Castle of Illusion im Test: Zu leicht und zu kurz

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Test Torsten Lukassen Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Geschichte wiederholt sich: Wir nehmen das Remake eines Mega-Drive-Klassikers unter die Lupe. Castle of Illusion gängt in der PC-Version den Geist des Originals gut ein, bietet aber insgesamt zu wenig.

Bei Castle of Illusion handelt es sich eigentlich um ein klassisches Jump & Run für das Mega Drive aus vergangenen Tagen. Ältere Semester unter uns werden sich erinnern: Es gab wohl kaum Besitzer des längst abgeschriebenen 16-Bitters, der Micky Maus nicht über die Mattscheibe flimmern ließ. Das Spiel war einfach ein Dauerbrenner. Nun hat sich Sega des legendären Titels angenommen und präsentiert uns Castle of Illusion in einem zeitgemäßen Gewand. Kann das funktionieren? Braucht man 2013 noch hüpfende Mäuse, die mit Äpfeln um sich werfen? Aber wir wollen nicht vorgreifen, zuerst stellt sich die Frage, worum es hier überhaupt geht.

Die ganze Geschichte fängt zunächst harmonisch an: An einem lauschigen Sommernachmittag machen sich Micky und Minni Maus in den Wald auf, um ein Picknick zu veranstalten. Doch kaum sitzen sie bequem, da verdunkelt sich auch schon der Himmel: Die böse Hexe Mizrabel steigt auf einem Besen vom Himmel hinab und verschleppt Minni in das Schloss der Illusionen. Selbstverständlich macht sich Micky sofort auf die Socken, um seine Angebetete zu retten. Und ebenso selbstverständlich ist das Schloss vollgestopft mit Gefahren, mit fi esen Fallen und listenreichen Gegnern. Auf ins Abenteuer?

Die zugegebenermaßen inspirationslose Hintergrundgeschichte reißt wirklich niemanden vom Hocker; genauso wenig wie das in gemalten Standbildern präsentierte Intro, welches mit allenfalls schlappen Dialogen aufwartet und nur sanft dahinplätschert. Ein Gefühl der Enttäuschung keimt langsam, aber stetig im Tester auf: "Wo ist hier der Mehrwert? Das gab es auch 1990 schon."

Castle of Illusion im Test: Ein würdiges Remake, aber uu leicht und zu kurz. (3) Quelle: SEGA Castle of Illusion im Test: Ein würdiges Remake, aber uu leicht und zu kurz. (3) Die Welt von Castle of Illusion ist in verschiedene Abschnitte unterteilt, die alle ein eigenes Thema haben. Diese sind nochmals in Unterabschnitte geteilt und warten alle mit einzigartigen Gegnern auf, bis man den Obermotz erreicht hat. Im Märchenwald ist dies dementsprechend eine grummelige Eiche, im Spielzeugland dafür ein fieser Springteufel, der Micky am Fortkommen hindern will. In jedem Abschnitt sammeln wir Diamanten auf, mit denen wir im namensgebenden Schloss weitere Levels freischalten, bis wir schließlich Minni aus den Fängen der bösen Hexe retten können. Was folgt, ist zunächst gewohnte Jump&Run-Kost, allerdings, das muss man Sega Australia lassen, hervorragend in Szene gesetzt. Micky steuert sich überaus geschmeidig, es gibt keine Schwelle zu überwinden. Man ist sofort im Spiel. Die Hintergrundmusik ist orchestral und dudelt meist angenehm vor sich hin, rutscht aber je nach Level gelegentlich auf ein bereits infantiles Niveau ab.

Die Grafik hingegen kann sich wirklich sehen lassen, es zuckt und zappelt an allen Enden; die gesamte Spielwelt ist animiert – hervorragend animiert, muss man sogar sagen. Viele verschiedene Elemente und Perspektivwechsel sorgen für ein gewisses Maß an spielerischer Abwechslung. An manchen Stellen dreht sich die Kamera beispielsweise zum Spieler und Micky muss in Indiana-Jones-Manier einem Apfel entkommen, der hinter ihm einen Hohlweg entlangrollt. Oder man plumpst ins Wasser, da man einen Sprung nicht geschafft hat – anstatt jedoch ein Leben zu verlieren, stellt man fest, dass der halbe Level von Unterwasserhöhlen unterfüttert ist, die man natürlich auch alle erforschen will. Motivierend!

Angesichts des niedrigen Preises von rund 13 Euro gibt es nicht viel zu meckern. Hüpfen, ducken, rennen – Castle of Illusion bietet dem Spieler tatsächlich, was er erwartet. Die Grafik ist schick und die Steuerung macht Spaß. Wer jedoch ein forderndes Spiel erwartet, wird enttäuscht: Castle of Illusion ist leider viel zu leicht und viel zu kurz.

Wertung zu Castle of Illusion Starring Mickey Mouse (PC)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Liebevolle Optik, gelungene Animationen, viel AbwechslungHervorragende und fluffige Steuerung, die wirklich Spaß machtTrift die Stimmung des Originals sehr gut, (nicht nur) Veteranen fühlen sich sofort zu HauseOrchestraler Soundtrack mit allen Schikanen; überwiegend gelungenDito überwiegend gelungenes, abwechslungssreiches GegnerdesignÜberwiegend schöne Level, viele verschiedene Elemente und Perspektivwechsel sorgen für jede Menge AbwechslungWitzige BossmechanikenEure Kids werden es lieben ...
... aber Micky-Charme ist sicherlich nicht jedermanns DingEin ganz und gar widerliches Frame-Lock von 30 FPS verhindert flüssigen BildaufbauKann mal jemand dem Märchenonkel von Erzähler die Klappe abkleben? Unerträglich ...Castle of Illusion ist definitiv zu leicht, und damit auch zu kurzTeils nervige Schalter-RätselOft intransparentes Level-LayoutViel Trial & Error in Hinsicht auf Fallen, Gegner und BosseNutzloses Tutorial, was einem immer nur erzählt, was man schon längst kapiert hat
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    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von soki NPC
        ich finds klasse...war schon immer ein fan von castle of illusion
      • Von Shadow_Man Mitglied
        Klingt jetzt nicht nach dem riesigen Brüller, aber so als kleines Spiel für Zwischendurch sicherlich nicht schlecht. Werde es mir bei einem Angebot mal holen, ich fand schon Duck Tales Remastered ganz gut.
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