Total War: Rome 2 im Test - gewaltiges Potenzial
Rome 2 bringt erwachsene Männer zum Weinen. Mit bildhübscher Grafik - und horrenden Systemanforderungen. Der PC Games-Test verrät euch, warum das bislang größte Total War-Strategiespiel trotz hohem Suchtfaktor weniger Spaß macht als die Vorgänger und unter welchen Mängeln Rundenmodus und Echtzeitschlachten derzeit noch leiden.
Rome 2 ist groß. Absurd groß. Für sein neues Strategiespiel und den direkten Nachfolger des beliebten Rome: Total War hat sich Entwickler Creative Assembly die Zeitepoche von 272 v. Chr. bis kurz nach Christi Geburt ausgesucht. Die Kampagnenkarte reicht von Britannien im Norden bis zu den nördlichsten Gebieten Nordafrikas im Süden, von der spanischen Küste im Westen bis in das vordere Indien im Osten. Dieses gewaltige Areal ist in knapp 180 einzelne Siedlungen aufgeteilt, die es zu erobern gibt. Bis zu vier Städte bilden eine Provinz, von denen über 50 existieren. Der Spieler übernimmt eine von neun bei Spielstart verfügbare Nationen und Kulturen: Rom, Karthago, Parthien, Pontos, Icener, Averner, Makedonien, Ägypten und Sueben.
Wer Rome 2 vorbestellt und dadurch den entsprechenden, ansonsten kostenpflichtigen DLC erhalten hat, darf zusätzlich noch zwischen Sparta, Athen und Epirus von der griechischen Halbinsel wählen. Wie schon bei Shogun 2 und anders als in den früheren Serienteilen lassen sich übrigens keine weiteren spielbaren Fraktionen freischalten, indem wir deren KI-Präsenz in der Kampagne besiegen. Findige Modder dürften aber schon bald einen Weg finden, Spielern auch die restlichen Nationen zugänglich zu mache - und Creative Assembly hat schon weitere Völker-DLCs für die Zeit nach dem Release angekündigt, sowohl kostenpflichtig als auch gratis.
Nach der Fraktionswahl heißt es, die Herrschaft in der antiken Welt zu übernehmen, wobei wir die meiste Zeit wie für die Reihe üblich auf der rundenbasierten Provinzübersicht verbringen, die an eine 3D-Version einer Brettspielkarte erinnert. Hier errichten wir Gebäude, verhandeln mit anderen Fraktionen per Diplomatiebildschirm, heben Armeen und Flotten aus oder kümmern uns um die Belange unserer Herrscherfamilie. Die unvermeidlichen Schlachten zwischen selbst aufgestellten Heeren und den Armeen der KI-Gegner lassen wir entweder vom Computer berechnen oder tragen sie selbst in pausierbaren Echtzeitgefechten aus. An dieser Mischung hat Creative Assembly grundsätzlich nichts verändert und sie ist so motivierend wie eh und je: Wir haben für diesen Test rund 60 Stunden damit verbracht, Zug für Zug Rom und Sparta zur Weltherrschaft zu führen, nur um zwischendurch immer wieder selbst die Generalsrolle zu übernehmen und in den optisch imposanten Taktik-Kämpfen Belagerungen zu schlagen, Infanterie mit Reitereinheiten niederzumetzeln und Kriegshunde auf schlecht gepanzerte Germanenkrieger zu hetzen. Gelangweilt haben wir uns dabei nicht. Geärgert zuweilen aber schon.
Kinderleichter Einstieg
Quelle: PC Games
Die kleinen Filmchen, die in den Vorgängern allerlei Ereignisse begleiteten, kommennur noch spärlich zum Einsatz.
Shogun 2 war ohne Frage ein sehr guter Ableger der Total War-Reihe, doch mit der japanischen Karte können nicht alle Europäer etwas anfangen. Nun stimmt das Setting, denn wer hat noch nicht von den punischen Kriegen oder den marodierenden Germanenstämmen gehört? Wir jedenfalls schon und so macht es uns deutlich mehr Spaß im antiken Europa sich auszutoben als im fernen, unbekannten Osten - vor allem weil man sich auf der europäischen Landkarte besser auskennt und geschichtlich wahrscheinlich etwas mit dem Szenario anfangen kann.
