Battle Worlds: Kronos im Test - Tiefgründig und knifflig
Ob sich das langerwartete Kickstarter-Rundenstrategiespiel Battle Worlds: Kronos zum würdigen Battle-Isle-Nachfolger mausert, erfahrt ihr in unserem Test.
Battle Worlds: Kronos im Test: Die Brücke auf die nächste Insel ist gut bewacht. Mehrere Panzer und Mechs warten nur darauf, jeden einzuäschern, der es wagt, auch nur einen Fuß auf den Übergang zu setzen. Ein Frontalangriff wäre tödlich, da die Truppen nur hintereinander auf der schmalen Brücke Platz haben. Glücklicherweise besitzen wir mehrere Boote, welche einige unserer Einheiten unbemerkt über das Wasser transportieren können. Und so reift die Taktik. Während wir einige bereits angeschlagene Truppen direkt auf den Übergang schicken, landen unsere Boote an einem kleinen Strand. Wenig später spucken die Panzer und Roboter ihre tödlichen Salven in den Rücken der Feinde, die gar nicht wissen, wie ihnen geschieht. Kurz darauf gehört die Brücke uns! Die Strategie ging auf!
Krieg ist eine Show
Die Geschichte des Runden-Strategiespiels Battle Worlds: Kronos versetzt euch in eine ferne, dystopische Zukunft. Auf dem Planeten Kronos tobt der inzwischen 121. Erbfolgekrieg. Für die Bevölkerung keine große Sache mehr. Durch die Häufigkeit, mit der um Territorien und Besitzansprüche gekämpft wird, ist der Krieg sogar mehr zu einer Art Sport geworden, über den überschwänglich im Fernsehen berichtet wird. Für die Soldaten auf den Schlachtfeldern allerdings ist der Krieg bittere Realität. Ihr seid ein frischgebackener Kommandant, der sich auf dem Feld der Ehre beweisen und den Sieg erringen muss.
Hexfeld-Werk
In den insgesamt 13 Missionen beginnt man mit einer bestimmten Anzahl an Einheiten, darunter Truppen, die für diese Mission wichtig sind, wie beispielsweise Boote oder Scharfschützen. Grundsätzlich gibt es keinen Basisbau und damit auch keine Möglichkeit, immer wieder neue Einheiten zu "produzieren" wodurch jede Einheit wichtig ist. Das motiviert, sich besonders gute Strategien auszudenken. Gespielt wird auf in Hexfelder unterteilten Karten, ähnlich wie in vielen Strategie-Brettspielen.
Jede Einheit verfügbar über einen Bewegungs- und einen Aktionsradius. Möchtet ihr euch lieber schnell weit weg bewegen, so könnt ihr den gesamten Bewegungsradius ausnutzen, dürft dann aber keine weitere Aktion mehr ausführen. Wollt ihr aber beispielsweise einen Angriff ausführen, so müsst ihr euch dafür noch im Aktionsradius befinden. Außerdem ist es wichtig zu schauen, ob die gewählte Einheit von weiter weg feuern kann oder direkt am Gegner stehen muss.
Dies sind wichtige taktische Überlegungen, denn die Position eurer Truppen spielt eine wichtige Rolle. Beispielsweise solltet ihr tunlichst darauf achten, dass ihr nicht eingekesselt werdet, denn dadurch können euch nicht nur mehrere Feinde angreifen, ihr kassiert auch mehr Schaden. Ihr eurerseits müsst schauen, dass ihr die feindlichen Truppen möglichst gut in die Mangel nehmt. Wichtig zu wissen ist auch, dass sich angegriffene Einheiten wehren. Beschießt ihr also einen Gegner, so feuert dieser in derselben Runde noch zurück. Das Ganze findet rundenweise statt und erinnert im Prinzip an Schach.
Wie sich das für ein Strategiespiel gehört, unterscheiden sich die Einheiten in Sachen Panzerung, Schaden und Geschwindigkeit voneinander. Manche Truppen sind auch besonders effektiv gegen eine bestimmte Einheitenart, sodass ihr dies zusätzlich in eure taktischen Überlegungen einbeziehen müsst. Hier kommt also das bekannte Stein-Schere-Papier-Prinzip zum Einsatz, was aufgrund der mit wenigen Ausnahmen gut ausbalancierten Einheiten auch hervorragend funktioniert.
