FTL: Faster than Light - Die Lust am Frust
Kolumne von Florian Stangl: Ich breche eine Lanze für Simpelgrafik, Frustmomente am laufenden Band und sich stets wiederholende Spielelemente. Denn genau so etwas kann man viel mehr Spaß machen als jeder Shooter mit CryEngine, Unreal Engine oder 20-fach belegtem Gamepad. Meine Meinung!
FTL: Faster than Light ist schon rund eineinhalb Jahre alt und wurde von mir sträflichst ignoriert, bis die Advanced Edition im April 2014 erschien. Zum Schnäppchenpreis von 7,49 Euro musste ich mir den Mix aus Pixelgrafik, frustigen Zufallsereignissen und sich wiederholenden Abläufen holen. Warum? Am Test von PC Games lag es sicher nicht, der war eher ernüchternd. Wahrscheinlich war also ein Impuls aus der Vergangenheit der Grund, denn FTL: Faster than Light erinnert mich an die Zeiten, in denen ich angefangen habe zu spielen. Da gab es Pixelgrafik, Dudelsound, haufenweise frustrierende Erlebnisse, fiese Gegner, wenig Abwechslung, keine Savegames und so weiter – aber Mensch, hat das Spaß gemacht!
Ich habe mich in einzelne Levels verbissen, Abläufe auswendig gelernt und meine Fehler analysiert. So spiele ich heute auch FTL: Faster Than Light. Mehrere Stunden jeden Tag. Das haben weder Crysis 3, GTA 5, Last of Us, Battlefield 4 oder die diversen Rennspiele geschafft. Diablo 3 auf Xbox 360 habe ich ähnlich intensiv gesuchtet, dank Loot 2.0. Und jetzt FTL: Faster than Light. Egal, ob es nun besonders gut bewertet wurde oder nicht, denn die Spaßkriterien sind gerade bei diesem Spiel sehr subjektiv: Ich empfehle es jedem von euch allerwärmstens, weil es einfach Spaß macht.
Quelle: Epic Games
Mit dem Engi-Raumer hat man gleich Drohnen an Bord. Eine belohnende Erfahrung.
Mein kleines Raumschiff, meine kleine Crew, beides wächst mir nach dem ersten Totalverlust ans Herz. Man muss wohl erst mal alles verlieren, um zu schätzen, was man hatte. Meine drei Männchen und ich, wir sind schon im zweiten Durchgang ein eingefleischtes Team. Wir verteidigen uns zusammen gegen diesen Piraten, der ohne Vorwarnung angreift. Ohne Pausentaste hätte ich keine Chance, alle Manöver zu timen: Mit den Raketen den Schildgenerator plätten, mit dem Laser die Waffen lahmlegen, dann die Schiffshülle zertrümmern – auch wenn sich dieses Vorgehen in Variationen immer wieder wiederholt, es funktioniert, es macht süchtig.
Ein Gegner will fliehen und fährt den FTL-Antrieb hoch? Dann schnell seinen Piloten und Antrieb ausschalten! Eine Rakete durchschlägt unseren Rumpf? Es brennt in drei Räumen? Der Sauerstoff wird knapp? Panik, Sorge, Pausentaste. In meinem Kopf entstehen Bilder, die keine Unreal Engine darstellen könnte. Ich sehe die schwitzenden Gesichter meine Crew, verkohlte Wände, über Tasten huschende Finger des Piloten, einen Scotty-Verschnitt mit Schraubenschlüssel im Maschinenraum – und zack, da lenkt mich das "Eindringling an Bord"-Warnsignal schon wieder ab, die Panik steigt.
Es sind die Emotionen, die FTL: Faster than Light erzeugt, der Wechsel aus Frust und Belohnung. Der Zufall ist gemein und gnädig. Ein Spiel wie das Leben. Schaut es euch an, taucht ein, und ihr merkt, wie viel 3D-Grafik in euren Köpfen ein paar Pixelhaufen auf dem Monitor erzeugen können!

nach zig Stunden hat man endlich die vermeintlich besten Strategien gegen alle Ereignisse im Blut, aber der Zufall bricht einem trotzdem das Genick :( und seit bestimmt 3-4 Monaten hab ichs nicht mehr angepackt...
und wenn man den Endboss mal besiegt hat, ist der Reiz auch dahin. aber war wirklich super das Spiel!
Das ist auch mein Kritikpunkt der Spieleentwicklung insgesamt in den letzten 10 Jahren. Das meiste ist einfach zu interaktiven Filmen verkommen, die man einmal schnell durchspielt und dann für immer vergisst. Mit wirklichem ComputerSPIELEN hat das nur wenig zu tun.
Wie eine Frau, die auf den ersten Blick bildhübsch aussieht, wenn man sie aber mal näher kennen lernt, dann aber einfach nur öde und langweilig wirkt, weil nichts dahinter ist. ;-)
Mit einer kleinen Flotte, ähnlich "Battlestar Galactica"
Verschiedene Raumschiftypen, etc
Der Preis ist schon immer mehr als angemessen ...
Neuer kontent war bisher immer kostenlos ...
Das Paket von passender Grafik, Musik, Sound und Gameplay ist schlicht perfekt ...
Es liegt nicht an retro oder etwas ähnlichem .. es gibt genug spiele in retro Optik die einfach furchtbar sind ...
Ein Paket muss stimmen!
Selbst ein Spiel mit Mechanik-schwächen kann wegen Story und Grafik Spass machen ...
Eine tolle Grafik kann kleinere schwächen genau so ausgleichen wie Gameplay eine schwache Grafik ausgleichen kann.
Ein Spiel ist immer eine Komposition!