Terroranschläge, Gewaltexzesse und mehr: Kontroverse Szenen in Videospielen

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Special Dennis Reisdorf - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Videospiele geraten immer wieder aus weniger erfreulichen Gründen in das Licht der Öffentlichkeit. Besonders dann, wenn ein Spiel mit besonders brutalen Szenen am Rande des Geschmacks daherkommt und somit einen Ansturm der Empörung auch unter den Spielern auslöst. Dies geschah in der Vergangenheit bereits unzählige Male und wird auch in Zukunft immer wieder passieren. Ein paar der kontroversesten Szenen der jüngsten Vergangenheit stellen wir euch in unserem heutigen Special vor.

Sex, Drogen, Gewalt. Das sind Themen, mit denen sich zahlreiche Bücher und Filme seit vielen Jahren befassen und dabei auch nicht an expliziter Darstellung geizen. Bei Videospielen, die immer noch um die Anerkennung als selbstständige Kunstform ringen, sind sie jedoch immer wieder Anlass für scharfe Diskussionen im Licht der Öffentlichkeit, welche nach einer Welle der Entrüstung entbrennen. Oftmals geht es den Spielern selbst zu weit, meist jedoch wird den Spielen Rassismus, Frauenfeindlichkeit oder Verharmlosung vorgeworfen, nur weil sie sich dieser Themen annehmen und versuchen, eine erwachsene und glaubwürdige Geschichte darum zu erzählen. Es gibt jedoch Grenzen. Wo diese liegen, darüber kann man sich in vielen Fällen ausgiebig streiten. Einige Spiele können wir hier aus rechtlichen Gründen nicht nennen, denn japanische Vergewaltigungs-Simulationen mit absurden Titeln, in welchen das widerwillige Benetzen von Frauen mit Körperflüssigkeiten ein Spiel-Element darstellt, haben auf dem Bildschirm der Spieler sowieso nichts zu suchen.

Entwickler spielen gerne mal mit den Grenzen und übertreten sie auch hin und wieder in den Augen vieler Spieler und vor Allem Nicht-Spieler. Ob dies rein zu PR-Zwecken passiert oder man die gezeigten Szenen tatsächlich im Sinne der Handlung für zuträglich hält, ist nicht immer klar. Natürlich verteidigen die Macher ihre Entscheidungen, sofern sie in den Mittelpunkt einer hitzigen Diskussion um deren Notwendigkeit geraten. Eines der besten Beispiele der jüngsten Vergangenheit ist die Call of Duty-Reihe von Activision. Entwickler Infinity Ward baute in Modern Warfare 2 sowie seinem Nachfolger zwei Szenen ein, über die sich viele Spieler bestürzten. Gemeint ist etwa die Flughafen-Szene, in der russische Terroristen das Feuer auf wehrlose Zivilisten eröffnen und den Spieler daran teilnehmen lassen. Dies ging vielen Spielern zu weit, jedoch betonten die Macher, dass dieser Abschnitt des Spiels dafür sorgen sollte, eine emotionale Abneigung des Spielers gegenüber dem Bösewicht zu entwickelt.

Kriegs-Spiele sind dabei eine Angelegenheit für sich. Dass im Krieg schlimme Dinge passieren und auch Zivilisten hin und wieder ins Schussfeld geraten, ist eine Tatsache und sollte in einem gewissen Maße auch von den Spielen wiedergegeben werden. Schließlich zeichnete man ansonsten ein falsches, fast schon attraktives Bild vom Krieg, wenn der Spieler als Ein-Mann-Soldat wild ballernd durch die Gegnermassen stürmt und am Ende des Spiels die amerikanische Flagge hisst. Klar, dass es nicht zu realistisch und verstörend sein darf, schließlich will niemand einen echten Krieg hautnah miterleben. Wo die Grenze zwischen gewalttätigen, aber der Handlung zuträglichen Szenen und überflüssigen Geschmacklosigkeiten liegt, muss in vielen Fällen jeder für sich entscheiden. Einige der kontroversesten Szenen in Videospielen der vergangenen Jahre findet ihr in der folgenden Bilderstrecke. Teilt uns auch mit, was ihr zu dem Thema denkt und welche Szenen euch sauer aufgestoßen haben und warum.

