Hearthstone: Heroes of Warcraft - Die Beta ausführlich gespielt - Was taugt Blizzards erster Free2Play-Titel?
Ein kleines Trading-Card-Game mit Free2Play-Modell? Von den Schöpfern der Warcraft-, Diablo- und Starcraft-Reihen ist man anderes gewohnt. Trotzdem ist Hearthstone kein Reinfall, ganz im Gegenteil: In der US-Beta überrascht das Kartenspiel mit knackigen Kämpfen, fröhlicher Atmosphäre und jeder Menge Spielwitz.
Was Blizzard auf der PAX East im März ankündigte, ließ so manchen Spieler erst mal schulterzuckend zurück: Ein virtuelles Kartenspiel mit Free2Play-Modell, das nicht nur für PC, sondern auch für iOS-Geräte erscheint. Seitdem wird in vielen Netzwerken diskutiert: Haben die Schöpfer von Diablo, Starcraft und Warcraft denn nichts Besseres zu tun? Braucht die Welt wirklich noch ein weiteres Trading-Card-Game? Doch spätestens beim Spielen der amerikanischen Beta-Version wird klar: Die Zweifel sind unbegründet - Hearthstone mag zwar nicht originell sein, macht aber trotzdem richtig Spaß.
Fröhlicher Kartenspaß im Warcraft-Universum
Hearthstone basiert auf Blizzards bewährter Warcraft-Lizenz, und diese Wahl entpuppt sich als gute Entscheidung. Warcraft bietet nämlich ein reichhaltiges, comichaftes Fantasy-Universum, in dem es auch mal etwas lockerer zugehen darf. Und genau das kommt Hearthstone voll zugute: Die Entwickler schöpfen aus einer riesigen Auswahl an Charakteren, Monstern, Fabelwesen und Zaubern, daraus sind ingesamt rund 300 Spielkarten mit liebevoll gemalten Motiven entstanden. Zudem ist das gesamte Design des Spiels wunderbar ausgelassen – Hearthstone lädt auf den ersten Klick mit fröhlicher Musik, detailverliebtem Design und humorvoller Aufmachung zur gepflegten Kartenschlacht ein.
Quelle: PC Games
Für jede Klasse darf man ein individuelles Deck zusammenstellen. Dank zahlreicher Filteroptionen ist das schnell erledigt.
Klassen bestimmen das Kartendeck
In typischer World of Warcraft-Manier stehen auch in Hearthstone mehrere Klassen zur Wahl, darunter Schurke, Zauberer, Schamane, Paladin, Druide und vier weitere. Allerdings ist die Entscheidung nicht dauerhaft, man sucht sich seine Klasse vor jeder Partie neu aus - schließlich bestimmt die Wahl des Helden nur, welche Karten man einsetzen darf. Dazu stellt man zwischen den Matches beliebige Sets aus 30 Karten zusammen, wobei natürlich jeder Charakter unterschiedliche Schwerpunkte setzt: Hexenmeister schwächen ihre Gegner beispielsweise mit Flüchen und opfern eigene Lebenspunkte, um zusätzliche Karten auszuspielen. Jäger entfesseln starke Wildtiere und verstärken sie mit Buffs. Krieger können sich Rüstungspunkte verschaffen und mächtige Waffenkarten ausspielen. Und Priester nutzen – Überraschung! – praktische Heilfähigkeiten und mächtige Lichtmagie.
Leicht zu kapieren, aber nur 1v1
Die Grundlagen erlernt man in einer Reihe von Übungskämpfen gegen KI-Gegner. Das Spielprinzip ist aber dermaßen schnell kapiert, dass man sich schon nach ein paar Minuten munter in die Online-Matches stürzen darf – immerhin steht der Kampf gegen echte Spieler an erster Stelle. Über das Battle.net kann man dazu entweder direkt einen Freund aus seiner Freundesliste herausfordern oder aber man wirft einfach die automatische Spielersuche an. Ein paar Sekunden Wartezeit, schon spuckt das Matchmaking-System zuverlässig einen geeigneten Gegner aus. Es sind derzeit allerdings nur 1vs1-Kämpfe erlaubt, Koop-Gefechte im 2er-Team sind bislang nicht möglich – hier bleibt zu hoffen, dass Blizzard entsprechende Modi zu einem späteren Zeitpunkt nachliefert.
Taktisch, schnell, spaßig: So funktionieren die Kämpfe
Quelle: PC Games
Jede Klasse hat Warcraft-typische Spezialkarten und Fähigkeiten. Diese Zauberin friert unsere Einheiten mit einer Frost-Nova ein.
