Dark im Test: Mau inszenierte Schleich-Action für Frustresistente [Jetzt mit Wertung und Test-Video]
Ein Vampir-Dishonored mit Third-Person-Perspektive: So lässt sich Dark am treffendsten beschreiben. Ob das Schleichspiel aus dem Hause Kalypso Media an die Qualität des großen Vorbilds heranreicht oder zumindest für Vampir-Fans einen Blick wert ist, klären wir im Test. Update: Wir haben den Artikel um die finale Wertung sowie ein kommentiertes Test-Video ergänzt. Schaut rein!
In Dark übernehmt ihr die Rolle eines frisch "geborenen" Vampirs namens Eric Bane. Der ist auf der Suche nach der Person, die ihn in einen Vampir verwandelt hat – wenn er nicht schleunigst das Blut seines Erzeugers trinkt, verwandelt er sich in einen seelenlosen Ghul. Zu dumm, dass Eric sein Gedächtnis verloren hat. Auf Anraten von ein paar befreundeten Vampiren macht Eric also Jagd auf mehrere ältere Vampire, die in der namenlosen Stadt von Dark ihr Dasein fristen und deren Blut ihn ebenfalls retten könnte.
In Erics Rolle infiltriert ihr im Folgenden Museen, Büros und Casinos und schaltet Wachen aus, um euch den Weg zur ersehnten Bluttransfusion zu bahnen. Dabei geht Eric nicht zimperlich vor; Gegner schaltet er entweder im Nahkampf aus oder trinkt ihr Blut. Den roten Lebenssaft benötigt ihr für die Aktivierung von zwölf übernatürlichen Fähigkeiten, die euch einen Vorteil gegenüber menschlichen Wächtern, feindlichen Ghulen und dem ein oder anderen aggressiven Vampir gewähren: Eric teleportiert sich per Schattensprung durch die Gegend, lenkt Feinde durch Geistesmanipulation ab oder macht sich für kurze Zeit unsichtbar.
Schusswaffen sind Eric ein Gräuel, zudem gibt es keine Möglichkeit, mit der Umwelt zu interagieren, also etwa herumfliegende Flaschen zur Ablenkung zu werfen. Der Blutsauger ist nicht einmal in der Lage, über hüfthohe Barrieren zu springen – das geht nur per Schattensprung. In Verbindung mit der hakeligen Maus-Tastatur-Steuerung fühlt sich Eric dadurch nicht wie ein wendiger Jäger an, sondern verfügt eher über die Mobilität einer Nachtschnecke.
Das Schleichen an sich funktioniert trotzdem ganz ordentlich, auch wenn ähnlich wie in Dishonored Licht und Schatten kaum eine Rolle spielen. Stattdessen kommt es darauf an, die reichlich vorhandenen Deckungsmöglichkeiten zu nutzen, um sich außer Sichtweite der Wachen zu bewegen. Dass ihr dabei die rechte Maustaste gedrückt halten müsst, um in Deckung zu bleiben, nervt auf Dauer aber.
Viel schwerer wiegt jedoch die inkonsistente künstliche Intelligenz der Widersacher, die viele Ungereimtheiten aufweist. Manchmal haben Gegner ein drittes Auge am Hinterkopf und schlagen genau dann Alarm, wenn ihr euch direkt hinter ihnen positioniert habt, um ihnen den Todesstoß zu versetzen. Dann wieder wundern sie sich nicht, wenn wenige Meter neben ihnen ein Kamerad röchelnd zusammenbricht oder plötzlich von den eben noch im Park patrouillierenden Kollegen weit und breit nichts mehr zu sehen ist.
Ab und zu sehen Wächter zudem durch feste Objekte, sind durch einen Clipping-Fehler unsichtbar oder reagieren viel zu schnell auf aus den aus dem Augenwinkel wahrgenommenen Protagonisten. Derweil folgen die KI-Menschlein aber stets brav ihren vorgegebenen Routen. Ist Eric einmal entdeckt und duckt sich aus dem Sichtfeld der Wachen, schießen diese noch sekundenlang auf den Fleck, an dem sie ihn das letzte Mal gesehen haben. In einer anderen Situation strömen plötzlich dutzende Widersacher zielsicher auf das Versteck des Helden zu, nachdem sie eine Leiche entdeckt haben. Ihr merkt es schon: Die Gegner-KI ist keine Stärke von Dark.
