Age of Wonder 3 in der Vorschau: Feine Rundenstrategie aus Holland
Age of Wonders 3 befindet sich derzeit in der geschlossenen Beta-Phase und wir konnten diese Gelegenheit nutzen, um uns einen Eindruck vom rundenbasierten Strategiespiel zu verschaffen. Dabei punktet der Titel vor allem mit einem gigantischen Umfang, hinterlässt aber auch sonst einen durchweg positiven Eindruck.
Fantasy-Strategen der Generation Heroes of Might & Magic bekommen bald umfangreichen Nachschub aus dem holländischen Delft. Das Team der dort ansässigen Triumph Studios werkelt fleißig an Age of Wonders 3. Anhand der laufenden Closed-Beta-Phase haben wir uns ins Kampagnenspiel gestürzt, die neu integrierte Klasse des Erzdruiden und den umfangreichen Zufallskartengenerator ausprobiert. Die Eindrücke aus den ersten Spielstunden fallen dabei überwiegend positiv aus.
Mächtig viel Holz!
Der gebotene Umfang von Age of Wonders 3 ist schlicht gigantisch. Im freien Spiel stehen derzeit 48 vorgefertigte Heerführer zur Wahl. Man entscheidet sich für einen als Hauptcharakter, daneben lassen sich in einer Partie aber auch weitere Helden für bare Münze anwerben. Die Fraktionen setzen sich aus Hochelfen, Menschen, Orks, Goblins, Zwergen und den echsenartigen Drakoniern zusammen, eben klassische Fantasy-Vertreter. Zudem sind bislang die Charakterklassen Technokrat, Schurke, Zauberer, Hohepriester, Kriegsherr und – ganz neu – der Erzdruide vertreten.
Wir schnappen uns einen solchen und schauen uns den Charakterbogen an. Die Heerführer leveln, lassen sich ausrüsten, lernen neue Talente und Zauber, alles vom Feinsten und üppig präsentiert. Neben Kampagnen- und Online-Mehrspielermodus stehen vorgefertigte Szenarien und ein Zufallskartengenerator bereit. Dieser ist besonders detailliert gestaltet. So lassen sich zig Parameter und Regeln festlegen. Zahlreiche Tooltipps erklären einem die einzelnen Schalter und Schieberegler.
Beta-Eindrücke
In den beiden aktuell enthaltenen Kampagnen der Elfen und Menschen bekommen wir einen guten Einblick in die Storystruktur des Spiels. Nach der Wahl des Heerführers erzählt dieser in gut vertontem Englisch die jeweilige Geschichte, während das Gesprochene in deutscher Textform auf dem Bildschirm erscheint. Das erstreckt sich über mehrere Seiten hinweg. Im eigentlichen Spiel gilt es erst mal, viel Lesestoff zu absolvieren. Da (bislang) kein richtiges Tutorial existiert, greift man auf das wie eine Wikipedia aufgebaute Ingame-Handbuch zurück.
Da Age of Wonders 3 tonnenweise Informationen zu allen Gameplay-Elementen enthält, ist man hier einige Zeit beschäftigt. So dauert es eine Weile, bis man Aufbau, Wirtschaft, Militär, Forschung und Kampf versteht. Der etwas zähe Start belohnt dafür mit fantastischer Spieltiefe. Die rundenweise ausgetragenen Gefechte erlauben strategische Vielfalt und Tiefe – es gibt unzählige Einheiten, die man entwickeln kann. Taktische Manöver sind ebenfalls enthalten und auch dringend nötig, denn die KI weiß klug zu agieren. Das erfahren wir schmerzlich, während wir unsere ersten Geh- oder besser Kampfversuche austragen. Schon der normale Schwierigkeitsgrad ist dabei fordernd.
Einsteiger greifen besser auf Leicht zurück, Veteranen dürfen sich auf Schwer versuchen. Im freien Spielmodus gibt es zwei zusätzliche KI-Stufen: Zu Knappe (leicht), Ritter (normal) und Fürst (schwer) gesellen sich noch König und Kaiser, was schon fast an Selbstkasteiung grenzt. Zwischen den Scharmützeln verschieben wir unsere Armeen, die aus jeweils sechs Einheitenslots plus Heerführer bestehen, auf der sehr schön und detailliert gestalteten Spielkarte. Bäume wiegen sich im Wind, Wasser und Wolken sind fein animiert – die Strategiekarte wirkt insgesamt sehr lebendig. Auch die Einheiten können sich sehen lassen. Im Kampf wirken deren Animationen aber noch nicht fertig, so fahren Rammböcke und Ballisten noch wie Spielzeugautos durch die Gegend und Einheiten hoppeln mitunter übertrieben schnell umher.
Gute Aussichten
Age of Wonders 3 besitzt genau die Inhalte, die Genre-Fans Runde für Runde an den Monitor binden. "Nur noch den einen Zug beenden", so lautet der typische Satz, wenn man Strategiekaliber wie Civilization 5 oder Might & Magic Heroes 6 spielt. Und genau das dürfte auch auf das Fantasy-Spektakel von Triunph Studios zutreffen.

Der Test folgt in Kürze und noch vor Release, bis dahin kannst du ja mal in unseren Podcast reinhören, in dem ich einen Schwenk aus der Vorschauversion erzähle:
Der PC-Games-Podcast 236: "Ein bisschen folterig" mit Watch Dogs, South Park und Age of Wonders 3
Zum Schwierigkeitsgrad: Es ist auf "Normal" schon ziemlich knackig, aber es gibt auch eine "Leicht"- und "Schwer"-Option in der Kampagne. Im freien Spiel gibt es sogar fünf unterschiedliche Schwierigkeitsgrade.