Child of Light im Test: Hübsches RPG mit wenig Tiefgang, aber umso mehr Atmosphäre
Im Test zu Child of Light begaben wir uns auf die Reise durch eine malerisch gestaltete Rollenspielwelt. Kaum ein Abschnitt des Spiels gleicht dem anderen, und die handgezeichneten Hintergründe sprühen nur so vor Charme. Ob Child of Light auch spielerisch überzeugt, lest ihr in unserem ausführlichen Test.
Child of Light im Test: Was macht man, wenn man eine Engine wie jene für Rayman Legends kreiert, diese nach dem Release des Spiels nicht verkommen lassen möchte und genügend Zeit übrig hat? Anscheinend setzt man sich hin und entwickelt ein charmantes und bildhübsches 2D-Rollenspiel wie Child of Light. Tatsächlich teilen die beiden eigentlich grundverschiedenen Spiele sich zahlreiche Elemente: Die Animationen der Figuren wirken vertraut, Items sind wie bei Rayman hinter Gegenständen, die nur auf den ersten Blick massiv erscheinen, verborgen und die Energie- und Magiekugeln schweben auf genau dieselbe Art und Weise durch die Luft wie in Legends. Wie auch Raymans Hüpf-Epos erscheint Child of Light zudem auf so ziemlich allen aktuellen Konsolen und kann somit neben dem PC in den jeweiligen Download-Shops von PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One und Wii U heruntergeladen werden. Abseits dieser Gemeinsamkeiten ist Child of Light jedoch ein völlig eigenständiges Abenteuer, das durch eine einmalige Atmosphäre und die wunderschöne Grafik besticht.
Weltenbummler
Quelle: PC Games
In den Kämpfen treten stets zwei unserer Party-Mitglieder auf einmal an. Wir können sie zudem jederzeit mit den anderen Heroen auswechseln und müssen dafür keine Runde aussetzen. Man merkt: Child of Light ist definitiv auf eher unerfahrene Rollenspieler ausgelegt.
Die Handlung versetzt euch in Gestalt des kleinen Mädchens Aurora in das Fantasy-Reich Lemuria. Der realen Welt entrissen, macht sie sich gemeinsam mit Igniculus, einer Art kleiner, blauer Fee, auf, um den Weg nach Hause und zurück zu ihrem Vater zu finden. Aus dieser simplen Ausgangslage entwickelt sich eine spannende Story mit zahlreichen überraschenden Wendungen und emotionalen Momenten. Diese Qualität ist nicht zuletzt auf die sympathischen Figuren rund um Aurora zurückzuführen, die sie im Verlauf der Story trifft und die sich allesamt aus unterschiedlichen Motiven ihrer Party anschließen. Einige wenige Sequenzen sind dabei in deutscher Sprache vertont, der Großteil der Geschichte wird jedoch in Textform übermittelt. Abseits der etwas grob gezeichneten Figurenbilder während der Dialoge tut dies der Stimmung aber keinen Abbruch. Nett: Sämtliche Gespräche sowie Erzählertexte sind in Reimform gestaltet. Zwar fallen manche der Gedichte etwas hölzern oder holprig aus, die Mühe, die hinter dieser Entscheidung steckt, ist aber dennoch beachtlich.
Viel zu entdecken
Gemeinsam reist die bunte Truppe durch eine malerisch gestaltete Welt. Kaum ein Abschnitt des Spiels gleicht dem anderen, und die handgezeichneten Hintergründe sprühen nur so vor Charme. Schon früh im Spiel erhaltet ihr die Fähigkeit, frei durch die Gebiete zu fliegen und diese nach versteckten Schatzkisten und nach Collectibles, die euch mehr über die Hintergründe der Story verraten, sowie nach Items zur Verbesserung eurer Status-Werte zu durchforsten. Ignuculus könnt ihr dabei auf den Konsolen jederzeit mit dem rechten Analogstick - beziehungsweise auf dem PC mit der Maus und auf der PS4 wahlweise mit dem Touchpad - steuern. Er kann Items einsammeln und dunkle Gebiete für euch erhellen.
Diese Aufgabe kann auch ein zweiter Spieler übernehmen, aufgrund der sehr simplen Struktur macht das aber kaum Spaß. Abseits der Items zur Verbesserung eurer Status-Werte steht euch ein spartanisch aufgebautes Crafting-System zur Verfügung, in dem ihr Kristalle mit verschiedenen Effekten miteinander kombinieren und eure Ausrüstung dadurch verbessern könnt. Auf das eigentliche Aufleveln, welches klassisch auf Basis von XP-Punkten basiert, habt ihr keinen Einfluss; welche Werte wann verbessert werden, gibt das Spiel vor. Immerhin: Für jeden Levelaufstieg erhaltet ihr jedoch einen Fertigkeiten-Punkt, den ihr anschließend in einen Skill-Tree investieren können. Auf diese Weise erlernt ihr zum Beispiel neue Zauber, steigert eure Verteidigung dauerhaft oder erhöht die prozentuale Chance, feindlichen Angriffen auszuweichen. Da das Leveln sehr rasch vonstatten geht und ihr am Ende des Spiels ohnehin so gut wie alle Fähigkeiten freigeschaltet habt, könnt ihr euch aber auch hier nicht wirklich individuell austoben.

