Banished im Test: Ein-Mann-Projekt mixt Anno, Siedler und Die Sims

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Test Stefan Weiß - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Banished: Die Spielkarten werden beim Start einer Partie zufällig generiert und sehen schick aus.
Quelle: PC Games

Tüftler und Mikromanagement-Liebhaber aufgepasst: Wer sich gerne als Siedler betätigt und das späte Mittelalter so um anno 1503 herum schätzt, wir hätten da eine spielerisch überraschende Indie-Empfehlung. Mit Banished erlebt ihr Aufbaustrategie in Reinkultur.

"Wir hatten schon in Tests vorher einen Suchtfaktor festgestellt, aber mit diesem Erfolg hatte niemand gerechnet." Dieses Zitat stammt von Die Siedler-Erfinder Volker Wertich, dem Wuselspiel-Vater schlechthin. Vielleicht gehen Luke Hodorowicz derzeit ähnliche Gedanken durch den Kopf. Hodorowicz ist das Ein-Mann-Team hinter Shiny Rock Software und verantwortlich für Design, Programmierung, Gestaltung und den Audio-Effekten von Banished. Die Indie-Aufbaustrategie-Überraschung hat es mit seiner Veröffentlichung am 18 Februar im Handumdrehen unter die Top 25 in den Steamcharts geschafft und das hat gute Gründe.

Stadtmanagement im kleinen Stil mit großer Herausforderung

Erstaunlich - wir testen ein Aufbauspiel, das keine Story, Kampagne oder Missionsziele besitzt; das weder Forschungsbäume, Technologie-Fortschritte, Weltwunder, Militär oder ähnliche Genre-Standards bietet - und dennoch kommen wir stundenlang nicht mehr vom Bildschirm los. Banished versteht sich als Siedler-Anno-SimCity-Sandbox-Spiel in Reinkultur. Dabei konzentriert es sich auf ein Kernelement im Genre: Eine kleine, langsam wachsende Ansiedlung in einem nicht näher definierten spätmittelalterlichen Szenario wachsen und gedeihen zu lassen.

Bevor wir uns in ein neues Spiel wagen, absolvieren wir die vier aufeinander aufgebauten Tutorial-Missionen. Darin erfahren wir in nüchterner Textform Schritt-für-Schritt die Grundzüge des Spiels. Wir lernen dabei, wie wir Menüs, Gebäude und Einwohner verwalten und einsetzen - doch das ist allenfalls nur ein Kratzen an der spielerischen Oberfläche. Wichtige Details für das Spiel lassen sich später in der jederzeit aufrufbaren Spiel-Enzyklopädie einsehen. Das ist aber auch nötig und ratsam, um die Spielmechanik besser zu verstehen. Trotzdem sei hier schon angemerkt, dass der Einstieg sperrig vonstatten geht und man durchaus seine ersten Besiedlungsversuche komplett in den Sand setzen kann. Fehler verzeiht Banished nur schwer.

Für das Hauptspiel lassen sich allerlei Optionen einstellen: Kartengröße, Klimaverhältnisse, Start-Rohstoffe und Bewohnerzahl, Tal- oder Bergterrain, sowie die Möglichkeit, mit oder ohne Katastrophenereignissen zu spielen. Letztere bestehen aus zufälligen Ereignissen wie Tornadostürmen, Feuersbrünsten und ähnlich ungemütlichen Gegebenheiten. Auch das Kartenlayout selbst wird bei Spielstart zufällig erstellt, was für Abwechslung sorgt.

Optisch bieten die generierten Levels einen hübschen Anblick. Die Spielwelt zeichnet sich zwar nicht durch eine hohe Polygonzahl aus, bietet aber viele schöne Details. Sobald die Siedlung wächst und gedeiht, hält man gerne inne, um seinen Schützlingen bei der Arbeit zuzuschauen. Farmer beackern die Felder, der Schmied stellt hämmernd Werkzeug her - schnell stellt sich ein gemütlich anzuschauender Siedler-Anno-Wuselfaktor ein. Dazu sorgen der wunderschöne und dezent eingesetzte Soundrack sowie die stimmigen Soundeffekte für eine gute Atmosphäre in der lebendig wirkenden Spielwelt.

Die drei Schwierigkeitsgrade Leicht, Normal und Schwer legen die Startbedingungen fürs Hauptspiel fest. Im einfachsten Modus verfügt man über mehr Einwohner samt Häusern, besitzt schon eine kleine Viehherde, mehr Startrohstoffe und mehr Saatgut für die Landwirtschaft. Bei der schwierigsten Stufe muss man hingegen ohne Hütten, Vieh, Saatgut, Materialien und Bewohnern loslegen.

Die Polygon-Menschlein unter unserer Kontrolle sind Verbannte, daher auch der Spielname "Banished". Soviel zum Story-Element, mehr gibt's nicht. Doch ein erzählerischer Hintergrund ist auch gar nicht nötig, denn unsere Bewohner haben dringende Bedürfnisse, die unsere Aufmerksamkeit erfordern. Es gilt, schützende Behausungen (wahlweise Holz- oder Steinhütten) zu errichten, für Nahrung zu sorgen, sowie für Kleidung und Bildung, Gesundheit und Zufriedenheit - nicht mehr und nicht weniger. Alle dafür im Spiel enthaltenen Gebäude sind von Beginn an verfügbar, gut zwanzig an der Zahl. Was sich zunächst simpel und einfach anhört, entpuppt sich im Testverlauf jedoch als kniffelige und anspruchsvolle Angelegenheit.

