Lego Marvel Super Heroes im Test für PC: Kunterbuntes Comic-Abenteuer mit Altlasten

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Eine der wengien Neuerungen: mit dem Schild Laserstrahlen umlenken.
Quelle: PC Games

Im x-ten Aufguss der Lego-Serie widmet sich Entwickler Traveller's Tales dem Marvel-Universum mit Superhelden wie Wolverine, Hulk oder Spider-Man sowie Superschurken vom Schlage eines Dr. Octopus oder Magneto. Reichen Gags, bunte Lego-Steine und viel Comic-Atmosphäre aus, um Jung und Alt ein weiteres Mal für das simple Konzept hinter der Action-Adventure-Reihe zu begeistern? Unser Test samt Video-Review liefert die Antwort!

Es reicht! So unterhaltsam die Lego-Spiele des im Akkord arbeitenden Traveller's-Tales-Studio auch jedes Mal sind, tritt die Serie doch schon jahrelang auf der Stelle. Die Probleme sind in Lego Marvel Super Heroes dieselben, die wir letztes Jahr schon im Comic-Gegenstück Lego Batman 2: DC Super Heroes kritisiert haben: ein selbst für die Kleinen beleidigend niedriger Schwierigkeitsgrad und eine offene Spielwelt, die unter langweiligen Nebenbeschäftigungen und einer missratenen Steuerung für Fahrzeuge und fliegende Charaktere leidet.

Es ist höchste Zeit, dass Traveller's Tales das Konzept der Reihe überdenkt und seine offene Spielwelt zwischen den wie immer launigen Missionen mit spannenden Aufgaben füllt, die sich präzise steuern lassen, anstatt für Kampagne und Hub-Welt zwei unterschiedliche Bedienungskonzepte einzusetzen. Bis es so weit ist, haben Fans der Comic-Vorlage aus dem Marvel-Verlag mit Lego Marvel Super Heroes dennoch ihren Spaß. Denn darin scheinen die Liebe und der Respekt der Entwickler gegenüber dem Originalmaterial zu jeder Minute durch.

Excelsior!

Die harmlosen Quick-Time-Events überforden niemanden. Quelle: PC Games Die harmlosen Quick-Time-Events überforden niemanden. Eben jene Anhänger der Comic-Vorlage dürfen gerne fünf Punkte auf die Zahl am Ende dieses Artikels draufrechnen, denn in Lego Marvel Super Heroes steckt eine Menge Herzblut von Entwicklern, die offensichtlich mit den Comic-Abenteuern von Thor, Captain America und Iron Man aufgewachsen sind. Ausschnitte aus den Original-Soundtracks der neueren Marvel-Kinofilme wie Marvel's The Avengers und freischaltbare Alternativkostüme für jede Figur sorgen für Stimmung. Dazu gibt es in der gut vertonten englischen Fassung Gastauftritte von Marvel-Legende Stan Lee, Schauspieler Clark Gregg (Agent Coulson aus dem Avengers-Film) und vielen Originalsprechern aus den jeweiligen Zeichentrickserien. Top!

Die deutschen Sprecher wirken im Vergleich hölzern, die Übersetzung ist lieblos. Das kostet Atmosphäre. In der per Steam auswählbaren Originalfassung zünden die vielen Gags besser. Traveller's Tales setzt dabei auf eine Mischung aus Slapstick und Wortwitz, ohne die Schlagfertigkeit des Comic-Gegenstücks Lego Batman 2: DC Super
Heroes zu erreichen. Für den ein oder anderen Schmunzler sind die Zwischensequenzen aber trotzdem gut, etwa wenn der Hulk Staub wischt oder der berüchtigte Deadpool als Running Gag hinter den Kulissen herumturnt.

Die Story-Autoren bei Traveller's Tales sind derweil nicht zu beneiden. Für Lego Marvel Super Heroes standen sie vor der schwierigen Aufgabe, ein ganzes Bataillon an Helden und Schurken unter einen Hut zu bringen: alle super und alle Teil des Comic-Universums aus dem Marvel-Verlag. Das Experiment ist geglückt: Mit Doctor Doom, Loki und Magneto auf der einen und X-Men, Spider-Man und den Avengers auf der anderen Seite erzählt das Action-Adventure eine launige Handlung mit vielen Wendungen und drolligen Dialogen, in denen der Großteil der 140 spielbaren Charaktere seinen verdienten Auftritt feiert. Ein Fest für Marvel-Fans!

Bewährte Qualität

Bosskämpfe sehen spektakulär aus, spielen sich aber oft ähnlich. Quelle: PC Games Bosskämpfe sehen spektakulär aus, spielen sich aber oft ähnlich. Apropos Lego Batman 2: Wer die DC-Variante gespielt hat, den überrascht das Gameplay der Marvel-Antwort zu keinem Zeitpunkt. Immer noch wechselt der Spieler zwischen mehreren Charakteren hin und her, deren Spezialfähigkeiten für die Lösung simpler Umgebungsrätsel nötig sind: Wetterhexe Storm setzt Generatoren unter Strom, Black Widow schleicht unsichtbar an Kameras vorbei und Mr. Fantastic verformt seine Gliedmaßen auf abenteuerliche Weise, um an Hebeln zu ziehen. Nichts davon ist auch nur ansatzweise anspruchsvoll, der Schwierigkeitsgrad richtet sich klar an ein jüngeres Zielpublikum.

