Testbericht

06.12.2002 23:50 Uhr

Nachfolger des Unterwasser-Shooters Aquanox

In diesen wirtschaftlich schlechten Zeiten müssen wir Deutschen mehr zusammenhalten. Genau darum sollten Sie jetzt nicht weiterblättern, sondern sich den Test zu Aquanox 2: Revelation durchlesen.

PC Games-
Spielspaß-Wertung
(Ausgabe 01/2003)
84%
Durchschnittliche
Lesertestwertung:
        
84 %

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Die Mannheimer Massive Development verdienen Lob und Anerkennung. Anstelle typisch "deutsche" Wirtschaftssimulationen zu produzieren, veröffentlichte die Truppe um Chef Alexander Jorias das Actionspiel Aquanox, welches auch von internationaler Fachpresse gefeiert wurde. Angespornt durch den Erfolg herrscht bei den Mannheimern seitdem Jubelstimmung, denn wie könnte man sich sonst erklären, dass sie anstelle des geplanten Add-ons zu Aquanox gleich einen kompletten zweiten Teil aus dem Boden gestampft haben? In nur einem Jahr! Mit völlig überarbeiteter Steuerung, brandneuen 3D-Effekten und umfangreicher Hintergrundgeschichte! Und das Beste: Aquanox 2: Revelation schlägt den Vorgänger in sämtlichen Bereichen und hat sich eine genauere Analyse unsererseits redlich verdient.

Anstelle des Aquanox-Haudegens Emerald "Dead Eye" Flint spielen Sie in Revelation den unerfahrenen William Drake, dessen Schiff gleich zu Beginn von Freibeutern gekapert wird. Weil er sonst nirgends hinkann, zieht er mit der wilden Truppe durch die Weltmeere und muss sich in den ersten Missionen erst einmal als zuverlässiger Kämpfer beweisen. Schnell wird klar, dass die Freibeuter rund um den Raubein Amitab mehr im Schilde führen, als bloß ein paar Frachter zu überfallen. Sie sind auf der Suche nach einem uralten Schatz ... den Tränen des Engels. Die recht interessante Geschichte rund um diesen sagenumwobenen Schatz wird in kleinen Häppchen über einen Zeitraum von zirka 40 Missionen serviert. "Zirka" deswegen, weil die genaue Anzahl davon abhängt, ob und welche Bonusziele Sie im Laufe der linearen Einzelspieler-Kampagne erfüllen. Wenn Sie beispielsweise einen hinterhältigen Piraten verschonen, statt Fischfutter aus ihm zu machen, gibt er Ihnen später vielleicht einen wertvollen Hinweis auf schnelle Beute. Denn als frisch gebackener Freibeuter hat William kein festes Einkommen, sondern muss gefährliche Aufträge annehmen oder auf eigene Faust Frachter überfallen.

Die Missionen von Revelation bewegen sich auf dem hohen Niveau des Vorgängers: viel Action, aufgelockert durch zahlreiche Zwischensequenzen, die mit der immer noch erstklassigen 3D-Grafik in Szene gesetzt werden. Die Krass-Engine selbst wurde großflächig überarbeitet: Metall- und Spiegel-Effekte zieren die Außenhaut der Unterwasser-Boote, die Vegetation auf dem Meeresgrund ist üppiger als zuvor. Anders als in Aquanox sind die Weiten des Ozeans nun bedrohlich düster; die so erzeugte Grundstimmung geht stark in Richtung Blade Runner und passt ideal zur Story. Analog dazu präsentiert sich die Geschichte von Revelation in animierten Renderbildern, in denen William mit den Crew-Mitgliedern oder anderen Charakteren quatscht. Wie im ersten Teil legen die Darsteller das Gebaren vieler Soziologie-Studenten an den Tag: Sie schwafeln und schwafeln, aber kommen nicht zum Punkt. Teilweise muss man sechs bis acht Gespräche mit dem Informationsgehalt einer einzeiligen SMS über sich ergehen lassen, bevor man endlich wieder ins Cockpit darf. Natürlich können Ungeduldige das alles wegklicken. Schließlich wird einem vor Beginn einer Mission ja noch mal genau gesagt, was man zu tun hat. Trotzdem wäre hier weniger mehr gewesen. Die überschüssige Entwicklungszeit hätte Massive zum Beispiel in Videos à la Wing Commander investieren können ... und wir würden jetzt über ein Spiel mit 90er-Wertung berichten.

Genau die hat sich Massive zumindest in puncto Steuerung verdient. Egal, ob Maus oder Joystick, in Aquanox 2: Revelation haben Sie die freie Auswahl. Das Spiel lässt sich so individuell konfigurieren wie eine Linux-Installation und bietet neben der typischen, flinken Steuerung eines Ego-Shooters sogar einen Simulationsmodus. Damit ist Ihr Schiff ungewöhnlich träge, reagiert nicht unmittelbar auf die Eingabe und zieht entsprechend nach - eben so, wie sich ein Boot im Wasser verhält. Der Clou: Man kann auf Tastendruck zwischen diesen Modi wechseln, was dem Spiel tatsächlich einen Atmosphäreschub verpasst. Fehlt nur noch der Mehrspielermodus - auf den hat Massive leider verzichtet.
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Dirk Gooding

Eine gute Geschichte erzählt man zwar nicht in zwei kurzen Sätzen, doch mit den ellenlangen Quasseleien in Aquanox 2: Revelation übertreibt es Massive eindeutig.