Bevor es mit dem virtuellen Siegeszug losgeht, empfiehlt sich aber ein Ausflug in den spielbaren Prolog. Dieses in drei Kapitel aufgeteilte Tutorial mit einer Laufzeit von bis zu sechs Stunden bringt uns alle wichtigen Spielmechaniken näher. Als Story-Aufhänger dient der Konflikt zwischen Rom und den Samniten (341 bis 290 v. Chr.), erzählt mittels Zwischensequenzen in Spielgrafik. So lernt man innerhalb einer Verteidigungsschlacht die unterschiedlichen Bewegungsarten und Formationen von Einheiten kennen, wann die neuen Spezialfähigkeiten einzusetzen sind und welche Truppen sich gegen welchen Gegner am besten schlagen. Anschließend wird es auch für Serienveteranen interessant, denn im zweiten Teil des Tutorials werden die zahlreichen Neuerungen auf der Kampagnenkarte wie etwa die Provinzstruktur oder die unterschiedlichen Bewegungsarten und die Erhebung von Armeen erklärt. Schön ist, dass die Entwickler innerhalb der Prolog-Kampagne den Schwierigkeitsgrad langsam hochschrauben, sodass auch erfahrene Spieler bei der Verteidigung Roms gegen andere Stämme gefordert sind. Wer nach dem Tutorial mit der richtigen Kampagne loslegt, ist also für alle Herausforderungen gewappnet und falls man doch irgendeine Kleinigkeit vergessen haben sollte, stehen dem Spieler obendrein jederzeit Berater und eine Enzyklopädie zur Verfügung, die auch jede ach so kleine Funktion des Spiels ausführlich erläutern. Ein Handbuch ist somit trotz der sehr komplexen Spielmechanik nie vonnöten.
Der feine Prolog sorgte beim Test aber auch für Probleme: Der Übergang vom ersten zum zweiten Kapitel funktionierte auf einem unserer Testrechner nicht. Als wir die Kampagne von neuem begannen, war plötzlich alles in Butter. Außerdem kam es mit unserer Review-Version 1.0.0 zu gelegentlichen Abstürzen: Zwei Mal während der Berechnung der Computerzüge im Rundenmodus, einmal während einer Seeschlacht. Gute Nachricht: Creative Assembly bereitet für den Verkaufsstart des Spiels bereits einen Patch vor; mit ein wenig Glück bekommen Käufer von diesen Problemen also gar nichts mit.
Gigantische Ausmaße
Quelle: PC Games
Rebellenarmeen stürzen sich Zug für Zug hirnlos in die Schwerter der Garnisonsheere.
Neben dem Prolog stehen noch vier historische Schlachten sowie ein Gefechtsmodus zur Auswahl, in dem wir nach Belieben Armeen zusammenstellen und aufeinanderhetzen. Das Herzstück des Spiels ist aber die Kampagne. Diese erlaubt deutlich weniger Einstellungsoptionen als in den Vorgängern: Neben unserer Fraktion bestimmen wir nur noch den Schwierigkeitsgrad (fünf Stufen, eine davon ohne manuelle Speicherfunktion) und einige Details wie den Aufdringlichkeitsgrad des KI-Beraters. Was fehlt: Verschiedene Zeitepochen oder variable Siegbedingungen, etwa um eine "kleine" Kampagne mit unter 100 Zügen zu spielen. In Rome 2 gibt es nur eine Spielvariante, dafür aber immerhin drei Wege zum Sieg: Militär, Wirtschaft und Kultur. Allerdings lässt sich ganz ohne Gewalt letztendlich doch kein Blumentopf gewinnen. Die Zielvorgaben verdeutlichen die immensen Ausmaße der Spielwelt: Für einen Militärsieg müssen wir etwa 140 Siedlungen in Besitz nehmen und 160 Soldatentrupps ausbilden. Wahnsinn!
Apropos Wahnsinn: Rome 2 kommt mit 117 autark handelnden Fraktionen daher. 117! Wie diese absurd hohe Zahl zustande kommt? Creative Assembly hat jeden noch so winzigen Stamm als eigene Kultur ins Spiel eingebaut, auch wenn dieser zu Spielbeginn nur das letzte Kuhkaff kontrolliert - früher wurden diese spielerisch unbedeutenden Fraktionen oftmals unter dem Oberbegriff der Rebellen zusammengefasst. "Ist doch super!", sagt bestimmt jetzt mancher angehende Historiker. Wäre es auch, wenn diese hohe Zahl an Staaten nicht drastische Konsequenzen hätte. Denn im rundenbasierten Strategiemodus des Spiels berechnet der Computer nacheinander alle Züge unserer Gegner, sobald wir unsere eigene Runde mit einem Klick auf die entsprechende Schaltfläche beendet haben.
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Runde für Runde wird das Verhalten von bis zu 116 (!) potenziellen Feinde berechnet, alle mit eigenen Städten, Armeen und diplomatischen Beziehungen. Man muss kein Mathegenie sein, um sich auszurechnen, dass das eine Weile dauert. Und zwar eine gehörige Weile: Im Test maßen wir mit einem Intel Core i5 750 und 8 GB RAM Rundenzeiten zwischen eineinhalb und bis zu drei Minuten, die sich gegen Ende einer Partie eher noch in die Länge zogen als kürzer zu werden. Auch die zuweilen sehr langen Ladezeiten beim Wechsel zwischen Strategiekarte und Echtzeitschlachten stellen unsere Nerven auf die Probe. Linderung bringt eine SSD-Festplatte, welche die Ladezeiten deutlich verkürzt. Wer bislang noch nach einer Ausrede gesucht hat, um sich solch einen teuren Datenspeicher anzuschaffen, der kann die Investition jetzt mit Rome 2 rechtfertigen!
