"Wen interessiert schon Next Gen?" Gamescom-Fazit eines PC-Spielers in der Kolumne

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Spiele-PCs waren auf der Gamescom überall vertreten, nur bei den Konsolenherstellern selbst sah man logischerweise keine.
Quelle: PC Games

Für die Gamescom war der ultimative Showdown zwischen Microsofts Xbox One und Sonys Playstation 4 angekündigt, es sollte wie schon die E3 im Juni eine Konsolenmesse werden. PC Games-Redakteur Peter Bathge machte bei seiner Stippvisite nach Köln jedoch eine überraschende Entdeckung: Die Gamescom wurde vom guten, alten PC dominiert.

Die Stände der Konsolenhersteller sind groß, die Augen der Wartenden auch: Sony und Microsoft haben sich in Halle 6 und 8 breit gemacht, um ihre neuen Wohnzimmer-PCs mit Controller-Pflicht erstmals der deutschen Öffentlichkeit zu zeigen, der eine grün, der andere blau. Aber meine Farbe der Gamescom ist Schwarz: Das Schwarz der schnöden PC-Gehäuse, die an nahezu jedem anderen Stand an die Spielstationen angeschlossen sind, sowohl im Besucherbereich als auch im für Presse und Industrievertreter reservierten Business-Center. Wohin ich mich auch wende, überall erwartet mich bei den Anspielterminen der kommenden Spiele-Hits von Electronic Arts, Ubisoft & Co. Maus und Tastatur. Nur Bethesda tanzt aus der Reihe und zwingt mich beim Ausprobieren von Wolfenstein: The New Order dazu, einen Xbox-Controller zu benutzen. Einen Xbox-Controller, der an einen PC angeschlossen ist. Und dieser PC schnurrt so sanft wie eine satte, zufriedene Katze. Warum sollte er auch nicht? Der unlängst mal wieder für tot erklärte Heimrechner ist für mich der Gewinner der Gamescom!

Redakteur Peter Bathge durfte beim Messebesuch in Köln überraschend oft Maus und tastatur in die Hand nehmen. Quelle: PC Games Redakteur Peter Bathge durfte beim Messebesuch in Köln überraschend oft Maus und tastatur in die Hand nehmen. Klar, die neuen Konsolen Playstation 4 und Xbox One sind schon jetzt garantierte Verkaufsschlager. Daran, dass die Spiele-Publisher weltweit das meiste Geld mit den Konsolenversionen ihrer Spiele verdienen, wird sich nach acht Jahren Dominanz durch die Vorgängermodelle von Sony und Microsoft nichts ändern. Wer den Generationswechsel aber mal wieder zum Anlass genommen hat, den PC bei der Diskussion um die Spieleplattformen der Zukunft ins Abseits zu drängen, der hat sich in meinen Augen lächerlich gemacht. Denn wie die Gamescom bewies, haben viele Spielehersteller kein Interesse daran, den Computer auf seine Funktion als Arbeitsmaschine zu reduzieren, die nur für Browser-, Facebook- und Online-Rollenspiele taugt.

Im Gegenteil: Die Industrie nutzte die Kölner Messe dazu, ihre mit sogenannter Next-Gen-Grafik ausgestatteten Multiplattform-Titel dem deutschen Publikum in der grafisch eindrucksvollsten Fassung vorzustellen – auf dem PC. Am PC konnte ich das Open-World-Rennspiel The Crew etwa mit flüssigen 60 Frames pro Sekunde spielen – Ubisoft traute sich erst gar nicht, die Versionen für PS4 und Xbox One zu zeigen, denn die sollen mit maximal 30 Fps laufen. Die auf dem Papier eindrucksvolle Rechenpower der neuen Konsolengeneration hinkt dem PC also schon vor dem Verkaufsstart der neuen Spieleboxen hinterher. Daher sieht zum Beispiel ein Battlefield 4 auf Xbox One und Playstation 4 einen Tick schlechter aus als am Rechner.

