Panzer Tactics HD im Test: Überzeugt das DS-Remake auch auf dem PC?
Panzer Tactics HD im Test: Der deutsche Publisher Bitcomposer hat ein Remake des Nintendo-DS-Strategieklassikers Panzer Tactics HD herausgebracht. Wir haben die grafisch verbesserte PC-Version einem gründlichen Test unterzogen und verraten euch, für wen sich die Hexfeld-Schlachten des Zweiten Weltkrieges lohnen.
Hexfeld-Strategiespiele erleben zurzeit eine kleine, wohlverdiente Renaissance. Neben dem im Herbst erscheinenden Civilization: Beyond Earth haben Titel wie Age of Wonders 3 oder Warlock 2: The Exiled bereits in diesem Jahr vorgeführt, dass das einstige Lieblingsgenre vieler Hobby-Generäle längst nicht ausgestorben ist. Nun schickt der in Eschborn ansässige Publisher Bitcomposer ein weiteres Spiel mit lauter Sechsecken ins Rennen, nämlich Panzer Tactics HD. Genre-Veteranen könnte der Titel bekannt vorkommen, schließlich feierte das Zweite-Weltkriegs-Strategiespiel vor sechs Jahren einen kleineren Achtungserfolg auf Nintendos Handheld DS. Da es aber im Gegensatz zu Handhelds mit dem grandiosen Panzer Corps: Wehrmacht (85 Spielspaßwertung in PCG 08/2011) und dem kostenlosen Open General schon zwei echte Platzhirsche für die eher nischigen Hexfeld-Panzerschlachten auf dem PC gibt, muss sich Bitcomposers DS-Remake bei der haushohen Konkurrenz mehr als warm anziehen.
Im Grunde genommen ähneln sich alle drei genannten Titel stark dem Strategieklassiker Panzer General aus dem Jahre 1994 – man könnte sie sogar als Klone bezeichnen: Ihr schlagt komplexe Schlachten des Zweiten Weltkriegs auf Hexfeld-Karten, indem ihr Zug für Zug eure Flieger, Fahrzeuge, Fußtruppen und Artillerie wohlbedacht einsetzt und auf die Reichweiten eurer Geschütze achtet und die Wetterberichte im Hinterkopf behaltet. Die Herausforderung in den Missionen besteht darin, dass ihr zum einen eure Kerneinheiten, die ihr ins nächste Schlacht mitnehmen dürft, möglichst verschonen solltet und zum anderen die gestellte Aufgabe innerhalb einer bestimmten Rundenzahl absolvieren müsst.
Quelle: PC Games
Die Bonus-Mission auf dem Sueskanal ist das einzig wirklich herausfordende Level der deutschen Kampagne.
Was aber in der Panzer General-Reihe für eine gewisse Motivation sorgte, nämlich die fiktiven Szenarien um die Invasion Großbritanniens oder der Vereinigten Staaten für besonders erfolgreiche Heerführer, fehlen gänzlich in Panzer Tactics HD. Diese kleine Schwäche macht das DS-Remake jedoch mit etwas intelligenteren Missionszielen wieder wett: Statt auf jeder einzelnen Karte nur eine Handvoll Städte einnehmen zu müssen, besteht eure Aufgabe auch mal darin, flüchtende englischen Truppen in Dünkirchen aufzuhalten oder die britischen Flakstellungen um den Sueskanal auszuschalten. Zudem gibt es noch besondere Sekundärziele in den Missionen. Mal geht es darum, einen Offizierskonvoi abzufangen oder ein Schlachtschiff zu versenken. Da die Boni für diese Aufgaben ziemlich mager sind, solltet ihr euch gut überlegen, ob ihr eure erfahrenen Kerneinheiten für solche waghalsigen Aufgaben verschwenden wollt.
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Panzer Tactics HD beschert euch eine Spielzeit von mehr als 50 Stunden, in denen selten Langweile aufkommt. Dass das Spiel kurzweilig wirkt, hat vor allem mit dem knackigen Schwierigkeitsgrad zu tun. Mag die erste der drei Kampagnen, in der ihr euch als deutscher General vom Polenfeldzug bis nach Stalingrad unter Beweis stellt, noch recht einfach für Spieler mit Genre-Erfahrung über die Bühne gehen, sollte man sich auf die fast unmöglichen Szenarien aufseiten der West-Alliierten und Sowjets gefasst machen. Hier müsst ihr sehr darauf achten, dass etwa nicht mehr als fünf Kerneinheiten in der Schlacht um Moskau verloren gehen oder solltet für einen Drei-Sterne-Sieg die Szenarien mehrmals spielen, damit ihr jeden einzelnen Fußsoldaten oder Panzer optimal einsetzt. Im Vergleich zu Open General oder Panzer Corps ist die Komplexität in Panzer Tactics HD etwas geringer, da ihr statt mit über 800 "nur" mit rund 150 unterschiedlichen Einheiten hantiert.
Dies stört aber kaum, da der Schwierigkeitsgrad – wie gesagt - in den letzten beiden Kampagnen ungeheuer hoch ist und man zudem die Truppen mit unterschiedlichen Offizieren aufwerten kann. Schade ist jedoch, dass die Feind-KI nicht gerade mit den Qualitäten eines Schukows oder Rommels daherkommt, sondern vielmehr durch relativ dummes Agieren auffällig ist - wir hatten sogar das Gefühl, dass der Computer deutlich klüger im altehrwürdigen Panzer General mit seinen Truppen umging.
Zwei weitere Mankos sorgen am Ende dafür, dass Bitcomposers sonst relativ tadelloses - aber nicht gerade hübsches Spiel - ohne einen Award auskommen muss: Zum einen fehlt der PC- und der iOS-Fassung ein Mehrspielermodus und zudem hätte die dem DS-Original ähnelnde Steuerung noch ein wenig für die PC-Version optimiert werden müssen.
