Aus für EA Phenomic - der Kommentar: Zieht sich EA aus der Spiele-Entwicklung in Deutschland zurück?
Electronic Arts schließt EA Phenomic - ein herber Schlag: für 60 Angestellte, für die Spiele-Entwicklung in Deutschland, für EA selbst, für die Spieler von Lords of Ultima, Battleforge und Command & Conquer: Tiberium Alliances. PC-Games-Chefredakteurin Petra Fröhlich kommentiert.
Ein weiser Mann hat einmal gesagt: "In zehn Jahren wird es kaum noch reine Singleplayer-Strategiespiele geben". Das war vor etwas mehr als zehn Jahren. Prophezeit hat dies Volker Wertich, der Siedler-Erfinder und Phenomic-Gründer. Mit etwas gutem Willen kann man Sim City, Starcraft 2 & Co. noch als Solo-Spiele bezeichnen, aber konzipiert sind sie als Online-Spiele. Erst recht gilt dies für League of Legends, Dota 2, Die Siedler Online, Anno Online, Forge of Empires und weitere Busladungen an Online-Titeln.
Insofern ist die Vorhersage eingetroffen.
"Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich im Online-Bereich noch ganz andere Genres entwickeln und durchsetzen werden." – auch dieser Wertich-Satz hat sich bewahrheitet, denn Online-Rollenspiele, Online-Shooter und Online-Rennspiele gehören seit vielen Jahren zum Establishment. Volker Wertich hat mit seiner Firma Phenomic also aufs richtige Pferd gesetzt, als er sich mit Spellforce und dem Fantasy-Tradingcard-Spiel Battleforge früher als viele andere auf Multiplayer-Spiele eingeschossen hat.
Vor ziemlich genau sieben Jahren, im August 2006, wurde Phenomic dann von Electronic Arts gekauft und in EA Phenomic umbenannt. Seitdem sind unter anderem zwei klassische rundenbasierte Free2play-Browserspiele entstanden, nämlich Lords of Ultima und Command & Conquer: Tiberium Alliances.
Am Freitag wurde nun bestätigt: EA Phenomic schließt. Gegenüber den Kollegen von Gamesindustry.biz betonte Electronic Arts auf Nachfrage, dass sich EA weder aus dem Free 2 play-Segment noch von Strategiespielen zurückzieht - was zweifelsohne stimmt, schließlich erscheint in Kürze das Online-Echtzeitstrategiespiel Command & Conquer. Doch das Schicksal von Tiberium Alliances ist fraglicher denn je: Die Community Manager bitten die Spieler im Forum um Geduld und verbreiten Zuversicht, dass es irgendwie weitergeht. Nur: Wer soll sich künftig um die Weiterentwicklung, um Bugfixes, um den Support kümmern? So ganz ohne Entwickler?
Die Reaktionen auf Facebook, Twitter & Co. auf den Phenomic-Hammer fielen erwartbar aus: "Typisch EA". Denn EA Phenomic reiht sich ein in die Liste einst stolzer Studios, die nicht mehr existieren: Origin, Bullfrog, Westwood Studios, Pandemic, nebst etlichen Niederlassungen. Auch Bioware hat mehrere Umstrukturierungen und Zusammenlegungen hinter sich, im Herbst 2012 gingen die beiden Gründer Ray Muzyka und Greg Zeschuk von Bord. "Überlebt" haben unter anderem die schwedischen Battlefield-Macher von DICE, die besser denn je dastehen - dank hausgemachter Frostbite-Engine und neuen Spielen wie Star Wars: Battlefront, Mirror's Edge 2 und natürlich Battlefield 4.
Für die Spiele-Entwicklung in Deutschland ist das Aus für EA Phenomic ein Rückschlag, zumal auch andere hiesige Studios wie Bigpoint, Travian oder Gameforge turbulente Monate hinter sich haben. Unter dem Strich heißt das nichts anderes, als das sich Electronic Arts weiter von der Entwicklung in Deutschland zurückzieht – im Gegensatz zum Düsseldorfer Rivalen Ubisoft, dessen Studio Blue Byte weiter wächst. Zwar sitzt in Köln weiterhin ein Teil des FIFA-Entwicklerteams und auch Gerald Köhlers Firma Bright Future wird in diesem Jahr einen neuen EA Sports Fußball Manager fertigstellen. Doch Bright Future wurde im vergangenen Jahr von Travian Games geschluckt. Und nicht nur das: War das Team viele Jahre direkt auf den Fluren der Kölner EA-Niederlassung zu Hause, hat man inzwischen eigene Räumlichkeiten in der Domstadt bezogen.
