Kolumne: Warum sich der Kampf für den Offline-Modus in Sim City & Co. weiterhin lohnt

38
Kolumne Petra Fröhlich Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Trotz massiver Kritik an zu knapp bemessenem Baugrund, frechen DLCs und der zwingenden Online-Anbindung ist Sim City seit Monaten Dauergast in den Verkaufs-Charts und bislang eines der erfolgreichsten PC-Spiele des Jahres.
Quelle: PC Games

Offline-Modus für Sim City? Darüber wird bei Electronic Arts offenbar ernsthaft nachgedacht. Zumindest deutet eine Umfrage darauf hin, die der Hersteller zuletzt gestartet hat. So ein Offline-Modus ist ein Stück Freiheit, für das es sich auch weiterhin zu kämpfen lohnt, meint PC-Games-Chefredakteurin Petra Fröhlich in ihrer heutigen Kolumne.

Kolumne: Warum sich der Kampf für den Offline-Modus in Sim City & Co. weiterhin lohnt Ich bin online. Immer. In der Redaktion sowieso, unterwegs funkt das Smartphone und zu Hause greifen Drucker, PCs, Tablet, Konsolen aufs WLAN zu. Ich freu mich darüber, dass sich Playstation, Xbox, iPhone und Steam automatisch die neuesten Updates ziehen – der Anblick eines Patch-Ladebalkens gibt einem das gute Gefühl, das sonst nur die Carglass-Werbung verströmt: "Lehnen Sie sich zurück, wir kümmern uns drum!". Meine Spiele sind stets auf dem aktuellen Stand, auf Spielstände und Achievements kann ich von jedem Ort der Welt zugreifen.

Als Spiele-Fans haben wir uns an diesen Komfort gewöhnt. Steam hatte einst mit Half-Life 2 einen denkbar üblen Start, aber inzwischen werden viele den Dienst nicht mehr missen wollen.

Auf der anderen Seite sorgen Datenschutz-Skandale, Flatrate-(Er-)Drosselungen, PRISM, freche Geschäftsbedingungen, überlastete Server oder in Spionage-Verdacht stehende Xbox-Kinects nicht gerade für unerschütterliches Vertrauen ins "Always on". Peter Schaar, der oberste Datenschützer der Republik, ließ sich vom Spiegel mit der Aussage zitieren: "Unter der Überschrift ,Spielgerät' drückt Microsoft ein Überwachungsgerät in den Markt." Auch die Verbraucherzentralen haben regelmäßig alle Hände voll zu tun, die vorwitzigen "Probieren kann man's ja mal…"-Bestrebungen von Facebook, Valve, Ubisoft, Electronic Arts & Co. einzubremsen.

Lauschangriff? Überwachung? Kontrolle? Spionage? Und das im Zentrum unser aller Privatsphäre, nämlich zu Hause?

Spielehersteller wollen ja immer und grundsätzlich nur unser Bestes, großes Indianer-Ehrenwort. Beispiel Spielstatistiken (wann, wie oft, mit wem, wie gut): Diese wertvollen Daten werden allein dazu aufgezeichnet und ausgewertet, um die "Spielerfahrung zu verbessern". Ja, genau. Übersetzt: Der Anbieter will rauskriegen, wie er das Spiel "optimieren" kann, damit wir noch öfter und noch länger am Controller oder der Tastatur hängen. Noch vor zehn Jahren hätte er dazu langwierig die Käufer seines Spiels befragen müssen – heute bekommt er diese Daten auf Knopfdruck. In Echtzeit. Bei Free2play-Spielen basiert das komplette Geschäftsmodell auf diesen Daten.

Wir kennen die Wir-meinen-es-doch-nur-gut-Argumente zu gut, warum eine dauerhafte oder zumindest regelmäßige Online-Verbindung zwingend nötig ist – egal ob in Diablo 3, Sim City oder Xbox One. Doch die massiven Gegenreaktionen ihrer Kundschaft sollten die Hersteller zur Demut mahnen: Mag sein, dass die Lage in fünf oder zehn Jahren eine andere ist. Im Jahr 2013 hingegen bedeutet Offline vor allem eines: die Freiheit, ohne Zwänge ein (Solo-)Spiel zu genießen. Und ich sehe keinen Grund, warum wir uns diese Freiheit bei Sims 4, Witcher 3, Watch Dogs, dem nächsten Anno oder der anstehenden Konsolengeneration nicht bewahren sollten. Und für Sim City ist ein Offline-Modus längst überfällig.

Spielekäufer und Presse sollten weiterhin genau hingucken, was uns da unter dem Deckmäntelchen der Kundenfreundlichkeit verkauft werden soll. Wie sagte schon Wing-Commander-4-Admiral Geoffrey Tolwyn (gespielt von Malcolm McDowell)? "Der Preis der Freiheit ist ewige Wachsamkeit."

Schönen Mittwoch
Petra

Weitere aktuelle Kolumnen:
Don Mattricks erster Arbeitstag bei Zynga
Wir haben doch keine Zeit - brauchen wir immer größere Spiele?

