Das Beste dieser Generation - Teil 2: Bioshock Infinite - Story-Meisterwerk mit fantastischen Charakteren
Bioshock Infinite gehört noch zu den jüngeren Titel der aktuellen Generation und gehört in diesem Jahr sicherlich zu den Kandidaten für verschiedene Game of the Year-Auszeichnungen. Im zweiten Teil unserer Artikel-Reihe "Das Beste dieser Generation" werfen wir einen Blick auf das Story-Meisterwerk von Ken Levine und betrachten, was diesen Titel so außergewöhnlich macht.
Über das Ende von Bioshock Infinite sagte Ken Levine bereits mehrere Monate vor der Veröffentlichung in einem Interview: "Es ist mit nichts vergleichbar, was man bisher in Videospielen erleben konnte. Es ist einzigartig und etwas sehr Besonderes für jene Welt, die Charaktere und diese Marke." Man werde noch lange über die Geschichte des Spiels nachdenken, philosophierte der Creative Director außerdem an anderer Stelle. Nun, über ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung des Ego-Shooters, muss man eingestehen, dass der Mann völlig Recht hatte. Es ist die Story, aus der Bioshock Infinite seine Großartikeit zieht - und natürlich Elizabeth, das wohl liebenswerteste und menchlichste Wesen, das einem Spieler jemals an die Seite gestellt wurde.
Auch Play3-Tester Robert Horn konnte im März 2013 nicht umhin, den Aussagen von Ken Levine zuzustimmen: "Der Shooter wühlt auf und hallt nach, vielleicht nicht immer positiv. Aber wo ein Crysis 3 mit Optik und Kampfmechanik begeistert, trumpft Bioshock Infinite mit Tiefgang und Emotionen auf. Dieser Shooter wird sich in euer Gedächtnis graben". Gleichermaßen überschlägt sich die internationale Fachpresse mit Lob für den Shooter. "Infinite ist mehr als nur ein neues Setting, eine neue Geschichte und Charaktere; diese Elemente sind nahtlos in komplexe Themen, einen mysteriösen Plot und unterhaltsame Kämpfe integriert, um ein unglaubliches Erlebnis von Anfang bis Ende zu schaffen", so zum Beispiel das Fazit vom Tester des Game Informer.
1912, Küste vor Maine
Quelle: PC Games
Da wären wir wieder mal an einem Leuchtturm.
Doch was ist es, was Bioshock Infinite ausmacht? Es beginnt wie so oft in der Reihe auf hoher See, an einem Leuchtturm. Doch anders als in den beiden Vorgängern, geht es diesmal nicht in die Unterwasser-Stadt Rapture, sondern über die Wolken in die fliegende Stadt Columbia. Wir schreiben das Jahr 1912 und ihr schlüpft in die Rolle des abgehalfterten Detektivs Booker DeWitt. Dessen Spielschulden treiben ihn in eine verzweifelte Mission, bei der ihr von zwei mysteriösen Gestallten in eben jene wundersam schwebende Metropole geschickt werdet, um ein Mädchen zu entführen - oder doch retten? Die genauen Umstände bleiben lange im Verborgenen.
Auf Basis der amerikanischen Geschichte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, baut das Setting von Bioshock Infinite auf ein eigenes, teils futuristisches, Alternativszenario auf. Mit Hilfe der Physikerin Rosalind Lutece erbaute Zachary Comstock Columbia, die ein Symbol der herausragenden Stellung der USA sein soll. Zunehmend isolierte sich die Stadt jedoch von der Welt am Boden, was schließlich zu Spannungen zwischen den Bevölkerungsschichten Columbias führte. Auf der einen Seite die Gründer. die herrschende Führungsschicht aus religös-fanatischen und rassistischen Weißen. Auf der anderen Seite die Vox Populi, die ausgebeuteten Arbeiter verschiedenster Herrkunft unter ihrer Anführerin Daisy Fitzroy.
Will the Circle be unbroken
Quelle: PC Games
Rassismus ist in Columbia allgegenwärtig.
In diesem Schmelztigel aus nationalistischem Eifer und den rachegelüsten der Unterdrückten, macht sich Booker also auf den Weg das Mädchen mit dem Namen Elizabeth zu befreien. Dabei kommt es natürlich zu allerlei Scharmützeln mit den Ordnungskräften der Stadt, wofür euch zahlreiche Waffen von der Schrotflinte bis zum Raketenwerfer zur Verfügung stehen. Zusätzlich kommen die sogenannten Vigors zum Einsatz, die mit den Plasmiden der ersten beiden Bioshock-Spiele zu vergleichen sind. Mit verschiedenen Verkaufsautomaten können die Kräfte und Waffen im Spiel verbessert werden. Da Geld meist jedoch knapp ist, soltet ihr euch sehr gut überlegen, in welche Fähigkeiten ihr die hart verdienten Silver Eagles investiert.
