Gunpoint im Test: Schrulliges Schleichspiel ohne Firlefanz
Klingt komisch: Dieses Spiel ist zwar eine Hüpforgie, aber kein Jump & Run! Stattdessen ist Gunpoint ein Actionspiel mit Schleicheinlagen und Puzzles.
Der Protagonist von Gunpoint ist eine faszinierende Persönlichkeit: Er sieht in Trenchcoat und Hut so lässig aus wie Humphrey Bogart in Casablanca, nutzt mehr Gadgets als James Bond und kraxelt so leichtfüßig an Wänden hinauf wie Spider-Man. Sein Name: Richard Conway. Sein Berufsfeld: Industriespionage. Sein wertvollster Besitz: eine Hightech-Hose, die nicht nur Stürze aus großer Höhe abfedert, sondern ihn auch zu Sprüngen auf Hausdächer befähigt. Gebt es zu: Diesen Teufelskerl wollt ihr unbedingt spielen, oder?
Conway ist während eines Mordes zur falschen Zeit am falschen Ort und muss sowohl seine Unschuld beweisen als auch den Killer ausfindig machen. Dabei gerät er von einer abstrusen Story-Verwicklung in die nächste. Den roten Faden rund um zwei Waffenfabrikanten verliert ihr dabei zwar schnell aus den Augen, dafür überzeugt Gunpoint mit einem feinen Gespür für trockenen Humor: Zwischen den 20 Missionen führt Conway amüsante Dialoge mit seinen wechselnden Auftraggebern und gibt dabei auf ihr Geheiß herrlich verrückte Antworten von sich. Obacht: Gute Englischkenntnisse sind Pflicht, denn Gunpoint besitzt keine deutschen Bildschirmtexte.
Quelle: PC Games
Gunpoint im Test: Witziges Schleich-Actionspiel (2)
Jede Mission lässt sich locker in zehn Minuten erledigen, die Spielzeit ist entsprechend gering. Stets geht es darum, einen Computer zu hacken, der sich in einem von Nachtwächtern patrouillierten Gebäude befindet. Schleichen ist das Gebot der Stunde, da die treffsicheren Wachen Conway bei Sichtkontakt abknallen. Brillant: Der Held springt mit seiner Superhose an Decken, passiert Fenster in einer Explosion aus Glassplittern oder stürzt sich aus riesiger Entfernung auf Widersacher und prügelt sie bewusstlos. Das geht hervorragend von der Hand und spielt sich wunderbar flüssig. Mit seinem Crosslink-Tool ist Conway darüber hinaus in der Lage, beliebige technische Gerätschaften miteinander zu verknüpfen. So verdrahtet ihr einen Lichtschalter mit einer Steckdose, um einem Wächter einen Stromschlag zu verpassen, oder sorgt dafür, dass Bewegungssensoren verschlossene Türen öffnen. Eine innovative Mechanik! Doof: Oft gilt es, mehrfarbige Crosslink-Module einzusammeln, um auf bestimmte Stromkreisläufe zuzugreifen. Das erinnert an die stupide Suche nach Schlüsselkarten aus der Anfangszeit der PC-Spiele.