Spiele-PCs waren auf der Gamescom überall vertreten, nur bei den Konsolenherstellern selbst sah man logischerweise keine. Quelle: PC Games Spiele-PCs waren auf der Gamescom überall vertreten, nur bei den Konsolenherstellern selbst sah man logischerweise keine. PC-Spieler brauchen sich auch nach dem Start der neuen Konsolen keine Sorgen darum machen, dass sie mit ihrem Hobby auf die Couch umziehen müssen. PC-Versionen sind weiterhin ein fester Bestandteil des Spiele-Angebots aller Publisher abseits von Microsoft und Sony. Die paar Exklusivtitel für jeweils eine der beiden Konsolen, die in Köln am Start waren (Killzone: Shadow Fall, Forza 5, Infamous: Second Son), werden mich sicher nicht zum Kauf einer PS4 oder Xbox One überreden. Jedenfalls nicht, solange die Hersteller keinen Weg gefunden haben, die potente Hardware der Konsolen besser zu nutzen, um dem theoretisch überlegenen PC grafisch davonzuziehen, wie es etwa die Spiele von Naughty Dog in den letzten Jahren regelmäßig geschafft haben. Bis dahin und darüber hinaus ist der PC weiter meine Lieblingsplattform – auf der Gamescom konnte ich auf ihm bereits Watch Dogs, Titanfall, XCOM: Enemy Within und Battlefield 4 ausprobieren. Von PC-Exklusivtiteln wie Total War: Rome , Wasteland 2 oder Die Sims 4 ganz zu schweigen. Der Trip nach Köln hat sich also gelohnt!

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    • Kommentare (37)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von svd Mitglied
        Pfff..., die Aussage, der PC läge im Sterben kann sowieso höchstens von einem amerikanischen (!) Analysten stammen, der seine Vorhersage aus Verkaufs- und Vorbestellzahlen von Gamestop (!) extrapoliert.

        Das entspräche einem englischen (!) Analysten, der behauptet, das klassische Restaurant hätte in Deutschland keine Zukunft mehr, weil der Döner der Nation liebstes Fast-Food sei.
      • Von svd Mitglied
        Pfff..., die Aussage, der PC läge im Sterben kann sowieso höchstens von einem amerikanischen (!) Analysten stammen, der seine Vorhersage aus Verkaufs- und Vorbestellzahlen von Gamestop (!) extrapoliert.

        Das entspräche einem englischen (!) Analysten, der behauptet, das klassische Restaurant hätte in Deutschland keine Zukunft mehr, weil der Döner der Nation liebstes Fast-Food sei.
      • Von Lightbringer667 Spiele-Kenner/in
        Danke Peter für die Einschätzung - du sprichst mir aus der Seele. Wenn der PC wirklich so tot wäre, wie es manche gerne propagieren, würden wir keine Spiele mehr dafür bekommen und Plattformen wie Steam, Origin und gog.com hätten keinen so großen Zulauf. Genausowenig wie die Indieszene, die ja größtenteils doch noch hauptsächlich auf dem PC veröffentlicht.
      • Von Peter Bathge Mitglied
        Zitat von LordCrash
        @Peter

        Hat eigentlich einer von euch Redakteuren Battle Worlds: Kronos auf der Gamescom angespielt oder evtl. the Alphaversion??? Irgendwelche Meinungen dazu? Soweit ich weiß, hat Felix zumindest das Spiel auch auf Kickstarter unterstützt. :-)

        Auf der Gamescom nicht, nein. Aber die Entwickler waren vorher bei uns in der Redaktion mit einer spielbaren Version. Ich weiß allerdings nicht mehr, wer es ausprobiert hat.
      • Von LordCrash Mitglied
        @Peter

        Hat eigentlich einer von euch Redakteuren Battle Worlds: Kronos auf der Gamescom angespielt oder evtl. the Alphaversion??? Irgendwelche Meinungen dazu? Soweit ich weiß, hat Felix zumindest das Spiel auch auf Kickstarter unterstützt. :-)
      • Von LordCrash Mitglied
        Das wurde schon öfter angedacht, aber bei vielen Spielen ist es schlicht unfair aufgrund der unterschiedlichen Steuerung, gerade wenn man wirklich kompetitiv spielt. Wer hat jetzt mehr Vorteile, der PC Spieler mit M+T oder der Konsolenspieler mit Gamepad+Autoaim??? Das ist sehr schwierig, das "richtig" zu balancen.....:-|
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