigstens ein paar Quests? Gibt's nicht mehr. Stattdessen düst das Spiel mit naivem Humor und streng linearen Levels meilenweit an den Wünschen der Sacred-Fans vorbei. Was aber nicht heißen muss, dass das Spiel deswegen schlecht ist. Also blenden wir einfach die störende "3" im Titel aus und schauen uns an, was Sacred 3 eigentlich zu bieten hat.
Für Sacred-Fans ist Teil drei ein Schlag ins Kontor. Denn mit der Action-RPG-Reihe, die 2004 auf dem PC begann, hat dieses Spiel kaum noch etwas gemein: Ausgerechnet ihre besten Features - offene Welten, massenhaft Quests, vielseitige Skills und tonnenweise Beute - wurden ersatzlos gestrichen. Stattdessen hat Keen Games ein seichtes Actionspiel voll anstrengendem Humor gestrickt. Das Frankfurter Entwicklerteam schlägt damit einen anderen Pfad ein als die Sacred-Erfinder von Ascaron.
Gags zum Fremdschämen
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Sacred 3 erzählt eine belanglose Fantasy-Story, die von dem Herz von Ancaria handelt, irgendeinem mächtigen Artefakt, das Zane - irgendein gesichtsloser Bösewicht - dazu benutzen will, um zum Halbgott aufzusteigen. Zwischensequenzen aus dezent animierten Artworks führen durch den dünnen Plot, erzählt von blassen, leichtbekleideten Charakteren, für die sich die deutschen Sprecher durch zähe, konfuse Dialoge mühen. Dieses Niveau zieht sich leider durch's gesamte Spiel, was besonders in der überdrehten Erzählerin Aria deutlich wird: Regelmäßig meldet sich die junge Seraphim zu Wort, um unseren Spielfortschritt mit einfältigen, überbetonten Sprüchen zu begleiten. Das Geträllere soll wohl witzig oder kumpelhaft rüberkommen, wir empfanden es aber einfach nur als anstregend.
Quelle: PC Games
Optisch ist Sacred 3 gelungen, die bunten Kampf- und Zaubereffekte sind sehenswert. (PS3)
Und es kommt noch schlimmer: Im Spielverlauf schalten wir mehrere Waffengeister frei, die uns passive Kampfboni verleihen. Das ist eigentlich recht praktisch, doch leider kommentieren die Geister ständig das Kampfgeschehen: Etwa der notgeile Magier, der unsere Attacken mit pubertären Bemerkungen wie "Sexy!", "Nagel ihn!" oder "Sahnetörtchen!" quittiert. Oder die übel vertonte Elfe, die jeden ihrer Kommentare schrill singend (!) vorträgt, inklusive "Marmor, Stein und Eisen bricht" - unerträglich. Auf die englische Version auszuweichen, bringt übrigens nur wenig Linderung, denn die klingt auch nicht viel besser.
Video-Tipp: Hier gibt's eine Kostprobe des Humors. Anschauen auf eigene Gefahr.
Vier Helden plus ein fünfter
Wem es gelingt, den peinlichen Humor zu ignorieren, der hat ein solides, effektgeladenes Actionspiel vor sich. Zu Beginn suchen wir uns einen von vier Helden aus. Zur Wahl stehen die schwertschwingende Seraphim, der Khukuri-Bogenschütze, der Safiri-Krieger und die Ancarian-Lanzenkämpferin. Es gibt auch noch eine fünfte spielbare Klasse, den Malakhim, ein Dolchkämpfer und Blutmagier. Den müssen wir allerdings erst per DLC-Code freischalten, der dem Spiel in der limitierten "First Edition" beiliegt. Bedeutet für den Käufer: Sobald diese Erstauflage (Retail) vergriffen ist, muss man sich die fünfte Klasse als DLC hinzukaufen. Update: Eine Ausnahme bildet die PC-Downloadversion über Steam. Hier gibt es keine First Edition, stattdessen waren die DLCs nur für Vorbesteller gratis! Seit dem Release am 1. August 2014 ist die fünfte Klasse jedoch nicht mehr im Kaufpreis inbegriffen, sie muss man nun für 3 Euro als DLC hinzukaufen.
Nonstop-Action, die Potenzial verschenkt
Quelle: PC Games
Grauenhaft: Die singende Elfe ist eine von mehreren Waffengeistern, die das Kampfgeschehen kommentieren. (PC)
Doch egal mit welcher Figur wir spielen, der Ablauf bleibt immer gleich: Wir prügeln uns einfach von einem linearen Level zum nächsten und plätten dabei unzählige Gegner. Schade: Zufallselemente gibt es ebenso wenig wie ruhige Erkundungsabschnitte. Kurze Passagen, in denen wir einem Feuerregen ausweichen, Schlüsselteile suchen oder ein Energietor aufladen müssen, sorgen anfangs zwar noch für gute Laune, wiederholen sich später aber so oft, dass das Gameplay eintönig wird. Nett konzipierte Abschnitte, in denen wir mal auf einer riesigen Häckselmaschine stehen oder Flammenstrahlen ausweichen müssen, bilden die Ausnahme.