Bildergalerie

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    • Kommentare (37)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Gast1669461003 Mitglied
        Zitat von LordCrash
        Wenn wir schon davon reden: Wer Spec Ops: The Line noch nicht gespielt hat, aber gerne mal ein Antikriegsspiel spielen würde, bei Nuuvem ist es gerade für ca. 4€ im Angebot (Steamkey). Definitiv ein Blick wert. :-)
        http://forum.pcgames.de/s...

        Ich warte ja die ganze Zeit schon darauf, dass es wieder im Steam Deal auftaucht. Aber ich muss sagen, ich bin jetzt einfach zu faul, mich durch die Sprachbarriere von Nuuvem zu kämpfen und warte einfach weiter. :-B
      • Von Gast1669461003 Mitglied
        Zitat von LordCrash
        Wenn wir schon davon reden: Wer Spec Ops: The Line noch nicht gespielt hat, aber gerne mal ein Antikriegsspiel spielen würde, bei Nuuvem ist es gerade für ca. 4€ im Angebot (Steamkey). Definitiv ein Blick wert. :-)
        http://forum.pcgames.de/s...

        Ich warte ja die ganze Zeit schon darauf, dass es wieder im Steam Deal auftaucht. Aber ich muss sagen, ich bin jetzt einfach zu faul, mich durch die Sprachbarriere von Nuuvem zu kämpfen und warte einfach weiter. :-B
      • Von LordCrash Mitglied
        Wenn wir schon davon reden: Wer Spec Ops: The Line noch nicht gespielt hat, aber gerne mal ein Antikriegsspiel spielen würde, bei Nuuvem ist es gerade für ca. 4€ im Angebot (Steamkey). Definitiv ein Blick wert. :-)
        http://forum.pcgames.de/s...
      • Von sauerlandboy79 Mitglied
        Persönlich hab ich nichts gegen Spiele mit erhöhtem Gewaltfaktor. Sicherlich ist es wird es hier und da ein wenig übertrieben, in manchem Spiel artet es sogar ein wenig aus, aber solange Gewalt nicht nur der Gewalt wegen gezeigt wird, sondern ein hintergründiger Gedanke steckt, ist es doch in Ordnung.
        "Homefront" hat mir mit dieser Eltern-Hinrichtungsszene einen echten Schock verpasst, aber genau das wollte es ja auch: eine emotionale Reaktion auslösen. Nicht unbedingt die der Rache, sondern die des Entsetzens. Das unterscheidet das Spiel von anderen Titeln, die solche Gewalteinlagen exzessiv, ohne Sinn und Verstand ausschlachten. "Spec Ops" tut das Gleiche, und geht sogar noch weiter, man erinnere sich nur an das grandiose Ende. Oder an die Ghetto-Säuberung in "Velvet Assassin" muss ich bis heute zurückdenken. Da war das blutige Grauen durchgehend spürbar, obwohl die Hinrichtungen nur im Off passierten, d.h. man wurde nie direkt Zeuge davon, sondern sah "nur" das Resultat davon.
        Von Gewaltspielen, die wirklich nur niveaulos und demonstrativ ein Schlachtfest nach dem Anderen anreihen, ohne Kontextbezug oder überhaupt einen tieferen Sinn, halte ich dagegen überhaupt nichts.
      • Von LordCrash Mitglied
        Zitat von RedDragon20
        1.) In dem Fall ist aber nicht die Gewalt selbst die Motivation, sondern, geht man nach deinem Beispiel, schlichtweg Rache. Emotionen sind in dem Fall der Antrieb, nicht die gewalttätige Handlung.
        2.) Okay, dann habe ich mich schlichtweg geirrt, was das Belohnen von Gewalt in SpecOps angeht. :D Verzeihung.
        3.) Korrekt. Gewalt wird in Bulletstorm als Spielprinzip zelebriert. Ob das gefällt oder ob man es als richtig empfindet, ist in dem Fall nun wieder tatsächlich reine Ansichtssache. Für mich ist es einfach nichts. Ich halte es für verantwortungslos und eher geschmacklos. Ganz zu schweigen davon, dass es nicht gerade für ein Spiel spricht, wenn die Gewalt das einzige ist, was es zu bieten hat.
        zu 1) Klar ist nicht die Gewalt selbst die Motivation, sondern die Emotionen, die der gewalttätige Akt auslöst. Der Spielercharakter (und damit auch der Spieler selbst) empfindet doch logischerweise umso mehr, je größer die Intensität der Gewalt ist, die gegen ihn verübt wurde. Das kann z.B. das Töten der Familie sein (Max Payne z.B.) oder bei einem Military-Shooter wie Homefront das Hinrichten von unschuldigen Zivilisten oder (wie bei MW 2) das Töten von Teammitgliedern. Klar ist das visuell harter Tobak, aber das sind doch "legitime" Mittel, um Emotionen wie Rache und Hass erst auszulösen.

