Leisetreter unter den Videospielen: Hoch emotionale Geschichten ohne Krachbumm-Action
Klar, Spiele, die blinken, krachen und schön wummen sind schon was feines, aber es gibt auch schöne, ruhige Games da draußen, die einen vielleicht sogar noch mehr in ihren Bann ziehen. In vielen muss nicht einmal geredet werden, um die Story rüber zu bringen und manchmal trifft man keinen einzigen NPC. Heute zeigen wir euch mal die Perlen unter den stillen Spielen!
Man erinnere sich nur an ICO, ein wunderbares Meisterwerk auf der PS2. Beide Protagonisten im Spiel sprechen Sprachen, die wir nicht verstehen mit Untertiteln, die wir nicht lesen können und trotzdem wissen wir, was sie sagen wollen und was sie fühlen. Die wunderschöne Kulisse und die liebevollen Interaktionen zwischen den Figuren sind hier genug, um eine Geschichte ohne Worte zu erzählen. Gar nicht geredet wird hingegen in Journey von der PS3. Das einzige, was wir wissen ist, dass wir durch die Wüste und auf den Berg müssen, aber nicht warum. Cryptische Schriftrollen weisen uns den Weg und lassen uns erahnen, was vorgeht und wohin wir unsere verhüllte Figur lenken müssen. Ein epischer Soundtrack rundet das Erlebnis ab.
Wenn man mit einem dieser Spiele dann fertig ist, kann es schwer sein, einfach aufzuspringen und etwas anderes zu tun. Der Minimalismus dieser Spiele regt an, die Lücken selbst zu füllen und sich mit der Geschichte zu beschäftigen. Ein Spiel mit filmreifen Darstellungen, ausgefeilten Dialogen und Kinokamera ist zwar spannend und fesselnd, nimmt uns aber auch ein Stück weit an die Hand und lässt uns dann einfach los, wohingegen diese Indi-Titel ihre Kraft auf einer anderen Ebene entfalten. Wir empfehlen euch wärmstens, euch mal einige dieser Titel näher anzusehen!
4, wenn ich mich nicht täusche.
Eines der ersten Spiele ohne Action-Story, dass ich durchgespielt habe war seinerzeit Myst. Tolle atmosphaere auch ohne Knalleffekt.
In letzter Zeit faellt mir da noch der indie Titel Qube ein. Der hat zwar im Allgemeinen sowieso nicht wirklich eine Story, aber eine mit Action hat er schon gleich gar nicht.
Dear Esther ist in der Tat kein Spiel, man kann ja im Prinzip fast nur einen 5m breiten Pfad lang gehen mit minimalster Interaktionsmöglichkeit. Das ist eher ein mediales Kunstwerk.
In Monster loves you spielt man das Leben eines Monsters. von dem ersten Problemen sich im Monsterschlamm gegen andere frisch geborene Monster zu behaupten, über die einzelnen Lebensstadien, und soziale und gesellschaftliche Konflikte bis hin zum Lebensende, bei dem die Monster sich irgendeinem Auflösungsritual oä unterziehen.
Das Besondere ist, daß man das Monster überhaupt nicht zu sehen bekommt.
im Prinzip klickt man sich nur durch Texttafeln à la
"Du triffst auf einen Löwen mit einem Splitter in der Pfote.
a) Prima, ein geschwächter Gegner
b) Der Arme. Du entfernst den Splitter."
Dadurch gibt es letzten Endes 10+ verschiedene Enden (zB das kampfwütige oder das sanftmütige Monster)
Die einmalige Spielzeit ist übrigens recht kurz.
wg. David Lynch: dessen Mulholland Drive hab ich mir innerhalb der ersten 2 Tage, in dnen ich die DVD hatte, 4 mal angesehen und nachher immer noch nicht komplett verstanden gehabt.
Dessen Filme kann man mitunter auch gar nicht verstehen, weil er sie nicht unbedingt nach einem logischen Muster, sondern nach einem ästhetischen aufbaut und ihm auch schon mal beim Schneiden erst einfällt, was er mit der Szene eigentlich ausdrücken wollte.
(lt einem Interview mit dem Rückwärtsmann ausTwin Peaks)