Steam, Origin, uPlay & Co.: Die Online-Plattformen im Vergleich (Teil 1)
Online-Vertriebsplattformen - ein Segen oder ein Fluch? Wir haben uns Steam, Origin, uPlay und Co. für euch gründlich angesehen und zeigen auf, was uns die Distributionsdienste im Internet bringen. Unser mehrteiliges Special untersucht Angebote, Preise und Besonderheiten der beliebten, aber auch umstrittenen Download-Portale.
In unserem Special nehmen wir Valves Steam, Ubisofts uPlay, Electronic Arts' Origin, Gog.com und Co. unter die Lupe und sagen euch, welche Vor- und Nachteile sie haben. Sind Spiele im Handel günstiger als etwa auf Steam? Gibt es ein Rückgaberecht für defekte Software? Ist die Beratung hinreichend? Durch welche Zusatzdienste unterscheiden sich die Plattformen? Welche Sicherheitsrisiken haben die Dienste? Ebenso wollen wir der Frage nachgehen, ob es in naher oder ferner Zukunft auch die Möglichkeit geben wird, gebrauchte Software über Steam, uPlay oder Origin zu verkaufen.
Im ersten Teil des Specials werden wir die Geschichte, das Angebot, die zusätzlichen Dienste und die Nutzungsbedingungen von Steam beleuchten. In den nächsten Wochen folgen dann Origin, uPlay, Gamesload, gog.com und Gamer Unlimited. Zuguterletzt werden wir noch ein Fazit ziehen und die einzelnen Dienste miteinander vergleichen. Uns interessieren auch eure Meinung und eure Erfahrungen mit Steam und den anderen Diensten. Seht ihr die Entwicklung, also die starke Ausrichtung der Spielebranche auf Online-Distributionen als positiv an oder beharrt ihr auf Spieleverpackungen und Datenträger? Bereitet euch die von der Telekom geplante Online-Drosselung in dieser Hinsicht Sorgen? Wir freuen uns über jeden Kommentar!
Steam
Geschichte
Quelle: PC Games
Steam begann als Plattform für Patches und Updates.
Als Valve am 22. März 2002 Steam auf der Gamer Developer Conference ankündigte, waren die meisten Spieler und Publisher skeptisch. Der Entwickler hinter dem Ausnahme-Hit Half-Life wollte einen Online-Dienst gründen, worüber man Spiele kaufen und anschließend herunterladen können sollte. Da zu der Zeit noch die Allermeisten lediglich mit einem 56k-Modem mit dem Internet verbunden waren - sprich maximal sieben Kilobytes in der Sekunde herunterladen konnten -, klangen Valves Pläne mehr als utopisch. Man denke nur an die Zeit, die man für das Herunterladen von etwa 600 Megabyte – die Größe eines eher kleineren Spiels der damaligen Zeit - mit einer solchen Verbindung gebraucht hätte! Kein Wunder also, dass Steam in der ersten offiziellen Version im Jahr 2003 dann doch kaum Spiele zum Kauf anbot, sondern lediglich als Update-Plattform für Online-Spiele wie etwa Counter-Strike diente. Erst 2004 begann Valve Verhandlungen mit Entwicklerstudios zu führen, damit diese ihre Spiele auf Steam veröffentlichen würden. Zuerst erschienen nur Half-Life-Mods wie Day of Defeat über Steam, kurze Zeit später folgten dann aber die ersten Indie-Titel wie das spartanische, aber amüsante Prügelspiel Rag Doll Kung Fu oder das innovative Echtzeit-Strategiespiel Darwinia.
Im Jahr 2005 stießen dann Dritt-Hersteller zu Steam dazu und der Online-Dienst konnte seine ersten Profite vorweisen. Vordergründig lag das zwar am immensen Erfolg von Half-Life 2, das Valve selbst im November 2004 über Steam veröffentlichte und das man zwangsläufig als erstes Singleplayer-Spiel in der Videospielgeschichte über die Plattform aktivieren musste. Doch spätestens als Publisher wie Activision und Take-Two im Jahr 2007 Titel wie Call of Duty: Modern Warfare oder Bioshock auf Steam anboten, hatte sich die Online-Plattform durchgesetzt und war aus einem PC-Spieler-Leben nicht mehr wegzudenken. Am 24. November 2012 konnte Valve die Erfolgsmeldung bekanntgeben, dass über 50 Millionen Nutzer auf Steam angemeldet sind.