Der Plot erstreckt sich über 15 Levels, die optisch abwechslungsreich ausfallen: Vom fernen Asgard zwischen den Sternen geht es auf den Meeresgrund und weiter ins Innere der zum Leben erweckten Freiheitsstatue. Auf einer tropischen Insel ringen die Helden mit Dinosauriern und machen anschließend einen Abstecher in den Weltraum. Auch spielerisch gibt es wenig Grund, sich zu langweilen, sobald man sich mit den simplen Aufgaben abgefunden hat: Stupide Wiederholungen ewig gleicher Aktionen treten deutlich seltener auf als in Lego Der Herr der Ringe.

Bosskämpfe, von denen jeder Level mindestens einen hat, funktionieren meist nach einem ähnlichen Schema: Bevor ihr den Widersacher verprügeln könnt, müsst ihr in der Umgebung nach losen Lego-Steinen suchen, diese zu einem hilfreichen Objekt zusammenbasteln und damit den Gegner kurzzeitig zu betäuben, während ihr euch gleichzeitig Unmengen an KI-Schergen vom Leib haltet. Anschließend haut ihr dem Boss eine runter, seine Lebensanzeige reduziert sich um ein Herz und die ganze Prozedur beginnt von Neuem. Immerhin sind diese Gefechte spitze inszeniert und punkten mit feinen Grafikeffekten.

Wie üblich darf jederzeit ein zweiter Spieler ins Spiel einsteigen, allerdings nur an einem PC. Ein Online-Modus fehtl wieder einmal. Die Gründe dafür sind nicht ersichtlich, wahrscheinlich hält Traveller's Tale das Spielen übers Internet für eine Mode-Erscheinung, die schon bald ihren Reiz verlieren wird ...

Erkundung mit Tücken

Im Koop-Modus habt ihr die Wahl zwischen vertikaler und dynamischer Bildaufteilung. Quelle: PC Games Im Koop-Modus habt ihr die Wahl zwischen vertikaler und dynamischer Bildaufteilung. Nach dem Ende der Kampagne wartet ein virtuelles Abbild von Manhattan inklusive S.H.I.E.L.D.-Flugzeugträger darauf, im freien Spielmodus erkundet zu werden. Auf den Straßen der Stadt und im dazugehörigen Luftraum dürft ihr euch frei bewegen, sofern ihr mit der im Vergleich zu den Story-Levels veränderten Bedienung zurechtkommt: Besonders das Fliegen und punktgenaue Landen mit Charakteren wie Galac­tus oder der menschlichen Fackel ist die reinste Folter. Die ebenfalls zur Verfügung stehenden Fahrzeuge steuern sich ähnlich schwammig - selbst mit einem Gamepad, das wir aufgrund der verkorksten Gamepad-Bedienung dennoch dringend empfehlen.

Die unkomfortable und unpräzise Steuerung mindert den Spaß am Erkunden der großen, wenn auch eintönigen Spielwelt. Deren Sehenswürdigkeiten entpuppen sich ohnehin fix als reines Füllmaterial: Ihr bestreitet Wettrennen, schießt Drohnen ab oder findet im Auftrag einer besorgten Mutter den verschwundenen Sohn, um goldene Lego-Steine, Cheats und weitere Figuren freizuschalten. Wenig fesselnd! Dazu kommt eine Minimap, die mit ihren bunten Symbolen für mehr Verwirrung sorgt als Licht ins Dunkel zu bringen. Wer für sein Geld unbedingt alles sehen will, was das Spiel im Angebot hat, der kann gut und gerne 15 Stunden mit der Suche nach den Extras verbringen. Alle anderen haben aber nach acht bis zehn Stunden mit der durchweg vergnüglichen Kampagne genug.

Meinung

Wertung zu Lego Marvel Super Heroes (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Enthält etliche spielbare Marvel-Figuren, von prominent bis ulkigBewährter Mix aus Hüpfen, Knobeln und KämpfenDialoge mit SchmunzelpotenzialToll inszenierte BosskämpfeAbwechslungsreiche SchauplätzeFür Marvel-Fans interessante HintergrundgeschichteChaotisch-spaßiger Koop-ModusHübscher Plastik-Look mit tollen Effekten und liebevollen AnimationenTolle englische Sprecher, starke MusikuntermalungViel zu entdecken
Null AnspruchMiserable Flug- und Fahrsteuerung in der offenen SpielweltLangweilige NebenaufgabenUnpassende deutsche StimmenUnübersichtliche StadtkarteImmer noch kein Online-Koop

Bildergalerie

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    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Reaper1706 Gelegenheitsspieler/in
        Ist eindeutig das beste LEGO Game bis jetzt! Einziges Manko: Leider laggt das Game auf der Wii U im Koop, sobald ein zweiter Spieler eintritt. Aber der nicht geteilte Bildschirm macht das defintiv gleich wieder gut!
      • Von Reaper1706 Gelegenheitsspieler/in
        Ist eindeutig das beste LEGO Game bis jetzt! Einziges Manko: Leider laggt das Game auf der Wii U im Koop, sobald ein zweiter Spieler eintritt. Aber der nicht geteilte Bildschirm macht das defintiv gleich wieder gut!
      • Von Oximoron12345 Gelegenheitsspieler/in
        Ich finds klasse
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