Reus im Test: Tiefschürfende Aufbaustrategie, auf Dauer aber zu eintönig
Gott spielen kann ja jeder - im Erstlingswerk Reus eines niederländischen Indie-Studios übernehmt ihr die Rolle eines Planeten! Reus bietet dabei viele gute Ideen, doch auf Dauer macht sich Langeweile breit. Warum das so ist, lest ihr im Test von PC Games-Redakteur Peter Bathge.
Als Himmelskörper ist eure einzige Sorge das Wohl und Wehe der Menschen, die sich auf der Erdoberfläche ansiedeln. Bevor es so weit ist, gilt es aber ähnlich wie in Peter Molyneux' berühmtem God Game Populous den Planeten per Terraforming in ein fruchtbares Paradies zu verwandeln. Zu diesem Zweck schickt ihr je einen Giganten der Kategorie Wasser, Wald, Sumpf und Berge per Rechtsklick über den kreisrunden Planeten; eine Leiste am unteren Bildschirmrand erlaubt Zugriff auf die Spezialfähigkeiten der Titanen. Mit denen verwandelt ihr die unfruchtbare Erde etwa in einen Ozean, der nahe Landmassen mit Wasser versorgt. Oder ihr zieht einen Berg aus dem Boden, neben dem sodann eine Wüste entsteht.
Eure Giganten verteilen zudem Rohstoffe auf dem in zahllose kleine Flächen aufgeteilten Planeten. Tiere, Pflanzen, Goldadern oder Fischschwärme erzeugen eine von drei Ressourcen: Nahrung, Reichtum und Technologie. In der Nähe von Rohstoffen entstehen automatisch Siedlungen, deren Grenzen sich mit zunehmendem Wohlstand nach links und rechts ausdehnen. Nachbardörfer bekämpfen sich zuweilen oder greifen die Giganten an. Den knappen Platz gilt es geschickt auszunutzen, um die raffgierigen Anwohner mit immer mehr Ressourcen zu versorgen. Der Schlüssel dazu sind Synergien. So produzieren Beerensträucher etwa mehr Nahrung, wenn sie neben einem Apfelbaum stehen. Und eine Mine erzeugt zusätzlichen Reichtum, wenn sich ein Fuchsbau nebenan befindet. Nützliche Rohstoff-Upgrades ermöglichen wiederum andere Wechselwirkungen.
Mit den Ressourcen errichten die Siedler automatisch Bauwerke wie Leuchtturm oder Plantage. Nach deren Fertigstellung erhaltet ihr Botschafter, die auf die Schultern eines Giganten klettern und ihm so neue Fähigkeiten verleihen. Den Spielfortschritt markieren Herausforderungen, die es abzuschließen gilt, um weitere Upgrades und Bauwerke freizuschalten. Dabei kommt es zwangsläufig zu Wiederholungen: Anfangs dauert eine Partie eine halbe Stunde, später maximal zwei. Nervig: Bei jedem Neustart verlieren die Giganten alle höherstufigen Fähigkeiten und die Anfangsphase verläuft stets gleich. Nach der anfänglichen Faszination macht sich daher auf lange Sicht Langeweile breit.

Die Symbiosesachen stehen rechts oben im Eigenschaftsfeld. Um das massive Spawnen von Dörfern zu verhindern, darfst du einfach nicht den ganzen Planeten fruchtbar machen, sondern immer nur stückchenweise. Auch immer schön aufpassen, dass sie nicht zu schnell wachsen bzw Rohstoffe bekommen, sonst gibbet Krieg oder sie greifen deine Titanen an.
Ich muss auch sagen, dass jetzt nach ca 8 Stunden etwas die Luft raus ist und ich nicht wirklich die Motivation habe die Megagebäude zu vollenden. Allerdings war das Spiel sein Geld allemal wert.
Hast natürlich Recht, ist ein ärgerlicher Fehler. Jep, so zehn Stunden habe ich auch mit dem Spiel verbracht, bevor es mir zu langweilig und die Wiederholungen zu zahlreich wurden. Dafür würden auch 15 Euro in Ordnung gehen, wahrscheinlich rührt daher meine Verwirrung :-P :-B