Angebot
Quelle: PC Games
Für Fans von Mods bietet Valve den Steam Workshop.
Von allen Online-Distributionsplattformen hat Steam die größte Auswahl an Spielen, zurzeit laut der Seite steamdb.info mehr als 11.100 Titel. Man sollte aber bedenken, dass bei dieser Zahl auch DLCs und gar einzelne Einheiten-Pakete für Strategie-Titel inbegriffen sind. Sowohl Spiele von namhaften Publishern wie Take-Two oder Activision finden sich in der riesigen Bibliothek von Steam als auch Games von Indie-Entwicklern. Ebenfalls Free-2-Play-Titel wie Planetside 2 , Age of Conan oder Team Fortress 2 sowie Oldschool-Games wie System Shock 2 sind über Steam erhältlich. Nach indizierten Spielen sucht ihr jedoch vergebens, im deutschen Steam-Store werden keine dieser Titel angeboten. Seit August 2012 bietet Valve zudem einen Service für Indie-Entwickler namens Green Light an, der den kleinen Studios die Möglichkeit gibt, vor dem Erscheinen ihre Projekte auf Steam vorzustellen. Falls ein Titel dort genügend Zuspruch bekommt, wird er bei Fertigstellung über Steam angeboten. Seit Oktober 2012 ist auch Anwender-Software auf Steam erhältlich.
Die Spiele werden auf Steam zumeist in recht ausführlichen Videos vorgestellt und es werden Angaben zu Hardware-Mindestanforderungen angegeben. Was der freundliche Verkäufer im Einzelhandel macht, übernimmt Steam ebenfalls: die Spieleberatung. Falls ihr etwa mehrere Strategie-Spiele gekauft habt, gibt eine Empfehlungsfunktion Tipps, welche Titel euch auch interessieren könnten. Natürlich ist man mit dem freundlichen Verkäufer zumeist besser beraten, aber auch die Empfehlungsfunktion leistet relativ gut ihren Dienst. Hilfreich ist auch die Metascore-Angabe, die es zu jedem Spiel gibt. Dieser Wert zwischen 0 und 100 Punkten gibt an, wie der Titel im Durchschnitt bei Spielemagazinen im Internet bewertet wurde. Ein Rückgaberecht gibt es auf Steam übrigens nicht. Sobald ihr einen Steam-Code eingelöst habt, wird er für immer auf euren Account bleiben. Dies verhindert auch den Weiterverkauf von Spielen, worauf wir im Kapitel Nutzungsbedingungen noch näher eingehen. Falls aber ein Spiel trotz der Steam-Qualitätskontrolle fehlerhaft ist oder auf der Shop-Seite fälschlicherweise Funktionen angepriesen werden, die im Spiel nicht zu finden sind, zieht Valve auch Titel aus dem Verkauf zurück und gibt eine Rückerstattung an die Käufer. Dies ist zum Beispiel zuletzt im Falle des Zombie-Survival-Spiels The War Z geschehen.
Reguläre Spiele kosten auf Steam zumeist etwas mehr als bei Internetversandhändlern. So ist etwa die PC-Version von Borderlands 2 für 29,99€ erhältlich, auf Steam kostet Gearbox' Koop-Granate dagegen 39,99€. Das gleiche gilt übrigens aktuell auch für Bioshock: Infinite oder Metro: Last Light. Doch Steam hat täglich reizvolle Rabatt-Aktionen und obendrein zu Weihnachten und im Sommer eine Winter- beziehungsweise Summer Sale-Aktion. Dann sind Top-Titel für einen kurzen Zeitraum schon für unter zehn Euro erhältlich. Im letzten Winter Sale (20. Dezember 2012 – 4. Januar 2013) konnte man zum Beispiel DICEs Mirror's Edge für 2,49€ erwerben, und Sega bot den Strategie-Hit Total War: Shogun 2 für gerade mal 10,49€ an. Wann der Summer Sale ganz genau stattfindet, ist noch nicht bekannt, vermutlich aber im Juli. Über das ganze Jahr hinaus sind zudem Komplett-Pakete im Angebot, etwa die Total War Master Collection fürs günstige 84,99€ - man spart hier rund 40€ gegenüber dem Einzelhandel! Wer also gelegentlich im Steam-Shop herumstöbert und sich etwa auf unseren Webseiten über die Angebote informiert, kann den einen oder anderen Euro sparen. Bei neuen Titeln rechnet sich dagegen zumeist der Kauf über einen Internetversandhandel.