In diesem Artikel
- Seite 1 Total War: Rome 2 im Test - Leichter Einstieg, gigantische Ausmaße
- Seite 2 Total War: Rome 2 im Test - Das neue Provinzsystem
- Seite 3 Total War: Rome 2 im Test - Fehlende Spielelemente
- Seite 4 Total War: Rome 2 im Test - Familienangelegenheiten und intensive Echtzeit-Schlachten
- Seite 5 Total War: Rome 2 im Test - Nervige KI-Schwächen, Komfort-Mängel, Meinungen + Wertungen
- Seite 6 Bildergalerie
- Seite 1 Total War: Rome 2 im Test - Leichter Einstieg, gigantische Ausmaße
- Seite 2 Total War: Rome 2 im Test - Das neue Provinzsystem
- Seite 3 Total War: Rome 2 im Test - Fehlende Spielelemente
- Seite 4 Total War: Rome 2 im Test - Familienangelegenheiten und intensive Echtzeit-Schlachten
- Seite 5 Total War: Rome 2 im Test - Nervige KI-Schwächen, Komfort-Mängel, Meinungen + Wertungen

Derzeitige Tendenz->eher Nein.
Aber mir persönlich hat Shogun 2 (und auch alle anderen TW-Teile bisher) wesentlich mehr Spaß gemacht.
Nur kann ich es nicht verstehen warum wiedereinmal das Spiel mit sovielen Bugs und Co. veröffentlicht wurde.
Die Entwickler müssten das doch bei Tests selber merken.
Doch nein. Stattdessen kommen wieder einmal Updates über Updates.
Schade finde ich es das man wieder keine Fraktionen freischalten kann.
Auch wen diese nun anscheind ja mit den DLC kommen. Doch dafür wollen se ja auch wieder Geld.
Mal sehen ich werde erstmal das Shogun 2 zu ende spielen.und dann schauen ob ich mir Rome 2 hole.
Derzeitige Tendenz->eher Nein.
In den schlachten hab ich auf extrem setting sogut wie immer 20frames ++.
Ebenso ist die KI nun wirklich merklich besser. Sie greift mehr an und steht nicht nur dumm an den flaggen rum. Das Spiel ist auf Sehr schwer und Legendär nun wesentlich fördernder.
Der 3.0 Final soll anfang nächste Woche erscheinen und dann soll auch gleich Beta4 an den start gehen.
Ich hoffe im Beta4 auf folgende Punkte:
Hoffentlich geht CA nun die Probleme an mit dem "Blobbing" der einheiten weil das im Kampf total unübersichtlich ist und alle irgendwie nur auf einem haufen stehen. Ebenso soll ja der Seekampf einige verbesserungen erhalten und auch das Capture the Flag soll verbessert werden oder sogar ganz entfernt werden.
Und dann kann CA so langsam die Kampagne mal richtig balancen. Sehr starke einheiten müssen VIEL VIEL teurer werden und auch im unterhalt mehr kosten. Ein Family Tree muss ebenso schnellstens rein oder wenigstens das Politik system mal ordentlich verbessern. Die ereignisse die regelmässig passieren sind ebenso reinstes Glücksspiel und man sollte mal bessere Infos darüber bekommen was man wirklich nun macht wenn man diese option wählt.
Die BAI hat mich eben sogar überrascht, da ich überhaupt nicht mehr mit intelligent flankenden Kavallerieeinheiten gerechnet hatte. Ausserdem haben durch die Bank höhere Moral und geringere Angriffswerte den Nahkampf genügend verlangsamt, um wieder ein bisl Taktik zu ermöglichen. Macht schon deutlich mehr Spaß als noch zu Beginn. Leider ist die BAI bei Belagerungen noch immer "verbesserungswürdig" und allgemein komplett hilflos gegenüber Fernkämpfern, wenn keine Kavallerie im Aufgebot steht.
Immerhin haben sie der CAI ein wenig Leben eingehaucht. In meiner neuen Suebi-Kampagne (VH/VH/4tpy) gab es innerhalb der ersten 20 Runden mehr Kriegserklärungen als in der kompletten 1.0 Kampagne mit den Römern... scheinbar sind die Nachbarn auf Krawall gebürstet. Die Zusammenstellungen der Armeen war nach #2 allerdings noch immer Grütze, überall sind Unmengen an Slingers und Spear Militia unterwegs. Mit #3 ist meine Kampagne noch nicht weit genug fortgeschritten, vielleicht ist es ja besser geworden.
Er will nur noch auf Konsolen von schlechten Spielen enttäuscht werfen, ist doch logisch ;-)
So wie Ride to Hell kam auch für die PS3 und Xbox Zero