        zu 3) Was soll daran verantwortungslos sein? Das Spiel ist für Erwachsene, von denen man ausgehen muss, dass sie klar zwischen virtueller und realer Gewalt unterscheiden können. Außerdem ist das Spiel inhaltlich so weit weg von unserer Realität, d.h. das Level an Abstraktion ist so hoch, dass es meiner Meinung nach keinen schädlichen Einfluss hat. Spiele wie Tomb Raider finde ich dahingehend viel schlimmer, da sie insgesamt viel realitätsnäher sind und die darin gezeigte/gespielte Gewalt unserem tatsächlichen Leben viel eher entspricht, gerade weil nicht besonders viel abstrahiert wird (von der mystischen Geschichte mal abgesehen). ;-)
      • Von RedDragon20 Mitglied
        Zitat von LordCrash
        Warum sollte Gewalt nicht motivieren? Das ist das archetypische Motiv fast jeder "großen" Geschichte auf dieser Welt, die sich in irgendeiner Weise mit Leid oder Tod befasst. Dem Spielercharakter oder irgendjemanden, für den er verantwortlich ist, der ihm nahesteht, den er verteidigen muss, oder ähnliches, wird Gewalt angetan und daraufhin sucht der Charakter nach Gerechtigkeit, nach Vergeltung oder einfach nur nach Wiederherstellung des Friedens. Was soll daran schlecht sein (es sei denn, man findet Actionspiele, -filme, -bücher generell abstoßend)? Ich könnte dir dutzende Romane der Weltliteratur aufzählen, die auf einem Grundprinzip der Gewalt basieren (und das auch teilweise noch deutlich drastischer beschreiben als das in modernen Spielen der Fall ist....)... ;)

        Ich kann mich übrigens nicht daran erinnern, dass übermäßige Gewalt in Spec Ops belohnt wurde. In dem Spiel gab es ja auch keine Erfahrungspunkte oder sowas. Klar war man als Spieler gezwungen, zu töten (war eben auch einfach ein Shooter), aber eine besonders grausame Weise wurde dabei nicht extra belohnt. Warum das Spiel also eine Farce sein sollte, weiß ich nicht. In Apocalypse Now und anderen Anti-Kriegsfilmen töten die "Helden" auch Truppen des Feindes und trotzdem ist es keine Farce.....

        Bulletstorm (oder z.B. Dead Island) ist ein ganz a/nderes Kaliber. Hier wird das Töten als Spielprinzip zelebriert. Anders als z.B. Spec Ops ist das Spiel aber an sich schon äußerst unrealistisch und als reine Fiktion angelegt. Der (erwachsene) Spieler weiß hier vorher schon recht gut, was ihn erwartet: virtuelles Töten als reines Entertainment. Hier wird aber gar nicht versucht, die Vorgänge auf usnerem Planeten in irgendeiner Weise zu reflektieren, diese Spiele sind reine Fantasiegebilde, im Prinzip Parodien. Das mag zwar der ein oder andere abstoßend finden, aber wirklich kontrovers ist das nicht. ;-)

        1.) In dem Fall ist aber nicht die Gewalt selbst die Motivation, sondern, geht man nach deinem Beispiel, schlichtweg Rache. Emotionen sind in dem Fall der Antrieb, nicht die gewalttätige Handlung.
        2.) Okay, dann habe ich mich schlichtweg geirrt, was das Belohnen von Gewalt in SpecOps angeht. :D Verzeihung.
        3.) Korrekt. Gewalt wird in Bulletstorm als Spielprinzip zelebriert. Ob das gefällt oder ob man es als richtig empfindet, ist in dem Fall nun wieder tatsächlich reine Ansichtssache. Für mich ist es einfach nichts. Ich halte es für verantwortungslos und eher geschmacklos. Ganz zu schweigen davon, dass es nicht gerade für ein Spiel spricht, wenn die Gewalt das einzige ist, was es zu bieten hat.
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