Bioshock Infinite erzählt jedoch nicht nur eine spannende und verwirrende Geschichte. Es ist auch als kritische Betrachtung des amerikanischen Patriotismus und des American Exceptionalism zu verstehen. Religiöser Fanatismus, Rassisumus sowie die ideologische Verklärung der eigenen Geschichte bestimmen permanent die Hintergrund-Thematik. Besonders der Umgang mit Glauben und Religion im Spiel sorgte sogar innerhalb des Entwicklerteam zu einigen Spannungen. Ken Levine hat Bioshock jedoch nie auf einen generallen Angriff auf die Religion verstanden. Er wolle lediglich die Folgen des Missbrauchs einer Ideologie darstellen. Abgerundet wird das Spielerlebnis übrigens mit einem fantastischen Soundtrack aus der Feder von Garry Schyman, der bereits die Musik für beide Vorgänger schrieb.
Dabei orientierte sich der Komponist auf ausdrücklichen Wunsch von Ken Levine nicht an den Klängen von Bioshock 1 und 2. Den Titelsong des Spiels "Will the circle be unbrocken" wurde übrigens von Troy Baker und Courtnee Draper eingespielt, den Original-Synchronstimmen von Booker und Elizabeth. In seiner vollen Verwirrtheit und der bis zum Schluss nur schwer zu verstehenden Handlung ist Bioshock Infinite sicherlich nicht jedermanns Sache. Spätestens wenn sich die Handlung in Paralleluniversen und andere Zeitlinien bewegt, kann der Spieler leicht den Überblick verlieren. Wer sich aber gerne komplexen Zusammenhängen stellt, lange über Zusammenhänge und Bedeutungen philosophieren möchte oder einfach nur ein abgefahrenes Erlebnis haben möchte, für den ist Bioshock Infinite ein Meisterwerk, um das es kein herumkommen gibt.
Infos zum Spiel
Das Beste dieser Generation - Überblick
Teil 1: Ein Rückblick auf das PS3- und Xbox 360-Zeitalter
Teil 2: Bioshock Infinite - Story-Meisterwerk mit fantastischen Charakteren
Teil 3: Heavy Rain - Der interaktive Film als Kunstform

Bioschock 1 hatte aber auch ein ähnliches Problem da war die Story halt am Anfang ne ziemliche Durststrecke aber dafür war es ab ca Mitte bis Ende durchgehend konstant. Das Ende war hat mich dann aber nicht vom Hocker gerissen. Gut war warscheinlich meine Schuld da ich das böse Ende bekommen habe obwohl ich die letzten 3-4 Stunden total auf gut gespielt habe. Hat aber anscheinend nicht gereicht um meine kapitalistische Vorgehensweise der ersten Hälfte auszubügeln, und so kam mir das Ende unpassend und unlogisch vor. Gameplay war etwas besser vor allem da man viel mehr Möglichkeiten zur Anpassung und Upgrades hatte.
Nein, alleine die Lichtgebung mit diesem orangen Farbton. Und es ist mir viel zu viel "Fassadenoptik". Ich mag es bei einem Shooter eher realistisch, außer es ist so Düster wie in Bioshock 1 +2.
@svd
Ich mag Columbia nicht und außerdem erfordert das Spiel Steam.
Wieso denn? Weil du den Großteil der Leute dort und ihre Lebenweise nicht leiden magst? QED. Atmosphärisch war Irrational immer topp. :-D
Für das Problem Steam gäbe es die Ausweichmöglichkeit Konsole... ein Gamepad macht den Shooterpart allerdings nicht besser.
(Na, ich mag Steam auch nicht uneingeschränkt gerne. Aber das Programm ist schlank, nicht invasiv, das Einkaufen funktioniert sehr gut... momentan ist es für mich einfach das kleinste Übel.)
Trotzdem solltest du es spielen. Vom Zugucken alleine bekommst du nur einen einseitigen Eindruck vom Spiel. Wieso?
Weil Infinite am wunderschönsten ist, wenn du nicht "spielen" musst. Die ersten zwanzig Minuten auf Columbia, das erste Treffen mit Elizabeth, der Strand... immer dann, wenn du lediglich herumgehst, die Landschaft bewundern kannst und die angenehme Gesellschaft genießt, ist Infinite einfach toll. Weil genau da seine stärksten Eigenschaften (Atmosphäre, Musik, Sprachausgabe, Story (bis etwa zur Mitte des Spiels)) voll zur Geltung kommen. (Sobald du gezwungen wirst, Männeken totzuklicken, nervt es ungemein.)
Los, gib dir einen Ruck. Spiel es. :-D
Ist ein bisschen wie "Hund essen". Wenn du das aus zB ethischen, religiösen, irgendwie nachvollziehbaren Gründen ausschließt, ist das kein Thema. Ob es gut oder schlecht *schmeckt*, kannst du aber erst sagen, nachdem du die Töle ordentlich durchgekaut und runtergeschluckt hast. Hehehe. :-B
Ich denke, wir haben unsere Standpunkte genug dargelegt. ;-)
das haben wir eigentlich schon in anderen Threads ;-)