Alien Rage im Test: Hohler Ballerspaß zum Spartarif
Die PC-Fassung von Alien Rage im Test: Der Sci-Fi-Shooter von CI Games fordert weder Hirn noch Geldbeutel. Für faire 20 Euro gibt's Nonstop-Schießerein, ordentliche Grafik und tonnenweise Explosionen. Dafür muss man eine dämliche Story, schwache KI, kurze Spielzeit und gelegentliche Frustmomente in Kauf nehmen.
Alien Rage ist altmodisch und macht auch kein Geheimnis daraus. Die Steam-Produktseite wirbt mit Levels, Waffen und Gegnern, mit Zerstörungseffekten und schöner Grafik – eine Aufzählung, die eben nicht mehr verspricht, als das Ballerspiel bietet. Allerdings ist Alien Rage von CI Games (Sniper: Ghost Warrior 2) bereits für günstige 20 Euro erhältlich. Und auch wenn es für die Wertung unerheblich ist: Der faire Preis hilft sicher dabei, über so manchen Mangel hinwegzusehen.
Irgendwas mit Aliens
In Alien Rage spielt ihr den Weltall-Soldaten namens Jack – eine Ein-Mann-Armee im Stil der Gears of War-Reihe, mit grotesk-überzeichneter Rüstung, knurriger Stimme und testosterongetränkten Sprüchen der Marke "Bring it on, bitch!". Jack hat die simple Aufgabe, sich14 Level lang kreuz und quer durch eine Raumbasis auf einem abgelegenen Asteroiden zu ballern. Dort zanken sich die Menschen nämlich mit einer Alien-Rasse namens Vorus um ein seltenes Mineral, das… Ach, wozu die Mühe? Die seichte Story ist ohnehin nur Mittel zum Zweck - Hauptsache es wird auf alles geschossen, was sich bewegt. Zwischen dem Geballer wird Jack ab und an per Funk von zwei unausstehlichen Helfern zugequatscht. Das ist zwar nicht sonderlich stimmungsfördernd, hilft aber zumindest dabei, der Handlung durch die 14 Levels zu helfen – anderen Charakten begegnet Jack nämlich nie, selbst einen Oberbösewicht gibt es nicht.
Altmodisches Dauerfeuer
Alien Rage ist so einfallsreich wie sein Name vermuten lässt: es wird auf Alien-Soldaten geschossen, am laufenden Band. Rätsel, Geschicklichkeitseinlagen, all das gibt es nicht. Vor allem mit verschiedenen Schnellfeuergewehren, aber auch mit Shotguns, Blastern, Raketenwerfern oder Sniper-Gewehren putzt Jack die Gegner im Akkord weg. Die Waffen sind zwar nicht originell, fühlen sich aber überwiegend gut und wuchtig an. Außerdem verfügt jeder Schießprügel über eine begrenzte Sekundärfeuerfunktion, die richtig eingesetzt sehr mächtig ausfällt und ganze Gefechte für sich entscheiden kann. Alles in allem machen die Schießereien also durchaus Spaß.
Für ein altmodisches Ballerspiel versteht es sich fast von selbst, dass die Leveldesigner allerortens hochexplosive Behälter platziert haben, mit denen sich ganze Gegnergruppen ausknipsen lassen. Und auch sonst passt das Leveldesign zum geradlinigen Spielablauf: Man marschiert auf klar vorgegebenen Wegen schnurstracks von einem Zielpunkt zum nächsten, optionale Seitenpfade gibt es nicht. Das ist schade, denn CI Games hat trotz des einfallslosen Settings überraschend hübsche Umgebungen gebastelt, von denen viele auf den ersten Blick weitläufiger wirken, als sie letztendlich sind. Sicher hätten die Leveldesigner da ein paar Geheimnisse oder Bonusziele verstecken können, das hätte dem Spielablauf gut getan – doch leider muss man darauf verzichten.
Frustgefahr trotz schwacher KI
Jack muss keine altmodischen Medkits aufsammeln, seine Lebenspunkte regenerieren sich von selbst. Das ist auch bitter nötig, denn Alien Rage ist selbst auf dem leichtesten der drei Schwierigkeitsgrade kein Zuckerschlecken. Zwar kann man sich durch die meisten Kämpfe stur durchballern, doch immer wieder gerät man auch in Situationen, in denen die Gegner auf einen Schlag von allen Seiten spawnen und Jack auf große Distanzen unter Beschuss nehmen – diese Momente haben wir manchmal als unfair empfunden, da Jack nur wenige Treffer aushält. Erst gegen Spielende wird der Held widerstandsfähiger: Durch Abschuss-Serien und besondere Treffer erhält Jack Punkte, wodurch er nach und nach drei Slots freischaltet, in denen er Upgrades aktivieren kann – zur Wahl stehen beschleunigte Heilung, aber auch höhere Durchschlagskraft oder größere Magazine.