Zusätzliche Dienste
Steam Community
Quelle: PC Games
Steam bietet auch Community-Guides - Tipps & Tricks zu den Spielen gibt es also gleich nach dem Kauf.
Im Laufe der Jahre hat Valve viele zusätzliche Dienste in Steam eingebaut. Den Anfang machten die Steam-Community-Services im Jahr 2007. Diese sind als Social-Network-Dienste zu verstehen, die es allen Spielern ermöglichen, sich leicht entweder über eine Voice- oder Text-Chat-Funktion zu unterhalten. Es lassen sich etwa Gruppen gründen, womit etwa Counter-Strike-Clans sich leichter zu Traininings-Sessions verabreden können.
Steam Achievments / Erfolge
Was auf der Xbox 360 und der PS3 seit ihren Anfängen Gang und Gäbe war, wurde im Spätjahr 2007, als die Half-Life-2-Sammlung Orange Box erschien, auch in Steam eingeführt: die allseits beliebten Erfolge. So sammelt ihr innerhalb von allen auf Steam erhältlichen Titeln Erfolge und könnt diese mit anderen Spielern vergleichen.
Steam Workshop
Wer nach Mods für sucht, dem hilft Steam Workshop weiter. Eigentlich war die Dienstleistung nur für Team Fortress 2 gedacht, doch seit 2012 findet man auch Mods auch für Spiele wie The Elder Scrolls 5: Skyrim oder Civilization 5 über den Steam Workshop. Die von Gamern selbst erstellten Erweiterungen lassen sich übrigens nicht nur leicht finden, sondern zumeist auch ebenso leicht installieren.
Big Picture Mode
Viele PC-Spieler ziehen seit einigen Jahren die Couch, einen großen Fernseher und ein Gamepad der klassischen Kombination aus Schreibtisch, Maus und Tastatur vor. Mit dem Big Picture Mode hat Valve die Steam-Benutzeroberfläche großen TV-Bildschirmen angepasst und die Bedienung der eigenen Bibliothek Gamepad-gerecht gestaltet. Der Big Picture Mode dürfte auch eine große Rolle für die angekündigte, Linux-basierte, Steam-Box-Konsole sein.
Early Access
Kaum ein Mehrspieler-Titel kommt heute ohne eine lange Beta-Phase aus. Auf Steam sind viele dieser Multiplayer-Titel bereits vor dem offiziellen Release als Early-Access-Titel erhältlich. Das heißt, dass man das Spiel sozusagen vorbestellt und dafür aber einige Monate vor dem Erscheinen in der Beta-Phase die Multiplayermodi in einem bestimmten Umfang testen darf.
Steam Cloud
Wer auf mehreren Computern spielt, weiß den Vorteil von Cloud-Savegames zu schätzen. Bei fast allen auf erhältlichen Spielen ist es möglich, auf den Steam-Servern automatisch Speicherstände abzulegen und so ein Spiel später auf einem anderen PC an der Stelle fortzusetzen, wo man zuletzt aufgehört hat.
Statistiken
Steam fragt die Nutzer auf freiwilliger Basis etwa nach ihrer Hardware und bietet so Entwicklerstudios Statistiken über die Durchschnitt-PCs der User. So können die Studios leichter Spiele entwickeln, die von den Hardware-Anforderungen her massenkompatibel sind.
Nutzungsbedingungen / Kritik
Online- und Account-Anbindung
Quelle: PC Games
Statistiken aus Steam - die Daten werden nur erhoben, wenn der Spieler vorab zugestimmt hat.