Wer glaubt, mit einer großen Übermacht einfach auf die generische Armee zustürmen zu können, der liegt bei Battle Worlds: Kronos komplett daneben. Zum einen besitzt ihr nie wirkliche Massen an Einheiten und zum anderen kann ein falscher Schachzug, eine falsche Überlegung und eine falsch platzierte Einheit die gesamte Mission im Nu scheitern lassen. Daher kommt man im Spiel nur dadurch weiter, wenn man die Lage nach jeder Spielrunde genau analysiert, mögliche Szenarien durchdenkt und dann eine wirklich gewissenhafte Entscheidung trifft. Die taktischen Überlegungen, die daraus entstehen, machend as Spiel zu einem einzigartigen Strategieerlebnis. Das heißt aber auch, dass man sehr viel Geduld mitbringen muss, um in Battle Worlds: Kronos das Ende einer Mission zu erreichen. Aus diesem Grund bieten die 13 Aufträge, die sich anfänglich etwas wenig anhören, sehr viel Spielzeit. Für eine Mission werdet ihr je nach Umfang zwischen 60 und 120 Minuten benötigen.
Taktisch knifflig
In einigen Missionen ist es eure Aufgabe, Basen von Gegnern einzunehmen. Dadurch könnt ihr beispielsweise durch Radarstationen weiter blicken oder vielleicht auch eine neue Einheit in die Schlacht schicken. Die Eroberung eines Gebäudes ist allerdings etwas seltsam gestaltet. Ihr könnt Bauwerke nur mit einer einzigen Truppenart angreifen und müsst dann so lange darauf schießen, bis es die Farbe wechselt und so euch "gehört". Überall verstreut auf den Inseln liegen auch Container. Bewegt ihr eine Einheit auf einen Container, so erhält sie einige Trefferpunkte zurück. Daher müsst ihr diese Container in eure taktischen Überlegungen mit einbeziehen, da sie manchmal über Sieg oder Niederlage entscheiden können. Ab und zu erwarten euch auch geskriptete Ereignisse, welche dummerweise schon mal die eigene Strategie über den Haufen werfen, wenn plötzlich Truppen abgezogen werden oder Feinde Nachschub erhalten.
Neben dem Einzelspieler-Modus existiert auch ein gut funktionierender Mehrspieler-Part, in dem ihr euch auf zehn Karten mit bis zu drei Gegenspielern über das Internet oder am selben Rechner messen dürft. Und menschliche Mitspieler machen das Strategiespiel zu einer noch größeren Herausforderung als die ohnehin schon fordernde KI.
Für echte Taktiker
Battle Worlds: Kronos ist eine harte Nuss. Wer seine Zeit lieber mit schnellen, actionreichen Strategiespielen verbringt, anstatt oft minutenlang über seiner nächste Aktion zu brüten, der wird sicher schnell Frust verspüren. Auch, dass Fehler sofort hart bestraft werden und man oft auch erst spät im Spiel bemerkt, dass man anders hätte vorgehen müssen zeigt deutlich, dass sich King Arts Runden-Strategiespiel nicht an Gelegenheitsspieler richtet. Das kratzt aber nur wenig daran, dass man liebend gerne stundenlang in Battle Worlds: Kronos versinkt.
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Jetzt aber die Frage: wie sieht es mit DRM bezüglich der Retail und der GOG-Version aus? Im Heft steht ja dass es keinen Kopierschutz hat aber für Updates und neue Inhalte (was wohl nötig sein wird) eine Registrierung erforderlich sind. Heißt das, dass das Spiel mit einer SN an den Account gebunden wird was einem DRM entspricht? Ich blicke da noch nicht ganz durch.
Eine andere Frage: weiß jemand ob kostenpflichtige DLCs geplant sind?
PS: das Spiel gibts momentan für 15€ bei GOG.
Wer rundenbasierte Strategie mag, kann es sich trotzdem mal anschaun. Spielt sich trotz der AI ganz nett und man gewinnt wenigstens immer :-)
Meine Wertung ist 67.
Nein, ich meine echte MP-Matches gegen reale Gegenspieler. Die lassen sich anscheinend nur gegen Freunde, dessen Account-Namen man kennt, bestreiten. Oder irre ich mich da?