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  1. Seite 1 Banished im Test: Siedler-Anno-SimCity-Sandbox-Spiel
  2. Seite 2 Banished im Test: Stärken und Schwächen + Wertung
    • Kommentare (17)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von SchumiGSG9 Hobby-Spieler/in
        so bin mitlerweile bei 200 Siedlern (inklusive Kindern/Schülern) angekommen und habe fast alle Samen/Tiere gekauft

        noch wird es dauern aber auf der Karte ist es nur noch einge Frage der Zeit bis ich bei 100 Jahren bin im moment wares mehr als 50

        läuft gut auch wenn ab und zu alle alten Sterben und nicht immer durch junge ersetzt werden können dann muss ich auf einige Felder ein paar Jahre verzichten und die erst nach und nach wieder in Betrieb nehmen...

        Jahr 73

        Upgrade von Holz auf Steinhaus funktioniert teilweise nicht oder dauert zu lange

        beschleunigung auf 20 fach wäre nett um gewisse längen zu überwinden grade mit wenig Siedlern am Anfang oder wenn viele warum auch immer gestorben sind ... mit automatischen stop sobald eine Stelle unbesetzt ist
      • Von SchumiGSG9 Hobby-Spieler/in
        so bin mitlerweile bei 200 Siedlern (inklusive Kindern/Schülern) angekommen und habe fast alle Samen/Tiere gekauft

        noch wird es dauern aber auf der Karte ist es nur noch einge Frage der Zeit bis ich bei 100 Jahren bin im moment wares mehr als 50

        läuft gut auch wenn ab und zu alle alten Sterben und nicht immer durch junge ersetzt werden können dann muss ich auf einige Felder ein paar Jahre verzichten und die erst nach und nach wieder in Betrieb nehmen...

        Jahr 73

        Upgrade von Holz auf Steinhaus funktioniert teilweise nicht oder dauert zu lange

        beschleunigung auf 20 fach wäre nett um gewisse längen zu überwinden grade mit wenig Siedlern am Anfang oder wenn viele warum auch immer gestorben sind ... mit automatischen stop sobald eine Stelle unbesetzt ist
      • Von Headbanger79 Mitglied
        Zulegen werd ich mir das Game zwar nicht (nicht mein Genre), aber ich muss sagen, Respekt vor dem Mann, der das alleine entwickelt hat. Dazu gehört eine Menge Arbeit und ich hoffe, es zahlt sich für ihn aus.
      • Von Wamboland Mitglied
        Ich denke bei dem Preis sollte man es sich einfach gönnen. Auch wenn es derzeit noch etwas wenig unterschiedliches zu tun gibt nach ein paar Stunden. Für 15€ (nicht bei Steam kaufen, Humble Store ist günstiger und noch 1,50€ für nen guten Zweck^^) bietet es ein gutes P/L Verhältnis (*richtung Rambo schaut*) und man kann dem Mann seine 3 Jahre harte Arbeit entlohnen.

        Mich würden die Verkaufszahlen mal interessieren, denn bei Steam sind es schon ~23k gleichzeitige Spieler. Scheint also so als wenn es sich gelohnt hat.

        Er arbeitet ja am Mod-Kit und mit dem soll ALLES machbar sein. Da hoffe ich dann auf einige neue Gebäude und Funktionen.

        Ich hab bisher nur auf Normal gespielt und ohne Katastrophen, eben weil es bei denen teilweise zu krass ist. Da müsste man nochmal dran drehen, das z.b. der Wirbelsturm nicht so extrem wütet. Da finde ich es auch gut spielbar und man kann sich noch Fehler erlauben - auch wenn es auch da dann einiges an Arbeit ist das wieder auszubügeln :)

        Und zum Thema Verhungern ...
        http://wamboland.de/bilder/var/resizes/gaming_pics/Diverse/died_with_food.png?m=1392853513
      • Von chbdiablo Mitglied
        Also ich hab bisher nur ca 3 Stunden gespielt und bin auch noch bei meiner ersten Siedlung. Spaß macht es wirklich ordentlich, kann es jedem Aufbau-Strategen nur empfehlen. Gibt auch einiges zu tun - nur in Sachen Langzeitmotivation siehts nicht ganz so gut aus wie etwa bei einem Umfangsmonster wie Anno 1404 o.ä. Aber wie hier schon öfter gesagt wurde, dafür dass das nur von einer Person stammt ist das auch so schon ein richtig gutes Spiel geworden.
      • Von Bonkic Mitglied
        Zitat von Shadow_Man
        Ich bin einfach nur beeindruckt, dass das wirklich nur 1-Mann geschafft hat. Nicht nur wegen des Gameplays, auch die ganze Optik.

        das ist in der tat geradezu unfassbar (für mich).
        vor dem entwickler ziehe ich wirklich alle nicht vorhandenen hüte.

        dass ein einzelner ein super-anspruchsvolles und wahnsinnig tiefgründiges spiel mit excel-look erstellen kann, leuchtet mir ja noch irgendwo ein. aber dass er es sogar geschafft hat, spiele wie eben zb stronghold in sachen optik ganz eindeutig hinter sich zu lassen, ist schon fast so was wie eine sensation.
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