Eines der Hauptkritikpunkte von Steam – beziehungsweise von allen anderen Spieleplattformen – ist, dass man eine Internetverbindung zum Freischalten der Spiele benötigt und dass die einzelnen Titel danach für immer und ewig auf den Account gebunden sind. Seit Half-Life 2, weswegen Valve vom deutschen Verbraucherschutz abgemahnt wurde, muss bei Steam-Spielen ein gut erkennbarer Hinweis auf allen Verkaufsverpackungen angebracht sein, der darauf hinweist, dass eine Internetverbindung zum Freischalten nötig ist. Nach der Freischaltung ist in der Regel keine Online-Verbindung nötig, da Steam die Spiele auch in einem speziellen Offline-Modus starten lässt. Einige User haben sich jedoch in den Steam-Foren darüber beklagt, dass trotzdem nach zwei Wochen eine einmalige Verbindung zu Steam nötig ist.
Verkauf von gebrauchter Software
Da nach europäischem Recht seit Juli 2012 der Verkauf von gebrauchter Software zulässig ist, strebt der Bundesverband Verbraucherzentrale einen Prozess gegen Valve an. Zudem hat die Verbraucherzentrale Valve aufgrund der Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen abgemahnt. Valve hatte im September 2012 Änderungen durchgeführt und die Nutzung des Portals und damit der gekauften Titel schlimmstenfalls gesperrt, falls man diese nicht annahm. Ob die deutsche Verbraucherzentrale letzten Endes in einem Prozess etwas gegen ein international agierendes Unternehmen erreichen kann, bleibt abzuwarten. Bislang gibt es jedenfalls noch keine Vorzeichen, dass Valve Steam-Nutzern die Möglichkeit bieten möchte, gebrauchte Software zu veräußern.
Jugendschutz
Valve erntet auch Kritik seitens des Jugendschutzes. Spiele, die von der USK eine ab-18-Kennzeichnung bekommen haben, würden laut einigen Jugendschutzorganisationen auf der Plattform Minderjährigen zugänglich gemacht werden. Die sehr einfache Altersabfrage bei Steam würde laut ihnen nicht ausreichen, um das Alter eines Steam-Nutzers sicher festzustellen. Erwachsene Spieler stören sich dagegen daran, dass bestimmte Spiele nur in geschnittener Form oder überhaupt nicht auf Steam angeboten werden. Hier würde vielleicht eine Methode wie die (teure) Postident-Identitätsprüfung, das etwa auf der Videostreaming-Plattform Watchever angewandt wird, Abhilfe schaffen.

@ Worrel , ja nen kleinen Patch hat er geladen, jetzt weiß ich aber nicht wie viel man da früher laden musste, bei der Pyramiden Version die ich heute gekauft hab hat er was aktualisiert das etwa 100 MB hatte, gerade lädt er noch das Sewers DLC mit 257MB
Beim Installieren des Spiels wird der aktuelle Patch - bzw: die aktuell gepatchten Installationsdateien - runtergeladen und installiert.
Installieren Ohne Patch geht also nicht, es sei denn , es gibt keine Patches für das Spiel.
Was geht: Steam auf externe Festplatte installieren, diese zum Kumpel mitnehmen, dort Steam und dann das Spiel starten.
Wenn du bis ins Spiel gelangst, Spiel und Steam schliessen.
Dann solltest du das Spiel zu hause offline starten können (oder war da noch was mit Hardware Konfigurationen, die in den Dateien gespeichert sind und du mußt dann doch nochmal kurz online ...? )
Warum schaffst du dir denn nicht mal ordentliches Internet an? Wenn man keine gute Kabelleitung hat, gibts ja inzwischen auch recht gute Funklösungen oder Internet übers Fernsehkabel.... ;-)
Edit: Freut mich, dass es geklappt hat.
Falls du den TexturenBug meinst. Nicht jeder hat ihn gehabt aber der Patch hat ihn für die meisten betroffenen
entfernt.
Viel Spaß mit dem Spiel denn ich hab ca 30 Stunden für die Kampagne gebraucht und das Geld war perfekt angelegt.
In der letzten Zeit hab ich selten so einen geradlinigen, direkten und teils-offenen Shooter mit tollem Crafting gesehen.
(Und ich mag Crafting eigentlich ganz und gar nicht!)
Muß jetzt noch ne Stunde weg,danach teste ich und sag Bescheid.