Das ist schade, denn die Levels von Sacred 3 sind grafisch nicht nur hübsch gestaltet, sondern auch abwechslungsreich: Wir bereisen bunte Pilzwälder, schummrige Minen, prächtige Städte, Häfen, Spinnenhöhlen, Katakomben und einiges mehr - spielerisch hätte man aus dieser Vielfalt sicher mehr rausholen können. Am Ende des Levels wartet dann stets ein obligatorischer Bossgegner auf seine Abreibung. Neben Eismonstern und anderen dicken Brocken gibt's auch ein paar originellere Bossgegner, beispielsweise müssen wir ein Schiff mit Bomben versenken oder eine tödliche Maschine lahmlegen. Die Bosskämpfe zählen daher zu den Highlights des Spiels.
Lineare Levels statt offener Welt
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Den nächsten Level wählt man auf einer Übersichtskarte aus, die das gesamte Spiel mit ihren 15 Hauptmissionen abbildet. Außerdem kommen nochmal 25 Nebeneinsätze hinzu, die den Spieler allerdings nur in winzig kleine Areale führen, in denen er lediglich ein paar Gegner weghauen muss. Und weil das meist schon in ein paar Minuten erledigt ist, tragen die Nebenlevels kaum zur Gesamtspielzeit bei. Alles in allem lässt sich Sacred 3 locker in unter 10 Stunden durchspielen, je nachdem, welchen Schwierigkeitsgrad man wählt. Und auch hier kommt wieder die First Edition ins Spiel: Neben der fünften, spielbaren Klasse kann man per mitgeliefertem DLC-Code auch einige Zusatzlevels freischalten, die bereits auf der Karte eingezeichnet sind. Die Bonusaufträge konnten wir mit unserer Testversion allerdings noch nicht ausprobieren. Update: Auch hier gilt eine Ausnahme für die PC-Fassung über Steam: Anders als die "First Edition" (Retail) sind in der Steam-Downloadversion keine DLCs inbegriffen. Die Bonuslevels muss man sich für 5 Euro hinzukaufen.

Okay, das Spiel hätte nicht eingestellt werden brauchen, nur unter einem anderen Namen halt veröffentlichen und ich glaube, Deep Silver und Keen Games haben sich bewußt den Zorn der Sacred-Community zugezogen.
Was war das schön gewesen, als ich von Diablo II zu Sacred kam mit der offenen und helleren Spielwelt, die nicht mehr so düster war. Sacred 2: Fallen Angel, der eigentliche Pedant zu Diablo II hat dies für mich! nochmals getoppt und seit Medal of Honor: Allied Assault habe ich diese Schlauchlevel eigentlich satt. Nirgends kann man auf eigener Faust etwas erkunden, nur stupide den Pfad nach vorne laufen.
Da ist Ascaron gekommen und ist in die Nische eingesprungen, was ich sehr toll fand.
Eine offene Welt bedeutet für mich erstmal eine längere Spielzeit, weil man alles erkunden kann, was man so sieht.
Dann kommt Deep Silver mit KeenGames und macht alles wieder kaputt und kehrt mit dem Spielprinzip von Sacred 3 zum Einheitsbrei von Crysis 2, Hunted, die Schmiede der Finsternis, Diablo und all diese Schlauchlevel-Games wieder zurück.
Warum macht der Verantwortliche rund um "The Witchter III" ein OpenWorld-Titel aus diesem Spiel und warum will uns Bioware in Dragon Age III größere Level, die wahrscheinlich ein OpenWorld-Feeling haben, vorsetzen?
Warum ist GTA so erfolgreich? Bestimmt nicht wegen seiner klitzekleinen Level.
... aber die Verantwortlichen rund um Sacred 3 haben zur Präsentation gesagt, daß wir ja viel zu viel Zeit mit unnötigen Laufen in Sacred 2: Fallen Angel verbracht haben. Ein Schlag ins Gesicht für die OpenWorld-Liebhaber...
(trotz seiner Fehler hat man Sacred geliebt, weil Ascaron, so meine ich, für die Community da war.)
und zum Trotz würde ich Sacred 2: Fallen Angel samt dem AddOn nochmals zum Vollpreis kaufen wollen, damit ich denen ein Zeichen setzte, daß solche Spiele ebenfalls hoch im Kurs sind.
Ich würde es KeenGames hoch anrechnen, wenn sie Sacred 2: Fallen Angel graphisch aufpolieren und der heutigen Zeit anpassen würden und nochmals als Sacred 2: Fallen Angel Reboot zum Vollpreis releasen würden. Ich wäre einer der Ersten, der vorbestellen würde, denn ich liebe den zweiten Teil abgöttischst!