Jedes Gefecht in Hearthstone läuft nach dem gleichen Muster ab: Runde für Runde ziehen der Spieler und sein Gegner neue Karten von ihrem Stapel. Welche man zieht, ist vom Zufall abhängig: Manche Karten sind Einheiten oder Angriffszauber, andere hingegen stehen für gemeine Tricks oder nützliche Buffs. Ziel jeder Partie ist es, den gegnerischen Helden zu besiegen, indem man ihm seine 30 Lebenspunkte Zug um Zug wegprügelt. Deshalb haben die meisten Einheitenkarten einen Angriffswert und eigene Lebenspunkte. Und so einfach funktioniert's: Sobald man eine Einheit beschwört, muss man noch eine Runde abwarten, damit sie kampfbereit wird. In der nächsten Runde klickt man dann die einsatzfähige Karte an, markiert den gegnerischen Helden oder eine seiner Truppen, dann noch ein Klick und zack! – ein paar Lebenspunkte weniger. Klingt simpel? Klar! Doch so einfach ist natürlich nur die Theorie – Hearthstone bietet trotz seiner zugänglichen Spielmechanik reichlich taktischen Tiefgang.
Mana schafft Möglichkeiten
Pro Runde erhalten beide Spieler einen kostbaren Mana-Punkt. Man beginnt also mit einem Mana-Punkt, in der zweiten Runde hat man zwei, in der fünften sind es fünf, und so weiter. Was so banal klingt, ist ungeheuer wichtig für die eigene Taktik, da jede Karte unterschiedliche Mana-Kosten hat. Man kann also nicht zu Beginn einen riesigen Drachen oder übermächtigen Oger beschwören, denn solche dicken Brocken kosten viel magische Kraft. Stattdessen wird das Match mit günstigen, leichten Einheiten, Zaubern und Tricks eröffnet. Danach steigert sich die Gefahr mit jeder Runde und jedem Mana-Zuwachs – und schon schießen einem die Gedanken durch den Kopf: "Soll ich gleich ein paar günstige Einheiten ausspielen und anfangen, den Gegner anzugreifen? Was, wenn er einen Flächenzauber hat, mit dem er meine schwachen Truppen wegschießt? Dann wären die Karten vergeudet! Doch wenn ich ihn nicht gleich unter Druck setze, gebe ich ihm vielleicht zuviel Zeit, eine starke Truppe auszuspielen! Was wenn er vielleicht schon eine mächtige Elite-Karte gezogen hat? Könnte ich die überhaupt kontern? Habe ich genügend Abwehrkarten? Soll ich mir eine für später aufheben? Oder voll auf Risiko gehen?"
Je länger man spielt, desto verzwickter und spannender wird es. Zuviel Zeit darf man sich bei seinen Überlegungen aber nicht lassen – jede Runde ist (fair) begrenzt und wird automatisch beendet, wenn man zu lange herumtrödelt. Auch deshalb spielt sich Hearthstone erfreulich zackig.
In diesem Artikel
- Seite 1 Hearthstone: Heroes of Warcraft Beta gespielt - Fröhlicher Kartenspaß im Warcraft-Universum
- Seite 2 Hearthstone: Heroes of Warcraft Beta gespielt - Vielfältige Karten sorgen für Tiefgang
- Seite 3 Hearthstone: Heroes of Warcraft Beta gespielt - Arena-Modus, Crafting, Inszenierung
- Seite 4 Bildergalerie

es ein Blizzardtitel, natürlich werden da dumme Kommentare von wegen P2W gepostet und wo man merkt: Ah, der hat noch nie so ein Spiel gespielt
Das ist die normale Größe für ein Set. In der Regel bringen TCG 2 bis 3 Sets pro Jahr raus. Kannst dir überlegen ob du Geld für 1000 Karten zu Beginn ausgeben würdest, oder doch ne realistische Chance auf alle Karten haben willst.
Bzgl. FTP, P2W... das ist nen TCG... da gehts um kaufen von Boostern, einzelenen Karten etc. logisch kostet das Geld. Magic kostet auch nen Schweinegeld.
Das selbe denke ich inzwischen von Retail spielen.
Free2play spiele wie DOTA2,World of Tanks,Mechwarrior Online, LoL, Warthunder und co bieten eine Spielzeit an die kein 08/15 50€ Spiel jemals bieten kann.
Ich überleg mir inzwischen dreimal ob ich mir ein Spiel zum Vollpreis kaufe.
BTT:
Habe mir schon lange einige Streams auf twitch angeschaut. Wird sicher spassig aber lange werde ich mich damit wohl nicht beschäftigen.