MXGP: The Official Motocross Videogame im Test: Schlammschlacht über Stock und Stein
Rennspiele mit Autos gibt es wie Sand am Meer, Motorrad-Racer kaum. Wenn es dann auch noch etwas nischiger werden soll, schauen Fans oft in die Röhre. Der italienische Entwickler Milestone liefert nun schon seit einigen Jahren solide Racing-Kost für die unbekannten Renn-Serien und beschert uns nun mit dem offiziellen Motocross-Spiel MXGP: The Official Motocross Videogame eine wilde Jagd über Stock, Stein und Schlamm mit den voll lizenzierten Fahrern, Teams und Strecken der MX 1 und MX 2.
In MXGP: The Official Motocross Videogame dürft ihr den komplett lizenzierten Renn-Zirkus der Motocross-Meisterschaften miterleben und werdet bereits nach kurzer Zeit feststellen, dass es sich dabei um ein echtes Dreckspiel handelt - und das meinen wir gar nicht mal so negativ. Ob MXGP nur soliden Fan-Service bietet oder sogar den Schlamm-Rasern der Dirt-Reihe Konkurrenz macht, verrät euch unser Test. Alle weiteren Informationen zu MXGP: The Official Motocross Videogame findet ihr auf unserer Themenseite.
Von der Wildcard zum Grand Prix
Quelle: Videogameszone
Furchen-Raser: Die dynamische Verformung des Untergrundes ist wirklich gelungen, leidet aber auch unter heftigen Pop-Ups.
Die Modi-Auswahl in MXGP fällt klassisch aus: Einzelrennen, Zeitfahren, Meisterschaft und ein Online-Multiplayer (leider kein Splitscreen) erwarten uns im Menü. Hier messt ihr euch mit einem Teilnehmerfeld von 15 weiteren Fahrern um die Krone im Matsch-Motorsport. Herzstück des Spiels ist jedoch ganz klar der ebenfalls anwählbare Karriere-Modus, indem ihr euch einen Fahrer erstellt und zunächst als Wildcard-Fahrer die Teams von euren Fähigkeiten überzeugen müsst.
Der Editor ist allerdings sehr simpel gehalten. Ihr könnt euch eure Nummer und euren persönlichen Manager aussuchen und eines der wenigen vorhandenen Gesichter wählen, das eigentlich ziemlich bedeutungslos ist, da es nur neben eurem Namen angezeigt wird. Ohne Helm seht ihr euer Alter Ego nie.
Werdet ihr schließlich von einem Team unter Vertrag genommen, startet ihr zunächst in der MX 2 und navigiert euch durch ein an die Codemasters-Rennspiele angelehntes Menü, wo ihr die Mails eurer Team-Mitglieder checkt oder im Kalender das nächste Rennen anwählt. Durch eure Leistungen in der 14 Kurse umfassenden Meisterschaft empfehlt ihr euch für bessere Teams und natürlich für die Rennställe der höher motorisierten MX 1.
The Big Dirty
Quelle: Videogameszone
Genickbruch: Die Kollisionsabfrage ist leider wirklich schlecht. Manchmal wussten wir gar nicht, warum es uns gerade vom Bike gerissen hat.
Die Rennen sind ein schöner Kontrast zu sonstigen Rennspielen, da die Kurse teilweise sehr eng abgesteckt sind und mit vielen Haarnadelkurven, Buckeln und Sprungschanzen aufwarten. Sehr schön ist hier, dass sich der Untergrund der Strecken dynamisch verformt und somit das Fahren einer Ideallinie erschwert wird. Es bilden sich also tiefe Kuhlen, in denen man präzise fahren muss, da man sonst leicht einen Sturz riskiert. Gerade nach Sprüngen sollte man besser nicht am Rand einer solchen Matsch-Kuhle landen.
Größtes Manko ist hier jedoch die fehlerhafte Kollisionsabfrage. In unserem Test kam es öfters vor, dass wilde Crashs mit anderen Fahrern rein gar nichts bewirkten, während ein kleiner Ausrutscher in Schrittgeschwindigkeit uns vom Motorrad warf. Das macht die Stürze leider oftmals nicht nachvollziehbar und kann unglaublich nerven.
Allerdings wird auch dadurch MXGP nie wirklich schwer, da die KI recht minderbemittelt ist. Wer öfters mal ein Rennspiel zockt, sollte lieber direkt den schweren Schwierigkeitsgrad anwählen und die unterstützenden Einstellungen am Bike deaktivieren, weil man die anderen Renn-Teilnehmer sonst kaum Gegenwehr bieten und nur im Pulk am Anfang des Rennens gefährlich sind. Das äußert sich dann darin, dass sie euch aggressiv reinfahren, ihr stürzt und sie weiterfahren.
Selbst dann holt man sie aber relativ schnell wieder ein. Schade ist auch, dass es überhaupt keinen Unterschied macht, welche Maschine man fährt – sie steuern sich immer gleich. Nach etwas Eingewöhnung zirkelt ihr zwar sauber um die engsten Kurven, aber gerade bei Sprüngen fühlt es sich irgendwie steif an.
Matsch auf der Linse
Quelle: Videogameszone
The Hills Have Bikes: Die Streckenverläufe sind abwechslungsreich und haben viele Sprungschanzen. Die Steuerung bei Sprüngen fühlt sich jedoch sehr steif an.
Die Technik hinter MXGP ist recht mittelmäßig. Die Strecken selbst und deren Verformungen sehen ordentlich aus, das Ganze außerhalb, also Absperrungen, Hintergründe und Zuschauer, sind aber extremer Pixelbrei. Sogar die Freude über die Spuren im Matsch wird durch sehr auffällige Pop-Ups getrübt. Die Framerate läuft dafür immer stabil mit 30 Bildern pro Sekunde. Auch die Fahrermodelle sind eher zweckmäßig, die Bikes sehen allerdings ganz gut aus.
Die Soundkulisse ist ein zweischneidiges Schwert: Die Motorensounds klingen (zumindest auf der PS3) wirklich schön knackig und vermitteln tolle Motocross-Atmosphäre, die Musik in den Menüs und den schön präsentierten Intro-Videos vor jeder Strecke ist aber generisch und wiederholt sich immer.
Das hört sich jetzt sicher alles etwas abschreckend an, aber MXGP ist durchaus ein spaßiges Spiel, das sich voll und ganz an seine Nische richtet und tollen Fan-Service bietet. Alle anderen, die gerne über Schlammpisten jagen, sind mit der Dirt-Reihe von Codemasters aber besser beraten oder schlagen erst zum Budget-Preis zu.

öhm, falschen Thread angeklickt?
Ich warte immer noch auf ein Motocross Madness Nachfolger.