Also ob Deep Silver das Pendant zu EA ist weiss ich nicht. Metro Last Light und Metro REDUX sind Titel die sie nicht an die Wand gefahren haben. Schlecht vermarktet ja, aber nicht kaputt gemacht. Überhaupt ist es ja erst dem Publisher zu verdanken gewesen, dass eine REDUX Version von Metro erschienen ist.
Was den Nachfolger betrifft, so hätte Deep Silver aus einer unerschöpflichen Quelle von Vorschlägen schöpfen können und hat dieses Angebot, wie wir wissen, nicht wahr genommen.
Überall werden doch die viel zu kleinen Schlauchlevel kritisiert und die Spielzeit ist auch so eine Sache. Trotzdem werden die Spiele zu Vollpreisen angeboten, was ich nicht gerechtfertigt finde. Zwei kleine Level muß man in Sacred 3 für je 3,00 € nachkaufen.
Zwei Minuten Spielzeit für 3,00 €, der helle Wahnsinn, was uns da Deep Silver auftischen will... Ich nenne so etwas Abzocke!
Du kannst mir sagen, was Du willst, denn unter einem Nachfolger eines Spiels verstehe ich etwas ganz anderes, als Deep Silver es uns mit Sacred 3 gezeigt hat. Leider kenne ich Command & Conquer nicht, aber ich meine, daß ich ein Teil mal gespielt habe. Weiß es aber nicht mehr so genau, da es ziemlich lange zurück liegt.
Du erwähnst den Basenaufbau, der in C&C weg gefallen ist. In Sacred 3 ist alles, was Sacred je ausmachte, weggefallen.
Was mußte ich wieder über die Sprüche der Kobolde in Sacred 2: Fallen Angel schmunzeln. In Sacred 3 habe ich nur zwei mal geschmunzelt, da mir die Kommentare der Alice gut gefallen haben, aber ansonsten: unter der Gürtellinie und so etwas kommt von einem Studio, welches Kindersoftware herstellt. So hat sich Sacred 3 auch angefühlt, für mich jedenfalls.
Soviel ich noch weiß, wurden uns zur Präsentation von Sacred 3 größere Level versprochen und nicht so klitzekleine sowie drei KI-Begleiter, wenn wir solo spielen. Ich hatte jedenfalls keine Begleiter gehabt.
Wäre Ascaron nicht kaputt gegangen, hätten wir einen waschechten Nachfolger erwarten können.
Jemand schrieb hier in dieser Community, daß Deep Silver die deutsche Antwort auf EA wäre, die aufgekaufte Titel absichtlich gegen die Wand fahren.
Die Steuerung am PC mit Tastatur und Maus ist Deiner Meinung nach sauber programmiert worden?
Ich hatte nur Probleme mit dieser hakeligen Steuerung und meine Figur ist dauernd in die andere Richtung gelaufen/ gerollt...
Das ist irrelevant, denn von einem Nachfolger erwartet man schon seit Anbeginn der Zeit, daß dieser sich mit dem Vorgänger messen kann. Das kann Sacred 3 definitiv nicht und hier liegt der Hund begraben.
PS:
das Gerülpse eines Waffengeistes fand ich schon ordinär peinlich.
Naja wenn man Sacred gespielt hat und sich dann drauf versteift es müsse einen Nachfolger geben der genau so wird, auch wenn in hunderten Previews gesagt wird es wird anderst werden, finde ich das einfach nur naiv. Wenn du dich nicht informierst, brauchst du dich auch nicht zu beschweren. Nein Von Bildern und Textnachrichten die den "gesamten" Bildschirm einnehmen weiss ich nichts. Vielleicht spielst du mit zu niedriger Auflösung da kann es dann evtl. schon passieren, dass die Textnachrichten extrem viel Platz brauchen.
Es gibt genügend Nachfolger Spiele die eine Serie vollkommen umgekrempelt haben, da ist Sacred keine Ausnahme. Schau dir mal zum Beispiel Command and Conquer an, was da ein Gebashe stattfand als man 2003 Generals rausgebracht hat oder 2010 Command and Conquer 4 als der Basenbau komplett gestrichen wurde...
Ein anderes Beispiel wäre Colin McRae Rally was sich immer mehr von der eigentlichen Rallye entfernt hat was es eigentlich mal war. Keiner hat sich drüber beschwert, weil nach Colin McRae2005 konnte ich dieses "wir haben dieses Jahr die Deutschland Rallye" dabei einfach nicht mehr ab...
Rainbow Six das nächste Beispiel einer Serie die das Spielprinzip irgendwann komplett über den Haufen geworfen hat und nach einigem Miautze der Fans waren am Ende mit Rainbow Six Vegas und Vegas2 sehr gelungene Action Titel am Start...
Die Steuerung am PC mit Tastatur und Maus ist Deiner Meinung nach sauber programmiert worden?
Ich hatte nur Probleme mit dieser hakeligen Steuerung und meine Figur ist dauernd in die andere Richtung gelaufen/ gerollt...
PS:
das Gerülpse eines Waffengeistes fand ich schon ordinär peinlich.