38
    • Kommentare (38)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Briareos Mitglied
        Zitat von doomkeeper
        Als Chef-Redakteurin hat man eine große Verantwortung zu tragen und auch die eigene Meinung
        zu diesem Thema mit ins "Heft" einfließen zu lassen.
        Bei einem Test zählt unterm Strich nur die Einzelmeinung des testenden Redakteurs. Und eine Kolumne ist wie bereits kein Artikel, sondern ein persönliches Statement des Autors. Zumindest ich habe das noch in der Schule gelernt: Ein Artikel hat neutral und wertungsfrei zu sein, die Meinung des Autors darf im Prinzip nicht ersichtlich sein (bei einem Spieletest ist das naturgemäss etwas weniger streng als bei einem Tageszeitungsartikel über die weltpolitische Lage). Eine Kolumne ist das genaue Gegenteil, denn hier geht es explizit um die persönliche Meinung des Autors. Und da Petra Diablo 3 nicht getestet hat, darf sie gerne eine andere Meinung als Felix, Peter und Viktor, die D3 die 91% gegeben haben.

        Als Chefredakteur muss sie in erster Linie darauf achten, das journalistische Regeln und die Veröffentlichungsgrundsätze des Verlags eingehalten werden. Sie darf aber ihren Redakteuren noch eine eigene, von ihrer abweichenden Meinung zugestehen.^^

        Zitat von doomkeeper
        Ich kritisier schon lange Tester die solche Produkte total naiv bewerten und hinterher Argumente kommen wie
        "Aber das hat mit Spielspaß nix zu tun" etc.
        Ob Kopierschutzmassnahmen in eine Spielewertung einfliessen sollen oder nicht, und wenn ja in welcher Form und Umfang, ist ein völlig anderes Thema. Ich persönlich würde dir da schon leicht zustimmen, auch wenn ich selber noch keine wirklich gute Idee hatte, wie man das fair bewerkstelligen kann.

        Zitat von doomkeeper
        Als Chef Redakteurin trägt man nachwievor die vielleicht größte Verantwortung und man darf sich "offiziell" nicht davor drücken
        und erst in einer Kolumne die Wahrheit ansprechen.

        No... No... No.
        Als Chefredakteur trägt man die Verantwortung für die Publikationen der Redakteure, nicht für deren Meinung.

        Yes, yes, yes. ^^
      • Von Briareos Mitglied
        Zitat von doomkeeper
        Als Chef-Redakteurin hat man eine große Verantwortung zu tragen und auch die eigene Meinung
        zu diesem Thema mit ins "Heft" einfließen zu lassen.
        Bei einem Test zählt unterm Strich nur die Einzelmeinung des testenden Redakteurs. Und eine Kolumne ist wie bereits kein Artikel, sondern ein persönliches Statement des Autors. Zumindest ich habe das noch in der Schule gelernt: Ein Artikel hat neutral und wertungsfrei zu sein, die Meinung des Autors darf im Prinzip nicht ersichtlich sein (bei einem Spieletest ist das naturgemäss etwas weniger streng als bei einem Tageszeitungsartikel über die weltpolitische Lage). Eine Kolumne ist das genaue Gegenteil, denn hier geht es explizit um die persönliche Meinung des Autors. Und da Petra Diablo 3 nicht getestet hat, darf sie gerne eine andere Meinung als Felix, Peter und Viktor, die D3 die 91% gegeben haben.

        Als Chefredakteur muss sie in erster Linie darauf achten, das journalistische Regeln und die Veröffentlichungsgrundsätze des Verlags eingehalten werden. Sie darf aber ihren Redakteuren noch eine eigene, von ihrer abweichenden Meinung zugestehen.^^

        Zitat von doomkeeper
        Ich kritisier schon lange Tester die solche Produkte total naiv bewerten und hinterher Argumente kommen wie
        "Aber das hat mit Spielspaß nix zu tun" etc.
        Ob Kopierschutzmassnahmen in eine Spielewertung einfliessen sollen oder nicht, und wenn ja in welcher Form und Umfang, ist ein völlig anderes Thema. Ich persönlich würde dir da schon leicht zustimmen, auch wenn ich selber noch keine wirklich gute Idee hatte, wie man das fair bewerkstelligen kann.

        Zitat von doomkeeper
        Als Chef Redakteurin trägt man nachwievor die vielleicht größte Verantwortung und man darf sich "offiziell" nicht davor drücken
        und erst in einer Kolumne die Wahrheit ansprechen.

        No... No... No.
        Als Chefredakteur trägt man die Verantwortung für die Publikationen der Redakteure, nicht für deren Meinung.