Die Entwickler waren sich dessen offenbar bewusst und haben dieses Manko mit der schieren Masse an Widersachern und einem teils unfairen Leveldesign auszugleichen versucht. Das resultiert in einer wahren Trial&Error-Orgie. Eigentlich kein Problem, ist es doch in anderen Schleichspielen wie Hitman: Absolution oder DIshonored ähnlich. Das Problem in Dark: Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad stehen euch zwischen zwei automatischen Checkpoints nur zwei eigene Speicherplätze zur Verfügung, um das Spiel zu sichern. Eine Schnellspeicherfunktion fehlt; wer jederzeit frei speichern will, muss den einfachen Schwierigkeitsgrad wählen.
Die Checkpoints liegen derweil derart weit auseinander, dass ihr wieder und wieder dazu gezwungen werdet, große Teile eines Levels von neuem zu beginnen. Eric verträgt nämlich nur wenig Schaden und hat zumindest zu Beginn viel zu wenige Möglichkeiten, einer brisanten Situation zu entkommen und in einem Versteck abzuwarten, bis die schwer bewaffneten Wachen die Suche nach ihm aufgeben.
Erst wenn ihr nach zwei bis drei Spielstunden durch ein simples Stufensystem weitere Fähigkeiten freigeschaltet und verbessert habt, fühlt sich Dark halbwegs fair ausbalanciert an. Erfahrungspunkte erhaltet ihr durch ausgeschaltete Gegner, erfüllte Missionsziele und wenn ihr eine Sektion abschließt, ohne Alarm auszulösen.
Quelle: PC Games
Dark im Test: Mau inszeniert und mit viel Frust-Potenzial. (6)
Auch die Opposition rüstet auf: UV-Licht-Generatoren hindern euch am Einsatz eurer Kräfte, gepanzerte Soldaten lassen sich nicht aussaugen. Trotz diesem Streben nach Abwechslung fällt das Spiel aber nach kurzer Zeit in den ewig gleichen Trott. In den langweilig designten, unspektakulären Levels schaltet ihr eure Widersacher mit den immer gleichen zwei bis drei Skills aus und rückt zum nächsten Wegpunkt vor, nur um das Spielchen zu wiederholen. Gelegentlich fühlt sich Dark dadurch eher wie ein Puzzlespiel an, in dem ihr abwägt, welche Wache ihr als nächstes umhaut, ohne einen anderen Gegner zu alarmieren. Erledigte Widersacher zurrt ihr aus der Ego-Perspektive außer Sicht; Leichen lassen sich anders als in der Konkurrenz in Mülltonnen oder anderen Behältern entsorgen.
Grafisch hinkt Dark der Konkurrenz hinterher, auch wenn der Comic-Stil mit dicken schwarzen Umrandungen für Figuren und Objekte die unzeitgemäßen Animationen und die Detailarmut etwas kaschiert. Gerade die so häufig abgespulte Bluttrinken-Animation fällt durch Clipping-Fehler und falsche Abstände ins Auge.
Die Gesichter der Charaktere sind zudem nicht in der Lage, irgendeine Art von Emotion auszudrücken – da passt es, dass die die Sprachausgabe seltsam gedrängt daherkommt. Die grundsätzlich guten deutschen und englischen Sprecher (unter anderem die Stimme von Geralt aus The Witcher 2) feuern ihre Sätze nämlich wie im Stakkato hintereinander ab, ganz ohne Pausen.
Auch die mittels Gesprächen und holprig inszenierten Zwischensequenzen erzählte Geschichte reißt keine Bäume aus. Nach dem abrupten Einstieg hat der Spieler keine rechte Gelegenheit, sich in Eric hineinzuversetzen oder mit ihm auf der Suche nach seinem Erzeuger mitzufiebern. Die beispielsweise in Vampire: Bloodlines so herrlich facettenreich dargestellten Vampire sind in Dark entweder weinerliche Emo-Fritzen ohne Persönlichkeit oder blutdürstige Bestien mit einem Fetisch für aufgespießte Köpfe. Der Plot kommt in den ersten sechseinhalb Spielstunden daher kaum vom Fleck; Erics Suche nach seinem Erzeuger fühlt sich eher wie ein Prolog an, muss aber das gesamte Spiel tragen.
Wo kaufen?
Dark gibt es sowohl als Boxversion für PC (ca. 40 €) und Xbox 360 (ca. 48 €) als auch in einer Download-Fassung, die auf Steam zum Kauf bereitsteht (ca. 45 €).
Kopierschutz
Bei der Ladenfassung muss die DVD während des Spielens im Laufwerk liegen; die Kontoanbindung per Kalypso Launcher ist optional. Die Steam-Version nutzt logischerweise Steam als Kopierschutz und benötigt eine einmalige Internetverbindung zur Aktivierung.

um den Titel überhaupt in Gespräch zu bringen.
Gab auch bereits bei mehr als genug großen Titeln 10% Ermäßigung bei Vorbestellungen .....
Naja, für nen 10er werde ich auf Steam im Sale zugreifen.