das würde mich vermutlich ich auch mit m/t und 2 analogsticks leicht überfordern.
im video wirkt das eher so, als wäre das nur in ausnahmefällen mal so.
vielleicht könnt man das igniculus auch einfach ein wenig mehr automatisieren? so wirklich viel scheint das vieh ja eh nicht zu machen.
ich bin immer noch der meinung, dass ubi das irgendwie hinbekommen hätte.
Von daher hat man in der Regel sogar genug Zeit das Kind vom Schoss zu nehmen und neben sich zu stellen um dann via Maus Igniculus zu steuern oder halt via Tastatur Aurora. Aber eigentlich ist das gar nicht nötig, da Aurora mit WASD vom Papa ODER den Pfeiltasten vom Kind gesteuert werden kann während die Mama wenn sie Lust hat zur Maus greift um zu helfen.
Fast alles ist auch rein über Tastatur (also mit Aurora) zu schaffen. Nur wenige Kisten/Rätsel erfordern zwingend Igniculus.
Und mit Aurora allein kann man vielen Kämpfen nicht aus dem Wege gehen.
Noch mehr Automatisieren würde ihn höchstens überflüssig machen.
Doch er soll ja dem Kind den Weg zeigen bzw. Aurora die Richtung weisen. Oder er findet Gegenstände und hilft manchmal versehentlich während Papa/Mama spielt. (Wenn das Kind mit der Maus umgehen kann, was Mädchen in der Regel etwas schwerer fällt als Jungs.)
Andererseits machen die Kämpfe den Kindern aber auch Spaß beim Zusehen, weil sie a) mitfiebern wer als nächstes dran ist, b) das Spiel dann auch pausiert und sie so c) mit überlegen/entscheiden können wer jetzt wie/womit angegriffen werden soll(te). Außerdem hagelt es immer wieder danach Stufenaufstiege der verschiedenen Partymitglieder (Schon sehr schnell, ich glaube im 2. oder 3. Level, hat man eine Gruppe aus 6 Mitgliedern.) Und der Erfahrungsbaum bietet in der Regel "nur" 3 Wege die leicht verständlich sind. Was auch 4-jährige selten überfordert).
Wie ich bereits vorhin schrieb, ist das Spiel für Klein- und Grundschulkinder gedacht. Wobei erstere natürlich Eltern haben sollten die nicht nur ihre Ruhe vor dem Balg haben wollen... Erwachsene (und da wohl eher Frauen) finden den Zeichenstil und die detailverliebte Machart entweder ansprechend und werden dann auch das leicht von der Hand gehende Spiel / interaktive Märchen genießen ODER ABER können damit gar nix anfangen. Im zweiten Fall sollte man einfach die Finger von Child of Light lassen.
Auf einem 3DS würden viele Details nicht zur Geltung kommen, doch via Button (z.Bsp. Portrait) zum Umschalten zwischen der Steuerung Auroras und Igniculus' würde es sicher auch dort "funktionieren". Aber es wäre schade um ein so schönes Spiel es auf Mini-Auflösungen zusammenzustauchen.
Von daher: Viel Spaß damit. Wir haben ihn seit sich meine Tochter das Spiel zum 5. Geburtstag gewünscht hat, nach dem wir die Demo gespielt haben...
Diese ganzen Feinheiten machen Child of Light zum optimalen Eltern-Kind-Erlebnis. Ich denke idealerweise wenn das Kind so zwischen 3 und 6 Jahren alt ist. Und ältere Kinder freuen sich über die zahllosen Details wie Krähen von denen jede bereits in der Demo etwas anderes kräht ("Kra.", "Krah krah." etc.) oder Auroras Haare die nicht nur der Wind durcheinander weht, sondern auch Igniculus oder Aurora selbst wenn sie sich bewegt.
Ich denke diese Themen kamen hier im Test viel zu kurz und dem Spiel wird mit der Formulierung "wenig Tiefgang" unrecht getan. Denn solch durchdachte Steuerung und die Vielzahl der Details stellt Programmierer und Designer vor nicht wenige Herausforderungen. Atmosphäre ist dann "nur" das Endergebnis all dieser Tiefe die das Spiel ausmacht.
An vielen Erwachsenen geht das nur aufgrund ihrer Lebensweise vorbei... Schade eigentlich.
Oder was meint ihr?
jaja, als ösi in deutschland hat mans nicht leicht. kann ich mir vorstellen.
mein ehrlich empfundenes beileid. :-|:-D
ach ja - willkommen bei pcgames (du bist doch neu, oder?)
Klar - und du solltest mich erstmal hören, wenn ich Mathematik sage! Ich verständige mich in der Redaktion mittels Zeichensprache mit den Kollegen. Anders geht's nicht.