Die Konsequenz: Am Ende des Jahres könnten Ubisoft (Die Siedler, Anno) und Deep Silver (Risen, Geheimakte) die letzten großen Publisher mit Spielen "made in Germany" sein.
"Die Spielebranche verändert sich ständig und ist sehr kurzlebig" - auch dieses Zitat stammt von Volker Wertich. Ein Indiz für solche Veränderungen: Kaum hatte sich die Meldung von der Studioschließung verbreitet, machte sich in der Redaktion schon wieder Zuversicht breit: "Hoffentlich sehen wir die demnächst auf Kickstarter wieder, mit richtig coolen Konzepten…".
Schönen Montag
Petra
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neben crytek, mit abstrichen bluebyte und von mir aus auch noch shin'en gibts hierzulande doch eigentlich kein studio von internationaler bedeutung (bigpoint und ähnlichen schrott mal ausgenommen) mehr.
und viel mehr gabs auch noch nie, abgesehen von factor 5, die ja auch nur so halb-deutsch waren zum ende hin.
traurig. :-(
*Software 2000, war ein erfolgreiches Unternehmen, was bis heute (Meiner Meinung nach) den besten Fußballmanager allerzeiten gemacht hat, bis EA kahm....
* Info!!!: Software 2000 gehörte nie zu EA, da bin ich einer falschen Information auf den Laim gegangen. Software 2000 hat 2002 insolvenz angemeldet und einige wichtige Mitarbeiter haben vorher das Unternehmen verlassen. Ich vermute mal, das davon einige zu EA gegangen sind, denn der EA Fußballmanager ähnelte sehr stark dem von Software 2000 (vermutung meinerseits). (Geändert 17.07. 19:55)
Falsch Programiertes Spiel, wo die KI der Vekehrsteilnehmer nicht funktioniert, wird dadurch behoben, das sich Leute ein DLC kaufen sollen um durch Luftschiffe den Verkehr zu umgehen. Aber das passt ja auch zu den anderen titeln von EA BF3 ist kein Spiel sondern lediglich eine Testplatform, der aktuelle FM, ist ein Spiel mit falschen Versprechen und ankündigungen, genauso wie bei Sim City auch: Zitat: "Formbare Welten: Werde kreativ und forme eine Welt mit einzigartigen Spieleigenschaften – ..." (äh wie jetzt Welt formen? Terraforming gibt es in dem Teil nicht).
Daher bin ich gespannt wie lange das mit EA noch läuft, denn irgendwann muß doch der letzte festgestellt haben, wie Kunden"un"freundlich EA ist. Naja mal gespannt was erst eintrifft, die änderung der Geschäftsgebahren Seitens EA oder das Ende der Spieleindustrie.
Aber es läuft einfach so ab wie immer bei EA. Battleforge war noch ganz gut, aber dann ist es immer das gleiche Muster:
Vor ein paar Jahren hat sich wahrscheinlich die EA-Spitze zusammengehockt und gedacht "Wir lassen mal ein paar billige Free2Plays mit heftigem Pay2Win bei einem unserer Studios entwickeln!". Tja, und wenn der Plan nicht aufgeht, wer ist schuld: Die Führungsetage oder das Studio? Na, das ist ja wohl offensichtlich, könnte die Spitze etwa dafür verantwortlich sein? Neeeeeeeiiiiiinnn, weg mit dem Entwickler.
Das Crowdfunding stammt ja eigentlich aus der Musik-Branche, aber EA hat meiner Meinung nach großen Anteil daran, dass Crowdfunding jetzt auch im PC-Gaming sehr populär geworden ist.
Wie heisst es so schön nach Brecht: "Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlachter selbst..."
EA schon lange nicht mehr!
es gibt 2,3 titel wo EA zwar involviert ist,für die qualität aber andere gesorgt haben.
ich jedenfalls freue mich über neue crowdfunding projekte.wenn mans dann auch noch schön transparent hält (oder sich zumindest mühe gibt) sollte kaum wer enttäuscht werden.derzeit gefällt mir wie chris roberts das macht.negativ zu nennen wäre die informationspolitik von PGI (MWO)