Might & Magic X: Legacy - so spielt sich die aktuelle Early-Access-Version 1.22
Entwickler Limbic Entertainment werkelt weiter am Retro-Rollenspiel Might & Magic X: Legacy, das seit 19. August per Early-Access spielbar ist. Das Projekt hat im Oktober und November zwei offizielle Patches erfahren, die neue Inhalte lieferten. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um mit einer frischen Heldenparty in die Fantasywelt von Ashan aufzubrechen.
PC-Rollenspieler blicken immer wieder mal gerne ein paar Jährchen zurück und erinnern sich an Serien wie Wizardry, Eye of the Beholder oder auch Might & Magic. Klassische Dungeon-Crawler eben, mit anspruchsvoller Charakterentwicklung und deftigen Kämpfen. Keine auf Hochglanz getrimmte Bombast-Präsentation oder weichgespültes Gameplay. Das solche "altmodischen" Spiele noch gut ankommen, zeigte schon Legend of Grimrock von Indie-Entwickler Almost Human im Jahre 2012. Das kleine deutsche Entwicklerteam Limbic Entertainment möchte mit Might & Magic X: Legacy ebenfalls an die Tradition der klassischen Dungeon-Crawler-RPGs anknüpfen. Legacy ist seit August diesen Jahren als Early-Access spielbar. Wir haben uns den aktuellen Stand der Version angeschaut.
Gameplay für Nostalgiker
Vier Helden, schrittweise Bewegungen samt 90°-Drehungen, rundendbasierte Kämpfe und viele Monster kennzeichnen das klassisch umgesetzte Spielprinzip in Legacy. Mit dem ersten offiziellen Patch im Oktober gesellten sich vier neue Klassen in den Heldenpool, die wir für unseren jetzigen Neubesuch im Rollenspiel ausprobierten. Mit Späher (Zwerg), Söldner (Mensch), Schamane (Ork) und Druide (Elf) erreichen wir die kleine Stadt Sorpigal. Grafisch hat sich seit dem Start der Early-Access-Phase einiges getan und vor allem die Steuerung wirkt jetzt deutlich runder. Zahlreiche Bugs wurden behoben, sodass man die zur Verfügung stehenden Quests schön erledigen kann. Zwar schwächelt die Präsentation der Gut-Böse-Geschichte nach wie vor, dafür lädt die offene Spielumgebung zur Erkundung ein. Wie für Might & Magic typisch, ist die Spielwelt mit Gegnern gespickt. Diese sind in der Regel an festen Punkten platziert. Hin und wieder kommt es jedoch auch vor, dass beim Öffnen einer Tür oder Truhe plötzlich Gegner erscheinen, die einem in den Rücken fallen. Die Early-Access-Version bietet schon schöne Details. So stöbert man in einer kleinen Höhle etwa einen gefährlichen Zyklopen auf oder löst in einer Krypta ein kleines Platten-Rätsel, um einen Geheimraum zu entdecken. Andernorts lässt sich nach Schätzen graben – Legacy fühlt sich in dieser Hinsicht wie ein typisches Rollenspiel der Neunziger Jahre an.
Selber mitgestalten erwünscht
Mit dem zweiten Patch, der am 14. November erschien, haben die Legacy-Spieler ein schönes Schmankerl spendiert bekommen; den Zugang zum Modding-Kit für das Rollenspiel. Damit lassen sich baukastenmäßig eigene Inhalte erstellen. Verfügbare Mods lassen sich bequem per Hauptmenü anzeigen und für das eigene Spiel nutzen. Limbic Entertainment gab in seinem Developer-Blog schon bekannt, dass es hierfür auch Wettbewerbe geben werde, in denen die von Spielern erschaffenen Inhalte bewertet werden. Ein ähnliches Konzept sorgte schon im Free2Play-MMORPG Neverwinter dafür, dass immer neuer Content für Spieler entsteht. Auch das schon eingangs erwähnten Legend of Grimrock erfreut sich immer noch großer Beliebtheit bei Fans von Dungeon-Crawler-Spielen, denn auch hierfür gibt es haufenweise neue Levels per Mod-Angebot.
Ebenfalls positiv fallen uns kleine Details auf, mit denen die Entwickler von Might & Magic X: Legacy das Feedback der Fans berücksichtigen. So lassen sich jetzt beispielsweise eigene Notizen auf der Karte vermerken, praktisch.
Alles Retro oder was?
Die technische Seite von Legacy zählt sicher nicht zu den Stärken des Spiels. Zwar ist die Grafik passend für den Retro-Charme, trotzdem fallen derzeit noch Dinge wie lästige Pop-Ups in Außenarealen negativ auf. Da man sich ohnehin gemächlich durch die Gegend bewegt, sollte es doch in den Griff zu bekommen sein, dass Objekte und Texturen fließender dargestellt werden. Auch sind längst noch nicht alle Bugs oder Unstimmigkeiten beseitigt. Etwa verwundert es uns nach wie vor, dass der Preis für Reparaturen an Waffen und Rüstung immer gleich hoch ausfällt, egal ob nur ein Gegenstand oder mehrere betroffen sind. Doch sind das Kleinigkeiten, die im Zuge weiterer Patches problemlos zu beheben sind. Den Nostalgie-Nerv trifft Legacy bislang jedenfalls ziemlich gut.
Der Early-Access-Check im Überblick
Kosten: Auf Uplay und Steam für knapp € 30 erhältlich
Inhalt: Spielbar ist das erste von vier Kapiteln. Es enthält die Stadt Sorpigal als Quest-Hub, versehen mit Händlern und Trainern. Spielbare Dungeons sind die Spinnenhöhle unter der Stadt Sorpigal, ein Leuchtturm, der Banditenunterschlupf und Schloss Portmeyron. Dazu gibt es noch kleine Höhlen und eine Krypta zu entdecken, sowie einige versteckte Überraschungen im Außenareal. Verfügbar sind 8 von 12 Klassen. Der gebotene Umfang der Early-Access-Version reicht aus, um die Charaktere auf Stufe 10 bis 11 zu entwickeln, was etliche Stunden in Anspruch nimmt.
Aktueller Status: Version 1.22
Erscheinungsdatum des fertigen Spiels: Frühjahr 2014

mfg.