Trotz dieser Upgrades haben wir es in den letzten Levels vorgezogen, die Gegner einfach in den Raum spawnen zu lassen und dann in einem Gang zu warten – die dusseligen Alien-Soldaten latschen uns nämlich gerne mit Anlauf vor die Flinte, so dass wir dann einfach nur noch draufhalten müssen. Anders waren manche Kämpfe kaum zu schaffen, zumal die Umgebung wenig Schutz bietet: Ein aktives Deckungssystem gibt es nicht und viele Wände und Kisten gehen im Kugelhagel zu Bruch, so dass man auch hier nicht immer sicher ist. Auch die häufigen Bossgegner (allesamt Mechs und Kampfroboter) erfordern keine genaue Taktik, sondern nur ständiges Flüchten und Ausweichen – da kommt man sich manchmal fast wie ein Feigling vor. Immerhin: Die Stahlkolosse sehen nicht nur ziemlich gut aus, später im Spiel kann Jack sogar selbst so ein Biest steuern und einen kurzen Spaziergang durch einen hübschen, kleinen Außenlevel machen. Und natürlich darf auch die gelegentliche Minigun-Sequenz nicht fehlen, in der Jack seine Gegner total männermäßig brüllend (tut zuviel Testosteron eigentlich weh?) vom Bildschirm pustet. Spielerisch ist das natürlich simpel wie ein Pfosten, doch das ließe sich wohl über viele Ballerspiele sagen – und mehr will Alien Rage eben nicht sein.
Ordentliche Grafik trotz Budget-Preis
Wo es dem Spiel an Abwechslung und KI fehlt, macht dafür die Optik einen sauberen Einruck. CI Games nutzt die Unreal Engine 3 und zaubert damit hübsch ausgeleuchtete Levels und satte Waffeneffekte auf den Bildschirm. Hin und wieder übertreiben es die Grafiker zwar mit Verwisch- und Unschärfeeffekten, aber im Eifer des Gefechts fällt das ohnehin bald nicht mehr auf. Einige Explosionseffekte wirken allerdings unfertig und Jack, der in den seltenen Zwischensequenzen zu sehen ist, bewegt sich mit der Eleganz einer Playmobilfigur – ein cooler, charismatischer Held sieht anders aus. Doch auch wenn die Optik ihre Schönheitsfehler hat: Das Spiel sieht meistens erfreulich stimmungsvoll aus und lief im Test angenehm flüssig. Für einen 20-Euro-Titel kann sich Alien Rage also durchaus sehen lassen - auch wenn es gegen vergleichbare Titel wie Bulletstorm keine Chance hat.
Geringer Umfang und Multiplayer
Die Einzelspielerkampagne beschäftigt etwa fünf bis sechs Stunden lang – je nachdem, wie oft man ins Gras beißt und Abschnitte wiederholen muss. Das ist nicht lang, doch angesichts des Preises geht der Umfang in Ordnung, zumal viele Genre-Konkurrenten heutzutage auch nicht mehr bieten. Zusätzlich gibt's einen kleinen Mehrspielermodus, der Deathmatch- und Teamdeathmatch-Gefechte für bis zu 16 Spieler erlaubt. Trotz weitestgehend leerer Server (wir spielten kurz vor dem offiziellen Release) konnten wir bereits mehrere voll besetzte Matches schlagen. Der erste Eindruck: solide, funktional und ziemlich überflüssig. Ein Koop-Modus in der Kampagne oder eigenständige Koop-Missionen hätten wir uns gerne genauer angeschaut, doch für Deathmatch gibt es eindeutig bessere Alternativen auf dem Markt.
Info zum Gewaltgrad: Das Spiel ist ab 18 Jahren freigegeben und ungeschnitten. In den Levels sind manchmal übel zugerichtete Leichen zu sehen. Headshots lassen die Alien-Gegner häufig kopflos dastehen. Und durch Explosionen fliegen gelegentlich Körperteile der Aliens durch die Gegend – alles in allem zwar kein Spiel für Kinder, aber doch weit weniger blutig als beispielsweise ein Bioshock Infinite.
Info zu den Konsolenfassungen: Die PC-Version ist ab dem 25. September 2013 (Mitternacht) über Steam erhältlich. Am 23.Oktober 2013 erscheint das Spiel auch als Download für Xbox Live und das Playstation Network.

Schade Schade, das Geld hätte ich besser versoffen!
Problematisch ist wie immer die Mauseinstellung. Wenn man zoomt ändert sich einfach der FOV aber die Sensitivity der Maus bleibt die gleiche was es nahezu unmöglich macht zu treffen. Generell fühlt sich die Maus nicht sonderlich smooth an, trotz 120Hz und deaktiviertem VSync. Da kommt ein HardReset deutlich direkter daher.
Nichtsdestotrotz ein cooles Spiel was in Zeiten von Cod und BF3 die älteren unter uns durch aus bekehren kann. Wer sich also für HardReset, Rise of the Triad, Quake oder für das morgen erscheinende Shadow Warrior begeistern kann, wird auch mit AlienRage seinen Spaß haben.
Für 20 Taken doch ok...
Warum soll eigentlich der massenhafte Gegner- Respawn in COD anspruchsvoller sein als bei diesem Titel?!?
naja
sagen wir mal so, Felix Argumente sind besser als deine