Gratulation an Massive Development für ihr Effekt-Feuerwerk, Teil 2. Die Entwickler haben tatsächlich auf ihre treuen Fans gehört und fast alle Kritikpunkte des Vorgängers in Aquanox 2: Revelation ausgemerzt. Bis auf einen: die viel zu aufgeblähte Story. Klar, eine gute Geschichte erzählt man nicht in zwei kurzen Sätzen, doch hier wird's mit dem Gequatsche eindeutig übertrieben. Nur um eine Vorstellung zu bekommen: Vom Umfang her übertrifft der gesprochene Text in Revelation wahrscheinlich die Hörbuch-CD von Dieter Bohlens Bestseller Nichts als die Wahrheit. Es gibt Frustmomente, in denen man zum Gesprächsabbruch am liebsten die Escape-Taste durch die Tischplatte hauen würde, nur um endlich die nächste Mission spielen zu können. Mein Tipp an die Entwickler: beim dritten Teil nicht mehr als zwei Smalltalks nach einer Mission. Dafür die Story auf das Wesentliche beschränken und NICHT in Standbildern, sondern in schönen Videos oder gleich mit der exzellenten Krass-Engine präsentieren. Dann wären alle happy.
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14 Kommentarezum Artikel

Alle Kommentare lesen
Intelp4 - 08.12.2002 18:46
Die überschüssige Entwicklungszeit hätte Massive zum Beispiel in Videos à la Wing Commander investieren können


Und wenn Mark Hamil ein guter Schauspieler waere muesste er nicht in Computerspielen auftreten...
Habt ihr euch vielleicht mal ueberlegt was Videosequenzen a la WC kosten? Massive ist eine relativ kleine Firma wo sollen die denn bitte die Millionen hernehmen die man fuer qualitativ hochwertige Videos mit entsprechenden Specialeffects braucht?



hi Dreamer überlass das den Profis und zerbrechen dir deinen Kopf nicht drüber ich denke du hasst auch was besseres zu tun und die wissen das bestimmt selber wie das die finanzieren.
gruss intelp4
LordTerror270 - 08.12.2002 15:18
Die überschüssige Entwicklungszeit hätte Massive zum Beispiel in Videos à la Wing Commander investieren können


Und wenn Mark Hamil ein guter Schauspieler waere muesste er nicht in Computerspielen auftreten...
Habt ihr euch vielleicht mal ueberlegt was Videosequenzen a la WC kosten? Massive ist eine relativ kleine Firma wo sollen die denn bitte die Millionen hernehmen die man fuer qualitativ hochwertige Videos mit entsprechenden Specialeffects braucht?


a) kosten die keine millionen
b) muss jedes spiel an den üblichen maßstäben gemessen werden, egal wie groß und reich der hersteller ist. sonst müßte man ja einem selbstgebastelten freewaregame 90% geben - der autor hatte ja schließlich nicht die geldmittel, um ein besseres spiel zu kreieren...  


Ich weis ja nicht, wie es dir geht, aber mir gefällt ein Spiel immer noch besser, wenn's Spaß macht und nicht wenn ich sagen kann: "Guck mal, die haben da drei CDs voller Videos dabei! Der Rest ist leider Schrott."   Es gibt immerhin genug Billigspiele, die trotz schlechter Grafik noch Spaß machen.
fly4t - 08.12.2002 14:48
Außerdem soll es ohne eine DirectX 8.0-fähige Grafikkarte sehr langsam laufen.



hab mir das game gleich besorgt. also ich finde es sehr gut.
habe in meiner kiste nur ne GF2-MX400 drin. spiele in 1024x768 16.bit
habe deteils nur auf mittel und es läuft bei mir ruckelfrei.
die steuerung ist auch ok. von mir kriegt das spiel ne 90.
Herbboy - 08.12.2002 01:02
Die überschüssige Entwicklungszeit hätte Massive zum Beispiel in Videos à la Wing Commander investieren können


Und wenn Mark Hamil ein guter Schauspieler waere muesste er nicht in Computerspielen auftreten...
Habt ihr euch vielleicht mal ueberlegt was Videosequenzen a la WC kosten? Massive ist eine relativ kleine Firma wo sollen die denn bitte die Millionen hernehmen die man fuer qualitativ hochwertige Videos mit entsprechenden Specialeffects braucht?


a) kosten die keine millionen
b) muss jedes spiel an den üblichen maßstäben gemessen werden, egal wie groß und reich der hersteller ist. sonst müßte man ja einem selbstgebastelten freewaregame 90% geben - der autor hatte ja schließlich nicht die geldmittel, um ein besseres spiel zu kreieren...  
Hellraser - 08.12.2002 00:46
Woher soll ich sonst die Aussagen der Redakteure haben? Schau dir die beiden Meinungskästen und das Testcenter an und dann vergleiche die Aussagen. *tippgeb*

mhhh, ich hab nur den test im inet gelesen, die zeitung hab ich nicht, und im inet gibts doch nur die eine meinung, oder is das nur bei mir ?

Ich bin vom Test im aktuellen Heft ausgegangen - dort findest du dann halt auch die entsprechenden Angaben.

is nu aber auch egal, hauptsache mir macht das game spass  

Eben.  
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Allgemeine Infos

Name Aquanox 2: Revelation
Genre 3D-Action
Webseite http://www.aquanox-revela...
Hersteller Massive Development
Anbieter JoWood Productions Software AG (A)
VÖ-Termin 22.11.2002 - zu diesem Produkt einen Lesertest schreiben!
Preis nicht bekannt
Plattformen: pc.gif
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