Sniper: Ghost Warrior 2 im Test: Monotones Tontaubenschießen
Sniper: Ghost Warrior 2 im Test: Warum Trash-Liebhaber und Fans virtueller Selbstgeißelung ihre Freude an City Interactives durch und durch langweiligem Katastrophen-Shooter haben, klärt unser ausführlicher Test der PC-Version. Dort findet ihr außerdem hochauflösende Screenshots von dem CryEngine 3-Spiel.
Wir haben den PC-Test zu Sniper: Ghost Warrior 2 für euch. City Interactive hat die Weltöffentlichkeit in der Vergangenheit schon mit solchen Spieleperlen wie der Terrorist Takedown-Reihe, der Code of Honor-Trilogie oder der Battlestrike-Serie bedacht. Auf Deutsch: Der polnische Publisher ist bekannt für seine Schrott-Shooter. Mit dem intern entwickelten Sniper: Ghost Warrior erzielte City Interactive 2010 einen Achtungserfolg: Das Scharfschützenspiel verkaufte sich weit über eine Million Mal. Warum, weiß auch heute niemand so genau, war der Titel doch hauptsächlich ein Mekka für anspruchslose Baller-Freunde mit einer Vorliebe für veraltete Optik, debile KI-Gegner und in einem Scharfschützenspiel unpassende sowie furchtbar eintönige Ballersequenzen mit dem Sturmgewehr. Für Sniper: Ghost Warrior 2 hat City Interactive die Cryengine 3 von Crytek eingekauft, laut eigenen Angaben an der KI geschraubt und die stupiden Schießbudenabschnitte ersatzlos gestrichen. Und trotzdem schafft es der Nachfolger spielend, das Bodensatzniveau von City Interactives restlichem Portfolio zu halten.
Darum geht's: Irgendjemand will irgendjemand anderem eine ominöse Biowaffe verkaufen, was aus irgendeinem Grund ganz schlimme Folgen hätte – für irgendjemanden. Also wird ein Elite-Scharfschützen-Team damit beauftragt, den Handel zu verhindern. Es folgt eine spannende, wendungsreiche … ne, Quatsch, das stimmt natürlich nicht. Wir hätten es ja prima gefunden, wenn Sniper: Ghost Warrior 2 eine Geschichte erzählen würde, die auch nur einen Hauch von Dramatik verbreitet. Aber die Wahrheit ist, dass selbst das Dritter-Weltkriegs-Geschwurbel eines Call of Duty: Modern Warfare 3 oder die total konfuse Handlung von Medal of Honor: Warfighter mit ihrem halben Dutzend Zeitebenen spannender ist als das, was ihr in Sniper: Ghost Warrior 2 geboten bekommt. Was ihr wissen müsst: Euer Charakter hat ein Scharfschützengewehr und schießt damit jede Menge virtuelle Menschlein tot. Fertig ist die epische Shooter-Handlung.
Sniper: Ghost Warrior 2 - Das hat uns gefallen
Fokus auf Scharfschützen-Alltag
Im Gegensatz zu seinem Vorgänger wird Sniper: Ghost Warrior 2 seinem Titel gerecht: Diesmal benutzt ihr tatsächlich fast ausschließlich Scharfschützengewehre. Lediglich eine schallgedämpfte Pistole und ein Nahkampfangriff stehen für Gefechte auf kurze Distanz bereit, davon abgesehen spielen sich die Schusswechsel fast ausschließlich über große Entfernungen hinweg ab. Ihr observiert mit dem Fernglas Feindstellen und knipst Ziele aus, die euch euer Begleiter (der Spotter) per Funk ansagt.
Ordentliches Waffengefühl
Obacht: Sollten die folgenden Zeilen professionelle Scharfschützen, ehemalige Berufssoldaten oder sonstige Waffennarren in ihrer Ehre beleidigen, bitte lasst euren Unmut nicht am Tester aus, der noch nie einen echten Schießprügel in der Hand gehalten hat. Oder wenn, dann zumindest nur verbal.
Für unser militärisch ungeübtes Empfinden verhalten sich die Waffen in Sniper: Ghost Warrior 2 nämlich ansatzweise glaubwürdig, wenn auch bei weitem nicht realistisch). Es macht Laune, Schießprügel wie die Izhmash SVD Dragunov, die Barrett XM500 oder die Remington MSR abzufeuern.Die Waffenmodelle sind zudem liebevoll nachgebaut und stellen einen der optischen Höhepunkte des Spiels dar. Der andere ist die:
Passable Umgebungsgrafik
Dass die Cryengine 3 wunderschöne Landschaften auf den Bildschirm zu zaubern vermag, davon konntet ihr euch unlängst in Crysis 3 überzeugen. Die Dschungel, Ruinenstädte und Tempelanlagen in Sniper: Ghost Warrior 2 halten dem Direktvergleich zur prachtvollen Konkurrenz aus dem Hause Crytek zwar nicht im Geringsten stand. Aber hübsch anzusehen sind sie beizeiten dennoch, wenn der Blick des Spielers auf entfernte, in Schnee gehüllte Bergspitzen gleitet oder hübsche Lichtsäulen beobachtet, die durch das Blätterdach des Regenwalds dringen.
Schleichpassagen einigermaßen spannend
In Teil 1 führte sich der Protagonist der Abwechslung zuliebe gelegentlich als wie Rambo auf – im Nachfolger ist bedächtiges Vorgehen angesagt. In einigen streng geskripteten Szenen folgt ihr einem KI-Partner auf einer vorgegebenen Schleichroute oder sucht euch selbst einen Weg durch von Feinden kontrolliertes Gebiet, ohne Aufsehen zu erregen. Nett!

Die Grafik ist toll und das Spiel macht auch Spaß. Die KI ist schön knackig so soll es sein. Schade das ihr soviel Lobby-Arbeit ala COD und Co macht aber die haben auch am meisten Geld was. Schämt euch!
Danke für diesen Beitrag, ich musste gut lachen :-B
Oder war der etwa ernst gemeint?
Die Grafik ist toll und das Spiel macht auch Spaß. Die KI ist schön knackig so soll es sein. Schade das ihr soviel Lobby-Arbeit ala COD und Co macht aber die haben auch am meisten Geld was. Schämt euch!
Und trotz der Einlage als normaler Soldat hatte man in Ghost Warrior 1 deutlich mehr Freiheiten eine Mission zu lösen.
Ist trotzdem ein wenig unglücklich und verwirrend.
Kein Widerspruch von mir. Aber "unglücklich und verwirrend" ist ja mehr oder weniger unser Firmenmotto ;)