        Yes, yes, yes. ^^
      • Von MisterSmith Spiele-Kenner/in
        Zitat von Bonkic
        und dummerweise muss man konstatieren, dass sich ausgerechnet diablo 3 und sim city als reine pc-titel exzellent verkauft haben.
        trotz oder wegen always-on?
        entscheidet ihr...
        Diablo 2 hatte überhaupt keinen Kopierschutz(Online) und besonders schlecht hat es sich auch nicht verkauft. Wenn man dann noch bedenkt um wie viel mehr der Nachfolger beworben wurde, würde ich sagen dass dieser Kopierschutz bei den Verkaufszahlen kaum eine Rolle gespielt haben dürfte.

        Weder positiv noch negativ. obwohl ich mir das Spiel deshalb ganz sicher nicht gekauft habe bzw. kaufen würde, unabhängig davon das mich die Demo auch nicht überzeugen konnte.

        Aber sicher kann ich es natürlich nicht sagen, dass könnte man noch nicht einmal wenn man die genauen Downloadzahlen von Keksen und Raubkopien wüßte, ein Kumpel von mir hat sich für ein gekauftes Spiel einen Keks geladen weil er zu faul war den Key heraus zu suchen bzw. einzugeben. :-B
      • Von LordCrash Mitglied
        Zitat von doomkeeper
        Was fängst du wieder mit solchen Diskussionen an?
        Ich hab kein Problem damit wenn jemand Kontra geben möchte, aber ich finde selten ernsthafte Argumente
        in deinen Beiträgen weil du mit allem einverstanden bist und es dir nur um den Spaß geht.

        Dann hab doch überall deinen Spaß, aber langsam solltest du aufhören legitime Skepsis anderer Leute
        als lächerlich abzustempeln nur weil du nicht damit klarkommst.

        Und wenn du nix einstecken kannst, solltest du auch nicht austeilen. %-)
        Haha, ich kann genausoviel einstecken wie du, keine Sorge. Deine Meinung ist auch nicht legitimer als die Meinung anderer Leute nur weil es deine Meinung ist....;-)

        Wenn du selten Argumente in meinen Beiträgen findest, solltest du lernen, besser zu lesen. Ich stemple deine Meinung auch nicht als lächerlich ab, ich halte sie in vielerlei Hinsicht nur für maßlos übertrieben. Außerdem neigst du mir viel zu sehr dazu, die Welt in schwarz und weiß aufzuteilen, womit du dir selbst und anderen das Leben schwer machst (Beispiel: Steam = gut, Uplay = schlecht). DAS hat mit argumentieren nicht viel zu tun. Ich teile deine Skepsis bezüglich diverser Geschäftspraktiken durchaus und ich war einer der ersten in der Reihe, die gegen always-online in Diablo 3 und SimCity hier protestiert haben. Aber deshalb ist für mich nicht gleich alles schlecht, was nur im Enferntesten mit der DRM Welt zusammenhängt. Da gibt es durchaus auch Aspekte, die eine nähere Betrachtung verdient haben und außerdem auch andere Perspektiven, die man berücksichtigen sollte. Auch wird das Zocken durch derartige Dinge nicht an sich kaputt gemacht, das ist einfach Blödsinn, anders kann man das nicht bezeichnen. Nicht jede kleine Hürde oder jedes Problem führt zum Untergang der Industrie und unseres Hobbies...... Aber in deiner schwarz-weiß Welt ist das natürlich schwer zu verfolgen, zumal du ja auch scheinbar eine immense Befriedigung daraus ziehst, über diese Themen regelrecht herzufallen mit deiner ach so legitimen Skepsis (bzw. Hass).

        Auch ich bin gerne mal provokant und das mit voller Absicht und vor allem da, wo sich die Leute gegenseitig in ihrer Meinung (=negativer oder positiver Hype) verstärken und nur zu gerne andere Ansichten außer acht lassen. Da können provokante Gegenmeinungen oft Wunder wirken, auch wenn nur der ein oder andere dazu angeregt wird, mal über den Tellerrand hinauszublicken. ;-)

        :P
      • Von doomkeeper Mitglied
        Zitat von LordCrash
        Das zeigt doch nur, wie wenig zu tatsächlich von meinen Beiträgen liest. Aber im Gegensatz zu dir habe ich eine differenzierte Meinung..... ;-) :-P

        Was fängst du wieder mit solchen Diskussionen an?
        Ich hab kein Problem damit wenn jemand Kontra geben möchte, aber ich finde selten ernsthafte Argumente
        in deinen Beiträgen weil du mit allem einverstanden bist und es dir nur um den Spaß geht.

        Dann hab doch überall deinen Spaß, aber langsam solltest du aufhören legitime Skepsis anderer Leute
        als lächerlich abzustempeln nur weil du nicht damit klarkommst.

        Und wenn du nix einstecken kannst, solltest du auch nicht austeilen. %-)
      • Von LordCrash Mitglied
        Zitat von doomkeeper
        Dass du alles ohne Wenn und Aber akzeptierst weiß mitlerweile Jeder :-] *hust*
        Hauptsache Spaß *yay*

        Das zeigt doch nur, wie wenig zu tatsächlich von meinen Beiträgen liest. Aber im Gegensatz zu dir habe ich eine differenzierte Meinung..... ;-) :-P
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk